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Die Entscheidungen und ihre Konsequenzen

Schönreden

Das schöne Tuwort “schönreden” ist der nette kleine Bruder vom Verb “schönsaufen”. Gemeint ist, dass sich eine Person so systematisch den Alkohol in die hohle Birne knallt, damit das Gegenüber jenseits aller Realität schön und begehrenswert wird und man sich einen Fick mit diesem Gegner vorstellen kann. Wir wissen also, dass die Vorsilbe “schön” meint, sich durch die daran hängende Tätigkeitsbeschreibung eine Person, eine Sache oder eine Situation so zu behandeln, dass sie einem am Ende begehrenswert, ja, schön erscheint. Während es beim Schönsaufen vor allem um den angestrebten Geschlechtsverkehr geht, lässt sich das Schönreden auf fast alles anwenden. Vor allem auf die Ergebnisse eigener Entscheidungen, die jedem anderen außer dem Entscheider ls Fehlentscheidungen erscheinen. Zum Beispiel ein so genannntes “Smartphone” der Firma Apple gekauft zu haben, das auch nicht mehr kann als alle anderen modernen Handys, aber doppelt so teuer ist. » weiterlesen »

» Folge 12 von 12 in Wörtermuseum

» Nachdenkung von Chefred am 10.09.14 um 19:59 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Die heilige Einfalt der guten Menschen

Bonhomie

biedermannOkay, führen wir doch mal eine semantische Debatte zum Unwort “Gutmensch”. Und zwar ausgehend vom veralteten Lehnwort “Bonhomie“. Denn das stammt ab vom “bon homme”, was nichts anderes ist als “a gutt Mensch”, also ein Gutmensch. Ja, der Kampfbegriff der Necons stammt wohl auch von einem jiddischen Ausdruck ab. Wobei das jiddische Wort “Mensch” nicht einfach einen Homo sapiens meint, sondern einen ehrbare, integre Person. Somit ist die Phrase “a gutt Mensch” noch eine Steigerung des Wortgehalts. Wenn also der berüchtigte Gutmensch ein Nachfahre von a gutt Mensch ist, dann kann man diese versuchte Diffamierung von Menschen mit Moral und Ehre getrost als gescheitert betrachten. Aber das ist ja auch noch der “bonhomme”. Zusammengeschrieben meint der Begriff etwas anderes als die Kombination aus “bon” und “homme”, denn das bedeutet schlicht “guter Mann”. Das Wort “bonhomme” aber mehrdeutig. » weiterlesen »

» Folge 11 von 12 in Wörtermuseum

» Beschreibung von Chefred am 11.08.14 um 12:58 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Als man sich in der Schule noch mit der Heimat befasste

Heimatkunde

volksschuleFrüher gab es ein Schulfach namens “Heimatkunde”. Die 1950er-Jahre waren die goldene Zeit dieses Unterrichtsfachs – sowohl in der Bundesrepublik, als auch in der DDR. Ab Anfang der Siebzigerjahre bekam dann der Begriff “Heimat” zunehmend einen unangenehmen Geruch. In der öffentlichen Wahrnehmung war dieses Wort vor allem geprägt durch die revanchistische Interpretation der sogenannten “Vertriebenenverbände”. Heimat, das war im Osten, wo der Iwan uns alles weggenommen hatte. Neben den Kriegflüchtlingen waren es nur noch die erzkonservativen, christkatholischen Silberrücken in den Städten und Gemeinden, die Heimatvereine betrieben. Davon hat über die Jahre gerade mal die sogenannte “Volksmusik” überlebt. Dem Begriff “Heimat” ging es dann ab Mitte der Achtzigerjahre wie vielen anderen Wörtern, die irgendwie mit strammrechtem Kram verklebt waren: Sie galten als schmuddelig, ihr Gebrauch als politisch nicht korrekt. Dabei war der Heimatkundeunterricht nicht per se volkstümelnd oder rechtskonservativ. Im Gegenteil. » weiterlesen »

» Folge 10 von 12 in Wörtermuseum

» Überlegungen von Chefred am 20.05.14 um 12:10 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Wenn Kleidung aus dankbarem Stoff ist

Strapazierfähig

Dies ist ein Wort aus meiner Kindheit, und zwar eines, dass für mich so richtig doll nach Spießermuff riecht. Wir reden über die Zeit, als man noch bei Peek & Cloppenburg, C&A, Karstadt oder Kaufhof beim Bekleidungskauf noch von richtigen Verkäufern richtig beraten wurde. Wobei diese Verkäufer ja geradezu das Paradebeispiel für Servilität waren – und über einen sehr speziellen Jargon verfügten (den Loriot in mehreren Nummer kongenial hat nachspielen lassen – z.B. beim Bettenkauf). Zu diesem Jargon gehörte bei Kinderkleidung unbedingt das Wort “strapazierfähig“. Damals waren Kinder ja noch “Racker”, “Lausbuben” oder “Pänz”, die den Tag DRAUSSEN beim Spiel mit den vielen, vielen anderen Kindern verbrachten. » weiterlesen »

» Folge 9 von 12 in Wörtermuseum

» Überlegung von Chefred am 01.09.12 um 11:28 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Zwischen Winter und Frühling, zwischen Herbst und Winter

Der Übergangsmantel

Ob dieses Wort wirklich schon ins Museum muss, ist zweifelhaft. Denn alle deutschen Klamottenkonsumenten, die ihre erste Hose vor circa 1970 bekamen, werden den Begriff noch kennen, ja, ihn möglicherweise auch noch aktiv benutzen. Immerhin finden sich im Web Anziehsachenversender, die ihn verwenden. Schon als Kind – ich war sprachlich immer schon recht aufgeweckt – habe ich über die inhaltliche Qualität des Wortes gegrübelt. Ohne viel Nachfragen war mir klar, dass nicht der Übergang über einen Fluss oder eine Straße gemeint war (denn so hätte das Ding ja auch “Brückenmantel” heißen können…), sondern die Zeit, in der eine Jahreszeit in die andere übergeht. Und zwar immer bezogen auf den Winter. Denn: “Winterzeit ist Mantelzeit”! Natürlich stammt der Begriff aus Zeiten, in denen das Modisch klar geregelt war: Herren trugen bei Kälte Mäntel und Hüte, Damen sowieso. Bürger hatten Wintermäntel. Damit schützten sie ihre noch vom Krieg geschwächten Körper vor der bitteren Kälte. Die Wohlhabenden hatten – Achtung! Es folgt ein weitere Kandidat fürs Wörtermuseum – Staubmäntel für den Sommer. Und dazwischen? » weiterlesen »

» Folge 8 von 12 in Wörtermuseum

» Überlegung von Chefred am 16.08.12 um 11:48 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Als die Frühlingsrolle noch ein gängiger Imbiss in der Pommesbude war

Loempia

Neulich schoss mir völlig ohne Anlass das Wort (phonetisch!) “Lömmpia” durch die Birne. Wieso, dachte es, gibt’s die nicht mehr in der Pommesbude? Oder gibt’s die vielleicht doch noch in der Pommesbude, nur dass sie jetzt Frühlingsrollen heißen? Natürlich hießen die nie Lömmpia; “Loempia” ist die niederländische Umschrift für das entsprechende indonesische Wort, das korrekterweise “Lumpia” ausgesprochen wird. Aber den Satz “Tu misch ma ne Lömmpia” habe ich noch fest im Ohr. Meine Recherchen brachten zu Tage: Die Loempia ist nicht mehr Bestandteil des normalen Pommesbudenfrasses. Nicht mal die Frittenversorger, die sich holländisch geben, bieten die Dinger an. Und das hat einen ziemlich offensichtlichen Grund: » weiterlesen »

» Folge 7 von 12 in Wörtermuseum

» Überlegungen von Chefred am 02.08.12 um 11:23 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Als die US-Unterhaltungsindustrie noch nicht die Globalherrschaft errungen hatte

Zeichentrickfilm

Vermutlich kennt die Mehrheit der Generation 25 und jünger diesen Begriff schon nicht eher. Falls doch, werden sie fragen: Hä? Was hat so ein Animationsfilm mit Zeichnen zu tun? Was mit Trick? Liebe junge Freunde, zunächst sei euch mitgeteilt, dass ca. 99,9999 Prozent der Menscheheitsgeschichte ganz ohne Computerhilfe verlaufen sind. Nicht mal Photoshop gab es! Was heute Grafikdesigner oder Animationskünstler sind, waren damals Zeichner. Die hatten so eine Art iPad, aber mehr so aus Papier, und so Stifte, für jede Farbe einen anderen, ha,ha,ha,… Und da haben die dann mit den Stiften auf dem Papier gezeichnet, also quasi Pfade angelegt. Fläche schraffiert. Nein, nicht mit einem winzigen Eimerchen, sondern durch schnelles, schräges hin und her Bewegen des Stiftes. Der Trick beim Zeichentrickfilm stammt aus der Frühzeit des Films. Ja, es gab auch eine Menschheitsgeschichte ganz ohne Film, ohne DVD oder YouTube! » weiterlesen »

» Folge 6 von 12 in Wörtermuseum

» Erinnerung von Chefred am 19.05.12 um 13:37 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Erinnerungen an das Tipp-Ex-Zeitalter

schreIBMaschinen

gabriele8008Liebe Kinder, stellt euch mal vor, dass es früher eine Zeit ganz ohne Computer gab. Da fragt ihr euch sicher, wie denn die Leute in den Büros die Briefe geschrieben haben. Und vor allem: Wie die diese ohne Drucker gedruckt haben. Nun, da ich aus jener Ära in der fernen, fernen Vergangenheit stamme, kann ich euch sagen: Es gab Schreibmaschinen. Wie der Name schon vermuten lässt, handelte es sich dabei um Geräte, mit denen man Text auf Papier bringen konnte. Die gab es in jedem Büro, auch in den Zeitungsredaktionen und in vielen Haushalten. Und weil sich nicht jeder eine eigene Schreibmaschine leisten konnte, gab es Schreibbüros, wo man sich einen Brief mit der Maschine schreiben konnte. Man nannte die Tätigkeit auch “Tippen” – wie im Computerwort “eintippen”. Und weil die Schreibmaschine auf Englisch “Typewriter” hieß, nannte man die Damen, die in Büros an den Maschinen schrieben, auch “Typistinnen”. Ja, die Damen, den das Maschinenschreiben war fast zu 100 Prozent Frauensache. So wie es ja auch bis Mitte der siebziger Jahre so gut wie keine männlichen Sekretäre in den Firmen gab. Ich muss das wissen, denn ich habe Sekretärin gelernt. » weiterlesen »

» Folge 5 von 12 in Wörtermuseum

» Bericht von Chefred am 27.11.11 um 21:20 » in Rubrik(en): Feuilleton,Wirtschaft
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