Lovis Corinth, der große ostpreussische Maler
Na Luke, wat deihst Du denn da?
Heute möchte ich das Augenmerk der lieben Gemeinde auf einen meiner Lieblingsmaler richten. Er heißt Lovis Corinth und wurde 1858 im ostpreussischen Tapiau geboren – in dem Ort, aus dem auch meine Mutter stammte. Corinth war als Sohn eines Gerbers und Landwirt zeitlebens dem Erdigen, Blutigen verbunden und hat gern Fleisch gemalt. Darin war er – wie auch das hier beigefügte Gemälde zeigt – besonders gut. So gut, dass es Betrachter gibt, die sich ekeln, weil sie den Geruch eines Schlachthauses imaginieren. So stark der Maler aber dem Lebenden und dem Toten zugewandt war und so sehr er sich auch mit dem Nichtintellektuellen kokettierte, war er doch auch ein Mitglied der Intelligenzia der Gründerjahre.
Das belegt seine Selbstbiografie, die auf Zeno.org online zum vollständigen Nachlesen vorliegt. Gerade der Teil über seine Kindheit ist eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Seine Gemälde und Zeichnungen sind leider quer über mehrere Händevoll Museen verteilt. Und die letzte große Gesamtausstellung (Paris, Leipzig, Regensburg) ging im vergangenen Frühjahr zu Ende. Bis Ende Februar sind einige Corinth-Werke jedoch in der Ausstellung zu den deutschen Impressionisten in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen.
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