Weiße und grüne Stangen mal als feine Gemüsebeilage
Natürlich hat sich auch die Spargelzeit verlängert. Früher gab’s vor dem 1. Mai kaum je weiße Stangen vom Niederrhein (oder wo sonst du deinen Spargel her beziehst…). Und mein Vater war Purist, der dieses Gemüse grundsätzlich nur mit (neuen) Kartoffeln, bisschen Kochschinken und zerlassener Butter zu speisen pflegte. Hierorts gab es ja schon zwei von dieser Beschränkung abweichende Rezepte. Weil die Spargelzeit aber immer länger wird, braucht man mehr Rezepte, denn immer bloß nach Old-School-Art ist langweilig. Man kann das Zeug auch mal seiner Hauptrolle berauben und als feine Beilage zu irgendwas nettem, z.B. Kurzgebratenem servieren. Dazu brauchst du weißen UND grünen Spargel, bisschen Butter, bisschen Weißwein, bisschen Sahne, bisschen geriebenen Parmesan (der eigentlich immer zu Spargel passt). [weiterlesen...]
Deutsche Küche mit Kohl, Kartoffeln und Speck
Jeder kochende Mensch weiß: Rezepte werden nicht erfunden, sie werden adaptiert. Deshalb ist dieses zwanghafte Festschreiben von Zutaten und Zubereitungen eigentlich auch ein Scheingefecht. Denn natürlich habe ich mir das Würsingpäckschen nicht ausgedacht. Es ist das evolutionäre Resultat der Beschäftigung mit der urdeutschen Kohlroulade, die schon meine Mutter verfertigte und die man in jeder guten Wirtschaft nördlich des Mainäquators auf der Karte findet. Meine Päckchen sind sozusagen die eleganten Schwestern der eher plumpen Kohlrouladen. Das liegt allein schon am wesentlich feineren Verhalten des prallgrünen Kohls im Vergleich zu seinem weißen Kollegen. Ansonsten bleibt alles ähnlich. Es gibt Salzkartoffeln dazu und eine nur leicht verfeinerte Specksosse. Du brauchst also einen schönen Wirsing, ein paar Kartoffeln, gemischtes Hack, Speck und was sonst noch so zum Würzen und Aufpeppen nötig ist. Und ohne das Blanchieren der großen Wirsinglappen geht gar nichts. [weiterlesen...]
Wenn Tim Mälzer mich inspiriert...
Inspiriert hat mich (und das nach sehr, sehr langer Zeit mal wieder) der Tim Mälzer. Der hatte neulich “gefüllte Muschelnudeln” im Angebot. Diese rundlichen Nudeln von der Größe einer größeren Walnussschale heißen in echt Conchiglioni rigate … und ich liebe sie. Mir war auch bewusst, dass man die Dinger (nur echt mit Rillen!) füllen kann und sollte. Nur war mir bisher nix dazu eingefallen. Wie gesagt: Der inzwischen bisschen feist gewordene Mälzer hat mich inspiriert. Und deshalb gab’s als Füllung Hackfleisch. Und genau wie olle Tim habe ich daraus einen Auflauf gemacht. Und das alles ging so. [weiterlesen...]
Mal was Arabisches anrichten: Mein Tabouleh
Die Überschrift bezieht sich auf diesen Witz: “Wie heißt ein arabischer Komiker?” Siehste. Das ist so ähnlich wie: “Was heißt Glatze auf arabisch?” Antwort: “Da wa ma Haar”. Okay. Wenden wir uns den schönen Dingen des Lebens zu. Ich weiß nicht, ob ich’s je erwähnt habe, aber ich liebe Bulgur – oder auch sein marokkanisches Brüderchen, den Couscous. Das ist ja wie Reis und Nudeln gleichzeitig, denn bei beidem handelt es sich lebensmitteltechnisch um thermisch (parboiled) vorbehandelten Weizen, dem die Kleie entzogen wird. Während Bulgur Grütze ist, handelt es sich bei Couscous um Grieß. Letzterer entsteht durch Mahlen, ersterer durch Zerhacken. Für meine Tabouleh bevorzuge ich groben Bulgur, bei dem die Grützstückchen etwas weniger als Reiskorngröße haben. Das Tolle an Bulgur und Couscous ist, dass man beide nicht kochen muss. Bulgur lässt man in kochendem Wasser aufquellen, Couscous gart man im Dampf. Tabouleh ist ein Salat, der aus der überaus netten libanesischen Küche stammt, aber im gesamten arabischen und natürlich dem nordafrikanischen Raum bekannt ist. [weiterlesen...]
Geht nur mit frischen kleinen Paradeisern
Jedes Jahr zwischen Anfang und Ende August stellt sich uns die Frage: Quo vadis, Tomate? Denn da sind die Früchte auf dem Balkon, die der Ösi mit seinem unvergleichlichen Charme “Paradeiser” nennt, reif. Und zwar allesamt in schneller Folge. Da geht dann eine sehr merkwürdige Tomatensosse zu den Nudeln. Die besteht aus zwei tomatigen Komponenten. [weiterlesen...]
Hausgemachte italienische Teigfladen
Kürzlich ging ein junger Mensch vor mir her und schwonkte dabei einen Tiefkühlpizzakarton, den er kurz zuvor beim Netto erworben hatte. Der Kerl tat mir leid, dass er sich einen derart denaturierten, mit Industriegeschmack vollgepumpten Müll reinpfeifen würde. Mönsch, dachte ich bei mir, wo selbstgemachte Pizza doch so einfach ist. Und fühlte mich motiviert genug, nach langer Zeit mal wieder selbst Pizza als Hauptmahlzeit zuzubereiten. Das tat ich heute. Wobei sich immer wieder die Frage stellt: Was für’n Teig? Natürlich geht ein schmuckloser Hefeteig mit bisschen Salz. Aber vor einiger Zeit hatte ich einmal für ein anderes Rezept den Pizzateig von Jamie Oliver nachgeahmt. Die heutige Version (siehe unten) ist eine Variation davon. Genau wie dessen Vorschlag für die Belegung, die bei mir aus Tomatensosse, italienischem Kochschinken, eingelegten Artischocken, schwarzen Oliven und Mozzarella besteht. [Klick aufs Bild zeigt den Zustand nach der Backung]. [weiterlesen...]
Ein Hauch von Bollywood...
Bei uns um die Ecke gibt es ein winziges indisches Restaurant. Wenn die Esser bei schlechtem Wetter nur drinnen essen können, dann essen da höchstens sechs Esser gleichzeitig. Dafür bestrahlt der Laden aber das halbe Viertel mit seinem indischen Essensduft. Das inspiriert mich schon lange. Und so erfand ich flugs eine quietschgelbe Suppe, die dem Geruch des Winzimbisses nahe kommt und ziemlich lecker schmeckt. Du brauchst zum Kochen: 1 Blumenkohl, griechisch-türkischen Yoghurt (es geht auch der mit 3,5% Fett), 1 MILDE Curry-Mischung, 1 Limette sowie Toast-Croutons und geringelte Frühlingszwiebeln. Und ohne Pürierstab oder Mixer geht’s nicht. [weiterlesen...]
Was für Veggies und Konsorten
Hach, ich liebe Rosenkohl! Und schäm mich noch nicht mal dafür, diese putzigen Gesellen gern zu verspeisen. Üblicherweise wird das zarte Gemüse nach Art der Familie deftig als Eintopf bereitet: Es kommen Kartoffeln dazu und Mettbällchen; das Ganze in einer leichten Mehlschwitze. Nun stand mir angesichts zweier Hände voll Choux bruxelles (wie diese Frucht im Original heißt…) der Sinn nach Feinerem. Die Überlegung war, etwas Vegetarisches zur Pasta zu kreieren. Ein Rezeptvorschlag im Internet brachte mich auf die Idee – und du kannst es nachkochen: Pasta mit Rosenkohl (und verschiedenen Zutaten). [weiterlesen...]