Wer seinen Wohnsitz wechselt, der kann was erleben
Nein, dieser Umzug kam nicht einem Drittelbrandschaden gleich. Eher im Gegenteil: Dank einer fantatsischen Teamleistung des bewährten Umzugsunternehmens “Sägewerk” gestaltete sich der Transport der Möbel und Sachen von A nach B extrem schadarm und entspannt. Begonnen hatte das Abenteuer damit, dass die Traumwohnung plötzlich und unerwartet frei wurde. Nach kurzer Besichtigung und Bewerbung bei der Wohnungsverwaltung war der Mietvertrag schon Mitte November unterschrieben. Wir hatten uns auf einen Mietbeginn zum 01.12. geeinigt, aber einem Beginn der Mietzahlung erst zum 01.01.12 – die Bude sollte noch im alten Jahr aus der Leerstandsstatistik. Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren schon einmal im selben Komplex in einer ganz ähnlichen Wohnung gelebt. Vorstechendstes Merkmal sind die beiden Terrassen – je eine nach Osten und nach Westen. [weiterlesen...]
Als die Rainer'sche Post mal ein paar Stunden nicht erreichbar war...
Als ich heute morgen das aktuelle Wetter eingeben wollte, erkannte mich die hiesige WordPress-Installation nicht mehr als rechtmäßigen Administrator. Nach einem Abarbeiten der üblichen Checkliste wurde klar, dass irgendwo in der MySQL-Datenbank was schiefgelaufen sein musste – ein gestern testweise installiertes Plugin stand unter Verdacht. [weiterlesen...]
Wo man noch von freundlichen, kompetenten und motivierten Menschen bedient wird
Früher sagte man “Wir gehen Möbel kaufen”, seit gut 30 Jahren heißt es nur noch “Lammana IKEA fahren”. Die von Marketingsfuzzis auf nett getrimmte Globalkette hat für den radikalen Kahlschlag unter den lokalen Möbelhäusern gesorgt. Fachverkäufer braucht man nicht in den Riesenhallen, bloß Leute, die am Computer die richtigen Zahlen eintippen können. Übriggeblieben sind nur die deutschen Möbelhäuser, die a) ebenfalls auf Größe und b) auf Filialen gesetzt haben. Eines der Unternehmen, das dem schwedischen Monster, das eine ganze Wohnkultur zerstört hat, um sie durch ein weltweit gleiches Muster zu ersetzen, Widerstand leistet, ist die Firma Schaffrath aus Mönchengladbach. Seit mehr als 25 Jahren gibt es eine große, gut erreichbare Filiale an der Aachener Straße, unweit vom Südring. Und ich gestehe mit Freuden, dass ein Großteil meines Mobiliars von denen stammt. Bevor es an die Details geht, deshalb mein Appell: Kauft Möbel bei Schaffrath! [weiterlesen...]
Lasst euch nicht von Fernsehköchen veräppeln!
Wie hier regelmäßig und unschwer zu erkennen, koche ich gerne. Es ist das einzige Handwerk, das ich im Griff habe und das mir Spaß macht. Ansonsten habe ich zwei linke Hände und muss mich auf Sachen wie das Eindrehen einer Scraube echt konzetrieren. Wer mich “Hobbykoch” nennt, kriegt Ärger. Wenn überhaupt, dann lasse ich mich “Familienkoch” nennen. Denn ich koche im Schnitt an fünf bis sechs Tagen die Woche für uns. Und hänge einer pragmatischen Küche an. Also eher Jamie Oliver als Ferran Adrià, am nächsten ist mir aber inzwischen Nigel Slater – dazu ganz unten mehr… Damit will ich ausdrücken, dass diese ganzen ambitionierten Hobby-Chefs mit ihrem ganzen Tüddelü und den Sterne-Restaurant-Menüs auf einem anderen Kontinent wohnen. Ich will schmackhafte, gesunde Mahlzeiten für zwei bis sechs Esser zubereiten, mehr nicht. Also ist mir das Handwerkliche am wichtigsten. Ganz grundsätzlich gehören zum Handwerk neben der Erfahrung die Organisation und das Handwerkszeug. [weiterlesen...]
Für Liebhaber alter Bücher und Leute, die bestimmte Titel suchen

Seit Anfang vergangener Woche gibt es einen neuen Buchladen in Bilk. Und zwar im Ladenlokal an der Friedrichstraße 93, das im Erdgeschoss des Hotels garni Kürten untergebracht ist. Vorher war da die Boutique “Mourna’s Fashion”, jetzt hat dort Uwe Zappel sein Antiquariat eingerichtet. Und zwar direkt gegenüber des renommierten Antiquariats Ahrens & Hamacher, in dem ich auch schon mehrfach was gekauft habe. Darüber habe ich heute kurz mit Uwe Zappel gesprochen. Natürlich habe er mit den Kollegen von gegenüber gesprochen, und man sei sich einig, dass es diesem vernachlässigten Stück Friedrichstraße zwischen Bilker Allee und Kirchfeldstraße gut zu Gesicht stünde, wenn hier solche Läden bestünden. Zumal ja auch die beiden kleinen Antiquariate an der Bilker Allee im Bereich des Floraparks – von denen eines leider vor Kurzem schließen musste – und der Stern-Verlag zusammengenommen als eine Art Büchermeile gesehen werden könnten. [weiterlesen...]
Wie ich zum Killepitsch fand und zu seinem Freund wurde
Es ranken sich viele Legenden um diese echte Düsseldorfer Spezialität. Zum Beispiel über die Entstehung des Namens. Auf der Killepitsch-Website wird die längliche Geschichte präsentiert, dass der olle Busch dem Müller-Schlösser im Bunkerkiller einen leckeren Schnaps für nach dem Krieg versprochen hat. Dabei soll der Satz gefallen sein “Lass ons noch ene Leckere pitschen, bevör se ons killen.” Oder so ähnlich. Tatsächlich kam das ungemein aromatische Gesöff erst 1955 raus, als Wilhelm Busch das “Kabüffke” eröffnete – ein Probierstübchen für Spirituosen aller Art. In jenen Jahren war die Düsseldorfer Altstadt zwar auch schon eine ziemlich lange Theke, aber bei weitem keine Ballermann-Kirmes wie sie sich heute dank der beschissenen Junggesellenabschiedsarschlöcher an Wochenenden präsentiert. So kam es, dass das Kabüffke zunächst von dem Künstlern in den abendlichen Altstadtrundgang integrierte wurde. Später war der Laden Ziel der Altbiertrinker vom benachbarten Uerigen, wo es bekanntlich keinen Schnaps gab. Und inzwischen ist das Kabüffken eine Institution, die viel für den weltweiten Ruf des Killepitsch getan hat. Ganz ohne virales Marketing bekam der Kräuterlikör in Düsseldorf selbst sein Image. Ungenießbar sei der, hieß es, und, man brauche Mut, ihn zu trinken. Eine Zeitlang war es Mode, Killepitsch zu verschenken, und viele Beschenkte öffneten die Flasche nie. [weiterlesen...]
Wer nie in diesem Laden gestöbert hat, der weiß gar nicht, was ihm entgangen ist
Was macht einen Laden aus, den man guten Gewissens empfehlen kann? Die Auswahl der angebotenen Ware? Die Gestaltung der Geschäftsräume? Die Kompetenz und Freundlichkeit des Verkaufspersonals? Wahrscheinlich alles zusammen. Und da kommen dann plötzlich Geschäfte in die engere Auswahl, bei denen sich der geneigte Leser vielleicht fragt: Wieso das denn? Ein solches Etablissement ist Wassersport Manns bzw. “Seile Manns”, wie es am Schaufenster zurecht heißt, das sich unten am Parkhaus am Carlsplatz findet, mit dem Eingang um die Ecke auf der Hohe Straße. Dort ist das Ladenlokal seit den Sechzigern untergebracht, vorher war es auch schon am Carlsplatz, allerdings erst ab 1935. Da war das Unternehmen, eine Firma für Hanferzeugnisse, also Seile, Taue, Tampen etc., aber auch schon 90 Jahre alt, den bereits im Jahr 1845 hatte Heinrich Manns das Geschäft aufgenommen. Mit Können und Geschick haben die Generationen allen wirtschaftlichen Veränderungen getrotzt und es geschafft, sich optimal anzupassen. Den ersten Segelsportboom in den sechziger Jahren hat man genutzt, um sich für die entsprechenden Hobbyisten zu positionieren. Also bietet Manns alles an, was das Seglerherz begehrt. Und was nicht da ist, wird besorgt. Und was haben wir Nichtsegler davon? [weiterlesen...]
Das Bildbandparadies an der Kunsthalle in Düsseldorf
Spätestens nach dem Verhalten des Versandkonzerns Amazon in Sachen Wikileaks braucht der hiesige Buchliebhaber schon sehr, sehr gute Ausreden, wenn er Bücher noch da bestellt. Nur wer wohnt, wo keine echte Buchhandlung im Umkreis von 25, 30 Kilometern zu finden ist, kann auf Absolution hoffen. Und wer ein wirklicher Freund des gedruckten Wortes ist, der sollte auch die einschlägigen Ketten meiden. Denn die Thalias, Hugendubels & Konsorten sind letztlich Totengräber qualitativ hochstehender Belletristik und guter Fach- und Sachliteratur. Denen geht’s nur darum, dass “ein Titel dreht” – das heißt, dass sich ein Buch schnell und möglichst ohne Beratung verkauft. Der große Erfolg der insgesamt gesehen unerträglichen Skandinavien-Krimis dürfte so entstanden sein. Werden Bücher palettenweise vertickt, haben ungewöhnliche Autoren und seltsame Bücher keine Chance mehr; sie sterben aus. Die gedruckte Artenvielfalt geht zurück, und das ist schlicht gesagt Kulturverlust. Dieses gesagt habend empfehle ich ganz grundsätzlich den Bücherkauf im Sortimentsbuchhandlung. Während in anderen Großstädten Gedruckte nur noch in den Filialen der Ketten zu haben sind, die sich vornehmlich in hässlichen Schoppingzentren befinden, haben wir in Düsseldorf das Privileg einer vergleichsweise bunten Buchhandelslandschaft. Selbst der einheimische Gigant, der Sternverlag an der Friedrichstraße, bietet eine extrem breite Palette und eine hervorragende Beratung. Ähnliches gilt auch für die Goethe-Buchhandlung zwischen Duisburger und Nordstraße. [weiterlesen...]