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Schluss mit dem ganzen Homecomputer-Kram!

Komma acht, komma eins (7)

schneider_pcWoran immer es liegen mag: Ich hab’s nicht so mit Hobbyisten. Und ich hatte es auch noch nie mit Leuten, die mit irgendeiner mehr oder weniger sinnvollen Sache ihre Freizeit füllen – und das am Rande der Manie. Sammler finde ich irgendwie gaga, Leute, die ohne Not mit etwas Motorisierten für Spaß in der Gegend rumkariolen, halte ich für bescheuert und gefährlich. Nun bestand aber die Welt der kleinen Computer in den frühen und mittleren Achtzigerjahren fast nur aus solchen Hobbyisten. Gefragt, was denn ihr Hobby sei, antworteten Vertreter dieser Spezies “Computer”. Entsprechend meiners Weges hin zu den kleinen Elektronenhirnen fand ich das absurd. So eine Kiste sollte nützlich sein. Punkt. Damit sollte man schreiben, rechnen und speichern können. Und zwar schnell und einfach. Aber, mal ehrlich, was war denn einfach in der Ära von C64 und Konsorten? Deshalb war es auch nach meiner Anschauung eine winzige Minderheit, die – sagen wir mal – vor 1987 einen Computer privat wirklich zum Arbeiten benutzten. Vorwiegend handelte es sich dabei um Besitzer eines Apple Macintosh – denn mit dem ging Arbeiten einfach. Die große Masse hatte sich eine Kiste angeschafft, ohne wirklich zu wissen, wozu. » weiterlesen »

» Folge 18 von 18 in Stadtgeschichten

» Erinnerungsaufsatz von Chefred am 24.06.14 um 17:40 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton,Wirtschaft
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Meine kleine Geschichtensammlung zur Geschichte der Computerei

Komma acht, Komma eins (4)

databeckerSo richtig klar war mir in diesem Jahr nicht, welchen Berufsweg ich einschlagen sollte. Mit dem Examen an der Kunstakademie allein konnte ich nichts anfangen, und das Sekretärinnendiplom hätte mir bestenfalls eine Karriere als Verwaltungsangestellter eingetragen. Und eigentlich wollte ich nur eines: schreiben. Das peilte ich ja schon seit 1979 an. Erste Erfahrungen hatte ich im Feuilleton der Rheinischen Post mit Filmkritiken und beim Stadtmagazin “Überblick” mit Reportagen gemacht. Anfang 1984 fiel mir dann der Katalog des Düsseldorfer Unternehmens Data Becker in die Hand. “Data Welt” nannte sich das DIN-A5-Heftchen im dunkelroten Umschlag mit der Anmutung einer Schülerzeitung. Darin fand sich neben den Liste der Hard- und Software, die man auch im Ladenlokal an der Merowingerstraße kaufen konnte, eine Reihe kurzer Artikel unter dem Stichwort “Tipps & Tricks”. Das Highlight stellte aber der Leitartikel des Herausgebers Dr. Achim Becker dar, in dem er ein buntes Panorama der Homecomputerzukunft entwarf. Und genau in dieser Ausgabe hatte man eine Anzeige platziert, die besagte: “Wir suchen Computerfreaks, die schreiben können.” » weiterlesen »

» Folge 17 von 18 in Stadtgeschichten

» Story von Chefred am 11.04.14 um 13:31 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Meine kleine Geschichtensammlung zur Geschichte der Computerei

Komma acht, Komma, eins (6)

druckereiNicht nur den Technikgenies und den Computerpromis muss in diesem Zusammenhang ein Loblied gesungen werden, sondern auch einem gewissen Herrn Leckebusch, Inhaber der Druckerei Graf & Pflügge. Dies bodenständige Familientraditionsunternehmen hatte seinen Sitz in einem pittoresken Hinterhof an der Oberbilker Alle, gleich neben der ebenso bodenständigen Kneipe namens “In dä Kull”. Eingerahmt von Efeu und Rosen kuschelte sich ein zweigeschossiges Backsteingebäude ans Hofende. Über eine Außentreppe kam man in die Setzerei. Ob das Unternehmen je eine eigene Druckerei betrieben hat oder nur den Satz selbst erledigt und wonanders hat drucken lassen, weiß ich nicht. In den Jahren unserer Zusammenarbeit war es jedenfalls so, dass Graf & Pflügge die Satzarbeiten für die Data Welt und später die PC Praxis machte. Herr Leckebusch war zudem als Agent tätig, der dann für den Druck die günstigste Druckerei aussuchte – zuletzt war dies Mohndruck, das Bertelsmann-Druckhaus. Wie schon erwähnt: Anfangs sah das, was wir “Satz” nannten, so aus, dass Nadeldruckerstreifen auf Layoutpappe montiert und bei G&P eingereicht wurden. Platz für Abbildungen war frei zu lassen und zu notieren, wo welche Illustration hin sollte. Anders hatte ich das bei meiner amateurhaften Off-Zet auch nicht gemacht… » weiterlesen »

» Folge 16 von 18 in Stadtgeschichten

» Story von Chefred am 15.05.14 um 21:10 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton
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Meine kleine Geschichtensammlung zur Geschichte der Computerei

Komma acht, Komma eins (5)

setzereiWer die bisherigen Folgen dieser Geschichtensammlung aufmerksam verfolgt hat, wird sich vorstellen können, dass mein neuer Job so etwas wie eine Traumerfüllung darstellte: eine Zeitschrift machen! Ich sah mich schon als Großjournalist, als Blattmacher, als den Chefredakteur, der die Computerzeitschrift an sich revolutioniert hatte. Stand aber in der schnöden Realität des Jahres 1984 im Hause Data Becker an der Merowingerstraße in Düsseldorf vor ganz banalen Problemen. Eines davon bestand darin, dass ich ja überhaupt keine Erfahrung mit der Produktion einer regelmäßig erscheinenden Zeitschrift hatte. Gut, die paar Jahre im Umfeld des “Überblick” hatten mich in den Redaktionsalltag reinriechen lassen, weil ich dort aber immer nur als Reporter oder Nachrichtenspringer tätig gewesen war, war dabei mehr als eine Geruchserinnerung nicht entstanden. Eine wie auch immer geartete Infrastruktur gab es bei Data Becker natürlich auch nicht. Beziehungsweise: Es gab eine, die für die Produktion des DIN-A5-Katalogheftchens zusammengestoppelt worden war. » weiterlesen »

» Folge 15 von 18 in Stadtgeschichten

» Story von Chefred am 28.04.14 um 17:02 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton
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Zwischen Kampfhund, Ratbike und Nierenspülungen

Der starke Uwe

ratbikeWenn eines über Uwe sicher ist, dann das: Er machte, was er wollte. Hielt sich nicht an Konventionen, war sein eigener Herr. Und konnte sich das leisten. Knapp zwei Meter hoch und mit einem Kampfgewicht zwischen 120 und über 160 Kilo. Keiner konnte ihn davon abhalten, mit den Hunden in die Agentur zu kommen. Eines Tages hörte ich aus einem der Büros Pfotengetrappel auf dem feinen Parkett. Vorweg ein spindeldürrer Windhund, gefolgt von einem tabakbraunem Muskelpaket. Das war Uwes Köter. Die Hippe, sagte er, die ist von meinem Psychofreggel. Damit meinte er die Frau, mit der er damals so eine Art Beziehung pflegte. Die war Therapeutin. Dann hatte ich seine Töle vor mir. Ich hielt Fridolin, so nannte Uwe ihn, für einen Kampfhund, aber das Herrchen schwor Stein und Bein, dass Fri, so wurde das Hundchen gerufen, ein harmloser Mischling sei. Den habe er als winzige Welpe illegal im Flugzeug aus der Dominikanischen mitgebracht, versteckt unter der Jacke. Und dann großgezogen und ausgebildet. » weiterlesen »

» Folge 14 von 18 in Stadtgeschichten

» Erinnerungen von Chefred am 21.03.13 um 14:51 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton
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Vom Leben im Hotel zur Mühle

Striptease in Roermond (3)

striptease_roermondJoe und Vernon blieben die einzigen Stammgäste im Hotel zur Mühle. Ab und an verirrte sich jemand auf der Suche nach einem Fremdenzimmer dort, aber keiner blieb länger als eine Nacht. Dafür hatte die Kneipe ab dem Frühjahr Zulauf. Ab mittags liefen die Trinker und Zocker ein, und abends waren es die jüngeren unter den Ortsbewohnern, die gern zum Essen kamen. Einerseits weil die Speisen aus Hannes Küche exzellent waren und nicht teuer, andererseits, weil Andreas Abend für Abend die angesagteste Musik jener Zeit auflegte.
Ab elf versank dann alles im Suff. Die beiden US-Soldaten brachten bei jedem Besuch kartonweise zollfreie, subventionierte Spirituosen mit. Die Literflasche Jim Beam kostete bloß fünf Mark. Und Manes begann, die bekannten Trinkspiele, die üblicherweise mit Bier und Schnaps betrieben wurden, mit Whisky durchzuführen. Beliebt und berüchtig war das Stiefeltrinken mit Whisky-Cola. Bekanntlich wird dabei ein Glas, das anderthalb Liter fasst und wie ein Stiefel geformt ist, durch die Runde gereicht. Jeder nimmt einen Schluck, und derjenige, bei dem es gluckert, muss zahlen. Wenn dieses Ritual am Stammtisch mit fünf, sechs Kerlen so um die zehnmal am Abend gefeiert wurde, hatte das Folgen. Ich erlebte nach so einer Tour das erste und einzige Alkoholkoma meines Lebens. » weiterlesen »

» Folge 13 von 18 in Stadtgeschichten

» Geschichte von Chefred am 02.01.13 um 12:45 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Das Leben im Hotel zur Mühle

Striptease in Roermond (2)

striptease_roermondAn die vielen Diskussionen zu diesem Plan erinnere ich mich genau. Manes war der Ansicht, dass die Militärangehörigen, die kein Quartier auf der Base hatten, ja irgendwo nächtigen müssten. Da wäre doch so ein Hotel eine Goldgrube. Hanne war skeptisch, ja, ihre realistische Einschätzung war, dass die Pacht für den Schuppen mit der großen Wirtschaft im Erdgeschoss und den acht Fremdenzimmern geringer sei als die aktuelle Miete, da wäre das Risiko ja überschaubar. Ich hatte allerdings immer den Eindruck, Manes war scharf darauf, eine eigene Kneipe zu haben, um immer an der Alkoholquelle sitzen zu können.
Als wir das erste Wochenende im Hotel zur Mühle verbrachten, waren wir entsetzt. Dieses Etablissement war durch und durch marode. Die Zimmer waren schmutzig und feucht, die Betten in einem abenteuerlichen Zustand, genau wie die Waschräume und die übrige Installation. Nur je ein Zimmer pro Etage verfügte über ein Bad, die restlichen Gäste waren auf Gemeinschaftsduschen und –toiletten angewiesen. Da Manes, Hanne und Andreas keine Wohnung in der Bruchbude hatten, funktionierten sie die oberste Etage um. » weiterlesen »

» Folge 12 von 18 in Stadtgeschichten

» Geschichte von Chefred am 25.12.12 um 16:52 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Lebensgeschichten zwischen dem Bergischen Land und dem Niederrhein

Striptease in Roermond (1)

striptease_roermondJeder ahnte, dass Manes ein Trinker war. Aber damals hatte es sich noch nicht herumgesprochen, dass jede Sucht eine Krankheit ist. Bei Alkoholikern hieß es, die sollten sich einfach mal zusammenreißen und weniger saufen. Manes war nie wirklich betrunken, und es schien sogar als könnte er nicht besonders viel vertragen. Später fanden wir heraus, dass er schon nach dem Aufwachen anfing mit dem Trinken und kurz vor dem Schlafengehen das letzte Glas nahm. In der Öffentlichkeit trank er übrigens nur Wein und vor allem Sekt. Ich sah ihn nie mit einer Flasche oder einem Glas Bier, ganz selten mit einem Schnaps. Und Manes riss sich über viele Jahre sehr zusammen. Vielleicht weil er einen starken Drang hatte, aus den ärmlichen Verhältnissen, denen er entstammte, aufzusteigen, wohlhabend zu werden. Die Familie Dietze wohnte schon seit zwei Generationen in der Paulsmühle, der schmutzigen Seite des adretten Benraths. Dem Städtchen, wie die Bewohner sagen, dem Ort, der vom Schloss in den Schatten gestellt wird. Während im Musikantenviertel am Schlosspark der alte Geldadel in hübschen Villen wohnt, sieht es auf der Ostseite eher aus wie in Hassels oder gar Reisholz. Hier im Niemandsland zwischen Düsseldorf und Hilden war immer Platz für Industriebetriebe: Thyssen, Demag, Rheinstahl, Jagenberg. » weiterlesen »

» Folge 11 von 18 in Stadtgeschichten

» Story von Chefred am 14.12.12 um 11:41 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton
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