Seit einigen Wochen befasse ich mich mit den alten Familiendias. Mein im Juni 1967 viel zu früh gestorbener Vater hat bereits Mitte der fünfziger Jahre begonnen, Farbfotos zu knipsen und zwar auf Umkehrfilm. So sind in rund acht, neun Jahren an die 500 Dias entstanden, die ich nun einscanne. Eine Auswahl werde ich ab sofort regelmäßig hier veröffentlichen. Bitte beachten: Für diese Bilder gilt – abweichend von den sonst hier geltenden Rechten – das vollständige Copyright! Sie dürfen nur mit meiner ausdrücklichen Genehmigung und natürlich nur unter Angabe der Quelle zitiert werden.
Beginnen möchte ich mit einem Foto [Klick aufs Bild macht's groß], das während des Rosenmontagszugs 1961 aufgenommen wurde. Die Familie sah sich den Zoch traditionell an der Ecke Adersstraße / Hüttenstraße gegenüber dem Hotel Eden an. Dort traf man sich mit Verwandten, Bekannten und Nachbarn, um nach dem Zug zuhause Kaffee zu trinken und Berliner zu essen. [weiterlesen...]
Dieses Dia [Klick aufs Bild macht's groß] zeigt unsere erste Familienkutsche. Es handelt sich um einen Opel Olympia Rekord, vermutlich vom Baujahr 1955. Ein Abgleich der anderen Autos, die auf dem Foto zu sehen sind, lässt vermuten, dass die Aufnahme im Sommer 1958 gemacht wurde. Tatsächlich war der Opel mit dem schönen Kennzeichen D-AC 444 ein Firmenwagen. Mein Vater war von Beruf Architekt und ab etwa 1954 bei der Hirschbrauerei Düsseldorf angestellt, dem Traditionshaus, aus dem bis etwa 1970 das leckere Düssel Alt floß. Sein Hauptjob bestand darin, Gaststätten zu bauen, umzubauen, zu restaurieren und zu sanieren. In den fünfziger Jahren – der alte Patriarch Paefgen lebte noch – war die Hirschbrauerei auf dem Expansionskurs. Wurde das Bier bis etwa 1930 nur in Düsseldorf selbst angeboten, hatte der “alte Braumeister” (so wurde er respektvoll genannt) nach dem Krieg begonnen, weit über die Stadtgrenzen hinaus Gastwirtschaften zu erwerben und neue Konzessionäre zu gewinnen. So dehnte sich um 1958 herum das Düssel-Alt-Imperium im Norden bis Bad Oeynhausen und im Süden bis etwa Koblenz aus. Was für meinen Vater bedeutete, viel unterwegs zu sein. [weiterlesen...]
Es ist nicht so, dass mein Vater nur im Karneval fotografiert hätte. Aber das heutige Dia dokumentiert auch weniger das Brauchtum, als vielmehr ein Stück Düsseldorfer Stadtentwicklung [Klick aufs Bild macht's groß]. Es dürfte von 1959 stammen und zeigt einen kleinen Teil der reichhaltigen Kinderschar vom unteren Ende der Corneliusstraße in Friedrichstadt auf dem Bürgersteig vor dem Haus Nr. 126. Wir wohnten in der Nr. 118; das Gebäude gibt es nicht mehr, an seiner Stelle existiert seit auch schon über 30 Jahren das Hotel Rubin. Das lag daran, dass mein Vater seine berufliche Laufbahn nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in seinem gelernten Beruf als Maurer begann. Und zwar in Kiel. [weiterlesen...]
Und hier das Gegenstück [Klick aufs Bild macht's wie immer groß] zum alten Dia der vorigen Woche. Das Foto stammt vermutlich aus dem Winter 1961/62 und zeigt das untere Ende der Corneliusstraße in Richtung Stadtmitte. Vor dem fremden Auto (einem Peugeot, dazu demnächst mehr…) posieren meine Geschwister und ich. Mein Bruder als Dreizehnjähriger standesgemäß mit Hut. Die westliche Straßenseite besteht jetzt aus lauter Neubauten; auch die komische Ecke zur Bilker Allee ist fertig. Wenn man auf der Vergrößerung den Hintergrund betrachtet, wird man feststellen, dass das Dreischeibenhaus schon steht – und das wurde im Spätsommer 1960 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet. Das Hochhaus der Stadtsparkasse an der Berliner Allee fehlt dagegen noch. [weiterlesen...]
Dieses alte Dia [Klick aufs Bild macht's groß] wurde vermutlich im Sommer 1959 oder 1969 aufgenommen und zeigt einen der Bahnsteige des ehemaligen Busbahnhofs am Graf-Adolf-Platz. Soweit ich mich erinnere, hat mein Vater diese Busschlange deshalb fotografiert, weil es die Abfahrt zum Betriebsausflug der Hirschbrauerei zeigt. Da hatte die Geschäftsleitung einfach eine paar Rheinbahnbusse gechartert, die dann die versammelte Belegschaft in ein nettes Ausflugslokal kutschierte. In Sachen Mitarbeiterbespaßing waren die Chefs der Brauerei ziemlich gut. Neben dem obligatorischen Betriebsausflug gab es noch drei weitere Highlights: [weiterlesen...]
In den fünfziger und sechziger Jahre hatte noch lange nicht jede Familie ein Auto. Auch wenn bereits 1955 der millionste VW Käfer vom Band gerollt war, so waren Männer mit Auto (Frauen am Steuer gab es damals noch so gut wie gar nicht) priviligiert. Wie schon erzählt verfügte mein Vater aus beruflichen Gründen über einen Firmenwagen. Da seine beiden Chefs, die Gebrüder Päffgen, selbst Autonarren waren, durfte sich mein Vater sein Auto nach eigenem Geschmack aussuchen. Nach langem Prospektewälzen, an dem auch wir Jungs teilnahmen, fiel die Wahl auf einen beigefarbenen Peugeot 403, ein Wagen, der hierzulande nur sehr selten zu sehen war. Entsprechend stolz war mein Vater auf diese Kiste. [weiterlesen...]
Dieses Foto [Klick aufs Bild macht's groß] stammt vermutlich aus dem Frühsommer 1960 und zeigt die Familie samt Freunden bei einem Sonntagsausflug, der ein Sportfest zum Ziel hatte. Der freundliche Junge unterhalb des Mannes im schwarzen Anzug, das bin ich. Meine Schwester, damals wohl knapp vier Jahre alt, steht in ihrem geliebten Pflaumenkleid vor der Gruppe. Links von ihr sitzt Tante Thea, rechts im Hintergrund Onkel Walter. Und mein Bruder ist links hinter ihr zu sehen. Und dann sind noch Tante Minka und ihre Tochter (Roswitha?) zu sehen. Das waren alte Bekannte von Tante Thea und Onkel Walter aus Ostpreußen. Ich war immer fasziniert von Minkas ostpreußischer Sprechweise, diesem speziellen Tonfall, der besonderen Melodie und diesen typischen Wörtern wie “Marjellchen”, die man aus der Folklore der Heimatvertriebenen kennt. [weiterlesen...]
Wie schon öfters erwähnt: Mein Vater war von 1955 bis zu seinem viel zu frühen Tod mit nur 43 Jahren im Sommer 1967 Angestellter der Düsseldorfer Hirschbrauerei, der Firma, die damals mit dem Düssel Alt eines der erfolgreichsten Biere der Region braute und vertrieb. Der Erfolg der Brauerei hatte seine Ursache sicher auch in der großen Bereitschaft des alten Päffgen, Kooperationen einzugehen. Über die Kontakte zu den Münchner Brauhäuser habe ich ja hier schon berichtet; wie die Hirschbrauerei mit Stella Artois kooperierte, wird noch zu berichten sein. Sehr eng war der Kontakt aber vor allem zur Brauerei Königsbacher. Das führte letztlich dazu, dass Königsbacher nach einer langjährigen Vertriebspartnerschaft die Hirschbrauerei übernahm als diese in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. [weiterlesen...]