Ob Tuba, ob Euphonium - Hauptsache, es dröhnt
Die ersten Blechinstrumente waren wohl die Fanfaren von Jericho. Die darf man sich wie Vuvuzelas aus gewalzter Bronze vorstellen. Bekanntlich hatte Joshua besonders dicke Tröten bauen lassen und brachte so die Stadtmauern zum Einsturz – wo nur 17 Prozent der Moniereisen verbaut waren. Ansonsten zeichnen sich Blechblasinstrumente durch die Art der Tonerzeugung aus: Der Bläser lässt die Lippen vibrieren; so entsteht ein Ton, dessen Schwingung vom Instrument resoniert (Sacht man so?) wird. Deshalb ist übrigens das Saxophon, wiewohl aus Blech geklöppelt, wegen des Mundstücks ein Holzblasinstrument. Wer Blech blasen will, muss also Lippen vibrieren lassen können. Kann man das bei ner Trompete, geht’s auch bei der Königin der Bleche: der Tuba. [weiterlesen...]
Aruba, Bonaire, Curaçao: Holland in der Karibik
Ihr sehr ergebener Blechbrassfan hatte in den neunziger Jahren eine Zeitlang das Privileg, da arbeiten zu dürfen, wo andere urlauben: auf dem Kreuzfahrtschiff AIDA (von dem es damals nur eins gab und keine ganze Flotte…). Besonders erfreulich gestalteten sich die Einsätze im Herbst und Winter, wenn wir in der Karibik umherschipperten. So lernte ich beinahe jede bewohnbare Insel der Region kennen und lieben. Zu meinen Favoriten zählen seitdem Aruba und Curaçao. Mit einem elfstöckigen Kahn in den Hafen von Willemstad, der Haupstadt Curaçaos, einzufahren, ist ein uvergleichliches Erlebnis. Denn man fährt durch einen schmalen Kanal, der links und rechts von niedlichen, anderthalbstöckigen Hollandhäuschen gesäumt ist. In welchem Maße die ABC-Inseln auch heute noch von der niederländischen Kolonialvergangenheit geprägt sind, erfuhr ich eines Tages am lebendigen Ohr. [weiterlesen...]
Schöne Männer mit schönen Instrumenten spielen schöne Musik
Und schon sind wir bei einem weiteren Hochlicht dieser dollen Serie: bei den österreichischen Blechbläsern der Truppe mit dem verzwickten Namen “Mnozil”. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich um sieben gestandene Musikmänner, die sich an der klassischen alpinen Bläserei orientieren und meist szenisch agieren – wenn sie nicht gerade einen prominenten anderen Bläser wie Wycliffe Gordon in der Hotelbar treffen.
Wo Blasmusik auch Pop-Musik ist
Der schwer verständliche Literat Peter Handke, der ja auch eigentlich Österreicher ist und bekennender Fan des FC Bayern München, hat sich vor Jahren aus lauter Trotz auf die serbische Seite geschlagen. Wo doch der europäische Konsens darin bestand, das Serbische ansich als das Mark des balkanesischen Bösen zu betrachten – von wegen Milosevic und so… Dass es den vereinten Gehirnwäscher gelang, die Serben zu dämonisieren, hat auch mit deren ständiger Unangepasstheit zu tun. Also auch damit, dass sie blöde Buchstaben verwenden und die Musik der Zigeuner spielen, obwohl sie den Sinti und Roma andererseits wenig gönnen. [weiterlesen...]
Blech macht Spaß!
Natürlich kommt Blasmusik auch in der Geschmacksrichtung “Jazz”. Das kann sehr traditionell schmecken, so nach New Orleans, oder frisch, tanzbar, karibisch, afrikanisch. Immer mehr junge Blechbläser entdecken die jazzige Weltmusik als Spielfeld für sich und machen Spaß mit ihren Tröten. An der Youngblood Brass Band, die übrigens im April auch zweimal in D-Land spielt, lässt sich dieser Trend schön ablesen. Auf der eigenen Website bieten die Herren weiteres Hörfutter an. [weiterlesen...]
Wenn bayerische Blasmusiker AC/DC-Fans sind...
Es ist Freitag, also ist es Blasmusiktag. Wir befinden uns mitten in der Session 2009/10 des rheinischen Winterbrauchtums. Da soll nicht ignoriert werden, dass auch der gemeine Landbayer mit dem Fasching eine ähnliche Angelegenheit zelebriert. Sonst gäb’s ja im Winter keinen Grund, sich die Lebber mit bierähnlicher Flüssigkeit zu befüllen. Und wo in Nordösterreich gesoffen wird, da wird in der Regel auch geblasen. So auch in Teisbach, was bei Dingolfing liegt. Dort stehen die Musi-Macher auf AC/DC und das beweisen sie im folgenden Videoclip: [weiterlesen...]
LaBrassBanda: Wenn extremst gute Musiker Blasinstrumente spielen...
So, jetzt bitte anschnallen! Was hier vom Chiemgau aus an Blasmusik in die Welt hinausgeht, ist so gut, dass einem die Tränen kommen mögen. Die Herren Musiker, allesamt mit klassischer und/oder Jazzausbildung, haben eine eigenständige Form des Tutens gefunden. Inspiriert vom Balkanesischen, von der bayerischen Volksmusi, von Bach und Beethoven machen die ihr Ding. Kein Wunder, dass die Toten Hosen sie für die Weihnachtskonzerte 2009 als Vorband engagierten. [weiterlesen...]
Blasmusik in der Semana Santa in Sevilla
Wenn man erstmal ein Ohr für Blasmusik entwickelt hat, dann stößt man überall auf sie – zum Beispiel beim Anschauen eines Films, den man schon einige Male gesehen hat. Mir ging’s so mit Doris Dörries “Bin ich schön?“, wo die verschiedenen Handlungsstränge in einer Szenefolge kumulieren, die während der Hauptprozession der heiligen Karwoche (“Semana santa“) in Sevilla spielt. Während der Umzüge werden geschnitzte Comics (“Paso”) aus der christlichen Bildwelt durch die Gassen getragen. Begleitet wird jede Prozession von jeweils mindestens einer Blaskapelle. Diese spielt eine ganz spezifische, dramatische Musik… [weiterlesen...]