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	<title>Rainer&#039;sche Post &#187; Jan-Wellem-Platz</title>
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		<title>Tamms und die autogerechte Stadt</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 10:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An dieser Stelle wurde bereits mehrfach &#252;ber das st&#228;dtebauliche W&#252;ten des Friedrich Tamms in D&#252;sseldorf berichtet &#8211; bis dato vor allem als historischer R&#252;ckblick. Nun hat sich die taz dankenswerterweise mit dem Thema befasst. Klaus Englert schl&#228;gt dabei den Bogen von der Karriere des Friedrich Tamms als Hitler-Protegé &#252;ber die st&#228;dtebauliche Philosophie des Hitler-Baumeisters Sperr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/05/tausendfuessler_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Sichtbares Zeichen des autogerechten W&#252;tens im D&#252;sseldorf der Nachkriegsjahre"><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/05/tausendfuessler.jpg" alt="tausendfuessler" /></a>An dieser Stelle wurde bereits mehrfach &#252;ber das <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/das-ende-der-koe.php">st&#228;dtebauliche</a> <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/jan-wellem-platz-statt-koe-bogen.php">W&#252;ten</a> des Friedrich Tamms in D&#252;sseldorf berichtet &#8211; bis dato vor allem als historischer R&#252;ckblick. Nun hat sich <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&#038;dig=2009/05/04/a0069&#038;cHash=e8d9808936">die taz</a> dankenswerterweise mit dem Thema befasst. Klaus Englert schl&#228;gt dabei den Bogen von der Karriere des Friedrich Tamms als Hitler-Protegé &#252;ber die st&#228;dtebauliche Philosophie des Hitler-Baumeisters Sperr f&#252;r eine faschistische Nachkriegszeit bis zu dem, was eben dieser in D&#252;sseldorf wider jeder Vernunft immer noch verehrte Tamms angerichtet hat. Tats&#228;chlich scheint die Idee der autogerechten Stadt eine zu sein, die im faschistischen Deutschland geboren und von Tamms u.a. in D&#252;sseldorf realisiert wurde. Deshalb m&#252;ssen die Ver&#228;nderungen am Jan-Wellem-Platz (aka &#8220;K&#246;-Bogen&#8221;) und an der Nord-S&#252;d-Achse auch als Entnazifizierung des hiesigen St&#228;dtebaus begriffen werden.<span id="more-3090"></span></p>
<p>&#8220;Der heftige Meinungsstreit, der in D&#252;sseldorf entbrannte, als der Stadtplaner Prof. Tamms den Entwurf f&#252;r die Hochstra&#223;e vorlegte, wird sich legen, wenn die Stra&#223;e fertig ist. Schon im Modell war zu erkennen, wie elegant die Linienf&#252;hrung ist.&#8221; (Quelle: <a href="http://80.237.193.200:8000/article.php?url=/ha/1960/xml/19600924xml/habxml60_28054.xml">Hamburger Abendblatt vom 24.09.1960</a>)<br />
Dieses Zitat spiegelt den Zeitgeist der fr&#252;hen Sechziger wider. Als entscheidend wird Eleganz betrachtet. Wie sich Verkehrsf&#252;hrung und Bauwerk auf die Menschen in der Stadt auswirken, zumal die nicht motorisierten, wurde ignoriert. Eine demokratische Mitwirkung der B&#252;rger war &#8211; ganz im Geiste des Nationalsozialismus &#8211; nicht vorgesehen. Geplant wurde a la Germania &#8211; der von Hitler gew&#252;nschten und Speer geplanten Welthauptstadt, die sich durch gerade Stra&#223;enz&#252;ge und Monumentalbauten auszeichnete. Tamms war es, der eine durchg&#228;ngige, vollkommen autogerechte Nord-S&#252;d-Verbindung durch D&#252;sseldorf wollte. Entsprechend dieser menschenfeindlichen Idee lie&#223; er monumentale Schneisen durch die Stadt schlagen.</p>
<p><strong>Die Nord-S&#252;d-Verbindung</strong><br />
Im S&#252;den endeten die Fernstra&#223;en traditionell auf H&#246;he des Stadtteils Wersten. Die Bahnlinie Wuppertal &#8211; Neuss bildete mitten in Bilk einen Riegel zur Innenstadt; Autos konnten diesen nur an zwei Stellen (Erasmusstra&#223;e und Merowingerstra&#223;e) &#252;berwinden. Die Unterf&#252;hrungen waren nicht mehr als einspurige L&#246;cher im Bahndamm. Die Idee war, Autofahrern eine schnelle Durchquerung der Stadt zu erm&#246;glichen. So wurde Mitte der f&#252;nfziger Jahre die vorwiegend aus Tr&#252;mmerh&#228;usern bestehende Westseite der Corneliusstra&#223;e komplett abgerissen und die Stra&#223;e auf die Breite gebracht, die man heute kennt. Die Berliner Allee wurde gar quer durch ein gewachsenes, im Krieg nur nahe des Hauptbahnhofs besch&#228;digtes, gewachsenes Viertel gesprengt. Die Folgen sind bekannt: Der von S&#252;den (A46) kommende Verkehr qu&#228;lt sich durch die st&#228;ndig &#252;berlastete Witzelstra&#223;e und die tote Erasmusstra&#223;e, um dann aus der Corneliusstra&#223;e die bundesweit bekannte Giftmeile zu machen.<br />
Im Norden lie&#223; Tamms am Nordfriedhof einen gigantischen Kreisverkehr anlegen, an den eine ebenfalls menschenfeindliche Schneise (Johannstra&#223;e, Heinrich-Erhardtstra&#223;e) anschloss, die als Verbindung zum n&#246;rdlichen Zubringer diente. Quer durch das Kleingartengebiet In der Lohe wurde eine Schnellstra&#223;e gelegt, die in die ehemals stille Kaiserswerther Stra&#223;e m&#252;ndete. Eine weitere schwer zu &#252;berwindende Autoverbindung wurde mit der Fischerstra&#223;e angelegt, die im weiteren Verlauf als Kaiserstra&#223;e den Hofgarten in zwei Teile zerschnitt. Den Schlusstein dieses autofreundlichen und b&#252;rgerfeindlichen Plans bildete dann ebenjener <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tausendf%C3%BC%C3%9Fler_(D%C3%BCsseldorf)">Tausendf&#252;&#223;ler</a>, die Hochstra&#223;e, die sich &#252;ber der Schadowstra&#223;e erhebt. Auch ohne die damals noch nicht bestehenden Verbindungen zur Autobahn wurde so ein Stra&#223;enzug durchgepaukt, der den s&#252;dlichen mit dem n&#246;rdlichen Zubringer verbindet. Darunter hat D&#252;sseldorf in den letzten rund 50 Jahren schwer gelitten.</p>
<p><strong>Die Rolle der U-Bahn<br />
</strong>Zur &#252;bergeordneten Planung von Tamms und Konsorten geh&#246;rte zwingend der Bau einer U-Bahn. Denn so wie Fu&#223;g&#228;nger und Radfahrer den Autoverkehr behindern, so bremst auch die oberirdische Stra&#223;enbahn die freie Fahrt f&#252;r freie B&#252;rger. Mit der derzeit im Bau befindlichen Wehrhahn-Linie werden also die postfaschistischen Bauphantasien des Friedrich Tamms vollendet. Dass der Bau einer U-Bahn f&#252;r eine kleine Gro&#223;stadt wie D&#252;sseldorf, deren Lage den Betrieb von Stra&#223;enbahnen durchweg beg&#252;nstigt, jenseits jeder Vernunft ist, haben Kritiker bereits in den sechziger Jahren vehement ge&#228;u&#223;ert.<br />
Dies allein schon aus Kostengr&#252;nden. Denn die massiven Investitionen in die Tunnel der Innenstadt kam D&#252;sseldorf in den achtziger Jahren in die Situation, die Ausgaben f&#252;r soziale und Bildungseinrichtungen massiv zu k&#252;rzen. Die Gr&#252;nen thematisierten diesen Umstand seinerzeit mit dem Slogan &#8220;Der U-Dax frisst uns alles weg&#8221;. Der U-Dax war das Maskottchen des U-Bahn-Baus und wurde seinerzeit zu Zigtausenden an gutgl&#228;ubige B&#252;rger verkauft.</p>
<p>Dass die derzeitige Wehrhahnlinie auch aus verkehrstechnischen Gr&#252;nden sinnlos ist, belegt folgende kleine Rechnung: Entert man am Bilker Bahnhof die Stra&#223;enbahnlinie 712, erreicht man <a href="http://www.vrr.de/de/fahrplanauskunft/index.html">fahrplanm&#228;&#223;ig</a> nach 16 Minuten den S-Bahnhof Wehrhahn. W&#228;hlt man die S-Bahn, sind es lediglich 7 Minuten. F&#252;r die vergleichbare Strecke (jeweils rund 2 km) von der Heinrich-Heine-Alle zur Philipshalle braucht die U74 8 Minuten. Mit anderen Worten: Wer schnell aus dem S&#252;den in den Nordosten will, ist mit der S-Bahn am schnellsten. Die Fahrt mit U-Bahn br&#228;chte eine Zeitersparnis von 8 Minuten. Daf&#252;r werden aber <a href="http://www.wz-newsline.de/?redid=186261">550 Millionen Euro</a> ausgegeben.<br />
Als Begr&#252;ndung f&#252;r den sinnlosen Bau wird allgemein das Argument vorgeschoben, mit der U-Bahn k&#246;nnte man Pendler in die Innenstadt vom Auto in den &#214;PNV bringen. Diese Begr&#252;ndung hat schon bei den anderen Bauabschnitten versagt, denn die Nutzerzahlen der Rheinbahn sind nicht im erwarteten Ma&#223;e gestiegen &#8211; insbesondere nicht auf der Ost-West-Verbindung aus Richtung Eller /Lierenfeld.<br />
W&#228;hrend der Bauma&#223;nahmen m&#252;ssen die D&#252;sseldorfer B&#252;rger erneut &#252;ber einen Zeitraum von rund zehn Jahre massive Einschr&#228;nkungen der Lebensqualit&#228;t hinnehmen. Besonders im Bereich um den vor wenigen Jahren zu einem angenehmen Ort umgestalteten Kirchplatz sind die Bel&#228;stigungen enorm; die H&#228;ndler in den Pavillons verzeichnen seit dem Baubeginn drastische Umsatzeinbu&#223;en. N&#246;rdlich der so genannten &#8220;D&#252;sseldorf Arkaden&#8221; &#8211; eines wenig erfolgreichen, architektonisch geradezu absurd misslungenen Shopping-Centers &#8211; werden Baucontainer &#252;ber Jahre das Bild verschandeln und den Fu&#223;g&#228;ngerverkehr behindern. Von den Einschr&#228;nkungen im Bereich von Kasernen- und Schadowstra&#223;e sowie dem Wehrhahn ganz zu schweigen.</p>
<p><strong>K&#246;-Bogen-Fantasien</strong><br />
Ein Lichtblick in dieser willigen Vollstreckung nationalsozialistischer Gro&#223;mannsplanungen ist das Ergebnis des st&#228;dtebaulichen Wettbewerbs zum zweiten Bauabschnitt am K&#246;-Bogen. W&#228;hrend es bei der Bebauung des Jan-Wellem-Platzes wieder nur um Baumassen und Gescho&#223;fl&#228;chenzahlen, also maximal Rendite f&#252;r dubiose Investoren geht, haben sich die Sieger (<a href="http://www.konzept3d.de/de/visualisierung/3d_visualisierung1&#038;project=wettbewerb_koe_bogen_ii&#038;subcat=wettbewerbe">Molestina </a>/ FSWLA) des anderen Wettbewerbs Gedanken dar&#252;ber gemacht, wie sich das Herz der Stadt den flanierenden B&#252;rgern &#246;ffnen kann. Auch wenn es niemand so ausgesprochen hat: Diese Pl&#228;ne sind nicht mehr und nicht weniger als die Entnazifizierung der Innenstadt.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/tamms-und-die-autogerechte-stadt.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Jan-Wellem-Platz statt K&#246;-Bogen</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:40:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gelegentlich sollte man eine Situation historisch betrachten und an ihren Anfang zur&#252;ckspulen, damit nichts Grunds&#228;tzliches schief l&#228;uft. Diese Ansatz empfehlen nun dankenswerterweise die D&#252;sseldorfer Sozialdemokraten bei der Betrachtung des Projekts &#8220;K&#246;-Bogen&#8221;. Denn kaum ein D&#252;sseldorfer B&#252;rger ist angesichts der massiven Vernebelungstaktik des ehemaligen Oberb&#252;rgermeisters Erwin in der Lage, zu beschreiben, was urspr&#252;nglich Sinn und Zweck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/02/janwellem_platz_gross.jpg" rel="Lightbox" title="So sah der Jan-Wellem-Platz in den Sechzigern aus: Stadtarchitektur mit der Axt"><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/02/janwellem_platz.jpg" alt="janwellem_platz" /></a>Gelegentlich sollte man eine Situation historisch betrachten und an ihren Anfang zur&#252;ckspulen, damit nichts Grunds&#228;tzliches schief l&#228;uft. Diese Ansatz empfehlen nun dankenswerterweise die <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duesseldorf/2009/2/4/news-109530311/detail.html">D&#252;sseldorfer Sozialdemokraten</a> bei der Betrachtung des Projekts &#8220;K&#246;-Bogen&#8221;. Denn kaum ein D&#252;sseldorfer B&#252;rger ist angesichts der massiven Vernebelungstaktik des ehemaligen Oberb&#252;rgermeisters Erwin in der Lage, zu beschreiben, was urspr&#252;nglich Sinn und Zweck der 350-Millionen-&#220;bung war. Nachdem Desaster des <a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/661610/Libeskind-baut-den-Koe-Bogen.html">Architekturwettbewerbs</a>, bei dem am Ende genau ein Bewerber am Start war, und dem zweiten Wettbewerb zur Fl&#228;chenplanung, der v&#246;llig neue Perspektiven er&#246;ffnet, muss die Grundsatzfrage gestellt werden. W&#252;rden die Verantwortlichen jetzt einfach weitermachen, als ob nichts w&#228;re, k&#246;nnte dies D&#252;sseldorf eine st&#228;dtbauliche Katastrophe &#8211; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/habense-mal-346-mio-fuern-koe-bogen.php">Bauruinen</a> inklusive &#8211; eintragen.<span id="more-2161"></span></p>
<p>Beim Projekt, das unter dem euphemistischen Namen &#8220;K&#246;-Bogen&#8221; l&#228;uft, ging es zu Anfang um zwei ganz unterschiedliche Dinge. Erstens: Der Jan-Wellem-Platz, inzwischen funktionsloser Knotenpunkt des &#214;PNV im Herzen der Stadt, muss als Schandfleck beseitigt werden. Zweitens: Die altbackene Verkehrsf&#252;hrung rund um Schadowstra&#223;e, Berliner Allee und Fischerstra&#223;e muss menschenfreundlicher gestaltet werden. Als L&#246;sung f&#252;r das zweite Problem kam sehr schnell das Thema &#8220;Tunnel&#8221; auf.</p>
<p><strong>Heute und fr&#252;her</strong><br />
Zur Zeit wird der Verkehr in Nord-S&#252;d-Richtung in zwei Etage gef&#252;hrt. In Richtung Norden geht es ebenerdig, nach S&#252;den f&#228;hrt man &#252;ber die Hochstra&#223;e, die der Volksmund &#8220;Tausendf&#252;&#223;ler&#8221; nennt. Dabei kreuzen diese Wege die Schadowstra&#223;e, D&#252;sseldorfs wichtigste Einkaufsstra&#223;e. Die ist an ihrem &#246;stlichen Ende mit einer Stra&#223;enbahntrasse in der Mitte und je einer Fahrspur versehen. Ab der Kreuzung mit der Fischerstra&#223;e ist sie als Fu&#223;g&#228;ngerzone angelegt, die bis zur K&#246;nigsallee reicht. Die Berliner Allee teilt sich kurz vor der Kreuzung; die Autos fahren rechts, die Stra&#223;enbahn links an einem H&#228;userblock vorbei, der &#8220;Tuchtinsel&#8221; hei&#223;t. Der Autoverkehr aus der Schadowstra&#223;e biegt zwangsweise rechts, am Thyssenhochhaus vorbei, in die Fischerstra&#223;e ab, die wiederum den Hofgarten teilt. Um zu Fu&#223; vom &#246;stlichen in den westlichen Teil des Hofgartens zu kommen, muss man entweder auf H&#246;he der Maximillian-Weyhe-Allee einen &#220;bergang mit extrem kurzen Gr&#252;nphasen nutzen oder den Fu&#223;g&#228;ngertunnel am Gr&#246;nen Jong. Tats&#228;chlich ist kaum zu sp&#252;ren, dass der Teil des Hofgartens zwischen Fischer- und Jacobistra&#223;e &#252;berhaupt zur zentralen Gr&#252;nanlage der Stadt z&#228;hlt. F&#252;r den Autoverkehr gibt es &#252;berhaupt keine direkte Verbindung von der Schadowstra&#223;e in Richtung Altstadt. Wer aus Richtung Osten kommt und zum Beispiel zum Opernhaus will, muss sich fr&#252;hzeitig entscheiden und vor allem die Schadowstra&#223;e meiden. Bis auf diese Einschr&#228;nkung haben die autofreundlichen Stadtplaner der sp&#228;ten F&#252;nfziger hier eine L&#246;sung zubereitet, die dem Herzen der Stadt viel Schaden zugef&#252;gt hat.</p>
<p>Wie war es fr&#252;her, also vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs? Eine breite Nord-S&#252;d-Verbindung durch das Zentrum der Stadt existierte nicht. Die heutige Berliner Allee gab es nicht; sie wurde erst zu Beginn der f&#252;nfziger Jahre als Schneise durch das in Tr&#252;mmern liegende Viertel n&#246;rdlich der Graf-Adolfstra&#223;e geschlagen und mit Stra&#223;enbahntrasse und je zwei Fahrspuren ausger&#252;stet. Gleichzeitig wurde die Corneliusstra&#223;e auf dieselbe Breite vergr&#246;&#223;ert und in der Folge &#252;ber Erasmus- und Witzelstra&#223;e an den s&#252;dlichen Zubringer zur Autobahn angebunden. Ebenfalls verbreitert wurden Fischer- und Kaiserstra&#223;e. Die m&#252;ndet als Kaiserswerther Stra&#223;e in den Kennedydamm, der die Verbindung zum ehemaligen Kreisverkehr am Nordfriedhof bildet. F&#252;r diese sechsspurige Stra&#223;e wurde um 1958 herum das Kleingartengel&#228;nde In der Lohe ger&#228;umt.</p>
<p>Dies alles sind Taten des immer noch von einigen gefeierten Professor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Tamms">Friedrich Tamms</a>, der als Mitglied der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Todt">Organisation Todt</a>&#8221; noch pers&#246;nlich von Hitler seinen Titel &#252;berreicht bekommen hatte. Der Mann vertrat die damals moderne Auffassung von der autogerechten Stadt und hatte in D&#252;sseldorf v&#246;llig freie Hand. Tats&#228;chlich war D&#252;sseldorf von den Gro&#223;st&#228;dten in Westdeutschland am wenigsten direkt mit dem Autobahnnetz verbunden. Im Norden musste der Kraftfahrer sich bis nach Breitscheid qu&#228;len, im S&#252;den bis nach Hilden. Im Osten war die kurvige B7 einzige Verbindung zur heutigen A3, und im Westen gab es nur die S&#252;dbr&#252;cke, die alle linksrheinischen Verbindungen aufnehmen musste. Die Grundidee von Tamms und seinen Helfershelfern war es, eine Schnellverbindung in nord-s&#252;dlicher Richtung parallel zum Rhein zu schlagen und so eine Spange zwischen der damals neuen A52 (Richtung Breitscheid / Essen) und der bereits geplanten A46 zu bauen. Damit sollte auch der Stra&#223;enzug entlastet werden, der st&#228;dteplanerisch &#8220;Lastring&#8221; genannt wird und vom s&#252;dlichen Zubringer &#252;ber Krupp-, Werdener, Kettwiger, Dorotheen-, Lindemann- und Brehmstra&#223;e bis zum n&#246;rdlichen Zubringer reicht. Die Ost-West-Verbindung sollte jeweils im Norden und S&#252;den realisiert werden.</p>
<p>Gefeiert wird Tamms aber vor allem f&#252;r die von ihm konzipierte Br&#252;ckenfamilie. Bis Anfang der f&#252;nfziger Jahre gab es nur eine Rheinbr&#252;cke in D&#252;sseldorf: die Skagarak-Br&#252;cke (sp&#228;ter Oberkasseler Br&#252;cke) zwischen dem linksrheinischen Oberkassel und der Altstadt. Zwischen D&#252;sseldorf und K&#246;ln gab es nur F&#228;hrverbindungen, und die n&#228;chste Br&#252;cke in n&#246;rderlicher Richtung war die zwischen Uerdingen und Duisburg-Ruhrort. Die einzige der heute bestehenden D&#252;sseldorfer Rheinbr&#252;cken, die nicht von Tamms geplant wurde, ist die S&#252;dbr&#252;cke. Die war ein Projekt der NRW-Landesregierung und sollte die Autobahnverbindung zwischen A56 und A42 &#252;bernehmen. Als Entlastung der Oberkasseler Br&#252;cke &#8211; bis Ende der sechziger Jahre eine schmale Eisenkastenkonstruktion &#8211; entstand 1957 die Nordbr&#252;cke, die sp&#228;ter nach dem ersten Bundespr&#228;sidenten, Theodor Heuss, benannt wurde. Sie verband den Verteilerkreis am Nordfriedhof als B7 mit der geplanten A57. Es folgten die Rheinkniebr&#252;cke , der Neubau der Oberkasseler Br&#252;cke, die Fleher Br&#252;cke und erst vor einigen Jahren die Flughafenbr&#252;cke im Norden der Stadt.</p>
<p><strong>Jan-Wellem-Platz</strong><br />
Zur Vision von der autogerechten Stadt geh&#246;rt auch das Prinzip der Entflechtung von Verkehrsstr&#246;men. Das hei&#223;t: Autoverkehr, &#214;PNV und Fu&#223;g&#228;ngerverkehr sollen sich im Idealfall nicht in die Quere kommen. Das Prinzip der Fu&#223;g&#228;ngerzone, das in Deutschland um ein Vielfaches popul&#228;rer ist als sonstwo, fu&#223;t auf dieser Idee. Die Menschen sollen unbehelligt von Autos, Bussen und Bahnen flanieren k&#246;nnen. Nach der reinen Lehre soll der &#246;ffentliche Personennahverkehr &#8211; zumindest im Stadtzentrum &#8211; ganz von der Stra&#223;e verschwinden, also vorwiegend unterirdisch gef&#252;hrt werden. Und f&#252;r den Individualverkehr soll es schnelle Verbindungen in alle Himmelsrichtungen und vor allem Parkpl&#228;tze geben. Da aber die Fu&#223;g&#228;nger irgendwo an den &#214;PNV kommen m&#252;ssen, muss es &#8211; so lange die Busse nicht verbannt und die Stra&#223;en- durch eine U-Bahn ersetzt wurden &#8211; Knotenpunkte geben. Nach der Vorstellungen des Professor Tamms sollte der wichtigste Umsteigeplatz D&#252;sseldorfs zwischen Altstadt, K&#246; und Schadowstra&#223;e liegen, weil hier die wichtigsten Einkaufsgegenden existierten. Auserkoren wurde daf&#252;r das Gel&#228;nde am Nordende der K&#246;, das an den Hofgarten angrenzt.</p>
<p>Vor dem Krieg bestand das ganze Gebiet zwischen dem S&#252;drand des Hofgartens und der Graf-Adolf-Stra&#223;e, zwischen der Alleestra&#223;e (sp&#228;ter: Heinrich-Heine-Allee) bzw. K&#246;nigsallee und dem Hauptbahnhof aus einem kleinteiligen Gewirr von Stra&#223;en. Dazu z&#228;hlte auch die Region, die heute den Jan-Wellem-Platz bildete. Nun war der Professor Tamms ja in seiner Nazizeit Spezialist f&#252;r den Wiederaufbau zerbombter St&#228;dte. Und hier fand er eine Ecke, die weitgehend in Schutt und Asche lag. Das gab ihm Spielraum f&#252;r seine autofreundlichen Visionen. Deshalb wurde der Jan-Wellem-Platz nicht wieder bebaut, sondern als &#214;PNV-Knotenpunkt mit f&#252;nf Stra&#223;enbahn- und weiteren vier Busbahnsteigen gestaltet. Um den Autofahrern eine schnelle Verbindung in Richtung Altstadt zu geben, lie&#223; er eine dreispurige Stra&#223;e bauen, die von der Fischerstra&#223;e abbiegt und direkt am Hofgartenrand entlang halbkreisf&#246;rmig zur Heinrich-Heine-Allee f&#252;hrt. Damit war der Hofgarten u.a. von der K&#246; abgeschnitten. F&#252;r Fu&#223;g&#228;nger waren drei Zug&#228;nge per Tunnel vorgesehen.</p>
<p>Der Jan-Wellem-Platz war immer ein Stiefkind der Stadtplanung; eine Gestaltung fand nie statt. Selbst die Bepflanzung kann immer mit dem Wort &#8220;lieblos&#8221; bezeichnet werden. Zudem nahm die Umgestaltung dieser Ecke dem Schadowplatz seine n&#246;rdliche Fassung.</p>
<p><strong>Erwin als Tamms</strong><br />
Dass der verstorbene OB Joachim Erwin sich als Macher sah, ist bekannt. Dass er sein Wirken der Nachwelt im Stile von Pharaonen, K&#246;nigen, F&#252;rsten und anderen F&#252;rsten durch den Bau von Denkm&#228;lern dokumentieren wollte, ist offensichtlich. Wie andere vor ihm trieb es ihn vermutlich um, seine Stadt D&#252;sseldorf nach seinen Visionen umzugestalten. M&#246;glicherweise bewegte ihn auch ein bisschen Neid auf Professor Tamms, der in den F&#252;nfzigern nach Belieben mit der Stadtsubstanz umgehen wollte. Jedenfalls war es Erwin, der die Initiative zur v&#246;lligen Umgestaltung dessen, was Tamms im Herzen der Stadt angerichtet hatte, ergriff. Obwohl auch ein mehr oder weniger offener Vertreter des Prinzips &#8220;Autogerechte Stadt&#8221;, wollte Erwin den Fu&#223;g&#228;ngern mehr Raum geben. Denn OB Erwin sah den Fu&#223;g&#228;nger vor allem als Konsument, dem man das Shoppen in jeder Hinsicht erleichtern sollte. In diesem Sinne soll der Konsument schnell in die N&#228;he der Einkaufsm&#246;glichkeiten kommen, dort schnell einen Parkplatz finden und schlie&#223;lich unbehindert einkaufen gehen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Vorstellung hinter dem gesamten Projekt &#8220;K&#246;-Bogen&#8221; k&#246;nnte also die gewesen sein, das Shoppen im Viertel rund um Altstadt, K&#246; und Schadowstra&#223;e zu befl&#252;geln. Da st&#246;rte einerseits der Autoverkehr und andererseits die schlechte Ost-West-Verbindung. Das Ganze musste zudem mit dem Bau der Wehrhahnlinie der U-Bahn koordiniert werden. Aus Sicht Erwins kamen da nur Tunnell&#246;sungen in Frage. Nur eine komplett unterirdische F&#252;hrung des Nord-S&#252;d-Autoverkehrs im Tunnel w&#252;rde das Gel&#228;nde befreien und Raum f&#252;r mehr Shopping bieten. Die U-Bahnisierung w&#252;rde zudem den Jan-Wellem-Platz weitgehend funktionslos machen, sodass der komplett &#252;berbaut werden k&#246;nnte &#8211; mit noch mehr Shopping-M&#246;glichkeiten und vor allem teuren B&#252;rofl&#228;chen. Und vor allem m&#252;sste es endlich eine Ost-West-Verbindung geben, ebenfalls im Tunnel.</p>
<p>Dass Joachim Erwin im Zuge dieser Planungen so vehement auf den Abriss des Tausendf&#252;&#223;lers bestand, kann nur psychologisch erkl&#228;rt werden. Diese Hochstra&#223;e ist das bedeutendste Zeichen des Tamm&#8217;schen Tuns in der Innenstadt. Das &#8211; so k&#246;nnte man spekulieren &#8211; sollte ausgel&#246;scht werden, um Platz zu machen f&#252;r eine Gestaltung, die in sp&#228;teren Zeiten als eine Erwin&#8217;sche anerkannt werden sollte.</p>
<p><strong>Tunnell&#246;sungen</strong><br />
Zun&#228;chst wird die Mehrheit der Fu&#223;g&#228;nger jubeln, wenn Autos unter die Erde kommen. Zumal in D&#252;sseldorf, wo der Rheinufertunnel &#8211; eine planerische Gro&#223;tat! &#8211; den B&#252;rgern die sch&#246;nste Rheinpromenade auf dem Planeten geschenkt hat. Tunnel geben Menschen mehr Raum und den Autofahrern schnellere, kreuzungsfreie Verbindungen. Am Rheinufertunnel kann man aber auch ein massives Problem der Untertunnelung von St&#228;dten ablesen: Die so genannten &#8220;Tunnelrampen&#8221;. Denn irgendwo muss die Stra&#223;e ab- und irgendwo anders wieder auftauchen. An diesen Stellen f&#252;hrt die Stra&#223;e in den Tunnel. Wenn man sich die Rampe unterhalb der Oberkasseler Br&#252;cke ansieht, dann erkennt man ein ziemlich gro&#223;es, in Beton gefasstes Bauwerk. Vom oberen Rand dieses Bauwerks geht es gut acht Meter in die Tiefe; der Blick wirkt wie der in eine laute, stinkende Schlucht.</p>
<p>Wenn also Tunnel in allen Richtungen den Jan-Wellem-Platz unterqueren sollen, dann muss es mindestens vier Rampen geben, soviel ist klar. Eine dieser Rampen muss &#8211; es gibt keine Alternative &#8211; in der Hofgartenstra&#223;e zwischen dem Kaufhof an der K&#246; und dem Parkhotel entstehen. Das hei&#223;t: Die G&#228;ste des Luxushotels blicken aus den Fenstern der S&#252;dseite in einen lauten, stinkenden Abgrund. Dasselbe gilt f&#252;r die Rampe im Bereich der Schadowstra&#223;e, blo&#223; das dort mehr Platz besteht und keine historischen Geb&#228;ude beeintr&#228;chtigt werden. Auch die Rampe am Ende der Berliner Allee wird keine gr&#246;&#223;ere &#228;sthetische St&#246;rung erzeugen. Aber was ist im Norden? Die Debatte dar&#252;ber, wie weit der Tunnel gef&#252;hrt werden soll, hat D&#252;sseldorf einige Monate lang bewegt. Soll das Ziel erreicht werden, die Teilung des Hofgartens aufzuheben, d&#252;rfte der Tunnel fr&#252;hestens an der J&#228;gerhofstra&#223;e wieder auftauchen, besser noch  im Verlauf der Kaiserstra&#223;e zwischen J&#228;gerhof- und Sternstra&#223;e.<br />
Kritiker wenden zu Recht ein, dass dann ja immer noch die oberirdisch gef&#252;hrte Stra&#223;enbahn (u.a. die Linie 701, die D&#252;sseldorf komplett durchquert) eine H&#252;rde f&#252;r Fu&#223;g&#228;nger, die den Hofgarten begehen wollten, darstellen w&#252;rde. Daran ist nichts zu &#228;ndern. Aber es gibt in anderen Gro&#223;st&#228;dten (z.B. Freiburg) Beispiele daf&#252;r, dass man Stra&#223;enbahnen in Fu&#223;g&#228;ngerbereichen sozialvertr&#228;glich fahren lassen kann.</p>
<p>Wie erw&#228;hnt befasst sich die D&#252;sseldorfer SPD mit diesem Thema und bringt noch ein anderes Problem aufs Tapet, dass Joachim Erwin angerichtet hat: Die Kosten der Tunnell&#246;sungen.</p>
<p><strong>Woher kommen die Millionen?</strong><br />
Die Realisierung der Tunnell&#246;sungen wird mindestens 300 Millionen Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt D&#252;sseldorf wird dabei sicher 100 Millionen betragen. Das ist selbst f&#252;r eine Stadt, die angeblich schuldenfrei ist, ein gro&#223;er Brocken. Auch OB Erwin wusste das. Seine Idee war &#8211; und dies muss als sein Rezept f&#252;r alle derartige F&#228;lle betrachtet werden -, zur Refinanzierung st&#228;dtisches Eigentum zu verscherbeln. So enstand die Idee, das Gel&#228;nde des Jan-Wellem-Platzes an einen privaten Investor f&#252;r ann&#228;hernd 50 Millionen Euro zu verkaufen. Und da kein Investor bereit ist, dieses Geld anzulegen, ohne auf Profit zu hoffen, sollte diesem Geldgeber maximale Freiheit bei der Bebauung gew&#228;hrt werden. So entstand das peinliche Wirrwarr um den so genannten &#8220;K&#246;-Bogen&#8221;.</p>
<p>Wie immer in solchen F&#228;llen, versuchte Erwin zun&#228;chst eine L&#246;sung nach dem Kl&#252;ngelprinzip zu finden. Hei&#223;t: Eine Ausschreibung so zu formulieren, dass genau ein Investor &#8211; mit dem zuvor Absprachen getroffen wurden &#8211; in Frage kommt. Die Wahl fiel auf die zum HSBC-Konzern z&#228;hlende Trinkaus Bank, die mit einem Neubau lieb&#228;ugelte. Allerdings machten EU-Richtlinien diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, sodass die Stadt einen echten Wettbewerb ausschreiben musste. Die Crux f&#252;r jeden potentiellen Investor: Die verlangten Millionen f&#252;r den Grundst&#252;ckskauf und vor allem f&#252;r die zwingend vorgeschriebene Bauinvestition in H&#246;he von rund 300 Millionen m&#252;ssen ja irgendwie wieder hereinkommen. Und das kann nur funktionieren, wenn man das Areal zwischen K&#246; und Hofgarten mit massiven Bauk&#246;rpern zustellt, um ausreichend Fl&#228;che f&#252;r B&#252;ros, Einzelhandel und Gastronomie zu schaffen.</p>
<p>Dass am Ende des Wettbewerbs nur ein Bieter &#252;brigblieb, zeigt, wie schwer, wenn nicht unm&#246;glich das Vorhaben zu realisieren ist. Was &#8220;Stararchtitekt&#8221; Daniel Libeskind &#8211; und auch das erw&#228;hnen die Sozialdemokraten &#8211; abgeliefert hat, ist der lustlose Versuch, das Maximum an Fl&#228;che irgendwie h&#252;bsch zu verpacken. Eine st&#228;dtebaulich gute L&#246;sung ist es nicht, was das B&#252;ro &#8220;Die Developer&#8221; derzeit vorf&#252;hrt. Zumal die Frage, woher der Hauptinvestor, die Bremer Zechbau, das Geld nehmen will, v&#246;llig offen ist.</p>
<p><strong>Was droht?</strong><br />
Die Wahrscheinlichkeit, dass mit dem R&#252;ckbau des Jan-Wellem-Platzes, dem Bau der Tunnel und der Bebaung des Areals rasch begonnen werden kann, ist gering. Im besten Fall wird der Status Quo so lange erhalten bleiben, bis die offenen Fragen zufriedenstellend beantwortet sind. Im schlechtesten Fall wird die Stadt mit dem Bau der Tunnel beginnen, ohne dass die Finanzierung der Ma&#223;nahme gesichert ist. Das k&#246;nnte eine Belastung der Stadtkasse in H&#246;he von 100 Millionen Euro bedeuten. Der allerschlimmste Fall entst&#252;nde aber, wenn ein Investor die Bebauung des K&#246;-Bogens beginnt und ihm unterwegs die Puste ausgeht. Dann drohen der Stadt Bauruinen im Herzen D&#252;sseldorfs und gleichzeitig nicht gedeckte Kosten f&#252;r die Tunnell&#246;sungen</p>
<p><strong>Was tun?</strong><br />
Noch ist Zeit, den von Experten seit Langem gefordeten st&#228;dtebaulichen Wettbewerb f&#252;r das gesamte Gebiet auszuschreiben und nicht blo&#223; &#8211; wie geschehen &#8211; f&#252;r den Bereich, der sp&#228;ter in Nord-S&#252;d-Richtung untertunnelt werden soll. Nur eine grunds&#228;tzliche Infragestellung des gesamten Projekts ist geeignet, m&#246;glichen Desastern vorzubeugen. Nur ein radikales Hinterfragen der Planung und ein Denken in grunds&#228;tzlichen Richtungen dient den Interessen der Stadt und ihrer B&#252;rger.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/jan-wellem-platz-statt-koe-bogen.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Habense mal 346 Mio f&#252;r&#8217;n K&#246;-Bogen?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 21:41:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/01/libeskind_koebogen_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Daniel Libeskind soll den K&#246;-Bogen bebauen - scheint eine kuschelige Gegend zu werden."><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/01/libeskind_koebogen.jpg" alt="libeskind_koebogen.jpg" /></a>Im wirklichen Leben ist es ja so, dass man ein Erbe ausschlagen kann. Eine Stadt, deren OB verstorben ist, kann sich gegen das, was dieser vermacht hat, nicht so einfach wehren. Eines der Lieblingsprojekte des ehemaligen D&#252;sseldorfer OB Erwin war die Bebauung des mit voller euphemistischer Wucht so genannten &#8220;K&#246;-Bogens&#8221;. Aber er hatte sich das ganz anders vorgestellt, als es bis jetzt gelaufen ist &#8211; und versucht, seine Vorstellungen wie gewohnt gegen jeden Widerstand durchzupeitschen. Es geht nach wie vor darum, dass der Jan-Wellem-Platz zwischen dem s&#252;dlichen Hofgarten, dem Nordende der K&#246; und der Fischerstra&#223;e komplett bebaut werden soll. Dazu hatte sich J.Erwin die Trinkaus-Bank ausgeguckt und alle Randbedingungen so gestaltet, dass das Unternehmen der HSBC-Bankengruppe den Zuschlag kriegen musste. Zum Gl&#252;ck waren die EU-Richtlinien dagegen, und so musste ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Nur f&#252;nf Kontrahenten wollten sich dem urspr&#252;nglich stellen. Aber dann ging&#8217;s wie bei den zehn kleinen J&#228;germeistern:<span id="more-1952"></span></p>
<p>Zwei nichtgenannte Interessenten sprangen noch vor der Angabe der Unterlagen ab. Und dann <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/koe-bogen-ueberspannt.php">verabschiedete sich auch die Trinkaus-Bank</a> mit gro&#223;em Gen&#246;le &#252;ber die angeblich investorenfeindlichen Bedingungen. Klar, die von der Bank mit Erwins Segen geplante Verunstaltung des Gel&#228;ndes mit massiven h&#228;sslichen Kl&#246;tze h&#228;tte keine Chance gehabt. Blieben nur noch zwei. Rechtzeitig zur Abgabe der Unterlagen rief dann auch noch die niederl&#228;ndische Bouwfonds (geh&#246;rt zur Rabobank-Gruppe) den hiesigen Dezernenten Gregor Bonin an, um sich ebenfalls zur&#252;ckzuziehen.</p>
<p>Da war&#8217;s dann <a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/661610/Libeskind-baut-den-Koe-Bogen.html">nur noch einer</a>: Eine Immobilienentwicklungs-Company namens &#8220;<a href="http://www.diedeveloper.de/">Die Developer</a>&#8221; aus D&#252;sseldorf hat kampflos gewonnen. Das bemerkenswert junge Unternehmen tritt mit dem Stararchitekten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Libeskind">Daniel Libeskind</a> an, der hierzulande vor allem f&#252;r die Konzeption und den Bau des grandiosen j&#252;dischen Museums in Berlin bekannt ist. Seine Beteiligung an der Planung zur Bebauung von Ground Zero in New York verlief dagegen eher ungl&#252;cklich; obwohl er 2003 mit gro&#223;em Applaus den Gestaltungswettbewerb gewann, kam er nicht zum Zuge, weil der Investor eher auf Geschossfl&#228;chen als auf &#196;sthetik und Bedeutung setzt. Sicher z&#228;hlt Libeskind zu den gro&#223;en Architekten unserer Zeit, aber ein dem K&#246;-Bogen vergleichbares <a href="http://www.daniel-libeskind.com/projects/show-all/">Projekt</a> hat er in den vergangenen Jahrzehnten nie realisiert. Bekannt ist er vorwiegend f&#252;r Museen, Gedenkst&#228;tten und andere Kulturbauten; nur das noch im Bau befindliche <a href="http://www.fieramilano.it/portal/page?_pageid=36,1,36_64507&#038;_dad=portal&#038;_schema=PORTAL">Fiera Milano</a> &#228;hnelt in seinen Rahmenbedingungen dem <a href="http://www.spierling-art.de/test/dd/RP_081021.pdf">D&#252;sseldorfer Projekt</a>.</p>
<p>Aber die D&#252;sseldorfer B&#252;rger sollten sich nicht zu fr&#252;h auf einen architektonische Sensation à la Gehrys Bauten im Medienhafen freuen, denn vor die Verwirklichung haben die G&#246;tter die Investition gestellt. Wer den Jan-Wellem-Platz bebauen will, muss der Stadt das Grundst&#252;ck f&#252;r 46 Millionen Euro abkaufen. Der Betrag selbst ist schon f&#252;r die st&#228;dtebaulichen Umbauma&#223;nahmen rund um die Gegend verplant. Erwin wollte den Autoverkehr unbedingt in Tunnel zwingen und vor allem die denkmalgesch&#252;tzte Hochstra&#223;e zwischen Fischerstra&#223;e und Berliner Allee, allgemein &#8220;Tausendf&#252;&#223;ler&#8221; genannt, abrei&#223;en lassen. Nicht nur dagegen wehren sich ganz unterschiedliche Gruppen in der Stadt. Auch die konkreten Planungen f&#252;r den Ost-West-Tunnel, der zwischen Parkhotel und K&#246;-Kaufhof einen acht Meter tiefen Graben ziehen wird, und vor allem den Nord-S&#252;d-Tunnel sind heftig umstritten. Gek&#246;dert wurde das Stimmvieh mit der Legende vom Zusammenwachsen des Hofgartens; allein, der vom Ex-OB gewollte Tunnel w&#252;rde auf halbem Wege enden und den Schnitt zwischen Landskrone und Gr&#246;nem-Jong-Becken zementieren. Zum Gl&#252;ck sind in Sachen Unterf&#252;hrungen die letzten S&#228;tze noch nicht gesprochen.<br />
Wie gesagt: Erst Kohle, dann bauen. Der potenzielle Investor muss nicht nur das Grundst&#252;ck kaufen, sondern mindestens 300 Millionen Euro in die Bebauung investieren. Macht tutto completto 346 Mio Euro in den Zeiten der Finanzkrise. Nun steht hinter dem Libeskind-Projekt die <a href="http://www.zechbau.de/de/unternehmensgruppe/unternehmen.php">Zech-Group</a>, ein altes Bauunternehmen mit einem weit verzweigten Unternehmensnetz. Diese Gruppe hat sich aber auch nocht wirklich &#252;berregional hervorgetan und zeichnet im Wesentlichen f&#252;r Projekte in Hamburg und Bremen aus. Ob und wie die Zech-Group die Investitionssumme zusammenbekommen will, ist unklar. Unklar ist auch, wie der Bauherr nach der geplanten Fertigstellung, die am liebsten schon 2011 stattfinden soll, die Fl&#228;chen in den Bauten vermarkten will. Wenn ann&#228;hernd 95 Prozent der Geschossfl&#228;chen als B&#252;ros und L&#228;den vorgesehen sind, fragt man sich angesichts des gewaltigen Leerstands in der Stadt, wer sich da einmieten soll.</p>
<p>Es bleibt also spannend rund um den zur Zeit &#246;den Jan-Wellem-Platz, der tats&#228;chlich schleunigst ver&#228;ndert geh&#246;rt, Ob es je zu einer Bebauung wie im Libeskind-Konzept vorgezeigt, kommt, steht in den Sternen. Und das ist auch gut so.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.210) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/habense-mal-346-mio-fuern-koe-bogen.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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