Spike Jones und seine total verrückte Kapelle
Nähern wir uns der Blechblaserei mal aus einer anderen Ecke, aus einem Winkel der verrückten Welt des Humors. Prinzipiell kam die Bande dieses Komikers aus dem Dixieland-Jazz, aber bekannt wurden Spike Jones & the City Slickers. Dieser Haufen großartiger Musiker wurden in den 40er-Jahren in den USA weltbekannt für ihre eigenartigen Arrangements teils sehr bekannter Schlager und Gassenhauer. Der Spiritus Rector der Sache war natürlich der Herr Jones selbst, den der war von Hause aus Perkussionist. So kam es, dass man beispielsweise die Wilhelm-Tell-Overtüren gespielt auf Kuhglocken, Ballhupen und Holzwerk hört. [weiterlesen...]
Wenn diese Männer marschieren bebt die Erde
Es scheint so, als sei die Blasmusik die wahre universelle, weltweit akzeptierte Musik – und nicht diese Plastikerzeugnisse der Popindustrie. Denn Blaskapellen gibt es auch noch im letzten Winkel unserer schönen Erde. So auch in der Südsee, wo sich zum Beispiel auf Tonga die dortige Polizeikapelle mit der Beulah Brass Band zusammengetan hat, um einmal übers College-Gelände zu marschieren und dabei Bleckblasklassiker zu präsentieren. Das Ganze im ortstypischen Baströckchen.
The Brighouse & Rastrick Brass Band
Gibt es etwas, das mehr für die Kraft des Proletariats steht als die Kultur der Bergmänner? Und wenn das nicht auf die Kumpel im Pott zutrifft, dann doch sicher auf die Miners in den Kohlerevieren Englands. Schon Friedrich Engels hat in “Die Lage der arbeitenden Klasse in England” in den 40er Jahren des neunzehnten Jahrhunderts davon berichtet. Damals hatte sich der Bergbau in Durham und Northumberland, Yorkshire und Derbyshire, Lancashire, Südwales und Südstaffordshire zum Motor der Industrialisierung entwickelt. Natürlich wurden die Arbeiter heftigst ausgebeutet, aber mit der wachsenden Bedeutung ihrer Arbeit wuchs auch ihr Selbstbewusstsein. Und die Solidarität untereinander. Denn man arbeitet zusammen und lebte in Zechensiedlungen dicht an dicht miteinander. Ganz Städte wurden nur von Kumpels und ihren Familien bewohnt, eine eigene Kultur der Miners entstand rund um die Collierys. Und zu der gehört seit etwa 1830 die Blasmusik. [weiterlesen...]
Die Wurzel der Blasmusik - dem Feind mit Krach Angst einjagen
Dass die Blasmusik im kommenden Jahr ein riesiges Revival erleben und zum überlebensgroßen Hype werden wird, der die Diskotheken und Clubs überschwemmt, daran kann kein Zweifel mehr bestehen. Denn immer mehr hippe und coole Menschen entdecken diese laute Musik für sich. Da stellt sich gleich die Frage nach der historischen Seite dieser Lautäußerung. Vermutlich fing alles mit dem ollen Moab an, der mit dem Krach seiner Trompeter die Mauern von Jericho zu Fall brachte (Nicht vergessen: demnächst 4020 Jahre Mauerfall von Jericho mit Thomas Gottschalk). [weiterlesen...]
Und ich sach noch: Hauptsache Tuba
Es ist Freitag, es ist Blasmusiktag. Kaum eine andere Art der Tonerzeugung ergibt so viele verschiedene Ergebnisse. Neben dem ganzen Blaskapellenkram aus dem militärischen und paramilitärischen Bereich muss man sich natürlich auch mit dem Jazz befassen – und das heißt bei Blechblasinstrumenten: mit New Orleans. Zum Angewöhnen hier eine Sequenz aus dem Film “Du Levande” (“Das jüngste Gewitter”), in dem die Lousiana Brass Band leise vor sich hin trötet, während es draußen donnert & blitzt. [weiterlesen...]
LaBrassBanda: Wenn extremst gute Musiker Blasinstrumente spielen...
So, jetzt bitte anschnallen! Was hier vom Chiemgau aus an Blasmusik in die Welt hinausgeht, ist so gut, dass einem die Tränen kommen mögen. Die Herren Musiker, allesamt mit klassischer und/oder Jazzausbildung, haben eine eigenständige Form des Tutens gefunden. Inspiriert vom Balkanesischen, von der bayerischen Volksmusi, von Bach und Beethoven machen die ihr Ding. Kein Wunder, dass die Toten Hosen sie für die Weihnachtskonzerte 2009 als Vorband engagierten. [weiterlesen...]
Wenn bayerische Blasmusiker AC/DC-Fans sind...
Es ist Freitag, also ist es Blasmusiktag. Wir befinden uns mitten in der Session 2009/10 des rheinischen Winterbrauchtums. Da soll nicht ignoriert werden, dass auch der gemeine Landbayer mit dem Fasching eine ähnliche Angelegenheit zelebriert. Sonst gäb’s ja im Winter keinen Grund, sich die Lebber mit bierähnlicher Flüssigkeit zu befüllen. Und wo in Nordösterreich gesoffen wird, da wird in der Regel auch geblasen. So auch in Teisbach, was bei Dingolfing liegt. Dort stehen die Musi-Macher auf AC/DC und das beweisen sie im folgenden Videoclip: [weiterlesen...]
Fassenachtisches Gebläse: Guggenmusik Chapf-Chläpfler Engelburg
Wie? Habt ihr gedacht, ihr kämt diesen Freitag um die Blasmusik herum? Mitnichten! Allein schon aus Wut. Auf mich selbst. Denn obwohl ich mir ja den Düsseldorfer Rosenmontagszug 2010 angesehen habe, habe ich doch eines der absoluten Haileits verpasst: die Guggenmusik Chapf-Chläpfler Engelburg. Diese Heroen der schweizerisch-alemannischen, fasnachtischen Blasmusik sind mitgegangen, haben mitgeblasen – und ich hab’s verpasst. Zum Indenhinternbeissen. Ihr aber dürft euch zumindest an dem beigefügten Videoclip ergötzen, das ziemlich authentisch aussieht und tönt. Wikipedia sacht zur Guggenmusik übrigens zu Recht: [weiterlesen...]