Als Albrecht Metzger noch die Musik ansagte...
Kommen wir mal wieder zu den berühmten Rocknächten des WDR-Rockpalastes. In den frühen achtziger Jahren standen da auf einmal recht viele Herren auf der Bühne und begannen ohne viel Federlesens ihr Programm. Das brachte unerhörte Sounds, fremdartig, ungewohnt, aber schön. Ich besitze eine Musikkassette mit dem Mitschnitt dieses Konzerts. Und jedes Mal, wenn ich die abspiele, finde ich die Musik wieder ungewöhnlich, aber schön.
1) Wie heißt der Bandleader: King Sunny Adé
Deren Kleidung wurde hierzulande allerdings nicht zur Mode.
Die Rockpalast-Nächte waren Ende der seibziger und in den achtziger Jahren absolute Pflichtveranstaltungen. Vermutlich hatten diese Veranstaltungen, die ein gewisser Herr Rüchel (wird dieses Jahr 73!!!), der ungefähr so aussah und sprach wie er hieß, verantwortete, mehr Einfluss auf den Musikgeschmack der damaligen Jugend als irgendeine andere Instanz sonst. Heute würde man sagen, die Sendungen waren “Kult”. Wenn der späthippieske Albrecht Metzger mit dem schlümmenglischen Satz “Schörmänn Telewischn iss prout tu prieseänt…” Künstler wie Patty Smith oder Mitch Ryder, Van Morrison oder oder oder ansagte, dann war Erlebnis garantiert. Oder der irre-wirre Alan Bangs, der allein mit seinem Akzent die Bräute verzauberte und am Ende einer Rocknacht oft breiter war als die breitesten anwesenden Musikanten…
Nachdem man anfangs der US-amerikanischen Rockmusik hinterhergehechelt war, begann man um 1980 auch andere Saiten aufzuziehen. So gab es mit Burning Spear einen ersten Reggae-Act zu Zeiten, als die meisten Konsumenten dachten, “Reggae” wäre der zweite Vorname von Bob Marley. Doch was dann im April 1983 die Bühne betrat, ließ doch die Mehrheit der Zuschauer vor Ort und an den Empfängern draußen im Lande stutzen. Ein fröhlicher Haufen Schwarzafrikaner in komischen bunten Schlafanzügen begannen ohne viel Federlesens ihre mehr als eigenartige Musik zu vollziehen.
Vor der Bühne tanzten sich ebenso bunt gedresste Landsleute in Trance und bewarfen die Musiker zwischenzeitlich mit Geldscheinen. Das war damals in Nigeria so üblich, und wie populäre King Sunny Adé (and the African Beat, wie seine Truppe ab und zu hieß) in seinem Heimatland war, kann man in etwa daran ermessen, dass der Mitschnitt des Rocknacht-Konzerts auf Kassette dort bis heute überall zu kaufen ist und das Video damals über Monate im Kino gezeigt wurde. Tatsächlich war King Sunny Adé in jenen Jahren weitaus populärer als der hierzulanden bestens bekannte Fela Kuti.
Auch heute noch klingt diese Juju-Musik – so der vom Erfinder verhängte Stilbegriff – fremd, wenn aus einem eher gleichförmigen Rhythmus plötzlich kleine Gitarrensoli hervorbrechen oder die Künstler an den sprechenden Trommeln unerwartet loslegen. Einen Eindruck gibt der folgende Videoclip:
.
King Sunny Ade??
712 Antwort vom 30.06.10 02:27:
Kid Creole.
Rainer Bartel Antwort vom 30.06.10 12:02:
King Sunny Ade ist richtig! Komplette Auflösung folgt.
Ist der Rechtsweg ausgeschlossen? George Clinton hätte nämlich auch gepasst