FCB: Heynckes für Klinsmann

Grinsi raus, Osram da!

heynckesDass Grinsiklinsi nach der Niederlage gegen Schlacke 05 geschasst werden würde, war zu erwarten. Dass aber die in Hochmut erstarrte Führungsriege derart tief ins Klo greifen und Jupp “Osram” Heynckes als Interimsnachfolger bestellen würden, das kann nur noch realsatirisch verstanden werden. Oder hat einen medialen Hintergrund, denn keiner kann so eine schöne Leidensmiene machen wie Don Jupp. So wird der Mann aus Jlabbach zum offiziellen Schmerzensmann für den FCB der Saison 08/09.

Nun ist der Heynckes ein sehr humorfreier Mensch, dafür aber unglaublich ehrenhaft und nur sporadisch erfolgreich. Man erinnere sich an seinen freiwilligen Rücktritt bei MG als Folge von lustug gemeinten Mordsdrohungen irgendwelche dörflicher Spaßvögel. Oder an sein grandioses Scheitern bei S04, als er gar nicht mitkriegte, wie sehr er daneben lag. Lediglich im nordspanischen Bilbao hält man sein Gedenken hoch.

Aber – das werden diverse Kommentatoren nicht müde in den Medien auf die eine oder andere Art zu formulieren – das Problem des FC Bayern München liegt woanders als auf der Trainerbank. Das Problem hat seit langem zwei Namen: Hoeneß und Rummenigge. Schon vor zwei Jahren hat sich gezeigt, was dabei rauskommt, wenn ein kleinkarierter Wurstfabrikant und ein Stadtsparkassenangestellter aus Lippe-Detmold einen Millionenverein führen. Sie tun es wie ein Wurstfabrikant und ein Bankbeamter. Investiert wird erst, wenn sonst nix mehr geht, und dann falsch. Denn es ist recht eigentlich erstaunlich, dass die Bayern in dieser Bundesligasaison überhaupt so erfolgreich sind. Das System Ribery ist selbst für den dümmsten Abstiegsclub leicht zu lernen: Gib dem Fronck auf links auf die Knochen, dann hast du die Offensive schon fast lahmgelegt. Um Luca Toni muss sich kein Gegner große Sorgen machen. Der kann nicht Fußball spielen und ist ohne Sturmpartner hilflos. Macht schon mal – waren es 30 oder 40? – paar Millionen Fehlinvestition.
Hinzu kommt die charakterverderbende und talentvernichtende Schule des FCB. Was aus dem fairen Spochtsmann Ribery bei den Bayern geworden? Richtig, ein Schmutzfußballer, der unter dem Schutz der Schiedsrichter an seinen Gegenspielern rummacht und am Samstag endlich mal vom Platz geflogen ist. Von dem ewig mit den armen rudernden Radikalevangelikalen Lucio ganz und dem gewalttätigen van Bommel ganz zu schweigen. Wie, fragt sich der geneigte Fußballfreund, kann es sein, dass ein Lell und ein Ottl, die bestenfalls auf Zweitliganiveau kicken, einem Toni Kroos vorgezogen werden?
Wenn man Klinsmann eins vorwerfen kann, dann die hinterhältige und sinnlose Schlachtung des Michael Rensing. Natürlich hat ein Rensing nicht annähernd das Talent eines Oliver Kahn, auch an Renee Adler und Manuel Neuer reicht er nicht heran. Aber den jungen Mann so brutal in seiner Entwicklung zu stoppen, zeigt das wahre Gesicht des ewig fröhlichen Wahlkalifoniers.

Wie gesagt: Das Problem ist die Vereinsführung. Und die kriegt keiner klein. Selbst wenn Hoeneß tatsächlich nächstes Jahr nicht mehr antritt, sitzen noch genug Typen auf den gepolsterten VIP-Stühlen herum, die frei von Mut und Weitblick agieren und so den FC Bayern in eine tiefe Krise führen werden – egal wer in der kommenden Saison den Trainer macht.


» Kommentar von Rainer Bartel am 27.04.09 um 12:14 » in Kategorien: Sport » 1.223 x gelesen » 6 x kommentiert
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  1. Ich habe es immer vermutet! Nun ist es offiziell bestätigt! Das dauerhafte und unkontrollierte Verkonsumieren von Altbier hinterlässt nachhaltige, bleibende Schäden, wie mit diesem Artikel auf das Eindrucksvollste bewiesen wird. Jibbet eijentlich auch Satire-Trainer?

    Gruß O.Ton

    Rainer Bartel Antwort vom 27.04.09 23:07:

    Was genau ist dein Problem? Zu wenig Altbier getrunken? Fan vom falschen Verein? Oder einfach nur keine Ahnung?
    Eine Satire sollte dieser Artikel übrigens nicht sein – ich empfehle Christian Dietrich Grabbe zum besseren Verständnis von Begriffen dieser Art.

     
    Kommentar von O.Ton am 27.04.09 um 16:27
  2. “…Sie tun es wie ein Wurstfabrikant und ein Bankbeamter. Investiert wird erst, wenn sonst nix mehr geht, und dann falsch.”

    Für mich sieht es aus so aus als investiere der FCB erst wenn es geht, und langfristig rentabel ist.

    Zu Luca Toni kann nicht Fußball spielen: http://www.youtube.com/watch?v=xBPUh3smgTg&feature=fvst

    Ribery hat in seinen 21 Bundesligaspielen bisher 3 Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte bekommen, aufgrund dessen zu sagen er sei ein Schmutzfußballer geworden ist vielleicht ein schöner Aufmacher für eine Bild Kolumne aber schlichtweg falsch.
    Schaut man sich Mittelfeldspieler anderer Vereine an kann man schnell sehen, dass Ribery ein eher fairer Vertreter seiner Zunft ist, und das obwohl er, wie Sie es ja selbst vorschlagen (“Gib dem Fronck auf links auf die Knochen …”), oft unfair angegangen wird.

    Insgesamt scheint es mir als bringen Sie hier zwei Teams durcheinander. Die rot-weißen mit dem Vorstandstheater, den nicht treffenden Stürmern, den fehlenden Geldern in der Kasse und dem Torwartproblem, das ist die hiesige Fortuna.

    Die rot-weißen im TV, das ist der FCB.

    Nee, ich bin kein FCB Fan, seit der Grundschule gehört mein Herz dem HSV.

    Rainer Bartel Antwort vom 28.04.09 12:29:

    Jau, passt auch zu Mittelstand und Sparkasse: Schaffe, schaffe, Häusle bauen und bloß ned zu viel riskieren. Ich finde, die Bewunderung für das Rotgesicht wird weit übertrieben, denn in den nächsten Jahren wird sich zeigen, was der Uli langfristig beim FCB angerichtet hat.
    Luca Toni konnte mal Tore schießen, aber Fußball spielen kann er nicht. Okay, Abstauben ist auch ne Kunst.
    Ribery: Und die Schwalbe letztes Jahr im Pokal? Das dauernde Einhaken beim Gegner? Das hat vor dem FCB so nicht gemacht. Wahrscheinlich hat er sich bei Lucio angesteckt, dem übelsten Schmutzfußballer, direkt hinter van Bommel.

    In Sachen Fortuna-”Vorstandstheater” würde ich mit Dieter Nuhr sagen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

    Übrigens: Es ist mein Herzenswunsch, dass der HSV es irgendwie noch hinkriegt, dieses Jahr Deutscher Meister zu werden. Ganz ehrlich.

    revolvermann Antwort vom 28.04.09 14:10:

    Wenn Wikipedia recht hat, dann war der FCB in den Miesen als Uli angefangen hat, bis dato hat sein Umgang mit dem FCB Kapital also ganz gut geklappt. Man kann natürlich auch mal etwas Risiko eingehen und schonmal Geld ausgeben das man nicht hat, aber da habe ich keine Ahnung von.

    Ob man Tore nun “reinmüllert” oder sich den Ball an der eigenen Eckfahne holt und über das ganze Feld dribbelt ist egal, der Ball muß in das Eckige und da hat der FCB mit Luca Toni eine gute Investition getätigt zumal sein Wert ja jetzt nicht bei Null liegt.

    Wieviele Ligaspiele von Ribery haben Sie denn schon gesehen bei dem er kein Bayern Trikot trug? War er da immer fair wenn er 70 Minuten lang nur Tritte auf das Schienbein bekam?
    Welcher erfolgreiche Spieler hakt sich den nicht beim Gegner ein wenn er daraus einen Vorteil ziehen kann? Das ist international Standard und Gegenspieler haken sich doch genauso auch bei ihm ein. Eine Schwalbe, wie niedlich. Die hat ja so ziemlich jeder Profi schon einmal probiert, aber auch dafür braucht man Talent.

    Ich gebe Ihnen aber Recht dass man das ein oder andere Mal meinen könnte “Stars” werden etwas vorsichtiger mit Gelb-Roten oder Roten Karten belegt, das ist aber kein Ribery Phenomen.
    Einfach mal Rafhinia vom 4-Minuten Meister ansehen und Ribery sieht aus wie ein Softie.

    Tja ich bin kein Fortuna Mitglied, aber als Zeitungs-/Internetleser und Bürger der Stadt Düsseldorf bekommt man fast zwangsläufig Fortuna Schlagzeilen mit.
    Vielleicht wäre “Vortsands und Aufsichtrattheater” passender gewesen.
    Theater: Unruhe, Aufregung, Getue
    Habe ich als der ohne Ahnung durchaus mit Fortunagremien in Verbindung gebracht. Wenn Sie als Insider mir hingegen erzählen dort laufe alles ruhig und offen ab glaube ich Ihnen das. Wobei mich ihr nächster Blogeintrag da schon wieder etwas verwirrt. Aber selbst ohne diesen Aspekt könnte man noch meinen Sie vertauchen die Vereine.

    Wir drücken zwar beide dem HSV die Daumen, aber es wäre schon ein kleines Wunder. Hätte ich einen Wunsch frei dann wird der FCB dieses Jahr 4-Minuten Meister, bevor der HSV den Frankfurtern noch eine direkt verwandelte Ecke von Guerro zum 1-0 einschenkt und mit einem Punkt vor den Bayern die Meisterschaft perfekt macht ;)

     
    Kommentar von revolvermann am 28.04.09 um 10:57
  3. Den Reflex, den Klinsi gegen die Superbösewichter Kalle und Uli in Schutz zu nehmen verstehe ich schon. Aber seit mir vor ein paar Jahren diese unsägliche Kabinenszene aus dem sog. “Sommermärchen” dauernd um die Ohren gehauen wurde, glaub ich auch nicht, dass der ein guter Trainer ist. Zur Erinnerung: http://www.youtube.com/watch?v=a0xOwUwKfxU .

     
    Kommentar von olafsachtauchwas am 30.04.09 um 23:14

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