Hitlers Bauprofessor Tamms
An dieser Stelle wurde bereits mehrfach über das städtebauliche Wüten des Friedrich Tamms in Düsseldorf berichtet – bis dato vor allem als historischer Rückblick. Nun hat sich die taz dankenswerterweise mit dem Thema befasst. Klaus Englert schlägt dabei den Bogen von der Karriere des Friedrich Tamms als Hitler-Protegé über die städtebauliche Philosophie des Hitler-Baumeisters Sperr für eine faschistische Nachkriegszeit bis zu dem, was eben dieser in Düsseldorf wider jeder Vernunft immer noch verehrte Tamms angerichtet hat. Tatsächlich scheint die Idee der autogerechten Stadt eine zu sein, die im faschistischen Deutschland geboren und von Tamms u.a. in Düsseldorf realisiert wurde. Deshalb müssen die Veränderungen am Jan-Wellem-Platz (aka “Kö-Bogen”) und an der Nord-Süd-Achse auch als Entnazifizierung des hiesigen Städtebaus begriffen werden. [weiterlesen...]
Düsseldorf: Stadtplanung ohne Strategie
Gelegentlich sollte man eine Situation historisch betrachten und an ihren Anfang zurückspulen, damit nichts Grundsätzliches schief läuft. Diese Ansatz empfehlen nun dankenswerterweise die Düsseldorfer Sozialdemokraten bei der Betrachtung des Projekts “Kö-Bogen”. Denn kaum ein Düsseldorfer Bürger ist angesichts der massiven Vernebelungstaktik des ehemaligen Oberbürgermeisters Erwin in der Lage, zu beschreiben, was ursprünglich Sinn und Zweck der 350-Millionen-Übung war. Nachdem Desaster des Architekturwettbewerbs, bei dem am Ende genau ein Bewerber am Start war, und dem zweiten Wettbewerb zur Flächenplanung, der völlig neue Perspektiven eröffnet, muss die Grundsatzfrage gestellt werden. Würden die Verantwortlichen jetzt einfach weitermachen, als ob nichts wäre, könnte dies Düsseldorf eine städtbauliche Katastrophe – Bauruinen inklusive – eintragen. [weiterlesen...]
Kö-Bogen-Wettbewerb: Einer blieb übrig
Im wirklichen Leben ist es ja so, dass man ein Erbe ausschlagen kann. Eine Stadt, deren OB verstorben ist, kann sich gegen das, was dieser vermacht hat, nicht so einfach wehren. Eines der Lieblingsprojekte des ehemaligen Düsseldorfer OB Erwin war die Bebauung des mit voller euphemistischer Wucht so genannten “Kö-Bogens”. Aber er hatte sich das ganz anders vorgestellt, als es bis jetzt gelaufen ist – und versucht, seine Vorstellungen wie gewohnt gegen jeden Widerstand durchzupeitschen. Es geht nach wie vor darum, dass der Jan-Wellem-Platz zwischen dem südlichen Hofgarten, dem Nordende der Kö und der Fischerstraße komplett bebaut werden soll. Dazu hatte sich J.Erwin die Trinkaus-Bank ausgeguckt und alle Randbedingungen so gestaltet, dass das Unternehmen der HSBC-Bankengruppe den Zuschlag kriegen musste. Zum Glück waren die EU-Richtlinien dagegen, und so musste ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Nur fünf Kontrahenten wollten sich dem ursprünglich stellen. Aber dann ging’s wie bei den zehn kleinen Jägermeistern: [weiterlesen...]