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Das Hypnotic Brass Ensemble aus Chicago

Blasmusik im Sinne der Armen

Sach ich doch: Blasmusik ist das nächste große Ding in der Kultur! Jetzt hat es sogar das ehemalige Nachrichtenmagazin SpON entdeckt und stellt das Hypnotic Brass Ensemble aus Chicago vor. Natürlich müssen die Brüder jetzt tierisch gehypt werden – obwohl sie ja (Kenner der hiesigen Serie zur Blasmusik wissen das) nur ein Teil einer weltumspannenden Bewegung ist, die der zeitgemäßen Blechmucke frönen. So wird den versierten Straßenmusikern jetzt heimliches Hiphop-Hören nachgesagt und dass sie FAST Obamas Hausband geworden wären. Nehmen wir also diesen ganzen Schreibfinkenunfug weg und hören wir uns an, wie die Jungs den Jazz von heute auf einer klassischen Zusammenstellung an Instrumenten interpretieren – damit haben sie’s im vergangenen Jahr immerhin bis aufs Glastonbury Festival gebracht. [weiterlesen...]

» Empfehlung von Rainer Bartel am 09.04.10
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Cuarteto Trombones de Costa Rica spielt die Tokata und Fuge in D-moll

Geblasener Bach

Zwischen den Tagen hier der ausgefallene Blasmusiktipp zum Pfingsfest. Es handelt sich um eine der renommiertesten Posaunen-Gruppen der Welt, das Cuarteto Trombones de Costa Rica. Da wundert sich der Freund des singenden Bleches natürlich, dass ausgerechnet eine Bananenrepublik, die Küsten zur Karibik und zum Pazifik hat, derlei hervorbringt. Tatsächlich haben die Mannen, die seit 1991 beisammen sind, zwar die Herkunft gemeinsam; studiert haben sie alle woanders. Und dass sie sich gegenseitig als Costaricanern erkannten, ergab der Zufall. Das Cuarteto Trombones sieht sich als Kammermusikensemble und fühlt sich der klassischen Musik verpflichtet. Dass sie sich mit ihren Tröten aber auch an den ollen Bach rantrauen und seinen für die Orgel geschriebenen Gassenhauer, Tokata und Fuge in D-moll, intonieren, zeugt von Chuzpe. [weiterlesen...]

» Hinweis von Rainer Bartel am 26.05.10
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Hitler has only got one ball...

Die Brücke am Kwai

An dieser Stelle muss ich ein Geständnis ablegen: Als Jugendlicher Kinogänger bevorzugte ich Kriegsfilme. Ja, wirklich, ein in der Wolle gefärbter und von Hause aus antimilitaristischer Kriegsdienstverweigerer rannte sonntags in die Matinee-Vorstellungen, wenn man Filme gab, in denen der Ami dem Japsen das Fell gerbte oder der Tommy unsere Landser vertrimmte. Kann an einer frühkindlichen Prägung liegen, denn im Jahr 1958 – ich war gerade fünf Jahre alt – war der Streifen “Die Brücke am Kwai” das, was die Medienidioten heute einen Blockbuster nennen (ohne zu ahnen oder wahr haben zu wollen, dass dieser Begriff wörtlich bedeutet “Wohnblock-Knacker” bedeutet, was sich auf Fliegerbomben gleichen Namens bezieht, die im Zweiten Weltkrieg verwendet wurden). In diesem Kassenschlager (den ich einige Jahre später sah) geht es um einen Trupp britischer Soldaten in japanischer Gefangenschaft, die in Birma eine Holzbrücke über den Fluss namens Kwai bauen sollen. Die Jungs widersetzen sich, und es gibt Stress mit dem fiesen Oberjapsen. Beim Marschieren flöten die Tommys dann den in Großbritannien hoch beliebten Colonel Bogey March. [weiterlesen...]

» Hinweis von Rainer Bartel am 04.06.10
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Auch die Filipinos tuten - und die Filipina tanzt dazu

Ein Blechblas-Thrilla von Manila

Har, har, habt ihr gedacht, ihr würdet keine Blasmusik mehr von mir um die Ohren kriegen? Pustekuchen! Heute möchte ich die Citizens’ Brigade Band of Desmarinas (kurz: CBBD) vorstellen, die führende Blechblastruppe in den ganzen Philippinen. Desmarinas City ist eine eigenständige Stadt an der Manila-Bucht mit deutlich über 500.000 Einwohnern, die aber langsam vom hauptstädtischen Moloch eingekreist wird. Dabei ist die Blechbande nur ein Teil der Bürgerwehr (Citizens’ Brigade of Desmarinas), die darüberhinaus als lokale Kreditagentur fungiert, eine öffentliche Bücherei und einen Markt betreibt. Seit 2001 – die genau Historie ist nicht bekannt – heimst die CBBD einen Preis nach dem anderen ein. Deshalb darf sie bei keiner Parade in der Provinz Manila fehlen. [weiterlesen...]

» Hinweis von Rainer Bartel am 17.09.10
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Die wunderbaren Textingtaler Musikanten spielen Michael Jackson

Für die Menschen!

Meine kurze, proletarische Kinderstube mit protestantischen Wurzeln hat mir beigebracht, dass man zu Ende führt, was man angefangen hat – auch wenn’s wehtut. Also findet am heutigen Freitag die wunderbare Serie “Blasmusik” ihr (vorläufiges?) Ende. Und zwar mit der Coverversion eines Songs, den ich sehr mag – ja, ganz ehrlich: Vielleicht ist “Black or White” sogar mein Liebling unter den Michael-Jackson-Werken… Und dieses Lied mit dem kraftvollen Motiv Daa-Daa-Daa-Daaaa – DaDaDaDaaa wurde damals Mitte der Neunziger vom Komikerduo Badesalz gleich zwiefach dargeboten. Da aber nun der Videoclip der Blasversion laut Youtube in meinem Land nicht verfügbar ist, habe ich gesucht und gesucht und gesucht und dann eine ganz einzigartige Version aus den Untiefen der Volksmusik gezerrt. [weiterlesen...]

» Abschluss von Rainer Bartel am 22.10.10
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Was habt ihr aus dem Haus der Demokratie gemacht? Ein Bordell!

Jesus und die Lobbyisten

tempelreinigung…und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: tragt das von dannen und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause! (Johannes 2, 13-16) Danach war klar: Wer sein Geld mit Geld verdient, kann kein guter Christ sein. Und doch werden diese ganzen Banker und Investmentleute – so sie sich denn Christen nennen – wieder Weihnachten feiern, womöglich in die Kirchen rennen und mit sich im Reinen sein. Wo an ihren Händen doch das ausgehauchte Leben von Millionen Menschen klebt, deren Tod sie mit ihren unchristlichen Geschäften bewirkt haben. Die Tempelreinigung des Herrn Jesus war ein symbolischer Akt. Es ging Gottes Sohn wohl eher nicht darum, die kleinen Händler aus dem Haus seines Vaters zu vertreiben, sondern zu demonstrieren, dass der auf den Profit gerichtete Handel schmutzig ist. So schmutzig wie das widerliche Tun der Lobbyisten, die das Haus der Demokratie beschmutzen. [weiterlesen...]

» Predigt von Rainer Bartel am 23.12.10
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Gaelforce - das spielen sie alle...

Ist es Folklore, ist es Kitsch?

Die ganze Welt des Musicals: Hach, da wimmelt es nur so vor Klischees! Aber wer auf Bühnen gern die heile Welt und die künstliche Emotion sieht, der muss dergleichen mögen. Ein besonders, ähem, schwieriges Exemplar der Gattung ist Gaelforce Dance, das vorgibt, irische Tanzfolklore auf die Bretter zu bringen, tatsächlich aber neumodischer Kram mit folkoristischen Versatzstücken ist. Die Musik wurde in den 90ern komponiert und in der Regel mit einem Symphonoeorchester gespielt. Aber aus irgendeinem Grund wird die Titelmusik besonders gern von Brassbands gespielt. In unserem Fall von der Brass Band Oberösterreich. [weiterlesen...]

» Spielbericht von Rainer Bartel am 27.08.10
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Auch Blech ist schließlich Metall

Wacken Wacken Feuerwehr

Darf ich zunächst sagen, wie bescheuert ich das Wort “Kult” finde? Und wie ekelhaft dessen inflationäre Verwendung durch die dummfaulen Journalisten? Danke. Und jetzt sage ich: Der Auftritt des Musikzugs der freiwilligen Feuerwehr Wacken am Vorabend des legendären Metal-Festes in Schleswich-Hols-tein IST Kult! Nur wer über wenig Fantasie, Humor und andere schöne menschliche Züge verfügt, wird dazu Hä? sagen. Denn schließlich sind Blechblasinstrumente auch bloß Metall. Nicht nur deshalb passt es so gut, dass die Truppe, die sich selbst “Firefighters Wacken” nennt, dieses unglaubliche Festival eröffnet. Dies steht auch für die nur scheinbar ungewöhnliche Symbiose zwischen plattem Land und Heavy Metal. Diese grobkörnige Rockmusik war nie ein urbanes Phänomen – Metalheads waren nie hip und cool. Das wissen wir spätestens seit “Waynes World”. Und es stimmt. [weiterlesen...]

» Bericht von Rainer Bartel am 14.08.10
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