[Klick aufs Bild macht's groß] Eine der schönsten Häuserzeilen findet sich an einer der scheinbar hässlichsten Ecken Düsseldorfs. Die Gustav-Poensgen-Straße beginnt an der Kreuzung Luisen-/Helmholtzstraße und verläuft parallel zum Bahndamm bis zur Oberbilker Allee. Oben zweigen die Gleise Richtung Neuss/Mönchengladbach vom Schienengewirr des Hauptbahnhofs ab, unten steht eine wunderhübsche Fassade neben der anderen. So wird diese Straße, die nach dem preussischen Industriellen Gustav Poensgen, der gemeinsam mit seinem Bruder die Mariahütte in Oberbilk gründete, benannt ist, zu einer der wohl am meisten unterschätzten Stellen der schönsten Stadt am Rhein, die früher mal eine richtige Industriemetropole mit Hütten-, Walz-, Draht- und Kesselwerken war.
[Klick aufs Bild macht's groß] Es ist ja eigentlich egal, welches Wetter gerade herrscht – die verblödeten Schreibfinken der schmuddeligen Medien werden schon irgendwie was drüber in ihre fettigen Tasten hauen. Jetzt ist es gerade mal das sibirische Tief “Cooper”, das von Osten richtig kalte Luft bringt. Das führte in Düsseldorf am Rhein, wo selbst dann kein Frost herrscht, wenn Restdeutschland bibbert, zu Tagestemperaturen im Minusbereich. Na und? Jedenfalls haben zweieinhalb Tage Kälte ausgereicht, die Düssel an der Hundewiese mit einem schmalen Eissaum zu versehen. Schön sieht das aus.
Als ich gestern vormittag dieses weiße Monster-SUV auf dem Grünstreifen unserer stillen Sackggasse parken sah, fragte ich mich: Müssen solche Arschlöcher ihr Arschlochsein eigentlich immer derart drastisch zur Schau stellen? Immerhin wurde mir durch die Szenerie die Bedeutung des Spruches “Am Arsch hängt der Hummer” deutlich, wobei es richtig “Im Hummer hockt der Arsch” heißen müsste. Dass dieses Ludengefährt eine ME-Nummer trug, minderte mein Fredmschämen nur wenig – denn für die Leute außerhalb Düsseldorfs macht es keinen Unterschied, wenn jemand aus dem Umland kommt. Und es stimmt ja leider auch, dass die höchste Arschlochquote unter den Düsseldorfern außerhalb der Stadtgrenzen zu finden ist. Ach ja: NOCH NIE hat ein Autowichser versucht, da zu parken, weil die Stinkkiste dazu zwei Stufen überwinden müsste – da schafft nur so ein Ressourcenvernichter. Und leider hatte ich weder Grillanzünder, noch Zigarette und Feuerzeug dabei…
[Klick aufs Bild macht's groß] Am rechtstheinischen Pfeiler der Kniebrücke, direkt unterhalb vom Apollo-Varieté, prangt dieses Mordsgrafitti. Da hat jemand wohl seiner Verehrung für den schönsten Platz in der schönsten Stadt freien Lauf lassen wollen.
Vielleicht ist es aber auch die Reminiszenz eines alten Knabens, der früher zu einer der beiden Schlägerbanden zählte, die den Platz – lange vor seinem Verschönerungsumbau – nachts quasi unpassierbar machten. Wer heute den samstäglichen Wochenmarkt besucht oder die spielenden Kinder mit ihren Eltern sieht oder an den vielen Nachbarschaftsveranstaltungen teilnimmt, wird sich nur schwer vorstellen können, dass der Platz einst mit ziemlich viel Gebüsch bestanden war, in die böse Jungs Parkbänke gezerrt hatten, um sich dort zu treffen und brave Bürger zu verschrecken. Ohne Namen zu nennen: Eine Truppe vom Fürstenplatz zählte seinerzeit zu den härtesten Hooligan-Banden im Umfeld der glorreichen Fortuna…

[Klick aufs Bild macht's groß] Von außen ähnelt das neue Rheinstadion, das eine Mehrzweckarena ist und von der Modeklitsche Esprit benamst wird, einer der umgebenden Messehallen. Hinter der vorgehängten Streifenfassade offenbart der Bau seine Strukturen.

Diese wirklich abstoßend hässliche Ecke an der Grenze zwischen Friedrichstadt und Bilk ist ein Ort meiner Kindheit. Geboren in den frühen Fünfzigern auf der Corneliusstraße erinnere ich mich noch an die Zeiten der Trümmergrundstücke. Während die Ostseite unserer Straße zwischen dem Bahndamm und der Hüttenstraße bereits mit Neubauten und renovierten Mietshäusern bestückt war, gab es auf der anderen Straßenseite nur die traurigen Reste von Häusern; in manchen Häusern waren aber Läden im Erdgeschoss im Betrieb. Die Corneliusstraße war damals halb so breit wie heute. Und da, wo heute die Unterführung besteht, gab’s nur ein Loch im Bahndamm. [weiterlesen...]
[Klick aufs Bild macht's sehr groß] Wie immer haben uns die Veranstalter des Skilanglauf-Events bei der vermeldeten Zuschauerzahl massiv belogen. Mir bekannte Anwohner berichten, dass über die Tage selten mehr als 1.000, maximal 2.000 Menschen anwesend waren. Wobei das Gros vermutlich eher wegen der Weihnachtsmarktdinge in der Altstadt weilten. Es ist ja auch ein absoluter Wahnsinn, Kunstschnee, der in der Skihalle bei Neuss erzeugt wird, zig tonnenweise mit dieselverschwendenden LKW nach Düsseldorf zu karren, auf der schönsten Rheinpromenade des Universums auszukippen, damit Werbepuppen auf Brettern darauf herumrutschen. Unter Hinterlassung von schmutzigem Schnee, demontierten Bänken und allerlei Abfall auf dem unteren Rheinwerft.
Das Buderus-Gelände und die Umgebung in den Fünfziger Jahren

Ein guter Freund und Kollege schickte mir, angeregt durch meinen Beitrag über das Ende des Toom-Baumarkts an der Ecke Ringelsweide / Oberbilker Allee, einige Fotos aus den Fünfziger-Jahren, in denen er dort großgeworden ist. Damals fand sich an der Ecke das Gelände der Düsseldorfer Buderus-Niederlassung. Er schreibt dazu: [weiterlesen...]