Was haben die verblödeten Spochtrepochter vor der EM nicht alles abgeseicht über die Superstars des Turniers. Also ob die Fußballeuropameisterschaft ne Casting-Show wäre: ESDS (Europa sucht den Superstar). Und der Druck scheint den designierten Superstars nicht gut zu bekommen. Hat Bübchen Ronaldo im Spiel gegen die Döners noch eifrig mitgetan, hielt sich ein gewisser Herr Ballack in der Partie gegen die Polen weitestgehend versteckt. Kennt man ja von ihm. Und ist doch eine bewunderswerte Fähigkeit, als Kerl von einsneunzich neunzig Minuten fast unsichtbar zu bleiben. Kann es sein, dass Samsung eine portable Tarnkappe für seine Werbefigur entwickelt hat?
Jedenfalls erlegte Poldi seine ehemaligen Landsleute im Alleingang und machte sich dabei nicht nur im Hüttenmachen sichtbar. Möglich, dass sich dieser Kandidat beim Casting durchsetzte; einen Pokal als bester Spieler hat er ja schon. Herr Gomez aus Stuttgart hatte dagegen die Scheiße an den Schuhen, also Pech beim Chancenverwerten. Dann trat ein gewisser Schweini an und bewies mit Nachdruck, dass er momentan eher an der Seite seines Bruders in Liga drei kicken sollte.
Das polnische Team hat nicht schlecht gespielt, aber auch nicht gut. Wer aus dem Druck, den die Mannschaft in Hälfte Zwo aufgebaut hat, so wenig macht, wird auch die Österreicher kaum schlagen können. Vielleicht aber die Kroaten, die ganz offensichtlich beschlossen haben, ohne Kampf und Spiel Europameister zu werden. Das könnte schief gehen, und wer sich in der Vorrunde schont, den bestraft das Viertelfinale.
Dies alles beobachtete ihr Berichterstatter übrigens schon in einem der Gastgeberländer, wenn auch kurz hinter der Grenze. Das Public Viewing in einer weniger bekannten schweizer Gemeinde bestand aus handgestoppten vierzehn Personen, von denen zwölf neutral waren. Nummer dreizehn war Pole, der letzte Kroate. Da kam wenig Stimmung auf.
Ballack erinnert mich während dieser EM an Pino ‘Gondoliere’ Canale