Zwote Liga aktuell

Rohrstöckchen vs F95 2:1

f95_hansaBoah, ey, man kann ja die Spiele der ersten und zweiten Bundesliga live im Internet gucken! Kostenlos! Da gibt es nette Leute (z.B. im Irak ;–)), die einfach ihren Fernseher ins Web striemen! So konnte ich heute das Spiel meiner geliebten Fortuna in Echtzeit verfolgen. Ob das wohl illegal ist? Keine Ahnung… Jedenfalls war’s weiß auffem Platz in Rohrstock, und der Hosenpisser von Lichtenhagen stand bestimmt zwischen den Anhängern der Hansa, die ja für ihren Hass auf alles Vernünftige und Fremde weltberüchtigt sind; vielleicht hat der sich aber auch schon längst totgesoffen. Aber Doofe gibt’s auch in Fortuna-Kreisen. Nicht ganz zu Unrecht nennen manche den virtuellen Treffpunkt der Fortunisti “Deppenforum“. Denn kaum hatte der ausgezeichnete Schiri Perl, ein Mann fernab jeglicher Selbstdarstellerei, angepfiffen, plapperte das weniger intelligente Volk von “irregulären” Bedingungen. Derartiges Gesülze kann nur eine Folge der Verblödung durch diese bescheuerten Managerspiele sein, in denen es beim Fußball nur um Kohle geht und die Spiele aseptischer Natur sind.

Die Typen dieser Sorte – allesamt geschichtslose Wesen, die der Meinung sind, die Historie der Menschheit habe mit dem Tag ihrer Geburt begonnen – sollten sich mal mit dem angeblich ja völlig sportfernen American Football, also der NFL befassen. Die Saison läuft unterbrechungsfrei über den Winter, und die Spiele finden IMMER statt. Das Lambeau Field der Green Bay Packers, einem im Winter schweinekalten Ort in Wisconsin, verwandelt sich bisweilen in die “Frozen Tundra” – 1967 spielten die Packers gegen die Cowboys über vier Stunden bei -25° Celsius und scharfen Nordwinden; 2007 wurde bei einem Spiel ein Windchill von -31° Celsius gemessen. Am 19.01.2002 spielten die Riders bei den Patriots im Tiefschnee, viele Thanksgiving-Spiele fanden auf schneebdeckten Plätzen statt.
Natürlich gibt es in den NFL-Stadien überall auch Rasenheizungen. Die nutzen bloß nichts, wenn es in der Nacht vor dem Spiel schneit und die Temperaturen durchgehend deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen. In Rostock hatte man am Montag bereits die Heizung eingeschaltet, die den Rasen auf 12° bringt. Wie man im Zeitraffer der Webcam aus dem Rostocker Hafen sehen kann, hat es aber in der Nacht von gestern auf heute wieder geschneit.

Alle reden also vom Wetter. Dass es dann aber heißt, die Fortuna habe mehr Probleme mit den Bedingungen, weil sie spielersich überlegen ist, ging mir runter wie Öl. Tatsächlich haben sich Hansapflaster in der laufenden Saison eher als Grobmotoriker geoutet. Trotzdem: Auch auf Schnee kann keine Rede davon sein, das alles bloß Zufall und Glück ist. Aber die geistig Armen haben ja einen Faible dafür, den Flüssigscheiß der dumm-faulen Spochtrepochter nachzuplappern – und die sagen ja dann so Zeuch wie “dem Zufall Tür und Tor geöffnet” und reden von “irregulären Bedingungen”. Da es ja gerade bei diesen Scheinjournalisten üblich ist, Schiedsrichterentscheidungen nach einem gefühlten Regelwerk zu beurteilen (“Den kann man geben…”), weiß natürlich auch keiner dieser Nasen, wann ein Spiel vom Schiri NICHT angepfiffen wird:

4. Der Schiedsrichter prüft einige Zeit vor Spielbeginn das Spielfeld und den Platzaufbau, um sich davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung ist. Sollte die Beschaffenheit des Platzes infolge schlechten Wetters oder Nachlässigkeit so sein, dass den Spielern Gefahr droht oder eine ordnungsgemäße Durchführung des Spieles nicht gewährleistet ist, so hat der Schiedsrichter den Platzverein aufzufordern, die Mängel zu beseitigen. Ist dies innerhalb einer angemessenen Frist nicht möglich, so fällt das Spiel aus.
5. Ist die Zeichnung des Spielfeldes wegen Schneefalls nicht mehr erkennbar, sind zusätzlich acht Hilfsflaggen zur Kennzeichnung der Strafräume einen Meter außerhalb der Begrenzungslinien aufzustellen. Stehen keine Hilfsflaggen zur Verfügung, sind auch sogenannte „Hütchen“ zugelassen.
[Quelle: DFB - Fußballregeln 2009/10 (PDF-Download)]

Man sollte es einem erfahrenen Spielleiter wie Günter Perl schon zutrauen zu beurteilen, ob den Spielern Gefahr drohte, denn dass die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels gewährleistet war, wird wohl niemand bezweifeln.

Aber das Gejammere der Fortuna-Freunde im besagten Forum hat natürlich auch etwas mit der verschobenen Weltsicht zu tun, die wiederum von anderen Nichtskönnern an Tastaturen und Mikrofonen verbreitet wird. Es ist natürlich extrem kleine Münze, nach dieser Runde über einen “Durchmarsch” der Fortuna zu salbadern. Trainer Norbert Meier hat darauf nach dem Spiel der Vorwoche die passende Antwort gegeben (sinngemäß): “Wenn ich Durchmarsch hab, muss ich Kohletabletten nehmen.” Mit dem nachgeschobenen Hinweis, dass man in seiner Hamburch “Durchmarsch” zur Diarrhoe sagt.

Jedenfalls hatten beide Mannschaften dieselben Schwierigkeiten (wie die Spieler des parallel stattfindenden Spiels zwiscen Fürth und KSC auch) mit dem Platz. Trotzdem fand ein ziemlich sehenswertes Spiel statt, denn die Tuna war immer bemüht, über das gewohnte Passspiel zum Zug zu kommen. Die eher simpel gestrickten Hansaisten (Lex Zachhuber: Die Spieler sollten nie intelligenter und/oder gebildeter sein als der Trainer) versuchten dagegen, irgendwie an den gegnerischen 16er zu kommen, um dort einen Freistoß oder eine Ecke zu ergattern. So fiel auch das 1:0 – der Ball kam in den Strafraum, irgendwer haute daneben, und der Bülow erwischten den Ball so, dass er ihn aus etwa 12 Metern links unten einnetzen konnte. Dann kam Caillas für Anderson und vergab einen aussichtsreichen Freistoß durch dümmliche Lässigkeit. Bemba musste übrigens nicht raus, weil er fror, sondern weil ein Muskel – wie sacht man heute fachmännisch? – “zu machte”. Unser geliebter Burkinese, der Zuuuuuuuundi, der blieb allerdings zwecks Unterkühlung nach der Pause in der Kabine.

Nach dem halbzeitigen Füßewärmen kamen unse Jungs kämpferischer aus der Kabine und setzen die Blauweißen unter Druck. Das 1:1 durch unsen Ösi-Mattin aus Hamburch kam zwangsläufig. Marcelchen Gaus war für Zoundi gekommen und machte Alarm. Einmal landete dieser beim Harnik, der einnickte, also den Ball… Kurz nach dem Ausgleich wurde der Torschütze gefoult, und man hätte meinen können, es hätte einen Elfer geben müssen, aber das Foul fand außerhalb des Sechzehners statt.

Aber dann legten die Rohrstöckchen nochmal nach und gingen zur Sache. Man muss aber dazu sagen, dass es im gesamten Spiel zu keinem einzigen wirklich groben Foul kam – auch ein Verdienst des souveränen Herrn Perl, der lediglich Schitte und Lumpi Gelb zeigte, weil die sich zankten. Der völlig überschätzte Finn Bartels kassierte dann irgendwann auch noch eine Verwarnungskarte. Tja, und dann fiel das 2:1 für die Hanseaner – just in den Minuten als mein Stream abbrach. Die Tunen währten sich weiter wacker, aber die verbleibende Viertelstunde ergab nichts Zählbares.
Auch wenn man Hansa Rostock und vor allem deren “Fans” nicht mögen muss: Der Sieg geht okay, weil die Blauweißen einfach mehr und besser gekämpft haben.

Wie immer jenseits von Gut und Böse war der Sky-Kommentator. Man fragt sich, ob diese “Profis” sich eigentlich vorbereiten oder über eine Mannschaft, von der sie wenig wissen, einfach sagen dürfen, was ihnen in den hohlen Kopp kommt. So erklärte die Arschnase dem Pay-TV-glotzenden Volk, Campino sei vermutlich der größte Fortuna-Fan überhaupt (Wo doch selbst innerhalb der Hosen Breiti der intensivere Anhänger ist und zu jedem Spiel geht, wenn er in Düsseldorf ist…). Die Mannschaft sei ja zum Hosen-Konzert eingeladen, und deshalb flöge man mit einer “Chartermaschine” flüg nachem Spiel nachhause. Das hört sich irgendwie bayern-arschig an, stimmt aber wohl nicht. Air Berlin ist bekanntlich Sponsor und hat eine Maschine zu Sonderkonditionen bereitgestellt.
Dann ließ sich der Kommentator auch noch über die fortunistische Auswärtsschwäche aus. Ja, Spielergebnisse kann ich auch lesen. Wenn ich aber weder ein einziges der anderen F95-Auswärtsspiele gesehen habe, noch irgendeinen aussagefähigen Spielbericht gelesen habe, bleibt mir wenig mehr als dumme Repochtersprüche aufzusagen. Dass unse Jungs sowohl in Fürth, als auch in Pauli unglücklich bis ungerecht verloren haben, wusste die Type nicht.

Und dann war da noch das Pausengespräch mit unserem Vorturner Frymuth. Der beherrscht auch vor der Kamera die Kunst, viele Worte zu produzieren, ohne was zu sagen – was in diesem Fall gegenüber den doofen Fragen des Sky-Menschen die bestmögliche Strategie war.


» Fernsehbericht von Rainer Bartel am 19.12.09 um 16:33 » in Kategorien: Fortuna,Sport » 1.850 x gelesen » 2 x kommentiert
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  1. Gute Anlayse – Lustig auch als die Rohrstöckchen im Gesang “Wessies” statt “Kölner” unter Brücken schlafen liessen – Die kennen nicht mal Düsseldorf ich hoffe diekriegen 5 Stück im Sommer wenn auch hoffntlich Bibiana pfeift….

     
    Kommentar von Thors am 19.12.09 um 18:48
  2. Liebe Besucher aus dem 95er-Forum, wenn ihr es geschafft habt, bis hierher zu lesen, dann denkt bitte mal über dieses Zitat aus obigem Beitrag nach:

    “Nicht ganz zu Unrecht nennen manche den virtuellen Treffpunkt der Fortunisti “Deppenforum“.”

    Da steht nicht: “Ich halte alle User des 95er-Forums für Deppen.”

    So, und jetzt mögen die humorfreien Mimosen mit dem Schaum vorm Mund mal wieder runterkommen.

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 20.12.09 um 21:26

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