Nicht das Auto ist böse, sondern das System, dass den Menschen die Hirne wäscht
Nein, nicht das Auto an sich ist böse. Auch der Autofahrer ist im Allgemeinen kein Teufel. Böse ist das System, das dafür gesorgt hat, dass eine Erfindung, die in jeder Hinsicht auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen basiert und gleichzeitig der Verschmutzung des Ökosystems Erde bewirkt, zu einem Investitionsgegenstand für die Massen wurde. Aber das nur am Rand… Es geht darum, sich GANZ PERSÖNLICH vom Auto zu verabschieden und auf andere Weise mobil zu bleiben. Vor knapp einem Jahr habe ich mich – im Übrigen nicht ganz freiwillig (dazu ein ander Mal mehr…) – vom Auto als Verkehrsmittel weitestgehend verabschiedet. Natürlich kommen meine spezifischen Lebens- und Arbeitsbedingungen diesem Abschied entgegen. Ich lebe in einer Großstadt, wohne recht zentral, arbeite zuhause, und meine Kunden sitzen samt und sonders in Großstädten. Das bedeutet, dass ich Fahrten zu ebendiesen Kunden durchweg per Bahn absolvieren kann. In der Stadt vorwiegend mit einem Pkw unterwegs zu sein, ist a) völlig bescheuert und b) zunehmend uncool. Darüber muss nicht diskutiert werden. [weiterlesen...]
Auto-Anarchos (04.04.11) – Autofahrerärsche machen, was sie wollen; Experte sagt: “Wenn Autofahrer sich über Verkehrsregeln hinwegsetzen, kann kaum etwas gegen Unfälle getan werden”; ich empfehle Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray gegen diese Blechautonomen. [weiterlesen...]
Für eine Rückkehr zum Herrenfahrer und Chauffeur
Dieser Tage fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Autowahn hat seine Ursache darin, dass heutzutage jeder Depp einen Führerschein kriegt und damit am Lenkrad einer Mordmaschine durch die Gegend kariolen darf. Nun führt Dummheit nicht automatisch zur Bosheit; eher im Gegenteil. Deshalb ist der zweite Grund für die Anarchie auf unseren Straßen, dass jedes aggressive und/oder böse Arschloch ungestraft die restlichen Verkehrsteilnehmer terrorisieren darf. Auf beide Zielgruppen hat sich die vermaledeite Autoindustrie seit langem eingestellt. Den Depp versorgt sie mit allerlei Gimmicks und Gadgets, Assistenten und Automatismen, damit der seine Stinkekiste überhaupt auf die Straße kriegt. Und für den Aggressionsarsch werden spezielle Design-Huren beschäftigt, die noch dem biedersten Audi eine aggressive “Gesichtsgrafik” (Das heißt tatsächlich so!) verpassen. Die gottverfluchte Reklame tut ein übriges, dem Dummen und den Bösen ins Hinr zu waschen, dass Autofahren a) Freiheit bedeutet, b) Spaß macht und c) was mit Sport zu tun hat. Wie ja überhaupt das Wort “Motorsport” einer der widerlichsten Euphemismen der grundüblen Autoindustrie ist. Als willigste Helfershelfer fungieren die käuflichen Schreibnutten, die für ihre autofreundliche Propaganda nach allen Regeln der Kunst geschmiert werden. [weiterlesen...]
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen
Da mich ein gewisser Carlito per Kommentar zur Ordnung gerufen hat, möchte ich ab sofort zum Thema Transport & Verkehr nur noch sachlich berichten und vor allem das Positive (Ja, wo bleibt es denn, das Positive?) herausstellen. Fangen wir also an: Die französische Eisenbahngesellschaft TGV, die mit den über 500 km/h schnellen Zügen, die einen beispielsweise in ca. drei Stunden zehn Minuten von Montpellier am Mittelmeer nach Paris – eine Zeit, die im Auto im allerbesten Fall und im Rahmen der Legalität in rund 7 Stunden zu absolvieren ist – katapultieren, hat mir ZWEI Gutscheine geschickt. Der eine beläuft sich auf 100 Prozent des von mir entrichteten Fahrpreises auf die Verbindung, die am vorvergangenen Samstag zwecks Streils ausgefallen ist. Der andere entspricht weiteren 20 Prozent dieses Preises und dient als kleines Entschuldigungsgeschenk. [weiterlesen...]
Nach Green- und Whitewashing nun Brownwashing?
Trends entstehen nicht, Trends werden gemacht. Jedenfalls in dieser Welt, die vom allumfassenden Marketing beherrscht wird. Wann immer es einer Industrie mies geht, wird die Marketingmaschine angeworfen, um durch multimediale Gehirnwäsche auf allen Kanälen den Verbraucher ans Verbrauchen zu kriegen. Derzeit geht der hiesigen Autoindustrie die Düse Eins zu Tausend. Denn gäbe es da nicht den heillosen Nachhol-Boom in China, Indien und anderen asiatischen Schwellenländern, müsste VWAudiBMWDaimlerOpelFord ganz sicher auf langfristige Kurzarbeit umsteigen. Die offiziell verkündeten Zulassungszahlen sagen da auch nicht die Wahrheit, denn aus dieser Statistik wird nicht deutlich, dass der privaten Kauf eines Pkw längst nicht mehr zum üblichen Ritus einer bunzdeutschen Spießerfamilie gehört. Audis und BMWs gibt’s praktisch nur noch als Dienstwagen – könnte sich ja Otto Normalverdiener gar nicht leisten, einen 3er-BMW für um die 50.000 Euro anzuschaffen oder gar zu finanzieren. Die andere Bremse des gewünschten Wachstums ist die wachsende Öko-Skepsis der Menschen. Nein, mit einem heißen Schlitten kann man nur noch in verschiedenen Ausläufern der Unterschicht punkten. Die Mittelstandsmutti, die ihrer Brut im Touraeg zum Flöten fährt, ist nur noch peinlich. Nun hat es der Bürger ja so an sich, dass er – wenn er schlechtes tut – a) eine Rechtfertigung braucht und b) die Sache verschleiern will. Und so muss das Auto nun lieb wirken. [weiterlesen...]
Was ist eine 10-Minuten-Verspätung gegen 20 Kilometer Stau?
Neulich im ICE von Frankfurt Richtung Köln bei ca. 300 Stundenkilometern belauschte ich einen Dialog zweier Herren, die offensichtlich Kollegen waren. Der eine, so schien es mir, fuhr regelmäßig oder gar immer mit der Bahn zu Terminen, der andere vermutlich vorwiegend mit dem Auto. Der Autofahrer begann: “Es ist ein Kreuz mit der Bahn. Jetzt haben wir seit Stuttgart schon zwölf Minuten Verspätung angesammelt!” Der andere entgegnete nach einer Kunstpause: “Wie war das noch in der vergangenen Woche, als wir uns in Hamburg beim Kunden trafen? Da kamen Sie, wenn ich mich recht erinnere, eine Dreiviertelstunde zu spät. Stau auf der A1 haben Sie als Entschuldigung gesagt…” Der andere schwieg. Nun wieder der Bahnfahrer: “Sehen Sie da draußen auf der Autobahn den schwarzen Porsche? Der fährt vermutlich so um die Zweihundert. Den hängen wir grad locker ab…” Nach einer Weile sagte dann der Autofahrer: “Aber die Bahn ist auch viel zu teuer…” [weiterlesen...]
Die Argumentationsnöte der Pkw-Fanatiker
Manchmal ist es aussichtlos. Man bezieht Position zum immer noch nicht abschwellenden Autowahn, und schon kommen die Auto-Lover angekrochen, die Auto-Erotiker (vulgo: Wichser), die es lustig finden, angesichts der vom ungehemmten Pkw-Missbrauch beförderte Weltzerstörung die Rückkehr zum Eselskarren zu fordern. Derlei Pack ist der lebende Beweis dafür, dass das Autofahren zur Verblödung führt. Nicht ganz so dummdreist, dafür aber mit einer verschobene Wahrnehmung gesegnet, sind diejenigen, die gegen das autofreie Leben Störungen im ÖPNV und die Unpünktlichkeit der Bahn anführen. Die darf man fragen: Na, heute schon im Stau gestanden? Und wenn sie dann ja sagen, antwortet der autobefreite Mensch mit einem feinen Lächeln: “Selbst schuld”. Der Wahn der Pkwisti besteht ja darin, den täglichen Stau auf Autobahnen und Zubringerstraßen für gottgegeben zu halten oder – wenn sie eher für die asoziale Lösung plädieren – mit der Forderung nach MEHR STRASSEN! zu kontern. Und anschließend darauf hinzuweisen, dass der Autofahrer ja die Melkkuh des Staates sei, der immer mehr Steuern zu zahlen haben. Auch hier wird Dummheit sichtbar: Alle direkt oder indirekt mit dem Autofahren verbundenen Steuern zusammen würden nicht reichen, die Infrastruktur des Verkehrssystems “Pkw” aufrechtzuerhalten, geschweige denn auszubauen. Schon gleich gar nicht, wenn man die sozialen Folgekosten (Tote, Verletzte, Gesundheitsprobleme etc) addiert. [weiterlesen...]
Fortuna-Kicker verzichtet aufs Auto
Die BILD-Zeitung hat den Fortuna-Kicker Patrick Zoundi zu Deutschlands ungewöhnlichstem Fußballprofi erklärt. Und dass weil er freiwillig aufs Auto verzichtet, nicht in Discos geht, keine Playstation bespielt und Philosophiebücher liest:
Obwohl das Laufwunder aus Burkina Faso einen Führerschein hat, setzt er sich nie hinters Steuer. „Autofahren ist mir zu stressig. In der Bahn kann ich entspannen“, sagt Zoundi. Und lacht: „Da hupen mich auch keine Wahnsinnigen an.“ [Quelle: BILD vom 21.10.2010]