Serie: "Blasmusik"

Gaelforce - das spielen sie alle...

Ist es Folklore, ist es Kitsch?

Die ganze Welt des Musicals: Hach, da wimmelt es nur so vor Klischees! Aber wer auf Bühnen gern die heile Welt und die künstliche Emotion sieht, der muss dergleichen mögen. Ein besonders, ähem, schwieriges Exemplar der Gattung ist Gaelforce Dance, das vorgibt, irische Tanzfolklore auf die Bretter zu bringen, tatsächlich aber neumodischer Kram mit folkoristischen Versatzstücken ist. Die Musik wurde in den 90ern komponiert und in der Regel mit einem Symphonoeorchester gespielt. Aber aus irgendeinem Grund wird die Titelmusik besonders gern von Brassbands gespielt. In unserem Fall von der Brass Band Oberösterreich. [weiterlesen...]

Folge 35 von 35 in Blasmusik

» Spielbericht von Rainer Bartel am 27.08.10
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Auch Blech ist schließlich Metall

Wacken Wacken Feuerwehr

Darf ich zunächst sagen, wie bescheuert ich das Wort “Kult” finde? Und wie ekelhaft dessen inflationäre Verwendung durch die dummfaulen Journalisten? Danke. Und jetzt sage ich: Der Auftritt des Musikzugs der freiwilligen Feuerwehr Wacken am Vorabend des legendären Metal-Festes in Schleswich-Hols-tein IST Kult! Nur wer über wenig Fantasie, Humor und andere schöne menschliche Züge verfügt, wird dazu Hä? sagen. Denn schließlich sind Blechblasinstrumente auch bloß Metall. Nicht nur deshalb passt es so gut, dass die Truppe, die sich selbst “Firefighters Wacken” nennt, dieses unglaubliche Festival eröffnet. Dies steht auch für die nur scheinbar ungewöhnliche Symbiose zwischen plattem Land und Heavy Metal. Diese grobkörnige Rockmusik war nie ein urbanes Phänomen – Metalheads waren nie hip und cool. Das wissen wir spätestens seit “Waynes World”. Und es stimmt. [weiterlesen...]

Folge 34 von 35 in Blasmusik

» Bericht von Rainer Bartel am 14.08.10
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Alison Balsom - noch eine wunderbare blonde Trompeterin

Trompetentango

Nachdem wir neulich Tine hatten, kommt heute auf Empfehlung des kommentierenden Armins die neun Jahre ältere Alison Bolsom. Auch die ist Trompeterin mit klassischer Ausbildung, auch die ist blond und vermutlich ebenso Opfer dummer Männersprüche. Inwieweit die Damen sich trompetentechnisch in der Qualität unterscheiden, vermag ich nicht zu beurteilen. Mich beeindruckt das Spiel beider ganz erheblich. Momentan hat Alison die Nase vorn. Aber nur wegen des Stücks, das im folgenden Klipp zu hören ist. [weiterlesen...]

Folge 33 von 35 in Blasmusik

» Empfehlung von Rainer Bartel am 06.08.10
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BILD würde schreiben: Die schöne Trompeterin...

Ein Haydn-Gebläse

Oha, in der Haut der Tine Thing Helseth möchte man manchmal auch nicht stecken. Wenn der Männerstammtisch sich darüber auslässt, dass das Blondchen ja prima blasen könne… Oder wenn BILD die Musikerin als “schöne Trompeterin” apostrophiert. Dabei ist es ganz einfach: Die Norwegerin vom Jahrgang 1987 hat seit ihrem siebten Lebensjahr das Trompetespiel erlernt, sich als extrem begabt erwiesen und so zwangsläufig eine internationale Karriere in Gang gebracht, die von Preisen und Auszeichnungen begleitet ist. Als Solistin hat sie mit allen großen Orchestern gespielt, denn … sie spielt ausschließlich klassiche Musik.

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Folge 32 von 35 in Blasmusik

» Hinweis von Rainer Bartel am 30.07.10
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Blowing in the streets...

Wilde Franzosen

Beauvais ist ein nordfranzösisches Provinnest mit fetter Gotikkathedrale und schönem Wetter nur im Sommer. Und wenn im Sommer schönes Wetter ist, dann veranstalten die Beauvisten die Fête de la Musique. Und das bedeutet seit 1995 Open-Air-Mucke satt. Neben wenigen richtigen Konzerten steht der Ort im Juni Straßenmusikanten jeder Couleur offen. Hei, ist das dann ein gesinge, Geschrammel, Getrommel und Getute! Natürlich machen die Lokalmatadoren von der Bande de Beauvais mit ihren afro-braslilianischen Rhythmen mit. Und was täte da besser passen als wilde Getute? Im heutigen Video ist es die französische Soulblasbande namens Opus 2, die sich betrommeln lässt. [weiterlesen...]

Folge 31 von 35 in Blasmusik

» Hinweis von Rainer Bartel am 23.07.10
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Hitler has only got one ball...

Die Brücke am Kwai

An dieser Stelle muss ich ein Geständnis ablegen: Als Jugendlicher Kinogänger bevorzugte ich Kriegsfilme. Ja, wirklich, ein in der Wolle gefärbter und von Hause aus antimilitaristischer Kriegsdienstverweigerer rannte sonntags in die Matinee-Vorstellungen, wenn man Filme gab, in denen der Ami dem Japsen das Fell gerbte oder der Tommy unsere Landser vertrimmte. Kann an einer frühkindlichen Prägung liegen, denn im Jahr 1958 – ich war gerade fünf Jahre alt – war der Streifen “Die Brücke am Kwai” das, was die Medienidioten heute einen Blockbuster nennen (ohne zu ahnen oder wahr haben zu wollen, dass dieser Begriff wörtlich bedeutet “Wohnblock-Knacker” bedeutet, was sich auf Fliegerbomben gleichen Namens bezieht, die im Zweiten Weltkrieg verwendet wurden). In diesem Kassenschlager (den ich einige Jahre später sah) geht es um einen Trupp britischer Soldaten in japanischer Gefangenschaft, die in Birma eine Holzbrücke über den Fluss namens Kwai bauen sollen. Die Jungs widersetzen sich, und es gibt Stress mit dem fiesen Oberjapsen. Beim Marschieren flöten die Tommys dann den in Großbritannien hoch beliebten Colonel Bogey March. [weiterlesen...]

Folge 30 von 35 in Blasmusik

» Hinweis von Rainer Bartel am 04.06.10
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Cuarteto Trombones de Costa Rica spielt die Tokata und Fuge in D-moll

Geblasener Bach

Zwischen den Tagen hier der ausgefallene Blasmusiktipp zum Pfingsfest. Es handelt sich um eine der renommiertesten Posaunen-Gruppen der Welt, das Cuarteto Trombones de Costa Rica. Da wundert sich der Freund des singenden Bleches natürlich, dass ausgerechnet eine Bananenrepublik, die Küsten zur Karibik und zum Pazifik hat, derlei hervorbringt. Tatsächlich haben die Mannen, die seit 1991 beisammen sind, zwar die Herkunft gemeinsam; studiert haben sie alle woanders. Und dass sie sich gegenseitig als Costaricanern erkannten, ergab der Zufall. Das Cuarteto Trombones sieht sich als Kammermusikensemble und fühlt sich der klassischen Musik verpflichtet. Dass sie sich mit ihren Tröten aber auch an den ollen Bach rantrauen und seinen für die Orgel geschriebenen Gassenhauer, Tokata und Fuge in D-moll, intonieren, zeugt von Chuzpe. [weiterlesen...]

Folge 29 von 35 in Blasmusik

» Hinweis von Rainer Bartel am 26.05.10
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Legendär: Der Auftritt der Ohio State Marching Band

Das Ding mit dem i-Punkt

Der handelsübliche deutsche Sportsfreund mit Hang zum Amiland kennt die National Hockey League (NHL), die National Basketball Association (NBA), das Major League Baseball (MLB) und natürlich die National Football League (NFL). Dass aber College-Football im Leben der meisten Amerikaner viel wichtiger ist als der ganze Profikram, ist hierzulande kaum bekannt. Bei den klassischen Duellen der klassischen Colleges sitzen nicht selten um die 100.000 Zuschauer in den Stadien, die hier kaum einer kennt. Und weil die USofA ein geschichtsarmes Land sind, hat man über die Jahre haufenweise Traditionen und Rituale rund um diese Derbys geschaffen, die den Zuschauern heilig sind – dazu zählen auch die Auftritte der jeweiligen Marching Bands. Deren Tuten lässt sich zwar zurückführen auf Blechblaswurzeln im militärischen Bereich (dazu demnächst mehr), aber meist agieren selbst die prominenteren Truppen nach dem Motto: Nicht schön, aber laut. So nimmt es nicht wunder, dass manche Marching Band 200 und mehr Instrumentalisten versammelt und im Bassbereich mit 20 oder mehr Sousaphonen antritt. Denn die Musik ist nicht so wichtig wie das Marschieren und die sonstige Show drumherum. Da zählt die Ohio State Marching Band, die sie dort “The Best Damned Band in the Land” nennen, zu den ganz großen Nummer. [weiterlesen...]

Folge 28 von 35 in Blasmusik

» Hinweis von Rainer Bartel am 14.05.10
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