Als das Boxen noch nicht ins Unterschichtenfernsehen gehörte

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Folge von 205 in Song-Quiz

Nun hat ja der Dylan Bob seinerzeit ein zu Herzen gehendes Lied über den Boxer Rubin “Hurricane” Carter gesungen, der zu Unrecht om Knast saß. Vermutlich eingebuchtet, um ihn an der Titelverteidigung zu hindern. Immerhin ein Versuch, die politische Seite des Box-Business zu beleuchten. Aber ein ganz ein anderer Popmusikant, der hat sogar ein Lied über einen bestimmten Kampf gemacht.

1) Wie heißt der Song: In Zaire
2) Wer hat ihn gesungen: Johnny Wakelin

Das Ding enthält zudem eines der merkwürdigsten Gitarren-Soli der gesamten Popmusik. Leider ist die Art und Weise wie der Gitarrist die Töne produziert im untigen Video nicht zu sehen, nur im Clip von TopOfThePops, den ich nicht gefunden habe…

Am 30.10.1974 fand in Kinshasa (Hauptstadt von Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo) einer der eigenartigsten Boxkämpfe aller Zeiten statt. Schwergewichtsweltmeister war damals der 25-jährige George Foreman. Der hatte 1968 in Mexiko olympisches Gold gewonnen, indem er einen Russen vermöbelte. Das wurde als Systemsieg des Kapital- gegen den Sozialismus gedeutet. Der damals 19-jährige spielte mit und galt in der Folge als Onkel Tom. Tatsächlich war er (der übrigens noch mit 48 professionell boxte und gar mit 55 ein Comeback plante, was seine Gattin unterband…) der Boxer mit dem vermutlich härtesten Schlag aller Zeiten. So gewann er bis zu jenem Oktobertag im Kongo alle Profikämpfe per K.O.
Der ohne jeden Zweifel perfekteste Boxer aller Zeiten war Muhammad Ali (aka Cassius Clay), der ebenfalls mit einer Goldmedaille (Rom 1960) startete. Schon Ende 1964 legte er seinen Sklavennamen ab. Er war Mitglied der “Nation of Islam” geworden und nannte sich nun Muhammad Ali. Da er aus religiösen und politischen Gründen den Kriegsdienst verweigerte, wurde ihm 1967 der Weltmeistertitel aberkannt. Mit seinem Selbstbewusstsein und deutlich politischen Haltung stand er damit für das Gegenteil von George Foreman. Deshalb war dieser legendäre Kampf (der eigentlich nur mit dem “Thrilla in Manila” verglichen werden kann) auch ein Clash der afroamerikanischen Kulturen.
Dass Muhammad Ali für die Afrikaner der Größte war, kann man in dem wunderbaren Dokumentarfilm “When we were Kings” (Guckbefehl!!!) sehen. Schon beim Training riefen sie ihm zu: “Ali, boma ye!” (“Ali, töte ihn!”). Und während des Kampfes, der weit nach Mitternacht und schweren Gewittern begann, feuerten ihn alle Zuschauer an. Am Ende hatte Ali den Titel, den man ihm gestohlen hatte, auf sensationelle Weise nach sieben Jahren zurückgewonnen.

Von diesem Kampf handelt der Song “In Zaire” des britischen Sängers Johnny Wakelin aus dem Jahr 1976. Schon ein Jahr zuvor hatte er mit dem Lied “Black Superman” zum selben Thema einen kleinen Chart-Erfolg. “In Zaire” brachte es in den UK-Charts auf Platz 7, war Nummer 1 in Australien und hielt sich viele Wochen in den Hitparaden der USA und vieler europäischer Länder. Das war’s dann auch schon fast für den Mann mit der eigenartigen Stimme. Zwar ist er seitdem Jahr für Jahr mehr als hundert Mal live in Clubs zu sehen, aber erfolgreiche Platten machte er nicht mehr. Tatsächlich wanderte er mehr und mehr der britischen Abart der Country-Musik zu. Die Band, die ihn bei “In Zaire” begleitet, existierte als Live-Band nie.

Dieser Song ist nicht nur wegen des Bezugs zum Fight ein Zeitdokument, sondern vor allem wegen des Aussehens der Musiker im Video. Man beachte nicht nur den Hut des Sängers und die Schlachhosen der Mitstreiter, sondern vor allem die Gesichtsmatratze des Buben, der den Kürbis schüttelt. Und: ZWEI Schlachzeuge!
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» Quizfrage von Quizmaster am 31.08.10 um 16:00 » in Kategorien: Feuilleton » 337 x gelesen » 6 x kommentiert
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  1. In Zaire.
    Johnny Wakelin.

    [Antwort]

    drissib Antwort vom 31.08.10 14:22:

    Mist, er war schneller…

    [Antwort]

    Rainer Bartel Antwort vom 31.08.10 15:19:

    Samma, habt ihr se noch alle? So schnell zu lösen ;–))) Klar war das der Herr Wakelin. Details später…

    [Antwort]

     
    Kommentar von 712 am 31.08.10 um 14:20
  2. “Das Herz eines Boxers” von Max Schmeling.

    Nur um mal was anderes zu sagen. Ein Gitarren-Solo kann ich aber bei keinem der beiden Lieder hören.

    [Antwort]

    Rainer Bartel Antwort vom 31.08.10 15:20:

    Das Gequietsche (na, ist das nix für ein Quietschebärchen?) gegen Ende ist tatsächlich ein Gitarrensolo, bei dem der Musikant sein Instrument gelegentlich mit dem Mikrostände in Kontakt bringt. Echt wahr!

    [Antwort]

    quietschbaer Antwort vom 31.08.10 15:30:

    Ich bin Bassquietscher. Hätte das Gezirpe jetzt nicht so direkt als Gitarre identifiziert, aber ich verlasse mich auf dein Wort.

    [Antwort]

     
    Kommentar von quietschbaer am 31.08.10 um 14:43

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