Mit dem Phaeton in den Graben

Haider hat sich totgefahren

Standesgemäß ist der offen fremdenfeindlichen Österreicher Jörg Haider gestern Nacht ums Leben gekommen. Am Steuer seines VW Phaeton raste er sich zu Tode. Es fällt schwer, das Ableben des BZÖ-Politikers, der zuletzt sein Dasein als Landeshauptmann von Kärnten fristete, zu bedauern. Noch vor den letzten Wahlen ließ er aufgrund von ihm eigenhändig verfasster Bescheide Hunderte Slowenen aus seinem Bundesland in die Steiermark deportieren, wofür er mit einem netten Stimmenzuwachs belohnt wurde. Ihn einen Rechtspopulisten zu nennen, wäre geschmeichelt, das Etikett Protofaschist hätte meistens besser gepasst. Mit seinen ausländer- und vor allem islamfeindlichen Worten und Taten repräsentierte Haider die dumpfe Seite Österreichs, und wir Deutschen können froh sein, dass unsere Neonazis nie einen derart medienkompatiblen Typen gefunden haben, der für ihre braune Sache kämpft.

Vielleicht war Haider aber auch eine zutiefst tragische Figur, die möglicherweise nie zu ihren homosexuellen Neigungen stehen durfte und die Unterdrückung der eigenen Persönlichkeit durch schneidiges Auftreten kompensierte. Ja, Mitleid mit diesem Jörg Haider zu haben, ist vermutlich bestmögliche postmortale Haltung zu seiner Person.


» Kommentar von Rainer Bartel am 11.10.08 um 10:55 » in Kategorien: Ausland » 719 x gelesen » 3 x kommentiert
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  1. Jörg Haider ist tot…

    Der Rechtspopulist Jörg Haider ist tot. Er verstarb in der Nacht des 11. Oktober 2008 in Folge eines schweren Autounfalls. Der Politiker Haider polarisierte und prägte Österreich in den vergangenen 25 Jahren wie kaum ein anderer. Sein tragischer Tod…

     
    Trackback von jugend:sprache am 11.10.08 um 14:10
  2. Was spricht dafür, Jörg Haider unterdrückte homosexuelle Neigungen zuzuschreiben?

    [Antwort]

     
    Kommentar von Joachim Reinhold am 12.10.08 um 21:37
  3. http://www.hosiwien.at/haiderouting/ln300.html

    [Antwort]

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 12.10.08 um 22:04

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