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Die heißesten Sommer in der schönsten Stadt am Rhein

Viel zu heiß in Düsseldorf

hitzeAm schlimmsten sind ja die verblödeten Privatradiosprechpuppen, die sich inzwischen auch beim WDR breitmachen. Gibt es im Juni keine fünf Tage Sonne am Stück, fangen sie an zu jammern und quälen das Hörvolk mit „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“. Kommt der Sommer dann aber, warnen sie vor den Folgen der Hitze. Das funktioniert aber nur, weil die modernen, urbanen Menschen beim Wetter null Erinnerungsvermögen haben. Man kann das testen und an einem echten Sommertag in die Runde werfen: „Boah, 1987 war’s auch so heiß.“ Die meisten werden nicken, weil sie sich an irgendeinen heißen Sommer in den Achtzigerjahren erinnern. Und dann vergessen sowohl die Mikrofonidioten, als auch ihre Hörsklaven, dass ein heißer Sommer nicht überall gleich heiß war. So hat es seit 1947 im Rheinland mehr Hitzewellen gegeben als beispielsweise in Nordhessen. Am Oberrhein reden die Leute erst ab 38° überhaupt von Hitze. Also lohnt es sich, mal in der persönlichen Erinnerung nach heißen Sommern in Düsseldorf zu graben. » weiterlesen »

» Folge 27 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerung und Aufruf von Rainer Bartel am 01.07.15 um 18:59 » in Rubrik(en): Rainer'sche Post,The Düsseldorfer,Wetter
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Wie ich Queen Elizabeth II. beinahe einmal die Hand geschüttelt hätte...

Mai 1965: Die Queen und ich

queen_in_dusWer hätte im Jahr 1965 gedacht, dass „dat Lisbeth“ auch noch 2015 englische Königin wäre und noch einmal in Good Old Germany vorbeischauen würde? Dazwischen liegen immerhin 50 Jahre, und selbst ihren ewigen Thronfolger mit den großen Ohren dürfte die Queen mit dem Krönchen auf der Birne überleben. Selbst der Prinzgemahl hat sich durch Fuchsjagd und andere Grausamkeiten so fit gehalten, dass er mit 94 Jahren auf dem Buckel nochmal mitkommt. Als die Royals im Mai 1965 zehn Tage lang durch die Bundesrepublik tourten, war das ein Ereignis, dass – ja, hier taugt die Floskel – die Massen bewegte. Gar nicht mal so sehr, weil ein gekröntes Damenhaupt über den Kanal geschippert kam, sondern weil diese Reise die junge Bundesrepublik und das Vereinigte Königreich näher zusammenrückte. Besonders bei der Jugend, bei den – wie man damals sagte – Unbelasteten. Nun war unsere Familie durch den Vater nicht nur sehr amerika-freundlich gepolt, sondern erheblich anglophil. Hatte der doch die letzten drei oder vier Jahre seiner Kriegsgefangenschaft auf einem Bauernhof in der Nähe von Cockley Cley in Norfolk fast wie ein Familienmitglied verbracht und diese Zeit als die glücklichsten Jahre vor der Heimkehr bezeichnet. » weiterlesen »

» Folge 26 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerung von Rainer Bartel am 23.06.15 um 17:00 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Lokalpolitik,Rainer'sche Post,The Düsseldorfer
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Doch, wir haben auch was gelernt im Kunststudium...

Akademie – ein Fest fürs Leben (7)

kathedrale_reimsEs ist ja nicht so, als hätten meine zehn Semester an der Düsseldorfer Kunstakademie nur aus Partys, Malen und Rumlungern bestanden. Tatsächlich habe ich eine ganze Menge gelernt im ehrwürdigen Bau zwischen Rhein und Hofgarten. Das fing schon im ersten Semester an. Was den Bereich der Kunstwissenschaft anging, hatten wir Wahlfreiheit, also wählte ich die große Vorlesung des damaligen Akademie-Direktors Eduard Trier zum Thema „Gotische Kathedralen„. Die fand vor ziemlich vollem Haus in der Aula statt. Der Prof stand am Pult auf der Bühne, und jede Menge Dias wurden quer durch den Raum geworfen. Dazu strömten komplizierte Sätze durchs Auditorium, die eine angenehm beruhigende, ja, sedierende Wirkung hatten. Und trotzdem: Noch heute weiß ich, wer Viollet-le-duc war und was der mit der gotischen Baukunst zu tun hat. Irgendwie subkutan und unter Umgehung von Auge und Ohr nebst Hirn gelangten die wesentlichen Dinge in meine Datenbank, und letztlich gelang des Prof. Trier, mit Ehrfurcht und Verständnis für die großen Kirchen einzuimpfen. Noch viel mehr mit noch weniger Konzentration aber bläute uns Prof. Dr. Heinrich Theissing ein. » weiterlesen »

» Folge 25 von 27 in Stadtgeschichten

» Erlebnisbericht von Rainer Bartel am 12.06.15 um 15:15 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Rainer'sche Post,Rainers Themen,The Düsseldorfer
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Schachspielen in der Akademie, im Verein und im "Dä Spiegel"

Akademie – ein Fest fürs Leben (6)

The artist as a young manMöglicherweise stellten die Klassen, mit denen ich in den frühen Siebzigerjahren verbunden war, die drei Pole der Kunstakademie dar. Da war die wilde, geheimnisumwitterte, verrückte und chaotische Beuys-Klasse mit diesem wunderbaren Lehrer und seinem neuen Kunstbegriff. Dann die Klasse von Professor Ellen Neumann, in der die braven Bürgerkinder bisschen malten und sich aufs Lehrerdasein vorbereiteten. Und schließlich die Hüppi-Klasse, in der die Kunst alles in allem eine untergeordnete Rolle spielte. Trotzdem sind etliche Kommilitonen aus dieser Klasse am Ende dann doch Künstler und/oder Kunsterzieher geworden. Während der Zeit, in der ich regelmäßig dort verkehrte, ging es eigentlich immer um was anderes. Das lag vor allem an den Typen, die dort eingeschrieben waren. Ein halbes Dutzend davon ist mir immer noch sehr lebendig in Erinnerung, obwohl ich keiner/m davon in den letzten fünfzehn Jahren begegnet bin. Nehmen wir Uli Kiesow, den einzigen, den ich hier mit seinem Klarnamen vorstellen möchte, weil er a) berühmt geworden und b) leider schon seit längerem tot ist. » weiterlesen »

» Folge 24 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerungen von Rainer Bartel am 22.05.15 um 15:04 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Rainer'sche Post,Rainers Themen,The Düsseldorfer
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Malen in der Einzelzelle unterm Dach

Akademie – ein Fest fürs Leben (4)

kunstakademieHeute ist das anders, aber in der ersten Hälfte der Siebzigerjahre sagte dir niemand an der Kunstakademie, was du zu tun hattest. Es war nicht einmal möglich, verbindliche Aussagen darüber zu bekommen, welche Vorlesungen und Seminare im Hinblick auf einen Abschluss belegen sollte. Erfahrene Studenten des Lehramts wedelten einem bloß immer mit mahnenden Zeigefingern vor der Nase herum und raunten „Philosophikum“. Historisch kann ich weder einordnen, warum diese Prüfung so hieß, noch ob und welche Sonderrolle sie beim Kunststudium als angehender Lehrer spielte. Jedenfalls, so hieß es, müsse man dafür fit in Philosophie und Pädagogik sein. Also gab es eben auch Angebote in diesen beiden Fächern. Wobei ich – dies ein Geständnis – nur zwei Veranstaltungen der Philosophie besuchte und mit den benötigten „Schein“ bei der zuständigen Professorin Herkenrath erschlich. Das sah dann bei der Pädagogik schon anders aus. Denn gespeist durch den gesamten Diskussionskosmos der Achtundsechzigerbewegung war auch die „Kunstpädagogik“ zum Spielfeld der marxistischen und sonstwie linken Theoretiker geworden. Weil ja die Kunst an sich bürgerlich war, musste da irgendwie das Proletariat rein. Oder wenigstens ein bisschen Antiautoritäres. So wurde ein blassgelbens Bändchen namens „Kritik der Kunstpädagogik“ eines gewissen Herrn Gifhorn zur Teilzeitbibel und Objekt intensiver Exegese … mit der man locker zwei Semester verbringen und zwei Scheine erringen konnte. Zuständig war ein gewisser Herr Blecks als Dozent, der sich sehr links und antiautoritär gab. Redete man dem nach dem Mund, war man beliebt bei ihm. Mich interessierte das Thema wenig bis gar nicht, ich wollte nur irgendwie mit diesem Theoriekram durchkommen. » weiterlesen »

» Folge 23 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerungen von Rainer Bartel am 08.04.15 um 17:33 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Rainer'sche Post,Rainers Themen,The Düsseldorfer
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Auf der Suchen nach Sinn und Form

Akademie – ein Fest fürs Leben (3)

Auf dem Sofa - etwa von 1972Tatsächlich ging ich in diesem ersten Semester jeden Tag in die Akademie. Das Schönste daran war der Weg. Ich wohnte damals immer noch in der Mansarde bei meiner Mutter, durchquerte also Pempelfort, die Sternstraße entlang und durch den Hofgarten. Da sah ich dann schon das merkwürdige Gebäude, diesen erdfarbenen Riegel mit den drei Treppenhäusern. Weder in der Kunstschule, noch im Klassenraum 1 fühlte ich mich zuhause. Schlimmer war es nur noch bei Vorlesungen. Die fanden entweder in der Aula statt oder im dumpfen Hörsäälchen ganz hinten. Egal wer da dozierte, ich verstand nichts und schlief meist ein. Mittags spazierte ich durch die Altstadt, und wenn ich ein bisschen Geld übrig hatte, leistete ich mir eine Schweinebrötchen oder ein Bier im Einhorn. Ich kannte niemanden in der Akademie, und niemand kannte mich. Es gab auch keinen einzigen Kommilitonen oder Kommilitonin, die mich wirklich interessierte. Die waren ja alle schon Künstler – wenigstens in Sachen Attitüde, Kleidung und Gesprächsstoff. Auch mit meiner künstlerischen Arbeit gibg es nicht voran, eher im Gegenteil. Wie auch in den richtigen Klassen üblich gab Frau Schiff uns Korrekturen. So nannte man es, wenn man der Professorin Arbeiten vorlegte und dazu Feedback bekam. Bei meinen schlimmen Bildern verdrehte sie meist die Augen und wusste nicht so recht, etwas zu sagen. » weiterlesen »

» Folge 22 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerungen von Rainer Bartel am 27.03.15 um 15:53 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Rainer'sche Post,Rainers Themen
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Zweite Folge: Orientierungslos im Orientierungsbereich

Akademie – ein Fest fürs Leben (2)

examensarbeit_flipperMein künstlerisches Metier seit Kindertagen war das Schreiben. Tatsächlich habe ich Geschichten verfasst seitdem ich überhaupt flüssig schreiben konnte. Meine „Einakter“, die ich der Familie vorlas, waren mehr berüchtigt als berühmt. Das ging weiter über Kladden voller Stories, Tagebücher und Skizzen für Romane. Dass ich überhaupt auf die bildende Kunst stieß, hatte ich – wie gesagt – dem Kunstlehrer Troendle und meinem Freund Jörg zu verdanken. Und der Tatsache, dass ich ein Mansardenzimmer für mich allein hatte, in dem ich tun und lassen konnte, was ich wollte. Das Haus, in dem wir ab 1962 wohnten, hatte mein Vater im Auftrag der Brauerei, bei der als Architekt tätig war, geplant und realisiert. Dabei entstand im 5. Stock eine maßgeschneiderte Wohnung für uns. Mit großer Terrasse Richtung Güterbahnhof und ebenfalls recht großem Balkon zum Hof hinaus. Und exakt oberhalb der Wohnung hatte er unterm Dach eine illegale Mansarde einbauen lassen. Dort hauste ich mit meinem Bruder, während die kleine Schwester unten im Kinderzimmer wohnte. Um zur Mansarde zu kommen, musste man aus dem Treppenhaus in einen langen, rechtwinklig abknickenden Gang, der an Dachbodenverschlägen vorbeiführte, und vor dem Zimmer hatten wir eine größere Fläche des kargen Betonbodens. Die wurde mein Atelier. » weiterlesen »

» Folge 21 von 27 in Stadtgeschichten

» Erinnerungen von Rainer Bartel am 20.03.15 um 14:40 » in Rubrik(en): Kultur und Pop,Rainer'sche Post,Rainers Themen
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Oder: Wie sich einmal das Microsoft-Hauptquartier verdunkelte

So war die Sonnenfinsternis 1999

sofi99Aus heutiger Sicht lief ab Anfang 1999 vieles auf eine Apokalypse hinaus. Vor allem dieses vermaledeite Milleniums-Ding: Weil Microsoft und die anderen nicht daran gedacht hatten, dass demnächst ein neues Jahrtausend anbrechen würde, sollte die Welt durch flächendeckende Computerausfälle untergehen. Vorher war dann noch ein uh, ah, unheilsschwangere Sonnenfinsternis angesagt. Ein Naturschauspiel, das mich immer schon aufs Äußerste fasziniert hatte – so sehr, dass ich beinahe 1991 nach Südkalifornien gereist wäre, um dort die totale Eclipse mitzuerleben. Leider gab’s dafür nicht genug Geld auf dem Konto. So war ich enorm aufgeregt und extrem gespannt auf den 8. August 1999. Denn an diesem Tag sollte eine (fast) vollständige Sonnenfinsternis auch bei uns in Mitteleuropa zu beobachten sein. Schon im Frühjahr hatte ich Pläne gemacht, wollte irgendwo ans Meer oder auf einen Berggipfel. Aber das Leben spielte anders: Die Verdunkelung des Lebenssterns erlebte ich auf einem Parkplatz direkt neben dem Microsoft-Hauptquartier in Unterschleissheim. Und das kam so: » weiterlesen »

» Folge 20 von 27 in Stadtgeschichten

» Bericht von Rainer Bartel am 19.03.15 um 19:09 » in Rubrik(en): Rainer'sche Post,Rainers Themen
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