Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Sardana spielen wollt
Im Sommer 1982 machten zwei Familien Urlaub auf Mallorca. Während die Mütter mit den Klienstkindern dorthin flogen, fuhren mein bester Freund, seine sechsjährige Tochter und ich mit dem Auto quer durch Frankreich und Katalanien, um dann von Barcelona aus mit der Fähre überzusetzen. Die vorletzte Etappe führte uns von Clermont l’Herault nach Caldes d’Estrac, was etwa 40 Kilometer nordöstlich von Barcelona liegt, also an der Costa del Maresme, die südlich der Costa Brava folgt. Der Ort wurde damals allgemein Caldetas genannt und leidet fürchterlich darunter, dass ihn die Schnellstraße N-II auf Stelzen in knapp 200 Meter Entfernung vom Strand zerschneidet. Und darunter verläuft dann auch noch die Bahnlinie. [weiterlesen...]
Wer Musik macht, der bereitet Mitmenschen Freude ... oder so
In meinen jungen Jahren, also so zwischen 1967 und 1973, war die Blasmusik von Slavko Avsenik und seinen Original Oberkrainer der höchstmögliche Ausdruck von dumpfer Spießigkeit und bräunlichem Revanchismus. Was natürlich Blödsinn war und ist, denn dieses slowenische Blasorchester spielte einfach die Musik, die in ihrer Gegend gemocht wurde. Irgendwie brachte ich sie aber mit Böhmen in Verbindung, also Sudetenland und Heimtvetriebenen – Hupka und Czaja und Konsorten. Und so blieb mir die Schönheit von geblasenen Ländern und Polkas lange verborgen. Heute möchte ich die Scherzachtaler Blasmusik aus der Gegend von Ravensburg (Oberschwaben) vorstellen. [weiterlesen...]
Ob Tuba, ob Euphonium - Hauptsache, es dröhnt
Die ersten Blechinstrumente waren wohl die Fanfaren von Jericho. Die darf man sich wie Vuvuzelas aus gewalzter Bronze vorstellen. Bekanntlich hatte Joshua besonders dicke Tröten bauen lassen und brachte so die Stadtmauern zum Einsturz – wo nur 17 Prozent der Moniereisen verbaut waren. Ansonsten zeichnen sich Blechblasinstrumente durch die Art der Tonerzeugung aus: Der Bläser lässt die Lippen vibrieren; so entsteht ein Ton, dessen Schwingung vom Instrument resoniert (Sacht man so?) wird. Deshalb ist übrigens das Saxophon, wiewohl aus Blech geklöppelt, wegen des Mundstücks ein Holzblasinstrument. Wer Blech blasen will, muss also Lippen vibrieren lassen können. Kann man das bei ner Trompete, geht’s auch bei der Königin der Bleche: der Tuba. [weiterlesen...]
Aruba, Bonaire, Curaçao: Holland in der Karibik
Ihr sehr ergebener Blechbrassfan hatte in den neunziger Jahren eine Zeitlang das Privileg, da arbeiten zu dürfen, wo andere urlauben: auf dem Kreuzfahrtschiff AIDA (von dem es damals nur eins gab und keine ganze Flotte…). Besonders erfreulich gestalteten sich die Einsätze im Herbst und Winter, wenn wir in der Karibik umherschipperten. So lernte ich beinahe jede bewohnbare Insel der Region kennen und lieben. Zu meinen Favoriten zählen seitdem Aruba und Curaçao. Mit einem elfstöckigen Kahn in den Hafen von Willemstad, der Haupstadt Curaçaos, einzufahren, ist ein uvergleichliches Erlebnis. Denn man fährt durch einen schmalen Kanal, der links und rechts von niedlichen, anderthalbstöckigen Hollandhäuschen gesäumt ist. In welchem Maße die ABC-Inseln auch heute noch von der niederländischen Kolonialvergangenheit geprägt sind, erfuhr ich eines Tages am lebendigen Ohr. [weiterlesen...]
Blech macht Spaß!
Natürlich kommt Blasmusik auch in der Geschmacksrichtung “Jazz”. Das kann sehr traditionell schmecken, so nach New Orleans, oder frisch, tanzbar, karibisch, afrikanisch. Immer mehr junge Blechbläser entdecken die jazzige Weltmusik als Spielfeld für sich und machen Spaß mit ihren Tröten. An der Youngblood Brass Band, die übrigens im April auch zweimal in D-Land spielt, lässt sich dieser Trend schön ablesen. Auf der eigenen Website bieten die Herren weiteres Hörfutter an. [weiterlesen...]
Wo Blasmusik auch Pop-Musik ist
Der schwer verständliche Literat Peter Handke, der ja auch eigentlich Österreicher ist und bekennender Fan des FC Bayern München, hat sich vor Jahren aus lauter Trotz auf die serbische Seite geschlagen. Wo doch der europäische Konsens darin bestand, das Serbische ansich als das Mark des balkanesischen Bösen zu betrachten – von wegen Milosevic und so… Dass es den vereinten Gehirnwäscher gelang, die Serben zu dämonisieren, hat auch mit deren ständiger Unangepasstheit zu tun. Also auch damit, dass sie blöde Buchstaben verwenden und die Musik der Zigeuner spielen, obwohl sie den Sinti und Roma andererseits wenig gönnen. [weiterlesen...]
Schöne Männer mit schönen Instrumenten spielen schöne Musik
Und schon sind wir bei einem weiteren Hochlicht dieser dollen Serie: bei den österreichischen Blechbläsern der Truppe mit dem verzwickten Namen “Mnozil”. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich um sieben gestandene Musikmänner, die sich an der klassischen alpinen Bläserei orientieren und meist szenisch agieren – wenn sie nicht gerade einen prominenten anderen Bläser wie Wycliffe Gordon in der Hotelbar treffen.