Wo die Kohle war, da war auch Blech
Man vergisst ja leicht, dass Belgien nicht bloß Pommes und Bier fördert, sondern dass dieses notdürftig aus drei Teilen zusammengeklebte Land auch über lange Zeit hinweg von der Industrie lebte. Und dem Bergbau, der praktisch quer durchs Land praktiziert wurde – heute ist davon nichts mehr zu sehen und zu hören. Also müssen wir uns die Infos dazu aus alten Quellen holen. [weiterlesen...]
Das wohl merkwürdigste aller Blasinstrumente - die Posaune
So viel Blasmusik da draußen, so wenige Freitage im Jahr! Heute darf ich dem verehrten Publikum diese Damenkapelle aus dem Vereinigten Königreich vorstellen, die gerade ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert haben. “Bones Apart” nennen sie sich in zarter Anspielung auf einen Spitznamen für das Instrument, das sie allesamt spielen. Also: Nicht alle dasselbe, aber alle das gleiche. Denn die vier Ladys praktizieren durchweg an Zugposaunen. [weiterlesen...]
New Orleans - Weltzentrum der Blasmusik
In New Orleans sind sie weltberühmt, die Herren von der To Be Continued Brass Band. Und in den USofA kennen viele sie dank eines Dokumentarfilms. Die wunderbare Hiphop-Truppe The Roots entdeckte diese Blechbande und engagierte sie für eine Tournee. Aber so richtig wohl fühlen sich die Bläser immer noch, wenn sie irgendwo im Big Easy, vorzugsweise in ihrem Heimatviertel, auf der Straße tuten und dabei auf dem Erbe des Ur-Jazzes aufbauen. Entstanden ist die Band 2002 als Anti-Drogen-Projekt – und es hat ganz offensichtlich gewirkt. [weiterlesen...]
Legendär: Der Auftritt der Ohio State Marching Band
Der handelsübliche deutsche Sportsfreund mit Hang zum Amiland kennt die National Hockey League (NHL), die National Basketball Association (NBA), das Major League Baseball (MLB) und natürlich die National Football League (NFL). Dass aber College-Football im Leben der meisten Amerikaner viel wichtiger ist als der ganze Profikram, ist hierzulande kaum bekannt. Bei den klassischen Duellen der klassischen Colleges sitzen nicht selten um die 100.000 Zuschauer in den Stadien, die hier kaum einer kennt. Und weil die USofA ein geschichtsarmes Land sind, hat man über die Jahre haufenweise Traditionen und Rituale rund um diese Derbys geschaffen, die den Zuschauern heilig sind – dazu zählen auch die Auftritte der jeweiligen Marching Bands. Deren Tuten lässt sich zwar zurückführen auf Blechblaswurzeln im militärischen Bereich (dazu demnächst mehr), aber meist agieren selbst die prominenteren Truppen nach dem Motto: Nicht schön, aber laut. So nimmt es nicht wunder, dass manche Marching Band 200 und mehr Instrumentalisten versammelt und im Bassbereich mit 20 oder mehr Sousaphonen antritt. Denn die Musik ist nicht so wichtig wie das Marschieren und die sonstige Show drumherum. Da zählt die Ohio State Marching Band, die sie dort “The Best Damned Band in the Land” nennen, zu den ganz großen Nummer. [weiterlesen...]
Norwegen: Draußen ist es kälter als beim Blasen
Diese Truppe aus der stolzen Stadt Stavanger im Südwesten Norwegens (was immer noch nördlicher ist als Nordschottland, aber doch noch südlicher als die Faröer und Island…) zählt zu den Brassbands, die regelmäßig an den großen Blasmusikfestivals und Meisterschaften teilnimmt und dabei meisten ganz weit oben abschneidet. Das Niveau der Damen und Herren ist aber auch sehr hoch, und deshalb können sie sich mit den ewigen Favoriten aus Yorkshire, Lancashire und Wales sowie den Besten aus den Niederlanden messen. [weiterlesen...]
Überall ist Bollywood ... irgendwie
Wie schon gesagt: Wo Britannia die Waves gerult hat, da klang es nach Brass. Natürlich auch auf dem indischen Subkontinent. Nun fällt es nicht-europäischen Ohren bisweilen schwer, die Harmonien according to the wohltempertierten Klavier als harmonisch zu identifizieren. So kommt es dann folgerichtig zu Lautverschiebungen. Gewürzt wird gerade in Indien mit allerlei Trommelzeuch, auf dass man dem Maharadja von Jaipur lautstark die Referenz erweist. Hier also – auf Empfehlung des Lesers A.U. – ein bisschen Blasmusik aus Indien: [weiterlesen...]
Seit mehr als 40 Jahren Hochdruck: Tower of Power
Ist Funk Jazz? Oder ist Jazz Funk? Und was ist mit Soul? Interessanterweise hockt an der Nahstelle zwischen dem ollen Jazz und der populären U-Musik wieder ein Stück Bläserei. Wie kaum eine andere Instanz repräsentieren die Herren von Tower of Power dieses spezifische Funktion. Manche sagen, es habe überhaupt nie eine andere Truppe gegeben, die der Soulmusik das Gebläse gereicht hätte.
Nun sind die Tower of Power-Männer immer noch nicht alt und funken, was das Blech hält. Im folgenden Clip aus 2006 tun sie dies unter Zurhilfenahme des ewigen G-Moll-Gitarristen, der ja ursächlich auch eher vom Funk herkommt als vom Kuschelrock… [weiterlesen...]
New Orleans: Eine Hauptstadt der Blasmusik
Als nur notdürftige christlich erzogener Mensch und praktizierender Atheist höre ich, dass ein historisch verbriefter Jesus von Nazareth nach Meinung der Christen a) Gottes Sohn war und b) am Karfreitag durch Kreuzigung hingerichtet wurde. Dabei – so verstehe ich es – ist sein menschlicher Körper gestorben, während seine Seele irgendwie aufgefahren ist. Immerhin hat man den Leichnam beerdigt. Ob es zu diesem Zweck eine blasmusikalische Begleitung gab, ist nicht überliefert, aber unwahrscheinlich. Wiewohl es ja in der Region (Ich sage nur: Jericho) Tröten gab. New Orleans ist eine der merkwürdigsten Städte der Welt und erfreut sich bei den weißen, anglosächsischen Protestanten der USA keiner großen Beliebtheit, weswegen eine Mehrheit nach dem Kathrina-Schaden der Ansicht war, dieser Sündenpfuhl habe es verdient und nun gäbe es endlich Gelegenheit, den Negern die Stadt wieder wegzunehmen. Der Sündenvorwurf bezieht sich vor allem auf den dortigen Karnval (Mardi Gras) und den liberalen Umgang mit der Prostitution. Tatsächlich ist New Orleans aber auch eine der Welthauptstädte der Blasmusik. [weiterlesen...]