Hach könnte das schön sein...
Eben dachte ich: Vielleicht wär’s ja auch zu viel des Guten verlangt gewesen, hätte die glorreiche Fortuna gestern auch noch ihr Heimspiel gewonnen. Denn ansonsten war es ein perfektes Fußballwochende. Außer den paar Verwirrten, die sich für den FC Bayern oder den Äff-Zeh aus K*** interessieren und den modernen Entertainment-Fußball dufte finden, konnten doch alle Freunde des getretenen Balles jubeln. Jurs Trulie sowieso, weil ich finde, dass die Scheißbayern und -k***er IMMER verlieren sollten. Dass dann auch noch die frisch magathisierten Schlacker gegen die zweitligatauglichen Hannoveristen abstanken, war auch erfreulich. Schließlich kann das 4:3 nach 0:3 der Meenzer in VW-Burg auch nur gefallen. Da ist der Sieg der kurpfälzer Retorte gegen den scheinbaren Kultklub nur ein Schönheitsfehler. Einzig das ausgesprochen komische 6:3 der ostholländischen Pferde-, ähem, -liebhaber gegen Chemiekusen hinterlässt mir einen zwiespältigen Eindruck.
Apropos Vizekusen: Der ansonsten gut lesbare Theweleit schreibt für die Online-Ausgabe des neuerdings rechtslastigen, ehemaligen Nachrichtenmagazins, dass der die Häme gegenüber Michael Ballack nicht nachvollziehen kann. Der wäre doch ein verdienter Spieler. Lieber Daniel, aber ein ungeliebter. Ballack war immer eher der Liebling der Medien als der Fans. Seine aufgesetzt wirkende Dominanz ist unsympathisch, und so nehmen ihm sogar die eigenen Fans übel, dass er beim Spiel gegen Simferopol den Elfer gestohlen hat. Genauso wie viele Fans es nicht für gut halten, dass Ballack so auf seine Capitano-Rolle in der Nati pocht.
Zusammengenommen kann man die Erfolge von Lautern, Bremen und Hannover als Revival der Traditionsvereine werten. Ob man den FSV Mainz dazuzählen will, ist Geschmackssache, denn recht eigentlich sind die Fassenachtkicker überhaupt erst seit 1988 im bezahlten Fußball sichtbar geworden. Davor gab es keine nennenswerten Auftritte des FSV.
Immer noch besser als alles, was ein “RB” im Namen führt. Dass die Israelis aus Tel Aviv das von Red Bull zusammengekaufte Team aus Salzburg von der Champignon-Liga fernhielt, kann gar nicht genug beklatscht werden. Denn dem Treiben der Brauseheuschrecke muss Einhalt geboten werden. Zum Glück ist das Problem hierzulande nur in Leipzig akut. Dort wartet man vermutlich schon sehnsüchtig auf den Rauswurf des Felix bei Schlacke. Der würde sich sicher auch von RB Leipzig, der eigentlich der SSV Markranstädt ist, kaufen lassen, weil in seinem Kosmos eh nur Kohle zählt. Und dem es auch egal wäre, den FC Schalke 04 durch seine völlig irre Geldausgeberei in den Ruin getrieben zu haben. Wie schrieb ein Fortuna-Fan dieser Tage in eimem Forum: “Gegen die Magathisierung des Fußballs!”
Apropos Lautern: So ungern man “die Region” jammern hört, dass es bergab mit ihr ginge, wenn der FCK abstiege, so schön ist es doch zu sehen, dass ein mutiger Trainer mit einer mutigen Mannschaft Erfolg haben kann. Und das bei einem Verein, der über Jahre vom Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz unter Umgehung etlicher Regeln am Leben erhalten wurde. Das Erfolgsgeheimnis hat einen Namen: Stefan Kuntz. Vermutlich ist er der erste seriöse Präsident seit mehr als 20 Jahren…
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