Schwarzweiß. Realistisch. Ohne Happy End.
Den heutigen Filmquiz hat der treue Leser Pablo eingerichtet. Und der geht so:
“Der Held sucht und ist verzweifelt. Wenn er es nicht findet, werden er und seine Familie sterben.Und Bruno findet die Klingel nicht.
Auch heute noch wirklich ergreifend. Kein happy end. Schwarz Weiß.”
Tipp: Bruno spielte auch mit einer barfüßigen Gräfin… Tipp 2: “Es” ist zwar ein Fahrzeug, aber kein Auto…
1) Wie heißt der Film: Fahrraddiebe (Ladri di Biciclette)
Das ganze Leben ist eine Oper...
Ähnlich wie beim letzten Filmquiz geht es auch heute darum, ein völlig zu Unrecht (fast) vergessenes Werk eines der größten Regiesseure wiederzuentdecken. Dieser Meister des bewegten Bildes hat – ähnlich wie Monsieur Truffaut – als Schreiberling begonnen, aber nicht als Filmkritiker. Zu Beginn schuf er Filme ganz im Stile der Zeit seines Landes. Dann nahm der Realitätsbezug immer mehr ab, und das heute gesuchte Opus lässt sich kaum anders erzählen als ein Märchen. Entsprechend sind die Bilder. Die sind so mächtig, dass die Schauspieler kaum eine Rolle spielen. Das war beim gesuchten Regiesseur beileibe nicht immer so. Stattdessen steht ein stummes Tier im Mittelpunktdes Films.
1) Wie heißt der Regiesseur: Federico Fellini
2) Wie heißt der Film: E la nave va
[So ziehen wir] Den Vorhang zu und eine Frage offen
Wir reden heute über ein gar lustiges Werk eines Kultregisseurs, der 1962 in seinem Heimatland mit einem tollen Film reüssierte, in England zwei ziemlich schwierige Streifen drehte, um anschließend in Hollywood mordserfolgreich zu werden. Auf sein Konto gehen etliche Dinger, die zum Kanon des Nachkriegsfilms zählen. Wobei er weniger Innovator war und ist, sondern eher jemand, der das Handwerk und das Gestalten von bewegten Bildern perfekt beherrscht. Sein jüngster Streifen hat wieder für Begeisterung bis Erstaunen gesorgt. Denn nach seinen vielen Schwierigkeiten mit dem realen Leben hatte man ihn schon fast abgeschrieben. Der heute gesuchte Film sticht aus dem Oeuvre des Meisters in zigfacher Hinsicht hinaus: Er ist somewhat lustig, versammelt eine merkwürdige Mischung an Schauspielern, spielt an einem Traumort und bedeutet – eigentlich nichts.
1) Wie heißt der Regiesseur: Roman Polanski
2) Wie heißt der Film: Was? (bzw. What?)
Falsche Zeit, falscher Staat, zu früh gestorben
Es gilt, einen großen Regisseur zu entdecken, der das Pech hatte, zur falschen Zeit im falschen Staat gelebt und gewirkt zu haben, bevor ihn ein viel zu früher Tod ereilte. Denn hätte er – sagen wir mal – noch zehn, zwölf Jahre länger gelebt, wäre die ganze Sache vielleicht anders gelaufen. So aber sind seine Filme fast nur seinen Landsleuten bekannt, obwohl sie auch regelmäßig im deutschen Fernsehen gezeigt werden. Sein vorletzter Film ist ein Zeitdokument und das Porträt eines Viertels und einer Szene – mit einer lakonischen Story, authentischen Plätzen und tollen Zuschauern. Der Titel des Films hätte ohne Übersetzung ins Englische funktioniert, und vielleicht hätte er ja den Oscar für den besten ausländischen Film erobert… Wobei er aber mit einigen ziemlich wichtigen Filmpreisen gekrönt wurde.
1) Wie hieß der Regisseur: Konrad Wolf
2) Wie heißt der Film: Solo Sunny
Und dann noch diese unerwartet große Schauspielleistung...
Es war im März 1987. Natürlich war ich auf der CeBIT in Hannover. Wie jedes Jahr. Und am vierten Abend hatte ich die Nase voll von Fressempfängen und Suffpartys. Wollte allein sein und was anderes hören und sehen. Also ging ich ins Kino. Ein stiller Kollege begleitete mich. Und dann kam alles ganz anderes. Den Film hatten wir wegen der Hauptdarstellerin gewählt, wussten aber sonst nichts über die Handlung. Was soll ich sagen: Der Streifen war so ungemütlich, dass ich direkt nach dem Ende verstört in mein Quartier fuhr und die halbe Nacht wach lag. Nein, es handelt sich nicht um einen Horrorfilm oder dergleichen, am ehesten könnte man den Film in die Schublade “Thriller” stecken, aber eigentlich auch wieder nicht. Ja, Gewalt spielt eine große Rolle, aber eben keine extreme, blutige Gewalt. Und dann kippt das anfangs klare Täter-Opfer-Schema um. Und ich wusste nicht mehr, zu wem ich halten sollte… Übrigens: Die in diesem Streifen ganz großartige agierende Hauptdarstellerin ist insgesamt eher aus einer ollen Fernsehserie bekannt.
1) Wie heißt der Film: Extremities
2) Wie hieß die Hauptdarstellerin: Farah Fawcett
Der Soundtrack unserer Generation und eine Figur von Voltaire
Meine Güte, ja, es handelt sich trotzdem um einen meiner Lieblingsfilme, und, ja doch, ich muss an drei Stellen immer heulen. Bin ich jetzt ein Mädchen? Was mich zum Weinen und natürlich auch zum Lachen bringt ist, dass der Film die Zeiten abbildet, die meine Generation auch so ähnlich erlebt hat – wenn auch in einem anderen Land. Als Intellektueller denke ich dann auch immer an eine Figur von Voltaire…
Hör's dir an
Hör's dir auch an
Die beiden Soundclips hört man in zwei sehr entscheidenden Szene. Es handelt sich um berühmte Stücke, die aber komischerweise beide nicht Teil des offiziell auf Platte veröffentlichten OST sind. Es kommt hinzu, dass es sich um zwei Musiken handelt, die ich ebenfalls sehr, sehr mag.
1) Wie heißt der Film: Forrest Gump
2) Was geschieht beim Soundclip Nr. 1: Jennys Beinahe-Selbstmord
Das Paradies von seiner realistischen Seite
Dieser Film dreht sich um populäre Musik. Genauer: Um das Musikgeschäft in einer gewissen Weltgegend, die wir Deutschen gern für ein Paradies halten. Auch wenn der Streifen bisweilen wirkt wie eine schlecht ausgedachte Räuberpistole, haben mir Leute, die es wissen mussten, bestätigt, wie realistisch die Handlung für ihre Zeit und die Situation ist. Die Hauptrolle wird zum Glück von einem gespielt, der auch in Wirklichkeit Sänger ist und schon vorher recht populär war. Sehr ungewöhnlich ist, dass sich ein Song einer wichtigen Band der Achtziger unmittelbar auf den Film bezieht und dies auch musikalisch zum Ausdruck bringt.
1) Wie heißt der Film: The Harder They Come
Der Eiertanz zwischen Realismus und Klischee
Es ist so eine so eine Sache mit Filmen, in denen eine Sportart im Mittelpunkt steht: Entweder sind sie nur für Anhänger dieses Sports interessant oder sie sind kitschig oder beides. Eine Ausnahme machen seit rund zwei Jahrzehnten Filme, die sich um den Fußball drehen – man denke nur an “Eine andere Liga” oder “Das Wunder von Bern“. Und dann sind da noch die Klassiker: “Grand Prix” zum Beispiel, der das Thema “Formel 1″ derart intensiv zeigte, dass danach nie wieder ein anderer Rennsportstreifen dieser Richtung eine Chance hatte. Gerade in den USA finden jedes Jahr mehr oder weniger schlechte Filme zu den dortigen Profisportarten statt, gern als dürftige Komödie oder als Action-Melodram. Da muss schon ein großer Regisseur her, um rund um seinen persönlichen Lieblingssport ein Meisterwerk zu erzeugen.
1) Wie heißt der Film: Any Given Sunday
2) Wer spielt die Mutter: Ann-Magret (Olsson)