Zwote Liga brandaktuell

Kartoffelkäfer vs F95 0:2

aaachen_f95Das Spiel ist schnell erzählt: “Die Fortuna aus der Landeshauptstadt gewann mit dem Quäntchen ihr Auswärtsspiel in der Printenstadt. Mann des Spiels war der Düsseldorf Keeper Michael Rat…, Ratai…, äh, Rattaschack, ne, Ratajczak, der manche Hundertprozentige der Mannen aus der Kaiserstadt vereitelte. 5.000 angereiste Anhänger des deutschen Meister von 1933 sahen eine rassige Begegnung, in der die Düsseldorf/Aachener (Nicht zutreffendes bitte streichen) die klar besser Mannschaft waren. Wobei die Alemannen viele Schangsen ausließen. Wer so leichtfertig mit seinen Möglichkeiten umgeht, bla & trööt. Der Aufsteiger vom Rhein erwies sich als das abgezocktere Team. Aus einer Chance in Hälfte Eins machten die Jungs von Trainer Meier/Mayer/Meyer ein Tor. Der von Werder Bremer ausgeliehene österreichische Nationalspieler Martin Harnik erzielte mit einem Kunstschuss den Führungstreffer für die Hauptstädter. Der Trainer konnte sich aber auch über viele Ungenauigkeiten in der Abwehr aufregen. Sein Ärger wurde noch größer, als Kapitän Andreas ‘Lumpi’ Lambertz nach einer Unsportlichkeit mit Rot-Gelb vom Platz gestellt wurde. Die Festung Fortuna hielt aber auch in der Schlussviertelstunde, sodass die Düsseldorfer am Ende die Nase vorn hatten und den Auswärtsfluch besiegte.” Sie hörten einen Potpourri aus den schönsten – von Fans in Foren gern benutzten – Spochtrepochterfloskeln. Danke. Bitte.

Und wenn Sie sich jetzt wundern, weshalb in der Überschrift von einem Zwei-zu-null die Rede ist: Der Ball, den unser Fink in der 68. Minute auf den Kasten der Kartoffelkäfer schibbelte, war ja wohl eindeutig drin! Ich habe ihn deutlich im Netz gesehen! Ja, wieder einmal hat uns die DFB-Mafia verschaukelt. Die wollen uns da oben nicht! Verschwörung!

Im Ernst: Hätte, Wenn und Aber der Oliver Fink die Hütte gemacht, wären uns allen zwanzig aufreibende Minuten erspart geblieben. Wobei die Printenköppe vermutlich auch noch zwanzig Nachspielminuten nicht hätten nutzen können. Zu schwach waren die im Abschluss und zu gut unser Tormann. Überhaupt sahen die Gestreiften auch nur deshalb so gut aus, weil unsere Defensive irgendwie neben der Spur spielte – und das leider nicht zum ersten Mal. Darauf sollten die Übungsleiter (Achtung! Dieses Wort verwenden Spochtschreibfinken, wenn sie im Satz vorher den Ausdruck “Trainer” benutzt haben; soll mild ironisch klingen…) mal achten. Langeneke macht momentan merkwürdig oft Blödsinn, und ohne Bamba würden wir wohl regelmäßig zwei oder drei Kisten kassieren.

Zu den Begleitumständen. Das Leben hatte mich in den Jugendbus des SCD verschlagen. Im hinteren Teil hatte sich aber das ältere Volk versammelt und hatte ne Menge Spaß. Vor allem, weil die mitreisenden Damen in diesem Bereich die gesamte Fahrt damit verbrachten, die Jungmänner um Bier anzuschnorren. Bis Aachen ging die Fahrt gut, dann gerieten wir in den seit Jahrhunderten andauernden Stau zwischen Kreuz Aachen und Aachen-Zentrum. Kaum hatten wir den verlassen, wurde wir Opfer der völlig danebengegangenen Verkehrsführung rund um den Tivoli. Geschlagene 35 Minuten holperte der Bus einmal rund um das pissgelbe Stadion. Zwar wurden wir von freundlichen Förster eskortiert, doch die hielten es für angebracht, gefühlte 120 leere Schüttel-Busse, die nach dem Spiel für den Abtransport der Bahnfahrer sorgen sollten, durchzulassen, bevor man uns den Weg zum Parkplatz wies.
So entstiegen wir etwa 3 Minuten vor Anpfiff dem Gefährt. Eine beunruhigende Masse Rotweißer stürmte auf den Einlass, was das Aussetzen der Kontrollen zur Folge hatte. Etwa in Spielminute 6 erreichten wir die Plattform im Gästeblock N1, die komplett voller Fortunen stand. Der ersten Blick aufs Spielfeld gelang mit in der zwölften Minute. Der ausgesprochen freundliche und flexible Ordnungsdienst Knoblauch (unser Spitzname für die Gelbjacken der Fa. Knoblich Security) führte die überzähligen F95-Fans flugs in den Nachbarblock. Dafür wurde die Balkonbrüstung, von der beim ersten Liagspiel im Neuen Tivoli der St.Pauli-Fan Mimi stürzte, durch eine Kette dicker Männer gesichert, mit denen ich das Spiel dann Gesicht an Gesicht verbrachte. Zwischen den Klotzköpfen hindurch konnte ich einigermaßen am Spielgeschehen teilnehmen.

Das wahre Erlebnis des Abends war es, mit weiteren 5.000 Menschen an einem fremden Ort volle Kanne hinter unseren Jungs zu stehen. Die Nordtribüne war eine rot-weiße Wand, und alle sangen und brüllten mit. Mann, was war ich da stolz, ein Fan des TSV Fortuna Düsseldorf von 1895 zu sein! Und so sang der größte Chor der Landeshauptstadt minutenlang “Keiner mag uns” (was ja momentan so nicht stimmt, weil wir den Medien eine nette Story – Stichwort “Durchmarsch” – bieten…). Und nach dem Lumpi wegen erwiesener Blödheit vom Platz musste, erscholl über zehn Minuten lang aus Tausenden Kehlen “Allez, Fortuna, Fortuna Düsseldorf. Kämpft den Gegner nieder, holt den Sieg für uns.” – das hatte was. Und zwar was ganz Dolles.

Und hier ein echt wahres Video von Fortuna-Videos.de.

Und das ist hier solch ein bescheuerter Dummsprachtext eines dieser blöd-faulen Spochrepochter. Es kommen jedenfalls die Worte “Auswärtsfluch” und “Durchmarsch” drin vor:

Nach mehr als vier Monaten hat Fortuna Düsseldorf seinen Auswärts-Fluch vertrieben und darf weiter vom Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga träumen. Dank eines artistischen Treffers von Torjäger Martin Harnik gewann der Europacup-Finalist von 1979 das West-Derby bei Alemannia Aachen glücklich mit 1:0 (1:0) und hat nur drei Zähler Rückstand auf Rang drei. Harniks 12. Saisontreffer in der 25. Minute – im Fallen und mit dem Rücken zum Tor erzielt – bescherte der Fortuna dabei den ersten Auswärtssieg seit dem 23. Oktober, als der Aufsteiger ausgerechnet bei Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 gewann.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 02.03.10 um 12:36 » in Kategorien: Fortuna,Sport » 1,466 x gelesen » 4 x kommentiert
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  1. Pflichte bei und bestätige, dass im TV 92 Minuten lang praktisch nur die Fortunen zu hören waren. Die Aachener haben extrem alt ausgesehen. So alt, wie Lumpi blöd. Er hat halt ein Herz aus Gold und ein Hirn aus Kork.

    [Antwort]

     
    Kommentar von ckd am 02.03.10 um 14:01
  2. 0:2 ??? Bin ich wohl doch zu früh aus`m Block raus ;-)

    [Antwort]

     
    Kommentar von WENZEL am 02.03.10 um 14:42
  3. Achsooo, beim zweiten mal verstanden :-) )

    [Antwort]

     
    Kommentar von WENZEL am 02.03.10 um 14:43
  4. Welch peinliche Vorstellung der ach so dollen Fans der Kartoffelkäfer.
    Nur 1 Tor Rückstand, noch 5 Minuten zu spielen und Dauerangriff auf das Fortuna-Tor, und man hört am TV nichts..außer singende Fortunen..
    Anscheinend war die Bruchbude (alter) Tivoli doch was besseres.

    [Antwort]

     
    Kommentar von Michael am 02.03.10 um 23:18

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