Serie: "Wörtermuseum"

Als noch nicht alles eingetippt wurde...

Wählscheibe

Manche Wörter verschwinden, weil es die Technik nicht mehr gibt, die sie repräsentiert haben. Das ist in ganz besonderem Maße rund ums Telephon so. Die technische Evolution der audialen Fernkommunikation verlief zunächst langsam. Bis weit in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein gab es praktisch keine Selbstwählnetze. Man nahm den Hörer von der Gabel (noch so ein schwindendes Wort in diesem Kontext) und drehte an der Kurbel. So wurde das Fräulein vom Amt geweckt, der man mitteilte, mit wem man verbunden werden wollte. Die ersten Telefone für den Selbstwählverkehr arbeiteten übrigens mit Tasten. Und dann wurde der Nummernschalter namens “Strowger finger-wheel sub station dial” erfunden – die Wählscheibe. Wieder vergingen etliche Jahre bis um 1970 herum das Multifrequenzverfahren zum Wählen von Nummern eingeführt wurde. Nun sendete das Telefon nicht mehr elektrische Impulse, sondern akustische Signale. Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts machten sich pfiffige Jungs das zu nutze. [weiterlesen...]

Folge 2 von 2 in Wörtermuseum

» Erklärung von Rainer Bartel am 31.07.10
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Vom Kopieren in den Zeiten vor der Fotokopie

Durchschläge

durchschlag“Fräulein Ströher, tippen Sie bitte dieses Band ab. Aber mit drei Durchschlägen, bitte.” So sprach in den siebziger Jahren der Chef mit seiner Sekretärin. Kaum dreißig Jahre später ist das Wort “Durchschlag” praktisch aus dem aktiven deutschen Wortschatz verschwunden. Das liegt daran, dass sich die Technik der Büroorganisation in dieser Zeitspanne mit wahnwitzigem Tempo weiterentwickelt hat. Ich kann davon ein Lied singen, denn ich verfüge über eine klassische Sekretärinnenausbildung. Ja, tatsächlich. Da ich während des Studiums fast ausschließlich Bürojobs ausübte, ließ ich mich – um der damals grassierenden Lehrerarbeitslosigkeit zu entgehen – in Steno, Schreibmaschine und Ablage ausbilden. So wurde ich später tatsächlich einmal als männliche Sekretärin vermittelt. Die Firma, die mich anstellte, war ihrer Zeit voraus – sie besaß eine Speicherschreibmaschine! Sensation. Dies war eine der Lösungen für ein großes Problem der damaligen Bürokommunikation: Wie bekommt man exakte Kopie von Schreiben, die an mehrere Empfänger gehen? [weiterlesen...]

Folge 1 von 2 in Wörtermuseum

» Eintrag von Rainer Bartel am 16.07.10
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