Wo Blasmusik auch Pop-Musik ist
Der schwer verständliche Literat Peter Handke, der ja auch eigentlich Österreicher ist und bekennender Fan des FC Bayern München, hat sich vor Jahren aus lauter Trotz auf die serbische Seite geschlagen. Wo doch der europäische Konsens darin bestand, das Serbische ansich als das Mark des balkanesischen Bösen zu betrachten – von wegen Milosevic und so… Dass es den vereinten Gehirnwäscher gelang, die Serben zu dämonisieren, hat auch mit deren ständiger Unangepasstheit zu tun. Also auch damit, dass sie blöde Buchstaben verwenden und die Musik der Zigeuner spielen, obwohl sie den Sinti und Roma andererseits wenig gönnen.
Wenn nicht alles täuscht, dann ist aber möglicherweise die Voyvodina, was den Norden Serbiens darstellt, die Keimzelle aller Blasmusik nicht-asiatischer Herkunft. Denn von diesem Landstrich aus lassen sich die Spuren bis zur böhmischen Knödelblaserei und damit dem Tuten der Alpenvölker ziehen.
Und trompetet wird in Serbien immer noch wie blöde. Bei den großen Festivals – davon gibt es in jährlich sieben, acht im Lande – laufen Tausende Zuschauer auf, und die verschiedenen Truppen und ihre Vorbläser tragen regelrechte Wettkämpfe aus. Absolut in der ersten Liga spielt dabei das Orkestar Dejana Lazarevi?a – quasi das Bayern München der balkanesischen Blasmusik. Ob olle Handke auf die genauso abfährt wie auf den FCB, ist nicht überliefert.
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