Deutschland vs Norwegen 0:1
Länderspiel: Ungepflegte Langeweile
Klar, einige der 45.000 Anwesenden bei der heutigen Abendveranstaltung begriffen die Sache als willkommene Gelegenheit, die ollen Fan-Klamotten von der WM 06 aufzutragen. Da sah manche Aloha-Kette doch schon recht ranzig aus, und wer einen schwarz-rot-goldenen Punker-Hahnenkamm trägt, der ist eh blöd. Entsprechend mau war von Anfang an die Stimmung. Nur ein paar Bescheuerte in der Nordwestecke stifteten die Besinnunglosen zu einer völlig unmotivierten La-Ola an. Dazu böllerten die armen Würstchen, die sich als DFB-Fanclub für kleines Geld zu Trommeltrotteln machen lassen, was das Zeug hielt. Am meisten Anfeuerung ging von den rund 100 Wikinger aus, die in der Südkurve, dem Wohnzimmer der Fortuna-Fans, ihren Spaß hatten. Zumal die norwegische Elf völlig zu Recht gewonnen hat. Während die deutschen Millionären in den kurzen, schwarzen Hosen jeder für sich den eigenen Marktwert zu steigern bemüht war, spielten die Nordmänner eine disziplinierte Abwehr und wagten manchen Vorstoss. Das gab dem jungen Herrn Adler Gelegenheit, sich zu präsentieren.
Nennen wir das Spiel der deutschen Mannschaft ruhig erbärmlich. Die Erbärmlichkeit hatte heute zwei Namen: Ballack und Frings. Während bei Letzterem nur noch der Mitleidsfaktor faule Eier und Tomaten verhindert, zeigt sich der überschätzteste deutsche Fußballer der Neuzeit wieder als das, was er immer war: ein Feigling. Denn immer, wenn der Mischael erkennt, dass es schwierig wird, versteckt er sich. So auch heute. Der Mann wird, und darauf würde ich meinen Fortuna-Fan-Schal verwetten, als Spieler nie einen bedeutenden Titel holen. Er hat’s einfach nicht. Welch armen Geistes Kind die Mehrheit der Anwesenden war, zeigte sich daran, dass der hilflose Mario Gomez bei seiner Auswechslung burtalst möglich ausgepfiffen wurde. Ja, so baut der deutsche “Fan” seine Leute auf. Wer solche “Fans” hat, braucht keine Feinde. Zur Entschuldigung der Masse kann nur angeführt werden, dass sie einfach null Ahnung vom Fußball hat. Denn wenn einer da vorne völlig versagte, dann der Herr Klose. Klose? Welcher Klose? Nicht nur, dass der Mann mit der Leidensmiene nie nicht überhaupt keinen Hauch einer Chance hatte, seine Sichtbarkeitsquote lag im Promillebereich. Lassen wir das Durchhecheln der Versager, die den Bundesgeier auf dem Leibchen tragen…
Rheinbahn und Ordnungskräfte hatten, wie zu erwarten war, milde Organisationsprobleme. So dauerte die Fahrt mit der U-Bahn gegen 19:00 von der Altstadt zur Arena fast eine halbe Stunde, also mehr als das Doppelte wie üblich. Dies auch der Tatsache geschuldet, dass der Zug, in dem Ihr sehr ergebener Berichterstatter reiste, über zeh Minuten auf seine Einfahrt in den Arenabanhnhof wartete. Am Einlass waren die Abtaster offensichtlich vom Ansturm überrascht. Wer konnte auch ahnen, das nach einem schwachen Vorverkauf von 38.000 Karten nochmal 7.000 mehr kommen würden? So zog sich die Sicherheitsprozedur gegen viertel vor acht über insgesamt mehr als eine halbe Stunde in. Ergebnis: ISEB traf exakt mit dem Anpfiff im Block 160, Reihe 1, Platz 9 ein. Die Nachbarn hatten schon darauf gewettet, dass genau dieser eine Platz leer bleiben würde, wurden aber enttäuscht.
Zur Linken ein älteres Ehepaar mit Tochter und Schwiegersohn, Letztere im Deutschland-Trikot. Die nahmen das Geschene auf dem Rasen vorwiegend unbewegt hin, nur der älteren Damen entrang sich bisweilen ein raues “Komm schon!”. Rechts ein rundlicher junger Mann mit deutlich niederrheinischer Herkunft. Der entpuppte sich nach ein paar gewechselten Worten als Fan von Borussia MG, sodass ISEB in den Genuss kam, mit einem Ostholländer quatschen zu können wie mit einem Menschen. So gesehen dienen Länderspiele tatsächlich der Völkerverständigung. Der Typ hatte aber auch wirklich mächtig Ahnung vom Fußball, sodass sinnvolles Fachsimpeln stattfand.
Der Höhepunkt des Spiels kam in der 63. Minute. Da es den in ihrer Kurve verweilenden Fortuna-Fans zu langweilig geworden war, stimmten sie lautstark den klassischen Wechselgesang “Fortuna! – Düsseldorf!” an. Prompt netzte ein Wikinger ohne jeder Störung durch deutsches Spielermaterial in Adlers Hütte ein. Man kann also mit Fug und Recht sagen: Die Norweger haben gewonnen, weil sie von den Fortunisti angefeuert wurden. Übrigens: Die nördliche Ehrenrunde landete ebenfalls vor dem 42er, wo die Kerle in Rot mit wärmsten Applaus gefeiert wurden. Da saßen die deutschen Uschis schon unter der Trockenhaube und ließen sich die Pillefüße maniküren.
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Schon erstaunlich, dass sich so viele für ein hochgejazztes Trainingsspielchen einer zusammengewürfelten Truppe in den Vogelkäfig locken lassen. Ich dürfte da gar nicht hingehen, denn bei deutschbunten Hahnenkämmen, Girlanden und sonstigem Event-Volk steigt mein Aggressionspotenzial bis zum Anschlag. Nicht besser aber der TV-Kommentar, der über mangelndes Mannschaftsverständnis bei einer (eben!) zusammengewürfelten Truppe faselt. Ich gehe aber mal davon aus, dass die üblichen Verdächtigen im Comfort Club allerdings einen schönen Abend hatten.
Morgen gibt’s auch ein interessantes Trainingsspiel im PJS: Foruna II gegen Schlagmichtot Vohwinkel. Ohne Dach und Rauchverbot, ehrliches Bier und Schummerflutlicht. Was will man mehr??
[Antwort]
Keine Edit-Funktion, daher Korrektur als 2.Beitrag: Ohne Dachverschluss und Rauchverbot, aber dafür mit ehrlichem Bier und Schummerflutlicht!
[Antwort]
[...] die für kleine Mark Trommeln schlagen und Schwarzrotgold schwenken, auch wenn – wie beim Länderspiel gegen Norwegen in Düsseldorf erlebt – die Zuschauer keinen Grund sehen, die Nationalelf anzufeuern. Nach [...]