Gesünder geht kaum im Februar
Schon als Kind war ich ein Rote-Beete-Fan. Allerdings kannte ich die Rübe mit der kräftigen Farbe bis vor wenigen Jahren nur in Form der Sauerkonserve. Aber nachdem ich mich erstmals an diese Knollen gewagt hatte, kommt bei uns gerade im Winter regelmäßig was Frisches aus der roten Beete auf den Tisch. Wikipedia sacht: “Aufgrund ihres hohen Vitamin-B-, Kalium-, Eisen- und vor allem Folsäure-Gehalts ist die Rote Rübe ein gesundes Gemüse, das für Rohkost-Salate verwendet oder als Beilage gereicht wird.” Und billich sind die Dinger auch noch: Gestern erstand ich beim Gemüsetürken vier Rüben (ca. 600 Gramm) für fuffzich Cent, also ‘n halben Euro! Und jetzt mal zum Vergleich der Preis für einen ekelerregenden Hamburger: mindestens 99 Cent.
Zufällig hatte ich auch noch Ananas da, denn das ist seit Langem mein Lieblingsobst. Und auch dazu sacht Wikipedia Erfreuliches: “Die Ananasfrucht ist reich an Vitaminen (besonders Vitamin C) und Mineralstoffen sowie an Enzymen (u. a. Bromelain oder Bromelin, Invertase) sowie Vitamin E. Weitere Inhaltsstoffe sind: Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Iod, Carotine.” Also dachte ich so bei mir: Mmh, wie wär’s, wenn man diese beiden Vitamin- und Mineralbomben zusammenschmeißt? Rausgekommen ist folgendes:
Kauf für vier Portionen vier bis sechs Beeten; die sollten jeweils so groß sein wie eine Kleinkinderfaust; größere schmecken nicht so gut. Wirf die roten Rüben so wie sie sind ins Wasser (kann ungesalzen bleiben) und koch sie wie Kartoffeln weich; das dauert etwa 30 Minuten. Mach zwischendurch ne Garprobe: Ein spitzes Messer sollte leicht reingehen, aber in der Mitte noch auf Widerstand stoßen. Schreck die Dinger ab wie gekochte Eier. Lass sie bisschen abkühlen und schäl sie dann. Je nachdem kann man die Schale einfach mit den Fingern abziehen oder muss einen Sparschäler verwenden. Hack die Ende ab. Halbiere jede Knolle und schneide sie in Scheiben; die sollten etwa doppelt so dick sein wie eine Münze. Jetzt werden die Scheiben mariniert. Du tust die in eine Schüssel, gibst nicht zuviel grobes Meersalz drauf und gießt großzügig mit Apfelessig (viel besser als Weißweinessig oder andere Essige…) an. Schön durchrühren – ruhig mit den Händen; das färbt weniger als man denkt. Dann kommt die Beete in der Schüssel für etwa ein halbes Stündchen in den Kühlschrank.
Die Ananas solltest du großzügig schälen. Ich mach das so: Ich schneide am unteren Ende soviel ab, dass die Wände annähernd senkrecht laufen. Dann hack ich auch die Ananasfrisur oben ab. Da bleibt quasi ne Ananastonne. Mit dem großen Messer schneide ich jetzt senkrecht Streifen der Schale ab. Und zwar so, dass im Fruchtkörper keine dunklen Stellen von diesen Warzen mehr zu sehen sind (oder höchstens n Hauch davon). Dann halbiere ich den Rest der Länge nach. So ne geschälte Ananas ist glitschig. Also lege ich die Hälften jeweils mit der Schnittfläche auf dem Brett ab und halbiere sie. Die Streifen halbiere ich wieder. Dann habe ich also längliche Achtel. In der Mitte der Ananas findet sich der harte Kern. Wenn du nun so ein Achtel auf eine Schnittfläche legst, dann kannst du das Achtel des harten Kerns einfach mit dem Messer rausschneiden. Und dann schneide ich die übriggebliebenen Streifen in Scheiben – etwa doppelt so dick wie eine Münze.
Sind die roten Scheiben schön durchgezogen, kommen etwa halb so viele Ananasscheiben hinzu. Und jetzt der Hammer: Ich habe Meerettich aus dem Glas (KEINEN doofen “Sahnemeerettich”!!!) als Würze hergenommen. Etwa zwei Teelöffel auf die vorhandene Obst-Gemüse-Menge. Durchrühren. Dann noch eine kleine Zwiebel in hauchfeine Ringe geschnitten dazu. Das Ganze soll – das passt am besten zur roten Rübe – süßsauer schmecken. Jetzt haben wir Essig für das Saure und Ananas für das Süße. Mit braunem Rohrzucker kann jetzt die Süße verstärkt werden, falls nötig. Das war’s. Am besten lässt du diesen Salat jetzt einige Zeit durchziehen. Dann hast du am Ende ein wunderbar scharf-süß-saures Ergebnis mit jeder Menge wertvollster Inhaltsstoffe.
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Rote Beete. Lecker!
Auch nicht schlecht: Rote-Beete-Kartoffel-Püree – da kommt das erdige Aroma gut zum Ausdruck…
Von wegen!
Bin am selben Tage andem ich den Artikel gelesen hatte, nach der Arbeit los, um Rote Bete zu kaufen. Dabei immer dieses “erdige Aroma” vom Kartoffelpüree im Sinn…
Aber Pustekuchen – “naturbelassene” Rote Beete Fehlanzeige. Maximal geschält und eingeschweißt (Kaisers). Rewe, Plus, Kaufhof: nix.
Laut Wikipedia ist doch die Rote Beete “ein klassisches Wintergemüse”, aber die Supermärkte in meiner (Fahrrad-)Reichweite führen da lieber Tomaten und Auberginen.
Immerhin, Porree gab’s – ebenfalls ein Wintergemüse.
Fazit: Rewe, Plus & Co: Ade! Ich brauche auch so einen Gemüsehändler.