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	<title>Rainer&#039;sche Post &#187; Fehlfarben</title>
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		<title>Pubert&#228;tsdepri &#8230; gel&#246;st</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 16:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1983 war die Neue Deutsche Welle schon so gut wie tot. Wobei sich ja ohnehin fragt, was genau denn NDW war: Nena? Hubert Kah? DAF auch? Oder gar Fehlfarben? Wie steht&#8217;s mit Ideal? Und &#252;berhaupt den Humpe-Sisters? Man wei&#223; es nicht. Geblieben sind die 100 lustigsten Feten-Hits und komische Erinnerungen an die Zeit zwischen 1978 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/05/purple_schulz_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Er wollte raus, seine Fans auch - Purple Schulz in den Achtzigern im Palast der Republik"><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/05/purple_schulz.jpg" alt="purple_schulz" /></a>1983 war die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Deutsche_Welle">Neue Deutsche Welle</a> schon so gut wie tot. Wobei sich ja ohnehin fragt, was genau denn NDW war: Nena? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hubert_Kah">Hubert Kah</a>? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch_Amerikanische_Freundschaft">DAF</a> auch? Oder gar <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3ckAlX7mSno">Fehlfarben</a>? Wie steht&#8217;s mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ideal_(Band)">Ideal</a>? Und &#252;berhaupt den Humpe-Sisters? Man wei&#223; es nicht. Geblieben sind die 100 lustigsten Feten-Hits und komische Erinnerungen an die Zeit zwischen 1978 und 1983. Aber neben den mehr oder weniger witzigen, teilweise doofen und selten wirklich interessanten NDW-Errungenschaft hielten sich die gute S&#228;nger ziemlich wacker. Einer davon ist K&#246;lner, was aber nicht weiter schlimm ist, denn der Junge war immer und ist immer noch sowas von gut!</p>
<p>1) Wie hei&#223;t der Typ: <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Purple_Schulz">Purple Schulz</a></strong><br />
2) Wie hei&#223;t das Lied: <strong>Sehnsucht (ich will raus)</strong><br />
<span id="more-3062"></span></p>
<p>Einer seiner Songs brachte im besagten Jahr 1983 auf den Punkt, was diverse Hormone an filosofischem Gem&#252;tskram erzeugen, wenn das Geschlecht die Oberhand im Menschen erringen will. Es handelt sich meiner unma&#223;geblichen Meinung nach um einen der intensivsten Songs deutscher Sprache in der &#196;ra nach 1980.</p>
<p>Was man &#252;ber Purple Schulz wissen muss, findet man auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Purple_Schulz">Wikipedia</a> und seiner <a href="http://www.purpleschulz.de/start_other.htm">eigenen Website</a>. Als ich &#8220;Sehnsucht&#8221; zum ersten Mal h&#246;rte, war ich tief ber&#252;hrt. Bei aller sch&#252;tzenden Ironie, die ja ein Merkmal der NDW war: Ich konnte mich nicht dr&#252;ber lustig machen. 1983 war ich immerhin schon 31 und bereits Vater, aber was der Typ mit dem markanten Gesicht und dem netten Sprachfehler da sang, das f&#252;hrte mich zur&#252;ck in meine Pubert&#228;tsjahre. Genau so hatte ich mich oft gef&#252;hlt. Dass das Publikum in Honnis Lampenladen den Text anders verstand, ist klar. Die folgenden Live-Version wurde dort aufgenommen und ist ganz, ganz gro&#223;:<br />
.<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/QhBSw1Vnusw&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/QhBSw1Vnusw&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/kultuur_popp/pubertaetsdepri.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Neues Rheingold</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 19:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An dieser Stelle gab es ja k&#252;rzlich eine Ferndebatte &#252;ber die Bedeutung der Stadt D&#252;sseldorf f&#252;r die popul&#228;re Musik. Danach wird niemand mehr bezweifeln, dass in der sch&#246;nsten Stadt am Rhein eine Reihe wichtiger neuer Stile entstanden sind. Und das gilt nicht nur f&#252;r Kraftwerk, die Gruppe, die als erste weltweit eine Popmusik gemacht hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/rheingold_1980.jpg' alt='rheingold_1980.jpg' />An <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/musikhauptstadt-duesseldorf.php">dieser Stelle</a> gab es ja k&#252;rzlich eine Ferndebatte &#252;ber die Bedeutung der Stadt D&#252;sseldorf f&#252;r die popul&#228;re Musik. Danach wird niemand mehr bezweifeln, dass in der sch&#246;nsten Stadt am Rhein eine Reihe wichtiger neuer Stile entstanden sind. Und das gilt nicht nur f&#252;r Kraftwerk, die Gruppe, die als erste weltweit eine Popmusik gemacht hat, die nicht auf Blues, Jazz oder Folk basiert. Weniger bekannt ist, dass Kraftwerk kein Monlith der D&#252;sseldorfer Szene war, sondern in der Zeit von etwa 1968 an viele hiesige Musiker eigene Musiken erdacht, aufgenommen und erfolgreich ver&#246;ffentlicht haben &#8211; und das nicht nur bis der deutsche Punk um 1976 herum in D&#252;sseldorf seinen Anfang nahm. Und kaum einer wird wissen, dass die D&#252;sseldorfer Gruppe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheingold_(Band)">Rheingold</a> mit dem Song &#8220;Dreiklangsdimensionen&#8221; den ersten Hit (Platz 17) landete, den man der Neuen Deutschen Welle zuordnen kann.<span id="more-248"></span></p>
<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/rheingold_duesseldorf.jpg' alt='rheingold_duesseldorf.jpg' />Legend&#228;rer Betreiber des Projekts Rheingold war und ist <a href="http://www.myspace.com/bodostaiger">Bodo Staiger</a> &#8211; der Mann mit den zwei Nachnamen. Denn obwohl &#8220;Staiger&#8221; die korrekte Schreibweise ist, wird er in diversen Lexika und auf verschiedenen Portalen gern als Herr Steiger gef&#252;hrt. Das wird vermutlich an seiner legend&#228;ren Filmrolle liegen: In dem ebenso legend&#228;ren deutschen Horrorfilm &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Fan_(1982)">Der Fan</a>&#8221; von 1982 spielt er den Popstar R, der von einem Groupie (dargestellt von der jungen Desirée Nosbusch, die &#8211; welch Skandal! &#8211; f&#252;r einige Sekunden nackt zu sehen ist) ermordet, zerlegt und verspeist wird.<br />
Und ebenjener Bodo Staiger ist noch da und macht (immer noch?) wieder Musik. Wieder unter dem Namen Rheingold und ganz im Stil der D&#252;sseldorfer Schule à la <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neu_%28Band%29">Neu!</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/La_D%C3%BCsseldorf">La D&#252;sseldorf</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Rother">Michael Rother</a>. Apropos D&#252;sseldorfer Schule: Diesen Untertitel tr&#228;gt das Album &#8220;Electric City&#8221; &#8211; und das zu Recht. Denn Staiger wagt den Versuch, die Evergreens (Sorry f&#252;r den Ausdruck) der D&#252;sseldorfer Elektropop-Szene der sp&#228;ten siebziger und fr&#252;hen achtziger Jahre neu zu interpretieren. Da trifft &#8220;<a href="http://www.lyricsdownload.com/la-duesseldorf-geld-lyrics.html">Geld regiert die Welt</a>&#8221; (La D&#252;sseldorf) auf &#8220;Autobahn&#8221; von Kraftwerk, &#8220;Es geht voran&#8221; (Fehlfarben) und &#8220;Dr. Mabuse&#8221; von Propaganda. Erg&#228;nzt wird das Ganze durch eine neue Version des Rheingold-Hits &#8220;3Klangsdimensionen&#8221;.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist das in erster Linie ein nostalgischer Spa&#223;. Aber auch eine Hommage an jene Zeit und diesen Ort. In D&#252;sseldorf ist alles das erfunden worden, was heute noch als Elektropop weltweit bekannt ist. Genauer: Die Studios, in denen diese Inkunabeln der elektrischen Popmusik erarbeitet und aufgenommen wurden, lagen in einem Umkreis von kaum zwei Kilometer im Herzen der Stadt. So wundert es nicht, dass &#8220;<a href="http://www.7digital.de/artists/rheingold/electric-city-d%C3%BCsseldorfer-schule/">Electric City</a>&#8221; in den 3Klang-Studios im Haus Corneliusstra&#223;e 78 aufgenommen wurde, an gleicher Stelle, an der damals auch schon die Alben von Michael Rother und Klaus Dinger entstanden sind. Das ber&#252;hmte Studio der Kraftwerker lag (liegt?) an der Mintropstra&#223;e &#8211; kaum zehn Minuten Fu&#223;weg entfernt.</p>
<p><strong>Die fr&#252;hen Jahre</strong><br />
Aber die Geschichte geht weiter zur&#252;ck. Bis in die Jahre 1965, 1966. Damals gab es in der Stadt drei angesagte Beatbands: Die Beathovens, die Spirits of Sound und &#8211; etwas sp&#228;ter &#8211; Harakiri Whoom! Letztere Gruppe wurde ber&#252;hmt wegen des exzentrischen S&#228;ngers Marius M&#252;ller-Westernhagen, der bei einem Schulfest im Kaiserswerther Theodor-Fliedner-Gymnasium zehn Minuten nach seiner Band, die inzwischen zappaesken und atonalen Krach gemacht hatten, auftrat, indem er im Wolfspelzmantel von hinten durch die Aula zur B&#252;hne schritt. Gitarrist dieser komischen Truppe war &#252;brigens Bodo Staiger (w&#228;hrend der durchgeknallte Allen Warren am Schlagzeug sa&#223; und Patty(?), der Sohn des belgischen Konsuls den Bass schlug). Sp&#228;ter gab es einen <a href="http://www.landesfilmdienst-bw.de/sixcms/detail.php/27963">Spielfilm</a>, in dem Marius einen chaotischen Kriegsdienstverweigerer auf der Flucht gibt. Musikalisch waren die Harakiris sicher die weniger gute Band. Gegen die Beathovens, eine wirklich gute Coverband, die alles spielten, was angesagt war (Beatles, Stones, Manfred Mann etc pp), konnten sie kaum anstinken. Schlagzeuger der Beathovens war &#252;brigens eine Zeitlang Wolfgang Fl&#252;r, der sp&#228;tere Kraftwerk-Drummer. Dieser wurde sp&#228;ter oder gar gleichzeitig Schlagzeiger der Spirits of Sound, einer D&#252;sseldorfer Supergroup jener Zeit, in der Michael Rother Leadgitarrist war. Ebenfalls dabei war der sagenumwobene <a href="http://www.germanrock.de/e/eiliff/index.htm">Housch&#228;ng Nejadepour</a>, Sohn eines Teppichh&#228;ndlers von der Stresemannstra&#223;e und Schwarm aller D&#252;sseldorfer M&#228;dchenherzen. Ende der siebziger Jahre entstand mit den <a href="http://www.dierockpage.de/plattenschrank/lilac_angels1.htm">Lilac Angels</a> eine weitere D&#252;sseldorfer Allstar-Band, die allerdings eher dem schn&#246;rkellosen Rock&#8217;n'Roll zugewandt war. Dort war Bodo Leadgitarrist, w&#228;hrend Joe Stick (dessen echten Namen ich mal kannte) sang, w&#228;hrend Nappes Napiersky schlagzeugte und Peter Wollek (ein Klassenkamerad von mir) den Bass bediente.</p>
<p>Ob und bei welcher Band der im M&#228;rz diesen Jahres verstorbene Klaus Dinger &#8211; auch er von Hause aus Drummer &#8211; dabei war, wei&#223; ich nicht. Die Gr&#252;nderv&#228;ter von Kraftwerk, Ralf H&#252;tter und Florian Schneider-Esleben, hatten mit der geschilderten Szene jedenfalls gar nichts zu tun. Tats&#228;chlich spielten die genannten Bands aber auch im weitesten Sinne Rockmusik. Erst der Einfluss der Kraftwerker brachte die Jungs aber zu diesem typisch D&#252;sseldorfer Stil, der Tausende ander Musiker in aller Welt inspirierte.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/neues-rheingold.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Musikhauptstadt D&#252;sseldorf</title>
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		<pubDate>Tue, 06 May 2008 09:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur von wenigen Menschen kann man sagen, sie h&#228;tten die Musik zwei-, dreimal neu erfunden (was Miles Davis in seiner v&#246;llig gerechtfertigten Arroganz so &#228;u&#223;erte), nicht einmal olle Frank Zappa war so innovativ. &#196;hnliches gilt f&#252;r Orte: Nur in wenigen St&#228;dten haben jemals die Geburtsstunden neuer Musikformen, speziell im Bereich der popul&#228;ren Musik, geschlagen. New [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/05/kraftwerk_maschine.thumbnail.jpg' alt='kraftwerk_maschine.jpg' />Nur von wenigen Menschen kann man sagen, sie h&#228;tten die Musik zwei-, dreimal neu erfunden (was Miles Davis in seiner v&#246;llig gerechtfertigten Arroganz so &#228;u&#223;erte), nicht einmal olle Frank Zappa war so innovativ. &#196;hnliches gilt f&#252;r Orte: Nur in wenigen St&#228;dten haben jemals die Geburtsstunden neuer Musikformen, speziell im Bereich der popul&#228;ren Musik, geschlagen. New Orleans w&#228;re zu nennen, New York, Chicago, San Francisco und vielleicht Detroit; London nat&#252;rlich und&#8230; Tja, der alte Kontinent hatte in den letzten f&#252;nfzig Jahren wenig mehr zu bieten als den franz&#246;sischen Chanson der F&#252;nfziger, den Munich Sound (&#8220;Fly, Robin, Fly&#8221;) und Sven V&#228;th. W&#228;re da nicht diese vertr&#228;umte Residenzstadt auf der rechten Rheinseite, in der eine hochexplosive Kunstakademie wohnt und eine Musikinnovation nach der anderen hervorbringt.</p>
<p><span id="more-86"></span>Wie ich da jetzt draufkomme? Mit dem gesch&#228;tzten Kollegen und zuk&#252;nftigen Gastautor Dirk Pilat entbrannte dieser Tage eine Debatte auf Basis seiner steilen These, D&#252;sseldorf habe in Sachen moderner Musik lediglich die Band Propaganda vorzuweisen. Nun ist Dirk K&#246;lner oder hat da lange gelebt; jetzt wohnt er am Ende der schottischen Welt. Das k&#246;lsche Element neigt ja dazu, den Bauchnabel der Menschheit auf der Domplatte zu verorten und kann sich in seiner Scheuklappigkeit nicht vorstellen, dass woanders was abgeht, was der Stadt K&#246;ln abgeht. Schon gar nicht in D&#252;sseldorf.  Das soll nicht unwidersprochen bleiben.</p>
<p>Dirk hat auf <a href="http://messagedfromtheouthouse.wordpress.com/">seinem feinen Blog</a> gestern dar&#252;ber filosofiert, ob es die deutsche Sprache sei, die den internationalen Erfolg deutscher Popmusiker verhindert h&#228;tte. Ja, klar, sagt man da leichthin; deutsche Sprache ist nicht singbar (weswegen die k&#246;lschen Hauruckrocker vom Schlage BAP sich ja ein eigenes Idiom ausgedacht haben, das dann niemand mehr versteht au&#223;er Niedecken mit seinen kurzen Beinchen&#8230;). Es gilt da aber auch zu differenzieren. Nat&#252;rlich dominiert das Englische die Popmusik schon seit Chuck Berry. Und nat&#252;rlich spricht kaum ein Schwein da drau&#223;en an den iPods Deutsch. Ich meine aber, dass es vor allem die britische und US-amerikanische Borniertheit ist, die andere Sprachen diffamiert. Deutsch geht nur, wenn es raunt, so bisschen national-romantisch, so bisschen gothic, so bisschen sado-maso. Dann h&#246;rt das manchestrische Vorstadtkid auch mal heimlich Rammstein, auch weil es nix versteht.<br />
Frank Zappa hat das ja in Joe&#8217;s Garage wunderbar persifliert, indem er den Central Scutinizer zur deutschssprachigen Domina macht. Und wenn dann eine hierzulande kaum bekannte Band namens Propaganda (die Dirk als einziges Beispiel eines Poperfolgs aus D&#252;sseldorfer herbeiruft) zum Geheimtipp wird, dann auch wegen des deutschen Gemurmels.</p>
<p>Entscheidende Impulse liefert die deutsche Popul&#228;rmusik, zumal die aus D&#252;sseldorf, immer dann, wenn sie sich entweder instrumental verh&#228;lt. Das gl&#228;nzendste Beispiel ist sicher Kraftwerk, Vater und Mutter aller elektrischer Musik, Geb&#228;rmutter des Techno und des Industrial. Da hockten sich zwei Buben 1968 an der D&#252;sseldorfer Mintropstra&#223;e zusammen und er&#246;ffneten eine Organisation zur Erneuerung der Musik. Als &#8220;Organisation&#8221; traten sie z&#252;gig auf und lieferten dem verst&#246;rten Publikum Musik, die Stockhausen in die reale Welt transponierte. Aus Organisation wurde Kraftwerk und die erfand eine v&#246;llig neue Popmusik. &#220;brigens: W&#228;hrend Kraftwerk dies aus der Tradition der Romantik und der modernen E-Musik tat, produzierten in K&#246;ln die Herren von Can zeitgleich &#196;hnliches vom Jazz ausgehend. Halten wir fest: Ohne Kraftwerk (ja, und ohne die k&#246;lsche Can&#8230;) w&#228;ren Techno und Industrial, ja, auch Hiphop kaum m&#246;glich.<br />
Ebenfalls aus romantischem Lehm geformt &#252;berzogen Tangerine Dream die Welt mit deutschem Klang. Amon D&#252;&#252;l lie&#223; dazu Gitarren krachen und Hippie-Bongos klappern. Und &#252;ber die Helden des daraus resultierenden Krautrocks, der f&#252;r ein paar Minuten Musikgeschichte die Welt beherrschte, und deren Einfluss gerade in den USA muss man nicht reden. Und dann ist da noch Japan, das Land mit der Sehnsucht nach Deutschland. Dort erlebten die Kraftwerker und ihre Mit- und Nachstreiter von Neu! Triumphe und erhebliche Charts-Erfolge. Vergessen wir nicht die D&#252;sseldorfer Ausnahmemusiker Klaus Dinger und Michael Rother. Sprechen wir &#252;ber La D&#252;sseldorf, ein Projekt, das f&#252;r ein Jahr die Discos auf dem Kontinent beherrschte. Und das alles vorwiegend sprach-, also deutschlos.</p>
<p>Die D&#252;sseldorfer Kunstakademie war und ist immer noch eine Brutst&#228;tte f&#252;r andere Popmusik. Als 1976 in Berlin, Hamburg, M&#252;nchen, Frankfurt und K&#246;ln noch die Schnauzb&#228;rte in engen Hosen auf Bonnie-M-Hits hopsten, nahm in D&#252;sseldorf der Punk seinen Lauf. Und zwar nicht in epigonenhafter Imitation der Londoner Ereignisse, sondern in eigenst&#228;ndiger Umformung. In dieser Zeit entstand das legend&#228;re Label Atatak. Der Pyrolator (Kurt Dahlke) und seine Konsorten (z.B. Frank Fenstermacher) bildeten Der Plan und lie&#223;en eine Musik los, die unerh&#246;rt war, nicht Pop, nicht Punk. Es kamen S.Y.P.H. und Mittagspause, Xao Seffcheque trat auf die eiserne B&#252;hne des Ratinger Hofs. Und dann kam Peter Hein, der einzige deutsche Rocks&#228;nger von internationalem Format. Fehlfarben brachten eine Tanzmusik, die so neu war, dass nur wenige wussten, wie dazu tanzen. Alles D&#252;sseldorf. Und als nie endenwollender Wurmfortsatz wuchs aus diesem Humus eine Kindertruppe namens Die Toten Hosen (Mehrfach Nummer Eins in Argentinien), die noch heute zu den wertvollsten Exportartikeln dieser Stadt z&#228;hlt.</p>
<p>Kurzum: D&#252;sseldorf hat einen gewaltigen Beitrag zur modernen Musik geleistet &#8211; Kraftwerk. Und in D&#252;sseldorf entsteht permanent neue Musik. So bildet sich am Rande der Kunstakademie zurzeit eine Szene, die eine Art Heavy-Metal-Country-Folk probiert. Da sich das Zeug der Jungs und M&#228;dels Mitte Zwanzig so neu anh&#246;rt, ist dieses Etikett nur eine Kr&#252;cke. Was es wird, werden wir h&#246;ren. Stay tuned to D&#252;sseldorf.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/musikhauptstadt-duesseldorf.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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