Geht nur mit frischen kleinen Paradeisern
Jedes Jahr zwischen Anfang und Ende August stellt sich uns die Frage: Quo vadis, Tomate? Denn da sind die Früchte auf dem Balkon, die der Ösi mit seinem unvergleichlichen Charme “Paradeiser” nennt, reif. Und zwar allesamt in schneller Folge. Da geht dann eine sehr merkwürdige Tomatensosse zu den Nudeln. Die besteht aus zwei tomatigen Komponenten. [weiterlesen...]
Das ist ein altes Hausrezept: Spargel in Pfannkuchen mit Sauce Hollandaise. Du backst ganz normale, vielleicht etwas dünnere Pfannkuchen und stellst sie warm. Den Spargel schälst du und schneidest die holzigen Enden ab. Jetzt kommt der erste Trick. Du kannst das Spargelaroma deutlich verstärken, wenn du die Schalen und Enden in einer Mischung aus Weißwein (etwa zwei Gläser) und Wasser so richtig auskochst. Beide Spargelbestandteile sind erhebliche Geschmacksträger und sollten nicht einfach weggeworfen werden. Ist der Sud fertig, holst du Schalen und Enden mit einem Schaumlöffel raus. Das Wasser musst du salzen und zuckern. Darin kochst du die Stangen in ungefähr 15 bis 25 Minuten (je nach Dicke) weich.
Hausgemachte italienische Teigfladen
Kürzlich ging ein junger Mensch vor mir her und schwonkte dabei einen Tiefkühlpizzakarton, den er kurz zuvor beim Netto erworben hatte. Der Kerl tat mir leid, dass er sich einen derart denaturierten, mit Industriegeschmack vollgepumpten Müll reinpfeifen würde. Mönsch, dachte ich bei mir, wo selbstgemachte Pizza doch so einfach ist. Und fühlte mich motiviert genug, nach langer Zeit mal wieder selbst Pizza als Hauptmahlzeit zuzubereiten. Das tat ich heute. Wobei sich immer wieder die Frage stellt: Was für’n Teig? Natürlich geht ein schmuckloser Hefeteig mit bisschen Salz. Aber vor einiger Zeit hatte ich einmal für ein anderes Rezept den Pizzateig von Jamie Oliver nachgeahmt. Die heutige Version (siehe unten) ist eine Variation davon. Genau wie dessen Vorschlag für die Belegung, die bei mir aus Tomatensosse, italienischem Kochschinken, eingelegten Artischocken, schwarzen Oliven und Mozzarella besteht. [Klick aufs Bild zeigt den Zustand nach der Backung]. [weiterlesen...]
Ein Hauch von Bollywood...
Bei uns um die Ecke gibt es ein winziges indisches Restaurant. Wenn die Esser bei schlechtem Wetter nur drinnen essen können, dann essen da höchstens sechs Esser gleichzeitig. Dafür bestrahlt der Laden aber das halbe Viertel mit seinem indischen Essensduft. Das inspiriert mich schon lange. Und so erfand ich flugs eine quietschgelbe Suppe, die dem Geruch des Winzimbisses nahe kommt und ziemlich lecker schmeckt. Du brauchst zum Kochen: 1 Blumenkohl, griechisch-türkischen Yoghurt (es geht auch der mit 3,5% Fett), 1 MILDE Curry-Mischung, 1 Limette sowie Toast-Croutons und geringelte Frühlingszwiebeln. Und ohne Pürierstab oder Mixer geht’s nicht. [weiterlesen...]
Wenn die Tomate im Vordergrund steht
Nur scheinbar ist die Bolognese-Sosse zu den Spaghetti trivial. Und es ist ungerecht, dass dieses leck’re Zeuch so selten in Kochbüchern und -shows vorkommt. Ich persönlich habe so etwa sieben verschiedene Rezepte dafür, wobei bei jedem eine andere Zutat im Vordergrund steht. Beim heutigen Experiment ist es die Tomate. Dieses Nachtschattengewächs ist mein Lieblingsobst. Ja, Obst. Denn die Tomate ist kein Gemüse, sondern eine Frucht mit feiner Säure und ziemlich vielen, schönen Gesundheitselementen innen drin. Und so kam es gestern zu einer fruchtigen Bolognese, die später auf Spaghetti serviert und mit schwarzem Pfeffer und Parmesan verziert wurde. Die Menge der Zutaten richtet sich nach der Größe des Topfes; man kann den Überschuss wunderbar einfrieren und jeder Zeit wieder zum Leben erwecken. [weiterlesen...]
Ungewöhnliche Küche ganz einfach
Lange Jahre war Korsika unser bevorzugtes Urlaubsziel. Zum ersten Mal, damals noch kinderlos, waren wir im Sommer 1979 dort. Unsere Ferienwohnung lag jenseits der Zitadelle von Calvi, und um an den Strand der Bucht zu kommen, musste wir einen gehörigen Fußmarsch absolvieren. Damals war Calvi noch nicht der mondäne und überfüllte Touristenort, der er heute ist. In den wenigen Restaurants, Bars und Cafés waren die Fremdlegionäre noch in der Mehrheit. Das Essen war gut, reichlich und preiswert. Am besten schmeckte es uns aber in dem Strandrestaurant, in dessen Umgebung wir die Tage verbrachten. “U Pinu” hieß es. Damals bestand der Laden noch aus einem Wohnwagen mit Verkaufsklappe und ein paar Gartenstühlen im Sand. Davor gab es Liegen zum Mieten und auch ein paar Tretboote. Das alles unter dem Dach einer gewaltigen Pinie, die dem Etablissement seinen korsischen namen gab: “Die Pinie”. Der Ptaron war ein Korse wie er korsischer nicht sein könnte. Ein kleiner Mann mit wilden schwarzen Haaren, listigen Augen und kräftigen Händen. Das Essen bereitete aber seine Frau zu, die man deshalb kaum je zu Gesicht bekam. Mittags nahmen wir immer entweder einen Salat oder aber ein Omelette. Dazu ein paar 0,25-Fläschchen Kronenburg-Bier. [weiterlesen...]
Basis für Vieles - die Y-Sosse
Meine Kindheit war geprägt von jugoslawischen Gerichten. Und das kam so. Mein Vater arbeitet als Architekt bei der Düsseldorfer Hirschbrauerei. Seine vordringlichste Aufgabe in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre war es, die zur Brauerei gehörenden Gastwirtschaften, Kneipen und Restaurants zu renovieren, zu sanieren oder umzubauen. Genau in diese Ära zwischen etwa 1956 und 1964 fiel aber der große Boom der Balkanküche in Deutschland. Die Wirte aus Serbien, Bosnien, Kroatien und den anderen Gegenden der damaligen Föderativen Volksrepublik Jugoslawien waren die Vorhut und Wegbereiter für alle anderen nicht-heimischen Küchen, die später Einzug hielten. Um 1960 herum war die Pizza hierzulande weitestgehend unbekannt, Spaghetti galten als exotisch, und über griechische oder gar türkische Speisen wusste man nichts. Chineseische Restaurants gab es nur in den großen Hafenstädten Hamburg und Bremen. Aber in jeder Stadt ab 100.000 Einwohner hatte sich mindestens ein Balkanrestaurant angesiedelt. Und da servierte man eben ?evap?i?i, Ražnji?i, Pljeskavica und Djuvec-Reis. [weiterlesen...]
Auch so'ne Art Crossoverküche
[Leider ohne Foto(s), weil alles aufgegessen war, bevor mir einfiel, es müsse noch fotografiert werden.] Ist es peinlich, wenn ich zugebe, dass Jamie Oliver ständiger Quell der Inspiration für meine Kocherei ist? Egal. Außerdem unterstütze ich Jamies Food-Revolution in den USA und folge ihm auf Twitter. Ätschiebätsch. Kürzlich gab’s eine Uraltsendung mit ihm. Da wollte er einem alten Kumpel beibringen, wie man in der Wildnis schnell was Gutes kochen kann. Prinzip: Alles aus einer Pfanne. Und das erinnerte mich an ein Gericht, das ich früher öfter gemacht habe. Heute gab’s eine interessante Abwandlung; so ein Mix aus türkisch, italienisch oder so… [weiterlesen...]