Worringer Platz umbenennen - jetzt!
Obwohl der große Oberbürgermeister dieser Stadt, der nimmermüde Joachim Erwin, in seinem Testament ausdrücklich verfügt hat, die Stadt solle sich keine Gedanken darüber machen, eine Straße, einen Platz oder eine Hausnummer (hä?) nach ihm zu benennen, hat die ebenso nimmermüde Erwinista kurz nach dessen Dahinscheiden alle Hebel in Bewegung gesetzt, den großen Sohn Stadtrhodas durch die Benennung eines markanten Teils Düsseldorfs zu ehren. In schier unglaublicher Verwirrung fiel die Wahl von Hofschranzen und Klüngel auf die Brücke im Norden, die als Anfang einer Autobahnschneise durch Naturschutzgebiet und die Fleckgemeinde Meerbusch dient. Dabei muss der Mann, der Düsseldorf eigenhändig entschuldet hat, doch unbedingt im Herzen der Stadt geehrt werden. Was läge da näher, als den Worringer Platz, den Joachim Erwin persönlich hat wohnlich machen lassen, nach ihm zu benennen? [weiterlesen...]
Ein Besuch in den Düsseldorf Arcaden
Laut Wiktionary ist Arkadien in der antiken Dichtersprache das Land der Seligkeit und des Glücks. Rein geografisch ist Arkadia eine griechische Präfektur auf dem Peleponnes. Warum in Zeus Namen die Planer der Shoppingmall am Bilker Bahnhof den hässlichen Schuhkarton “Arcaden” (nur echt mit dem bescheuerten “C”) nennen mussten, wollte ihr ergebener Berichterstatter herausfinden. Dazu musste der heutige Dienstag herhalten – ein regnerischer Tag in den hiesigen Herbstferien. Der erste Eindruck ist wenig paradiesisch: Hinter einer grauen Pflasterfläche ragt ein weißlicher Quader auf, der am unteren Rand mit bunter Leuchtreklame beklebt ist. Wer nicht zu den geübten Konsumisten zählt, auf den wirkt das wenig einladend. [weiterlesen...]
Bilker Arkaden eröffnet
In einem der urbansten Viertel Düsseldorfs, unweit des wichtigen Umsteigepunkts Bilker Bahnhof hat man am vergangenen Wochenende die Bilker Arkaden eröffnet, eine Shopping-Mall nach US-Muster. Das heftig umstrittene Zentrum erweist sich nach Abnahme der Bauzäune als mit schießschartigen Fenstern bewehrter Kommerzbunker und steht seinem gegenüberliegenden Kontrahenten, dem Kaufhaus Real,- an Hässlichkeit nicht nach. Nur das jenes bereits Anfang der Achtziger dorthin geklotzt wurde.
Durch gezielte Gerüchte aus den Kreisen des Managements wurde die Zahl von 100.000 Besuchern am ersten Tag in die Medien gepflanzt. Natürlich weiß niemand, wie viele Kaufwütige sich tatsächlich nach Bilk begeben hatten. Fest steht, dass es gefühlte 90 Prozent der Massen nicht auf die Arkaden an sich, sondern bloß auf die Schnäppchenstapel beim Media Markt abgesehen hatten. [weiterlesen...]