NED vs DEN 2:0 / JPN vs CMR 1:0 / ITA vs PAR 0:0 / NZL vs SVK 1:1 / CIV vs POR 0:0 / BRA vs PRK 2:1

Ballsymphonien

wm_symphonieIn meinem langen Leben, das schon annähernd 50 Jahre währt, habe ich bloody viel Fußballspiele gesehen. Früher mehr als in meiner Hool-Ära; da lagen die, ähem, Prioritäten woanders. Als kleiner Junge und heranwachsender Lad sah ich Begegnungen zwischen Typen auf Plätzen – das glaubt mir keiner. Asche war da noch der komfortablere Untergrund, Schotter an der Tagesordnung. Und doch, ja, damals, schnüff, da gab es ihn noch, den Straßenkicker, der ein Pannini am Ball war! Den Zauberer, den Artisten, den Fußballsymphoniker. Und dann tu ich mir die Partien der diesjährigen WM rein und stelle fest: Hey, Kettering Town versus Barrow United, ein Spiel der viertklassigen Conference, war im Vergleich dazu echte Fußballkunst. Die Spieler der Favoriten kicken mit vollsten Höschen, die Underdogs sind mehr under als Dogs. Da muss man jetzt gar nicht wieder die Aussies schlecht machen – das haben die schon selbst erledigt.

Jedenfalls hatte ich am Montag und Dienstag viel zu tun. Unterwegs mit einem Mietwagen, mit dem ich meinen Schwur nicht brach (dazu dieser Tage mehr…). Das ist ja in 2010 kein Problem, jedes Spiel live zu sehen, denn selbst die popeligste Pommesbude verfügt ja über einen wandfüllenden Flat-TV und lädt zum Public Viewing ein. Apropos: Deutsche Oberlehrer, also etwa 80 Prozent der männlichen Bevölkerung, können nicht an sich halten und sich über die Verwendung des Begriffs “Public Viewing” lustig zu machen. So nenne man, gickeln sie, in Amerika die öffentliche Leichenschau. Diesen Klugscheißern sei gesagt: Das stimmt. Es stimmt aber auch, dass dieser Begriff gerade im Vereinigten Königreich grundsätzlich für jede öffentliche Betrachtung und Vorführung benutzt wird; z.B. wenn in einem Rathaus Baupläne ausliegen. Selbst die Vorführung der Jungfohlen eines Galoppreitstalls nennt man bei uns Public Viewing.

Weil der männliche Deutsche so besserwisserisch ist, finden ihn die deutschen Frauen vorwiegend scheiße. Wo immer sich die Chance bietet, greift die Krauttusse daher zum Ausländer – wenn ihr wisst, was ich meine. Weil das Kohlrabimännchen darunter leidet und ein schlechtes Gewissen hat, versucht es ständig, total locker zu sein und Party zu machen. Natürlich auch im Hinblick auf sexuelle Möglichkeiten. Aber selbst dazu ist der Kraut an sich zu blöd. Der haut sich den Alkohol in den Kopp bis sich Impotenz einstellt und ist am nächsten Tag frustriert wegen entgangenen GVs. Wir Lads machen das anders: Wir füllen unsere Ladys im gleichen Maße ab und treiben es an dem Punkt der Besoffenheit, an dem wir noch können und die Damen noch wollen. So läuft’s Business!

Wollen wir bisschen über Fußball reden? Okay. Die Hollanders waren irgendwie total nervös und ließen sich von den Dänen einschüchtern. Ein 1:1 wäre gerecht gewesen. Das Spiel der Japonesen gegen Kamernunodernicht war eine einzige Grotte. Punkt. Mir haben die Papaguyos prima gefallen, die haben bissig gespielt. Da konnte der itakische Seniorenclub wenig gegen tun. Zumal der ewgie Gigi in der Halbzeit auch noch Rücken kriegte. Den Kanten aus Neu-Z-land habe ich sämtliche Daumen gedrückt. Wer mit so beschränkten Mitteln so tapfer kämpft, ist eigentlich Engländer. Jeden falls war mir der Ausgleich in der 94. Minute gegen die Slowakatzen eine innere Krönungsmesse. Portugalesen gegen Elfenholzküsse? Uarrrgh! Warum verlost keiner der Sponsoren eine Nacht mit C.Ronaldo? Würd ich gewinnen, ich wüsst, was ich tät. Nett wär das nicht. Die Hardkoreaner sollen Kommunisten sein? Glaub ich nicht. Die waren bisher von allen Teams mit weitem Abstand am fairsten. Bei jedem noch so winzigen Foulchen haben sie sich sofort bei den Brasileros entschuldigt. Süß. Und haben nebenbei gezeigt, wie man der Dunga’schen Gürkchentruppe das Siegen vermiesen kann. Obwohl: Da besteht mit den Gegnern Por und Civ in der Gruppe wenig Gefahr.


» Tagesbericht von Jurs Trulie am 16.06.10 um 11:04 » in Kategorien: Sport » 186 x gelesen » noch kein Kommentar
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