Kann man das Rauchen genauso bewusst wieder anfangen?
Bevor sich jetzt Menschen, die mir zur Rauchentwöhnung gratuliert haben, Sorgen machen: Nein, ich plane den Ausstieg vom Ausstieg nicht wirklich. Aber mache mir aus dem Abstand von zwei Jahren schon so meine Gedanken zum Thema. Wo andere dicken Bücher schreiben und darin für das Saufen und Quarzen plädieren, möchte ich ein wenig Subjektives in die Luft blasen. Tatsache ist, dass mir das Rauchen einer filterlosen Gitanes manchmal sehr fehlt. Und in den Momenten, in denen es mir fehlt, bin ich ziemlich unglücklich. Nicht andersrum. Es gibt Situationen, in denen für mich über fast 40 Jahre hinweg die französische Kippe (ich habe nie irgendeine andere Art Zigaretten über einen längeren Zeitraum gepafft…) einfach dazugehörte. Der erste Blick aufs Meer nach der Ankunft, zum Beispiel. Vollmondangucken. Sowas in etwa. Das Rauchen war ein integrierter Bestandteil meines Lebens. Und den habe ich verloren. Als ich vor einigen Jahren schonmal für ein paar Wochen aufgehört hatte, meinte ein guter Kumpel: Mensch, du ohne Gitanes, da fehlt was an dir. [weiterlesen...]
Was sich durchs Nichtrauchen ändert
Ehrlich gesagt: Sooo oft denke ich nicht darüber nach, dass ich das Rauchen aufgegeben habe. Die Gewohnheiten, die bei mir die eigentliche Abhängigkeit ausgemacht haben, sind abgeschliffen, der echte körperliche Entzug hat kaum zwei Wochen gedauert, und bisher habe ich ungefähr 500 Euro gespart. Viele prognostizierte Effekte sind eingetreten: Ich neige nicht mehr zur Kurzatmigkeit, und der Geruchssinn hat sich unglaublich gut erholt. Das ist aber auch eine der Schattenseiten der Rauchentwöhnung. Die blöden Autos auf der Straße, die im Stau stehen, stinken erbärmlich. Der Geruch von Zigarettenrauch wird mir zunehmend unangenehm. Mancher schlechter Duft, den ich früher kaum bemerkt habe, löst inzwischen Ekel aus. [weiterlesen...]
Sisyphos hat auch geraucht!
Wenn eines von den Existenzialisten der Fünfziger Jahre in den besseren Teilen des kollektiven Gedächtnisses hängengeblieben ist, dann das Bild von vollbärtigen Rollkragenträgern in verrauchten Kellerkneipen. Dass französische Figuren wie dieser scheele Sartre und der hübsche Camus da eine höchst schwierige Philosophie entwickelt hatten, wissen nur noch wenige. Und die Thesen kennen nur mehr Leute, die blöd genug waren, Sartre oder Camus als Prüfungsthemen zu wählen. Es kann kein Zufall sein, dass die beiden Vorturner starke Raucher und Schriftsteller waren. Ganz offensichtlich zählt zu den Freiheiten, die der Mensch durch seine Erkenntnis des Nichts gewonnen hat, auch die Freiheit, total ungesund leben zu dürfen. Wo doch der Tod sowieso schon direkt nach der Geburt anfängt. [weiterlesen...]
Ich rauchen? Natürlich nicht.
… ihr habt schwer einen an der Klatsche. So wie alle Missionare aller Religionen oder wie hysterische Tierschützer und dergleichen verwirrtes Volk mehr. Ihr seid beseelt von dem Gedanken, alle Menschen müssten voll total daran interessiert sein, möglichst lange, möglichst jung, frisch und gesund zu bleiben und vor allem den Nachbarn zu überleben. Ihr seid in eurer Selbstgerechtigkeit völlig sicher, dass es ein Menschenrecht darauf gibt, anderen ein gesundes Leben aufzuzwingen. Seid Jahrzehnten unterwandert ihr die Medien und auch wissenschaftliche Einrichtungen und lasst mit zweifelhaften Methoden nachweisen, dass Passivrauchen gefährlicher ist als zu Fuß eine sechsspurige Autobahn zu überqueren. Wo es geht, fälscht ihr Zahlen, Aussagen, Statistiken und Bilder. Und die Gesetze des Lobyyismusses habt ihr voll inhaliert. Besonders perfide – und das habe ich am eigenen Hirn erfahren – ist euer Versuch, die Rauchentwöhnung als individuelle Leistung zu feiern. Dazu sag ich euch: Ich scheiß auf euer Lob. So. Das musste auch mal gesagt werden. [weiterlesen...]
Einmal Gitanes ohne und eine American Spirit in orange...
Völlig unerwartet kam es am Samstag zur Versuchung. Die beste Hälfte, die ja noch raucht, bat, ihr von unterwegs Zigaretten mitzubringen. Schon beim Runtergehen grübelte ich, welche der drei üblichen Verkaufsstellen ich anlaufen sollte. Dem persischen Büdchenmann auf dem Fürstenwall hatte ich schon vor Tagen einen Abschiedsbesuch abgestattet. Ich ging rein: “Wollte nur Bescheid sagen, weil ich so lange nicht mehr gekommen bin: Ich rauch nicht mehr.” – “Hab ich mir schon gedacht.” Das Büdchen an der Oberbilker Allee habe ich vergleichsweise selten besucht, also blieb nur der Tabakladen an der Ecke Cornelius-/Kirchfeldstraße. [weiterlesen...]
Rauchen? Was ist das?
So, jetzt mal im Stile einer klassischen Raucher-hört-auf-Geschichte: Heute morgen um 09:30 waren es genau 12 Tage her, dass ich die letzte Zigarette geraucht habe. Ich hatte mir das viel schwieriger vorgestellt. Jetzt merk ich schon, dass es mir besser geht. Ich schmecke mehr und rieche besser. Und überhaupt bla bla bla… Im Ernst: Ich könnte momentan nicht sagen, ob mir etwas fehlt oder ob ich etwas dazugewonnen habe. Der Unterschied zum “Vorher” ist relativ gering. Das mag an meinen speziellen (ehemaligen) Rauchgewohnheiten liegen. Vielleicht wird die Rauchentwöhnung aber auch meistens grundlos heroisiert. [weiterlesen...]
Körperlich und seelisch einigermaßen okay
Weicheier würden jetzt rumposen: Genau heute vor einer Woche hab ich meine allerletzte Kippe geraucht. Was für ein blödes Klischee. Weißt du doch noch gar nicht, ob es wirklich die letzte Zichte war. Mir sind solche Jubiläen ganz wumpe. Ich will ja auch nicht der Held der erfolgreichen Rauchentwöhnung werden, sondern mal gucken, wie weit ich komme. Zwischenbilanz: Ziemlich weit. Der körperliche Entzug ist so gut wie ausgestanden, viele Gewohnheitspunkte schon vergessen. Und anstecken lass ich mich gleich gar nicht. [weiterlesen...]
Wie ich mal mit dem Rauchen aufhörte
Ich weiß: Ein Internettagebuch über das Abnehmen oder Rauchenaufhören zu verfassen, ist nicht wirklich originell. Es sollen trotzdem an an dieser Stelle regelmäßig Notizen über meine Rauchentwöhnung erscheinen, denn ich habe das Gefühl, dass sich dabei interessante Berichte ergeben. Wie es dazu kam: Ich hatte die Nase voll von der Infrastruktur des Rauchens. Ich wollte meinen Tagesablauf nicht mehr danach einteilen, wann ich zum Büdchen gehen musste, um neue Kippen anzuschaffen. Ich wollte mich nicht mehr über das Zippo mit leerem Tank ärgern. Ich mochte keine Aschenbecher mehr abwaschen. Und: Ich wollte sparen. [weiterlesen...]