Wer auch immer an diesem Tag das Wetter gemacht hat, der muss ein paar Schalter falsch umgelegt haben. Berlin brütet bei über 34 Grad. Die Sonne sticht wüstenmäßig, der Schatten bringt kaum Abkühlung. Ich steige am Potsdamer Platz aus dem U-Bahnhof und stehe in einer kollektiven Bausünde. Mehr Größenwahnarchitektur hätte Hitlers Speer auch kaum hingekriegt. Alles ist überdimensioniert, arrogant und mit falscher Bedeutung aufgeladen – am übelsten präsentiert sich die Deutsche Bahn, die Nachfolgeorganisation des Unternehmens, das einst die Opfer des Faschismus in die KZs transportierte. Der geschmacklose DB-Turm blickt aus toten Fenstern rüber auf den baulich völlig außer Kontrolle geratenen Hauptstadtbahnhof. Dazwischen liegt ein weites Feld.