Als die Frühlingsrolle noch ein gängiger Imbiss in der Pommesbude war
Neulich schoss mir völlig ohne Anlass das Wort (phonetisch!) “Lömmpia” durch die Birne. Wieso, dachte es, gibt’s die nicht mehr in der Pommesbude? Oder gibt’s die vielleicht doch noch in der Pommesbude, nur dass sie jetzt Frühlingsrollen heißen? Natürlich hießen die nie Lömmpia; “Loempia” ist die niederländische Umschrift für das entsprechende indonesische Wort, das korrekterweise “Lumpia” ausgesprochen wird. Aber den Satz “Tu misch ma ne Lömmpia” habe ich noch fest im Ohr. Meine Recherchen brachten zu Tage: Die Loempia ist nicht mehr Bestandteil des normalen Pommesbudenfrasses. Nicht mal die Frittenversorger, die sich holländisch geben, bieten die Dinger an. Und das hat einen ziemlich offensichtlichen Grund:
Als Frühlingsrollen sind die Loempias nämlich in den Fundus der Chinaimbisse abgewandert. Dort kriegt man ja überall frittierte Rollen in groß, klein und winzig. Sind sie winzig, bestehen sie praktisch nur aus fettgetränktem Teig – ähnlich wie Wantan, die aus dem Öl kommen. In Europa kannte man in der Loempia-Ära vor allem die indonesischen Variante (die es übrigens immer noch überall als TK-Ware gibt): Das Ding ist so lang wie eine gute Zigarre, etwa fünf Zentimeter im Durchmesser und leicht flachgedrückt. Die Füllung basiert auf (billigen) Sofasprossen mit ein bisschen anderem Gemüse und Spurenelementen von haschiertem Hühnerfleisch. Da die Imbiss-Loempia kaum gewürzt ist, MUSS man Massen an Sojasosse drauftun. In der Pommesbude gab’s das erst nicht, da nahm man Ketchup.
Mit der Vermassung der Weltküche und dem Boom des Selberkochens (oder wie eine befreundete Bloggerin vor Jahren schrieb: “Kochen ist das Ficken der Neuzeit”) sowie der Öffnung der Asia-Shops auch für Weiße – die man vorher durch konsequenten Verzicht auf verstehbare Schriftzeichen und die Verweigerung von Verkaufsberatung ausgesperrt hatte – avancierte die Loempia zu einem Gericht, das jeder, der sich beim Kochen nicht routinemäßig verstümmelt, verbrennt, verbrüht oder versalzt, selbst herstellen kann. Wo er/sie dann weiß, was drin ist. Die Teigblätter gibt’s als gekühlte Frischware oder in dicken Packen aus der TK-Truhe, die Füllung ist kein Hexenwerk: Bisschen Hack, Zwiebeln, Möhren, Kohl, Sprossen und gern auch Knoblauch sowie Ingwer, alles sehr klein geschreddert, nach Wunsch somewhat asiatisch gewürzt und in der Pfanne angebraten. Dann auf die Teigplättchen geschmiert, gerollt und frittiert. Fertig.
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A propos: Wer Lust auf gute chinesische Küche hat, dem sei das “Mayflower” unten am Volmerswerther Deich allerwärmstens empfohlen. Sicherheitshalber aber Tisch reservieren. Und die haben sehr gute Loempia…
Wie sind die Preise ?(bei DER Lage ?)
Danke
Keine Bange, alles im normalen Rahmen. Und ja, die Aussicht auf den Rhein ist gnadenlos gut…