Schiri kaputt - Spiel vorbei
Onkel Paul sagte immer: “Die Geschmäcker sind verschieden. Der eine trinkt gern Bier, der andere isst gern Himbeereis.” So wird Teil 1 der F95-Saisoneröffnung am Samstag wahrscheinlich einigen gefallen haben. Es gucken ja auch Millionen “Deutschland sucht das Supertalent” oder ähnliche Volksverarschungssendungen. Und die schon beim ESC-Ersatzstadion tätig gewordene Eventagentur 2plus hatte ihre Hände im Spiel. Da haben die F95-Marketingfuzzis wahrscheinlich gedacht: Wer schon die DTM auf der Kö vereventet hat, der kriegt auch unsere Lasershow klein. Ja, die kreativen Köpfe im Fortuna-Büro hatten eine Lasershow bestellt. Und die war auch toll; nicht ganz so toll wie die Lasershows auf dem Kreuzfahrer AIDA anno 1997. Also eher Butterfahrtniveau. Man hatte das Dach geschlossen und Verdunkelung erzeugt. Grüne Strahlen blitzten durch wabernde Nebel, während es sich die Fortuna-Anhänger draußen in der Sonne gutgehen ließen oder im Umlauf die kommende Saison diskutierten. Viele hatten auch gar keine Zeit, sich die Schau anzutun, weil sie schwer mit Merchandising-Shopping befasst waren.
Auch die Idee, einen roten Teppich vom Katakombenausgang bis zum Mittelkreis auszulegen, wo Stadiosprecher Scheidt und Ludenberg ausharrten, war klasse. Zu wunderbarer, brüllend lauter Klischeemucke (zwischen Hannes Wader, Vangelis und Mission Impossible…) wurden dann die Insassen des “Funktionsteams” (wieder so ein bescheuerter Begriff aus dem modernen Fußball) nach vorne gebeten und mit brüllend lauten Ansagen präsentiert. Dann kamen teilweise die Nicht-mehr-Fortunen dran: Die hatte man mit ollen Handys abvideografiert und warf die Bilder an die Anzeigewand. Was Luky, Rösler & Co. zu erzählen hatten, war selten zu verstehen. Ein paar Verstoßene hatte man vorsichtshalber vergessen… Käpt’n Lumpi wurde stellvertretend für die Hinterbliebenen reingerufen. Und dann kamen Trainer Meier und Vorstand Werner. Wer Norbert Meier im wunderbaren Aufstiegsdokumentarfilm von Fortuna-Videos erlebt hat, wo er mit feinem, norddeutschen Humor manchen Grinser evozierte, war über seine hier gezeigte Ernsthaftigkeit erschrocken. Der Greis mit den guten Connections entblödete sich übrigens nicht, ein Hoch auf OB Erwin auszubringen, der habe den Erfolg der Fortuna initiert. Wer dem Betagten diese faustdicke Lüge eingeflüstert hat, wäre noch zu klären. Wolf Werner, der pensionierte Studienrat kann den Boss der Erwinista ja kaum kennen gelernt haben – begann er doch im Herbst 2007, während Joachim Erwin im Mai 2008 verschied.
Nicht nur diese Propagand löste in den Kreisen der wenigen anwesenden Fans Entsetzen aus. Für ihre Besonnenheit berühmte SCD-Leute konnten ihre Wut über die billige Show mit dem ständigen hohlen Pathos kaum verhehlen. Es fehlte nur noch die Einblendung von “Make some noise” azuf den Anzeigetafeln. Die durchdomestizierten F95-Freunde übten sich in Resignation, die meist mit einem “So isset numa in der ersten Liga” bemäntelt wurde. Andere forderten offenen Widerstand. Denn eines hat diese Veranstaltung – und der gestrige Familentag nach Aussagen von Besuchern auch – gezeigt: Die Vereinsverantwortlichen sind gerade dabei, die Fortunakultur, die in den 15 dunklen Jahren DURCH DIE FANS bewahrt und gestaltet wurde, in die Tonne zu treten. Dass diese Funktionäre es den Vereinsangestellten und Spielern verboten haben, an der Premiere des Aufstiegsfilms teilzunehmen, war vielleicht der erste Spatenstich vom Graben zwischen Verein und Fans. Aber bekanntlich wird Sturm ernten, wer Wind sät.
Das Testspiel
Zumal ja das Chaos bei der Fortuna Tradition hat und die Wahrscheinlichkeit, dass Spiele in der Arena störungsfrei verlaufen, nicht besonders hoch ist. Nicht immer sind es verblödete Hertha-F***en, die für einen unregelmäßigen Ausgang sorgen. Beim “Freundschaftsspiel” gegen die legendäre Mannschaft von Benfica Lissabon waren es irgendwelche brasilianische Kicknutten, die sich nicht benehmen konnten. Europaweit bekannt ist ja seit Samstag, dass dieser Louisao den Schiri erlegt hat und versucht, sich auf dümmstdreisteste Weise rauszureden. So wie ein Messerstecher, der beim Verhör aussagt, das Opfer sei ihm genau auf Herzhöhe in die Klinge gerannt. Untergegangen ist bei diesem Vorfall, den die völlig verblödeten Spochtrepochter der Republik unter “Skandal / Düsseldorf” einsortierten, weil ihre vom Alkohol zerstörten Hirne für Differenzierungsarbeiten nicht mehr taugen, welch üble Schmutztruppe dieser ehemals stolze Verein momentan hat. Von Beginn an gingen die Typen zur Sache und beschwerten sich für jeden Furz beim Referee. Das muss jetzt hier gar nicht im Detail auseinandergenommen werden. Den Freunden des modernen Fußballs sei gesagt: Genau das passiert, wenn man sich einen Haufen gewissenloser Söldner zusammenkauft.
Geld schießt keine Tore, das war eine weitere Erkenntnis. Während der aktuelle Kader der Portugiesen einen offiziellen Marktwert von 223 Millionen Euro repräsentiert, ist die Truppe der Fortuna knapp ein Zehntel so viel wert. Jedenfalls wenn man Fußball als Business versteht und Kicker als Menschenmaterial. Wie viel mehr wert die F95-Spieler menschlich und sportlich sind, zeigten sie im Spiel selbst und im Umgang mit dem Gegner. Letztlich beweist Benfica wie zig andere Vereine in Portugal, Spanien, Italien und England die Perversion des europäischen Fußballs mit voller Wucht. Offiziell hat der Club 65 Millionen Euro Schulden, inoffiziell etwa das Dreifache. Dessen ungeachtet hat man zur neuen Saison mal eben 50 Mio für neues Spielermaterial rausgehauen. Das ist unseriös, unverantwortlich und im Sinne von Platinis “Financial Fairplay” im höchsten Maße unfair.
Vielleicht sollten sich die Spätgefallenen, die erst seit ein paar Monaten zur Fortuna rennen und schon den “internationalen Fußball”, also UEFA-Cup und Europapokal sowie die dabei zu kassierenden Milliönchen im Blick haben, das mal genauer anschauen und sich fragen: Will ich, dass Fortuna auch so wird?
Shopping
Leider wird vermutlich eine Mehrheit heftig mit der Birne nicken und sich schon vorstellen, wie es sich anfühlt, mit dem Arsch auf dem Sofa sitzend das CL-Finale bei Bier und Chips (bestellt im Wohlfühl-Paket übers Internet bei “Emmas Enkel”) zu glotzen und sich einen abzurubbeln, wenn die Eventkanonen güldene Papierstreifen auf die Fortuna-Spieler schießen.
Wie gehirngewaschen diese schweigende Mehrheit – es sind ja die, die beim Anfeuern die Zähne selten auseinanderkriegen – bereits im Sinne des modernen Family-Event-Soccers ist, zeigte sich auch am Shopping- und Ernährungsverhalten. Am Dönerstand gab’s Schlangen, und die Menschen pfiffen sich den Dreck mit Freude in die Luke. Nur mal zur Erklärung: Da lagert vorgeschnetzeltes Billigfleisch über Stunden unter der Wärmelampe, die dann auch gleich das geschnipselte Gemüse wärmt, was für gleichmäßige Temperaturen – etwa auf Fieber-im Anus-Mess-Niveau – sorgt, aber wäremliebenden Bakterien ein feines Zuhause bietet. Oder die vom Caterer des Grauens servierte Bratswurscht: schön lauwarm, damit man sich den Kunstdarm schmerzfrei am Stück in den Fresschlauch schieben kann. Nur die Pizza, die ist inzwischen so berüchtigt, dass sie keiner wollte (siehe Foto).
Vor dem hübsch chaotischen Fanartikelstand am 42er standen Menschen in Scharen mit offenen Mündern staunend vor der Auswahl und konnte sich kaum entscheiden, so schön bunt war alles. Am richtigen Shop ein paar Meter weiter herrschte Gedränge, weil sich Hunderte mit miesen Imitaten der Originaltrikots für teuer Geld eindecken wollten. Natürlich ließen sich viele ihre Plasteleibchen auch noch beflocken, also von genervten Dienstleistern mit Namen und Nummern versehen. Beliebt ist der eigene Spitzname samt Blocknummer oder der Name des Lieblingsspielers. Mancher hat aber auch einfach “Mutti” draufbappen lassen…
Bekanntlich macht Shopping in einer kalten, bösen Welt glücklich. Und so waren auch die Träger von Original-F95-Plastiktüten sichtbar am glücklichsten. Weniger glücklich waren die Fans, die verrückterweise wegen des zu spielenden Fußballs gekommen waren. Denn nach der ermüdenden Laserscheiße und dem bisschen Live-Musik-Brei von der weit, weit entfernten Bühne dauerte das Testspiel nur 38 Minuten. Bis dahin sah man eine wenig überzeugende Benfica-Truppe, aber viele schöne Pfeile in den Köchern der rotweißen Benfica-Jäger. Der bullige Stelios mit der Nummer 4 überzeugte an der Seite unseres Herrn Langeneke sehr. Auf der linken Seite hat sich mit Jojo und Axel ein Traumduo gefunden, das oft bestens vom überragenden Andrey Voronin (Nr. 30) ergänzt und unterstützt wurde. Der junge Ronny Garbuschewski (Nr. 18) ist der Hammer – wer so ein Talent entdeckt und anlockt, hat dem Verein ein großes Geschenk gemacht. Torwart Giefer, der ja mit der Werkself II schon mehrfach bei unserer Zwoten gastierte, ist ein sicherer Flieger mit ordentlichem Stellungsspiel, der aber noch am Abschlag feilen sollte. In dieser Konstellation hatte Benfica während der paar Minuten genau EINE Torchance, die Fortuna drei bis vier. Ja, man kann sagen: Die rotweiße Gemeinschaft war der Söldnertruppe überlegen.
Der Rest
Nachdem der gefallene Schiri das Spiel den Regeln entsprechend (Angriff auf den Schiedsrichter führt nach den UEFA-Regeln zwangsläufig zum Abbruch) abgebrochen hatte, war der Zorn der Kunden im weiten Rechteck virulent. Auch der TV-Mann war wütend und schimpfte auf Düsseldorfer Offizielle inklusive Kommunikationschef Tom Koster ein. Vermutlich ging es da schon um Kohle und Regress. Die rettende Idee hatte dem Vernehmen nach Norbert Meier, der rasch eine Halbzeit Fortuna gegen Fortuna organisierte, die sich der hier schreibende Autor dann nicht mehr antat.
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Geb Dir in vielem Recht, aber warum sollen sich die Fans denn nicht mit Devotionalien eindecken dürfen? Und diejenigen, die am Samstag da waren, hier als gehirngewaschene Eventies zu verunglimpfen, finde ich echt daneben. Das waren Fans, die ihre Mannschaft noch einmal etwas feiern und sich einfach bedanken wollten.
Falsche Frage: Warum sollen sie sich denn mit Merchandscheiß eindecken? Gib mir einen VERNÜNFTIGEN Grund.
Zweitens: Woher weißt du, dass da nur “Fans” anwesend waren, die ihre Mannschaft feiern wollten? Und wofür bedanken? Natürlich waschen die Medien im Auftrag der Fußball-Lobby und der zugehörigen Wirtschaft den Menschen die Hirne. Oder meinst du, die wollen uns objektiv informieren?
Warum bekomme ich regelmäßig einen Freude Ständer wenn ich deine Berichte lese?
Auch wenn ich nicht immer alles zu 100 % teile, sprichst Du mir aus der Seele.
Auf ner 10 Finger Skala…… Fast immer mind.9 ;-)
Weiter so
Dies Lob aus deinen Tasten bedeutet mir was.
Deine Bilderstrecke dokumentiert eigentlich das, was in der willfährigen (Center)TV- und Zeitungsberichterstattung kaschiert werden sollte. Langeweile und Tristesse überall. Die leeren Ränge ließen sich ja auch in der “Skandalbericherstattung” über den Schiri-Bandencheck nicht verbergen. Wer engagiert eigentlich diese Event-Veranstalter auf Otto-Mess-Familientag-Niveau. Fehlte ja nur noch DJ Ötzi. Na ja, ich war nicht da, und am Sonntag auch nicht, da haben ich einen Sieg in letzter Minute von TuRU gesehen! Auch mit Familie und kühlem Pils und Cevapcici ohne lange Schlangen und von hoher Qualität. Das erste Mal seit (meinem) Menschengedenken spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, die Spiele der Ersten in der Arena zu meiden und mir lieber in einer netten Kneipe anzusehen, wo ich ein korrektes Bier zum korrekten Preis ohne ellenlange Warteschlange bekomme, und vom Spiel selbst sowieso viel mehr sehe. Selbst Pinkelpausen werden nicht zur Weltreise. Live-Fußball (also im Stadion!) gibt’s nebenbei in Düsseldorf ja trotzdem jede Menge. Ich habe da so meine Adressen:-)))
Update: Für die Jogger untern den Radfahrern (und umgekehrt!) bieten sich neben TuRU an: SF Baumberg und TuS Bösinghoven. Große ehemalige Fortunen-Dichte, schöne Anradel(jogging)wege und angenehmes Umfeld!
Ich lese dieses Blog sehr gerne und es steckt ja schon immer viel Wahres in dem was hier geschrieben steht, meistens ist auch alles nachvollziebar und sicher hat der Autor auch jedes Recht seine Beiträge so zu schreiben wie es ihm gefällt.
Auch ich war Samstag und Sonntag am und im Stadion. Auch ich fand den Samstag viel zu „überorganisiert“, konnte Fortuna in Laser- und Lichtshow nicht wirklich wiederfinden. Am Sonntag hab ich mich dann gefragt warum ich eine Haustür mit Fortunalogo kaufen sollte (wurde dort angeboten!) und auch über die Schlange am Sky-Stand wo man neben dem Abo direkt den Sky-Reciever im Fortuna-Design mitehmen durfte konnte ich nur den Kopf schütteln.
Aber ich habe auch ein Trikot und freue mich wenn ich in der Stadt darauf angesprochen werde und wenn ich sehe wie die Zweijährige meiner Freundin ne Fahne der Fortuna schwenkend durch die Stadt läuft und Fortuna brüllt, dann hab ich zumindest nicht das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben (zumal der Vater Gladbachfan ist).
Es scheint aber in dem Kampf, den der Autor und seine Anhänger führen offenbar nur ganz oder garnicht zu geben. Wer nicht für uns ist, ist eben gegen uns! Wer sich der Tradition nicht 100% verpflichtet fühlt und Fußball nicht als Religion betrachtet ist „Eventie“ und hat keine Berechtigung sich „Fan“ zu nennen!
Eine wirklich ernst und nicht böse gemeinte Frage: Glaubst ihr über den anderen zu stehen und ist euer Kampf wirklich nur so zu gewinnen?
Ich habe mir das aktuelle Trikot auch gekauft, weil ich mich vor Jahren schon auf die Bundesliga gefreut habe und mir das erste Bundesligaleibchen dann einfach kaufen wollte. Bedanken? Für den Aufstieg vielleicht… Gehirnwäsche, weil man sich einen Döner kauft und eine (zugegebenermaßen grenzwertige) Lasershow anschaut? Ich glaube, Du vergaloppierst Dich da etwas in einem Geflecht aus Verschwörungstheorien und Paranoia, wenn Du den Kommerz-Lobbyismus jetzt wegen Samstag auf Fortuna überträgst. Ich vertraue auf die Selbstreinigungskräfte bei Fortuna und das Augenmaß der Vereinsführung. Die leisten seit Jahren sehr gute Arbeit.
Man sollte halt diesen Showveranstaltungen fernbleiben. Mir reicht es schon, wenn ich diesen Formulierungen begegne wie “Die Mannschaft präsentiert sich den Fans …”.
Nach allem was man den örtlichen Druckerzeugnissen so entnehmen kann, dürften auch weniger als 40.000 an beiden Tagen zusammen dagewesen sein. Und wenn man sich noch hinzudenkt, wie bei solchen Veranstaltungen der “Andrang” geschätzt wird, kann man sich den Rest denken.
Das ist einfach nur Käse statt einfach nur Fussball.
Auch ich freue mich – und habe das auch zigfach hier geschrieben – wenn die heimischen Buben und Mädel im F95-Trikot rumrennen und kicken und nicht in den Fetzen der gelbschwarzen Zecken, der Scheißbayern oder gar des Gladpacks. Und natürlich macht es auch mich glücklich, wenn die Kinder von klein an auf die Fortuna geprägt werden. Keine Frage.
Was ich kritisiere ist, wenn das Kaufen von Trikots und Sammeln von Autogrammkarten von diesen Käufer und Sammlern für das Fan-Sein an sich gehalten wird.
Es geht nicht einfach um “Tradition”. In den 15 dunklen Jahren, speziell ab dem Abstieg in die Oberliga 2002 hat sich rund um die Fortuna und allein von den Fans gestaltet eine spezifische F95-Kultur gebildet, die unseren geliebten Verein deutlich von allen anderen unterscheidet, weil KEIN anderer Verein unser Schicksal teilt. Die Fortuna ist der einzige deutsche Verein, der es nach einem Abstieg bis in Liga 4 wieder zurück in die erste Bundesliga geschafft hat. Außer der Fortuna gibt es noch ein, zwei Händevoll Clubs, bei denen es die aktiven Fans waren, die den Karren wieder flott gemacht haben. Das darf nicht vergessen werden.
Ich würde mir wünschen, dass die Spätgefallenen, die also erst ab 2009 wieder oder neu kommen, das respektieren. Um es deutlich zu machen: Jeder Eventie ist herzlich willkommen, weil die meisten Fans als Eventies anfangen. Aber jeder Eventie sollte auch mit Respekt an den Verein und die Fans, die ihn gerettet haben, herangehen.
Es geht gar nicht darum, seit wann jemand zu den Spielen der glorreichen Fortuna geht und ob jemand auch mit in Düren war, es geht darum, dass – grob geschätzt – 2.000 Nasen über all die Jahre nicht nur fest zu F95 gehalten, sondern AKTIV für die Aufsteigerei gesorgt hat. Verstehste?
Wie würdest du denn nennen, was der Komplex aus DFB und (abhängigen) Medien seit spätestens Anfang der Nuller betreiben, wenn nicht “Gehirnwäsche”? Bisher haben die Leute, die wir Mitglieder mit Vereinsämter betraut haben (Ich weigere mich, die “Vereinsführung” zu nennen, es sind gewählte Funktionäre oder umfunktionierte Angestellte, mehr nicht…), tatsächlich Augenmaß gezeigt im Hinbglick auf die Kommerz- und Entertainment-Auswüchse. Leider werden die Stimmen, die von “Professionalisierung” schwafeln und damit Kohle, mehr Kohle, noch mehr Kohle meinen, lauter. Und dann ensteht dann sowas wie am Samstag. Mein Vertrauen in die Selbstreinigungskräfte ist momentan nicht sehr groß. Spätestens seit dem den “Angestellten” verboten wurde, an der Premiere des Aufstiegsfilms teilzunehmen.
Sehr geehrter Autor, sehr geehrte Kommentatoren… ;-)
nachdem ich den Artikel, sowie die Kommentare nun 2-3 mal durchgelesen habe, möchte ich nun auch mal meinen Senf dazugeben…
Ich mag zwar noch nicht solange Fan sein, wie manch anderer hier, aber ich finde wie mein Vorredner Ingman sollte man differenzieren…
Klar gibt es da die Eventies, die wahrscheinlich nach dem 2. Spiel der Fortuna zuhause bleiben werden, weil sie sich (Zitat aus meinem Umfeld) “diesen Grottenkick nicht anschauen können”, aber es gibt auch Fans die, wie ich, vielleicht erst seit einem Jahr (wieder) zu der Fortuna gefunden haben und sich auch für die 2. Liga eine Dauerkarte besorgt hätten.
Ich habe größten Respekt vor den Fans, die vorallem in den dunklen Jahren zu unserer Fortuna gehalten haben, aber ich finde man muss es nicht jedem und ständig unter die Nase reiben oder alles was die Offiziellen nun machen schlecht reden (womit wir dann auch zu meinem eigentlichen Grund des Kommentars kommen).
Natürlich war die Laser-Show auf gut Deutsch fürn Ar*** und vorallem die Handy-Interviews von Luki und Jovanovic sahen aus wie anno dazumal…aber ich finde man sollte auch das gesamte “Event” gesehen haben um richtig urteilen zu können.
Ich für meinen Teil habe mir das Trainingsspielchen “angetan” und fand es an sich ganz ansprechend.
Natürlich wäre mir ein ernsthaftes Spiel gegen einen ernsthaften Kontrahenten lieber gewesen, aber ich finde, dass die Jungs das Beste aus der Scheiße gemacht haben, die uns die Portugisischen Vollidioten eingebrockt haben.
Auch unser lieber Herr Stadionsprecher hat die Partie recht amüsant begleitet (bezogen auf den Teil der “Auswärtsfans”).
Desweiteren finde ich den neu-erblühten Kommerz (bezogen vorallem auf Merchandise) natürlich nicht gerade toll, jedoch auch nicht grundsätzlich schlecht, solang das Geld zum Wohl der Mannschaft ausgegeben wird und nicht in Funktionärstaschen wandert.
Offen für Kritik, Lob und Anregungen auf sachlicher Ebene, alles andere wird gnadenlos ignoriert! ;-)
Wie nun schon mehrfach geschrieben: Ich freue mich über jeden, der wieder oder neu zur Fortuna gestoßen ist. Aber ich finde es wichtig, dass die Neuen immer wieder darüber informiert werden, wie denn der Erfolg zustande kam. Ja, man muss es vielen ständig unter die Nase reiben, weil sie sonst nicht verstehen KÖNNEN, was das besondere an der Fortuna 2012 ist:
- Mythosspiel am Vatertag 2003: Fans organisieren eine gigantische Party im Paul-Janes-Stadion rund um eine Partie von Fortuna 1993 gegen Fortuna 2003
- Endspiel im Niederrhein-Pokal 2004: 8.000 Fans machen sich auf den Weg in die Krefelder Grotenburgkampfbahn; die Gegentribüne ist völlig überfüllt; Ultras & Friends haben eine Transparent gefertigt, dass die komplette Tribüne überdeckt, was Fortuna für ein Jahr ins Guiness-Buch bringt
- Nichtaufstieg in Erfurt: Mindestens 8.000 Fans schlagen sich im Mai 2008 nach Erfurt durch, um ihre Fortuna zum Aufstieg zu brüllen
- Aktion 25.000+ im Jahr 2009: In der dritten Liga kamen selten mehr als 12.000 bis 16.000 Zuschauer; im April schaffen es Fans unter Einsatz ihres Marketingwissens, mehr als 25.000 Zuschauer zum Spiel gegen Union in die Arena zu holen
Und dann muss ich von diesem alten Mann hören, der Erwin habe den Erfolg initiiert! Der OB hat den Verein allein schon durch die Verpflichtung von Thomas Berthold und die von diesem verpflichteten Nulpen gut ne halbe Mio gekostet! Und, nein, Erwin hat die Arena nicht allein gebaut; im Gegenteil: Die Idee stammt von der Sozen-Marlies, und Jockel war erst dafür, als er selbst OB wurde…
Und so weiter – das DARF nicht in Vergessenheit geraten!
Übrigens: Wenn du mal meine Beiträge zur Fortuna der letzten drei Jahre nachliest, wirst du feststellen, dass es mir fernliegt “alles was die Offiziellen nun machen” schlechtzureden; von August 2009 bis März 2012 war ich ja selbst “Offizieller” ;–)) Außerdem finde ich, dass Vorstand und Aufsichtsrat seit der Ära Dr.Ernst einen ziemlich guten Job machen. Allerdings kann ich meine Kritik an der Marketingabteilung gar nicht genug schärfen, weil ich es für einen Skandal halte, dass gerade dort maximal Inkompetenz angehäuft zu sein scheint – wenn man sich die Ergebnisse der dortigen Arbeit anschaut.
Bei allen vier Veranstaltungen, die Du genannt hast, war ich dabei. Und ich muss Dir sagen, ich bin froh, es mitgemacht zu haben, doch genauso froh, dass wir jetzt wieder in der Bundesliga sind. Die Begleitumstände sind natürlich mittlerweile echt traurig, aber trotzdem freue ich mich über den sportlichen Erfolg und den Boom, den Fortuna jetzt ausgelöst hat.
Das mit der Paranoia und VT nehme ich übrigens zurück, Deine Mahner-Qualitäten möchte ich nicht abstreiten…
Das was unserer Aufstiegsmannschaft zu Ehren gereichen sollte wurde zur absoluten Katastrophe. Unsere geliebte Fortuna entwickelt sich langsam aber sicher zu einer kleinen “Eventhure”. Sehr sehr schade. Die Lasershow und die damit verbundene “Ehrung” der Spieler wurde in einer derartigen Lautstärke präsentiert das mir heute noch der hohle Kappes dröhnt. Alles in allem war die Aufstiegsfeier für die hohlen Nüsse! Der Familientag am Sonntag: Ganz ganz grosses Eventkino! Shopping und Fressen bis der Arzt kommt. Ganz ehrlich: Wenn mir eins an diesem schrecklichen Event in Erinnerung geblieben ist dann der intensive Geruch von Scheisse auf den Toiletten. Das passiert nun mal wenn die Eltern ein Heer von Sprösslingen mit Aramurks vergiften und erlauben das die Frucht ihrer Lenden Literweise Cola & Fanta draufschütten. Die Seuchenklos an der Bremer Brücke waren Gold!!! gegen die Örtlichkeiten des Rheinstadions. So bleibt bei mir nur das difuse Gefühl: Liebe Verantwortliche unserer heissgeliebten Diva, das könnt ihr besser!!! Der Tanz um das goldene Kalb Namens Euro ist nicht alles was zählt. Rot Weisse Grüsse
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Liebe wahren Fussballfans,
der ganze Scheiß mit Events bei Fussballspielen fing an, als der Tastenclown Franz Lambert bei der WM 74 mit seiner Orgel in den Stadien auftauchte. Seitdem kotzt mich dieser ganze Mist sowas von an! Ganz schlimm zum Beispiel Pokalendspiele in Berlin. Anstatt der Fangesänge vor dem Spiel wird man dort mit irgendwelcher Bumsmusik beschallt, das selbst die Ordner in Hoppenheim neidisch werden. Ist das Spiel dann vorbei, fängt der ganze Mist sofort wieder an.
Ich brauche drei Dinge beim Fussball: 1.Bratwurst 2. Bier 3. Stehplatz
Bei dem ganzen anderen Käse werde ich niemals auftauchen, oder fluchtartig das Stadion verlassen.
Auch wird man mich niemals auf sogenannten Fanmeilen sehen, wo selbsternannte (bunt angemalte) Fussballmodefans alles möglich versuchen ,um ins Fernsehen oder in die Zeitung zu kommmen.
Ich wünsche der Fortuna alles Gute in der 1. Liga.
Klasse Statement!
Schliesse mich dem Chefred ohne wenn und aber an !
… wie zu den Zeiten, als es nix anderes im Rheinstadion gab, bis auf die paar Sitzplätze gegenüber dem Marathontor
Kleiner Nachtrag
- da gab dann noch :
” SCHOKOLADEN-ROLLI-EISKRÄÄM !!!!!
Samstag war ich bei der Zwoten. Leider ging es gegen den WSV in die Hose, aber ein Ligaspiel unserer Nachwuchsmannschaft ist mir dann doch wichtiger, als eine Merchveranstaltung.
Bei Überschneidungen des Spielplans, und die dürfte es reichlich geben, werde ich wohl die Zwote oder die U19 dem Kommerzfußball vorziehen.
Zumal man ja bei der Kinopremiere am Freitag gesehen hat, wohin der Verein tendiert…
Schade, ich dachte nach 15 Jahren “zusammen durch die Scheisse” gehens, ist man auf einem anderen Level. Aber der Verein scheint nur die 08/15 Lösungen parat zu haben: Kommerz und Kohle.
Es ist schon sehr erstaunlich, dass man genau diese Meinung derzeit von vielen der “Alteingesessenen” hört. Aber so lange es nicht seitens des Vereins wahrgenommen wird, da sich dort wohl einige im medialen / monetären Höhenrausch befinden, können wir uns – zumindest kurzfristig – auf eine austauschbare Zukunft freuen. Und am Horizont erscheint, ganz langsam, aber weithin sichtbar, ein leises, immer lauter werdendes “Bitte – Danke!”
Das liegt meinem Eindruck nach wohl auch daran, dass sich in den verschiedenen “Merchandising- und Managementbereichen” immer mehr Leute (aufstrebende BWL-Studierte und -Praktikanten) tummeln, die mit Fortuna lediglich die Tatsache verbindet, einen Arbeitsplatz zu haben. Da ist keine Vergangenheit, keine Vereinszugehörigkeit, keine Sensibilität für die Historie der Fortuna. Großmäuliger Dilettanismus ist angesagt, wenn all diesen Überfliegern nur OPtto-Mess-Niverau einfällt. Was in den letzten 15 Jahren gewachsen ist, geht rapide verloren, und wir steuern auf dieselbe 08/15-Kacke zu, die bereits so vielen Vereinen ihrer Identität beraubt oder in den Ruin getrieben hat. Lass Fortuna wieder in die Niederungenn zurückfallen, und alle diese Supernasen sind schneller von Bord gegangen, als man “Verpisst euch” rufen kann.