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	<title>Rainer&#039;sche Post &#187; Kastanie</title>
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		<title>Fu&#223;ballfans sind keine Verbrecher</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 09:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der unf&#228;higste aller Polizeisprecher, der notorische D&#252;sseldorfer Rodax, verlautet gegen&#252;ber dem Anzeigenbl&#228;ttchen &#8220;Rheinbote&#8221;: &#8220;Zur Festnahme des Fortuna-Fanbeauftragten sei es gekommen, als der trotz mehrfacher Aufforderung, sich zu entfernen, bei einem Einsatz gegen Hooligans eingegriffen habe.&#8221; Tats&#228;chlich handelte es sich vor allem um Minderj&#228;hrige, die den Block 42 des St.Erwin-Tempels verlassen hatten, um mal an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/04/ultras_hools_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Sie waren Helden: Die Hooligans der sp&#228;ten Neunziger..."><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/04/ultras_hools.jpg" alt="ultras_hools" /></a>Der unf&#228;higste aller Polizeisprecher, der notorische D&#252;sseldorfer Rodax, verlautet gegen&#252;ber dem Anzeigenbl&#228;ttchen &#8220;Rheinbote&#8221;: &#8220;Zur Festnahme des Fortuna-Fanbeauftragten sei es gekommen, als der trotz mehrfacher Aufforderung, sich zu entfernen, bei einem Einsatz gegen Hooligans eingegriffen habe.&#8221; Tats&#228;chlich handelte es sich vor allem um Minderj&#228;hrige, die den Block 42 des St.Erwin-Tempels verlassen hatten, um mal an der Kastanie nachzusehen, was die Ordnungskr&#228;fte dort veranstalteten. Das Ganze geschah im Umlauf der Arena. Die dort kurzzeitig Eingekesselten sind bestenfalls den Ultras D&#252;sseldorf zuzuordnen &#8211; wenn &#252;berhaupt. Nun gibt es zwei M&#246;glichkeiten f&#252;r die wiederholten Behauptungen der D&#252;sseldorfer Polizei, sie sei gegen D&#252;sseldorfer Hooligans vorgegangen. Entweder niemand in dieser Organisation kennt den Unterschied zwischen Ultras und Hooligans, oder es handelt sich um eine PR-Strategie, mit deren Hilfe Ultras in der &#246;ffentlichen Meinung zu kriminellen Gewaltt&#228;ter geformt werden sollen.<span id="more-2938"></span></p>
<p>Gegen die erste Annahme spricht, dass es so genannte &#8220;Szenekundige Beamte&#8221; (SKB) gibt, die in engem Kontakt mit der Fanszene stehen und sich, nach allem, was man wei&#223;, recht gut mit den verschiedenen Gruppierungen auskennen. Es kann nat&#252;rlich sein, dass der D&#252;sseldorfer Polizeipr&#228;sident Schenkelberg und Norbert Topka, der Leiter der Polizeiinspektion D&#252;sseldorf-Nord, ihren szenekundigen Kollegen nicht vertrauen oder das alles ganz anders sehen. Daf&#252;r spricht eine &#196;u&#223;erung Topkas aus dem November 2007: &#8220;Fortuna hat eine sehr starke Hooligan-Szene&#8221; (Quelle: <a href="http://www.wdr.de/tv/westpol/beitrag/2007/11/20071125_fussball.jhtml">WDR Westpol</a>). Wer sich in den Verwerfungen der D&#252;sseldorfer Fanszene ein kleines bisschen auskennt, wei&#223;, dass das absoluter Schwachsinn ist. Aber, der Bl&#246;dsinn k&#246;nnte Methode haben. Dazu ein bisschen Historisches.</p>
<p><strong>D&#252;sseldorfer Fan-Historie</strong><br />
Kaum jemand wird sich an die Zeiten erinnern, als es noch keinerlei Pr&#252;geleien zwischen Fu&#223;ballzuschauern gab, denn diese &#196;ra liegt hierzulande mindestens 35 Jahre zur&#252;ck. Erst gegen Mitte der siebziger Jahre, als die Zahl der jugendlichen Schlachtebummler rapide anwuchs, begann das Testosteron seine Rolle zu spielen. Noch um 1967 herum setzte sich die Zuschauerschar eines x-beliebigen Spiels im guten alten Rheinstadion vorwiegend aus M&#228;nner mittleren Alters und Rentner zusammen. Manche Familienv&#228;ter brachten ihre S&#246;hne mit, aber dass &#8211; wie heute nicht selten &#8211; mehr als ein Viertel der Besucher unter zwanzig waren, kam praktisch nicht vor.<br />
Die scheinbar unumg&#228;nglichen k&#246;rperlichen Auseinandersetzungen zwischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtsdetermination">XY-Chromosomentr&#228;gern</a> fanden woanders statt. Im D&#252;sseldorf der sechziger Jahre gern auf der Kirmes. Handelte es sich um zusammenh&#228;ngende Gruppen, sprach man von Rockerbanden. Auch in der D&#252;sseldorfer Altstadt gab es legend&#228;re Massenschl&#228;gereien zwischen den Vertretern des m&#228;nnlichen Geschlechts.</p>
<p>Je mehr sich aber Teile der Jugendszene dem Fu&#223;ball zuwandten, desto mehr kam es auch im Umfeld der Stadien zu Schl&#228;gereien zwischen den Anh&#228;ngern der Vereine. Erzfeindschaften waren noch nicht geboren, die diversen Mythen, die heute zum Allgemeinwissen z&#228;hlen, wurden erst ab etwa 1975 geboren. Es begann zudem das Zeitalter der Kutten. Dabei handelt es sich um Fans, die &#8211; und das haben sie sich bei den Motorrad-Gangs abgeschaut &#8211; sich quasi eine Uniform schufen. Meist bestand die aus einer Jeansjacke mit abges&#228;gten &#196;rmeln, auf der zig Aufn&#228;her die Vereinszugeh&#246;rigkeit und die Abneigung gegen andere Clubs deutlich machten. Hinzu kamen erstmals Schals &#8211; gern mehrere, die an den Handgelenken oder Oberarmen befestigt oder gleich unten an der Kutte angen&#228;ht wurden. Der Kuttenkult war die spezifische Ausdrucksform der Unterschicht.<br />
Und da junge Arbeiter weniger Scheu vor k&#246;rperlichen Auseinandersetzungen hatten als beispielsweise Obersch&#252;ler und Studenten, kam es bei Lokalderby (HSV &#8211; Werder, Fortuna &#8211; &#196;ff-Zeh, KSC &#8211; VfB, aber auch 1860 &#8211; Bayern) nun regelm&#228;&#223;ig zu Kloppereien. Die kumulierten im Tod des Bremer Malerlehrlings Adrian Maleika am 16.10.1982 bei Auseinandersetzungen zwischen Hamburger und Bremer Fans.</p>
<p>Aber auch in der ansteigenden Rivalit&#228;t zwischen Fortuna D&#252;sseldorf und dem 1.FC K&#246;ln gab es massive Gewalt. Vor allem am Rande des DFB-Pokalfinales am 04.06.1980 im Gelsenkirchener Parkstadion, das die Fortuna bekanntlich mit 2:1 gewann. Nach dem Spiel jagten Horden von &#196;ff-Zeh-Fans D&#252;sseldorfer Zuschauer &#252;ber den Parkplatz, und es kam sogar zu Messerk&#228;mpfen.</p>
<p><strong>Hooliganism</strong><br />
Hooligans (deutsche: Raufbolde) gibt es schon sehr viel l&#228;nger als den Fu&#223;ball. Bereits im 17. Jahrhundert bezeichnete man in England junge M&#228;nner, die Tanzveranstaltungen mit dem Ziel besuchten, sich dort zu schlagen, als Hooligans. Das Ph&#228;nomen selbst ist nat&#252;rlich nicht auf die britischen Inseln beschr&#228;nkt; man denke an bayerische Wirtshausschl&#228;gereien und Massenkeilereien zwischen Matrosen in den gro&#223;en Hafenst&#228;dten. Das Wort selbst ist daher sp&#228;testens seit Beginn des 20. Jahrhunderts Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs.<br />
In die Fu&#223;ballberichterstattung gelangte es erstmals Ende der f&#252;nfziger Jahre nach einer Massenschl&#228;gerei bei einem Fu&#223;ballmatch, als ein Reporter die sich pr&#252;gelnden Massen als Hooligans bezeichnete. Die enge Verbindung zum Fu&#223;ball entstand aber erst Mitte der achtziger Jahre, vermutlich im Umfeld der Berichterstattung &#252;ber die Katastrophe im Br&#252;sseler Heysel-Stadion am 29.04.1985, bei der als Folge massiver Randale zwischen den Anh&#228;ngern des Liverpool FC und Juventus Turin 39 Menschen auf den bauf&#228;lligen Trib&#252;nen starben.</p>
<p>Ob es sich bei den durch Br&#252;ssel marodierenden Engl&#228;ndern um organisierte Hool-Truppen handelte, ist unklar. In der Folge bildeten sich aber im Umfeld praktisch aller Clubs der ersten englischen Liga organisierte Schl&#228;gerbanden aus, deren Ziel es war, Hools gegnerischer Vereine zu verkloppen. Von Beginn an galt die Gewalt organisierter Hooligans immer den feindlichen Hooligans, nie aber den Normalos, also Anh&#228;nger ohne Gewaltbereitschaft. Bis Ende der achtziger Jahre bildete sich ein gewisser Ehrenkodex aus, der dazu f&#252;hrte, dass Schlachten zwischen Hools sehr schnell und sehr hart verliefen, aber es selten zu schlimmeren Verletzungen als Nasenbein-, Arm- oder Rippenbr&#252;chen kam. Waffen waren tabu, und wer am Boden lag, von dem wurde abgelassen.<br />
Im Gegensatz zu den Kuttentr&#228;ger waren Hools in der Zuschauermenge nur schwer zu identifizieren, denn sie trugen aus Prinzip keine Vereinsmerkmale, sondern waren eher daran erkennbar, dass bestimmte Kleidungsst&#252;cke (Polohemden, keine Jeans) bestimmter Marken bevorzugt wurden.</p>
<p>Rasch bildeten sich auch in Resteuropa Hool-Gruppen, vor allem in den Niederlanden, in Deutschland und in Polen. Nach dem Heysel-Desaster wurde die Polizei zunehmend aufmerksam, und nach mehrere heftigen Massenauseinandersetzungen in den Stadien (Fullham, Millwall etc.) begann der Kampf der Ordnungskr&#228;fte gegen den Hooliganism. Der f&#252;hrte nach und nach dazu, dass die Hooligans sich mit ihren Gegnern nicht mehr in den Stadien trafen. Stattdessen wurden echte Matches mit den Gegner verabredet, die teilweise in den jeweiligen Innenst&#228;dten oder aber fernab auf der gr&#252;nen Wiese ausgetragen wurden.</p>
<p><strong>Gewaltbereit</strong><br />
Parallel dazu breitete sich aber bis Ende der neunziger Jahre auch eine allgemeine Gewaltbereitschaft unter gewissen Fu&#223;ballfans aus. Diese zielte einfach darauf, gegnerische Fans gleich welcher Art zu verhauen und ihnen die Insignien des eigenen Clubs (vor allem Schals &#8211; &#8220;Schal ziehen&#8221;) abzunehmen. Solche &#220;bergriffe fanden und finden vorwiegend vor den Stadien statt. Im Stadion &#252;ben sich diese Schl&#228;ger gern darin, gegnerische Zuschauer w&#228;hrend des Spiels mit Gegenst&#228;nden oder pyrotechnischen Dingen zu bewerfen oder gegnerische Fanblocks zu erst&#252;rmen, um dort Fahnen zu ziehen. Diese bis heute agierenden Typen sind aber definitiv nicht den Hooligans zuzuordnen.<br />
Folgerichtig unterscheidet die Polizei nicht zwischen Hools und anderen Schl&#228;gern, sondern ordnet sie der so genannten Kategorie C f&#252;r besonders gewaltbereite Fu&#223;ballanh&#228;nger zu. Die Leute, die durch Gewalt in oder an Stadien bekannt geworden sind, wurden und werden systematisch erfasst und sind den Beh&#246;rden bis heute beinahe l&#252;ckenlos bekannt.</p>
<p><strong>Ultras</strong><br />
Die Bewegung der Ultras begann in Deutschland etwa um 1995 herum, und die erste echte Ultra-Gruppierung d&#252;rfte eine sein, die sich aus Fans der Frankfurter Eintracht zusammensetzt. Sie berufen sich auf eine spezifisch italienische Form der Unterst&#252;tzung des eigenen Vereins. Wie das Wort schon andeutet, ist es der Kern der Ultra-Philosophie, einen Teil des eigenen Lebens zu ann&#228;hernd hundert Prozent in das Anfeuern der eigenen Mannschaft zu investieren. Vermutlich geht diese Denke noch viel weiter zur&#252;ck, n&#228;mlich bis in die sp&#228;ten f&#252;nfziger Jahre in Jugoslawien. Vermutlich ist die Torcida, eine Fangruppe des Vereins Hajduk Split, die allererste Ultra-Truppe. Deren Mitglieder verzichteten im Jugoslawien Titos bewusst darauf, sich in der genormten Gesellschaft zu bewegen, sondern lebten sich rund um ihren Club aus. Manche beschreiben die Mitglieder der Torcida als Leute, die in besetzten H&#228;usern lebten, nicht arbeiteten, viel feierten und sich illegal ern&#228;hrten. Bei Spielen von Hajduk feuerten die Torcida-Leute ihre Mannschaft neunzig Minuten lang an, unabh&#228;ngig vom Gegner und vom Spielstand.</p>
<p>In den siebziger Jahren schwappte diese Bewegung nach Italien &#252;ber, wo es aber rund um die gro&#223;en Vereine schon straff organisierte Fangruppen gab. Viele von denen &#252;bernahmen die Torcida-Philosophie und nannten sich Ultrà. In den neunziger Jahren waren bei Spielen der Roma oder auch von AS Livorno die Ultras teilweise in der Mehrheit unter den Fans der eigenen Vereine.<br />
Nicht nur die dauerhaften Ges&#228;nge sind ein Merkmal des Ultra-Tuns, sondern auch das Anrichten gro&#223;er Gemeinschaftsaktionen, so genannter &#8220;Choreos&#8221;. Das f&#228;ngt bei Transparenten an, die gezeigt werden, geht &#252;ber gro&#223;e Planen mit Vereinssymbolen, die eine ganze Trib&#252;ne verdecken, und endet beim Abbrennen von bengalischen Feuern und Anz&#252;nden von Rauchpulver. Diese Formen, zusammengefasst unter dem Begriff &#8220;Pyro&#8221; sind typisch f&#252;r Ultra-Gruppierungen, denn keine andere Art Fans hat bis dahin mehr als Wunderkerzen im Stadion gez&#252;ndet.</p>
<p>Mit den Jahren hat sich ein spezifischer Kodex unter den Ultras augebildet, der Au&#223;enstehenden recht archaisch vorkommt. Neben dem Support der Mannschaft geht es dabei um das Territorium und um die Ehre. Die Ehre wird &#8211; wie bei vergleichbaren Organisationen auch &#8211; durch die Fahne oder das Banner repr&#228;sentiert. Wie bei den Gel&#228;ndespielen der Jugend geht es immer auch darum, Fahne und/oder Banner zu verteidigen. Ger&#228;t dieses Abzeichen einer Ultra-Gruppe in feindliche H&#228;nde, hat die Gruppe ihre Ehre verloren und l&#246;st sich auf (zuletzt geschehen bei Ultras von Borussia M&#246;nchengladbach, denen K&#246;lner-Fans die Fahne stahlen). Wichtig ist auch, das Auftreten gegnerischer Fans im eigenen Gebiet &#8211; im, am und ums Stadion herum, sowie im Stadtgebiet &#8211; zu kontrollieren und zu unterbinden.<br />
Bei solchen Revierk&#228;mpfen kommt es auch unter Ultra-Gruppierungen bisweilen zu Boxereien. Die sind aber nicht wie bei den Hooligans, Zweck der &#220;bung, sondern bestenfalls Mittel zum Ziel.</p>
<p>Wie gesagt: Ultra-Werte sind sehr archaische Werte, aber auch deutlich Werte, die sich im modernen Event-Fu&#223;ball nicht wiederfinden. Deshalb geh&#246;rt das Bekenntnis &#8220;Gegen den modernen Fu&#223;ball&#8221; eindeutig zum Inventar aller Ultra-Gruppierungen. Die Idee ist, dass Ultras ihren Support selbst organisieren, sich selbst verwalten und sich durch nichts und niemanden vereinnahmen lassen. Das passt dem Kommerzfu&#223;ball, wie ihn hierzulande DFB und DFL mit Macht durchsetzen wollen, nat&#252;rlich nicht ins Konzept, zumal Ultras sich dadurch dem Kommerz verweigern, dass sie keine Merchandising-Artikel kaufen und tragen.</p>
<p><strong>Hools und Ultras in D&#252;sseldorf</strong><br />
Ja, es gibt Hooligans in D&#252;sseldorf. Optimistisch gesch&#228;tzt handelt es sich um vielleicht vierzig, f&#252;nfzig Personen, teilweise im Alter von drei&#223;ig, vierzig und sogar &#228;lter. Ja, diese Personen gehen auch zu Spielen der Fortuna. Und nochmal ja: Manchmal verabreden sie sich mit den Hools anderer Vereine zum Gesellschaftsspiel, in der Regel an einem Ort, von dem die Polizei nicht mal vermutet, dass sie sich dort treffen. Nur in der Fanszene der Fortuna spielen diese Hools in ihrer Eigenschaft als Hooligans keine Rolle.<br />
Wer sich auskennt, sieht sie ganz friedlich, teilweise mit der Familie, im Block 40 stehen. Auf der ganzen S&#252;dtrib&#252;ne verteilt findet man die Vertreter der legend&#228;ren Hools der neunziger Jahre, immer noch gern mit ziemlich breiten Schultern, immer noch oft mit rasierten Sch&#228;deln und immer noch in der Lage, k&#246;rperlich einzugreifen, falls n&#246;tig. Dies taten die Herren in den vergangenen Jahren manchmal, wenn Neonazis meinten, im Block provozieren zu m&#252;ssen. Und falls sie in der N&#228;he sind, wenn gewaltbereite Fans anderer Vereine Fortuna-Leute angreifen, dann wissen sie auch, was zu tun ist. Organisiert sind sie teilweise auch noch, aber dass dabei mehr als Grill- und gelegentliche Saufabende vorkommen, ist eher die Ausnahme.</p>
<p>Fortuna hatte immer eine sehr vielf&#228;ltige Fanszene mit ausgesprochen vielen Fangruppen aus den unterschiedlichsten Ecken. Nicht zuletzt mit der hiesigen Punk-Szene (nicht nur repr&#228;sentiert durch die Toten Hosen) gab und gibt es enge Verbindungen. Dies f&#252;hrte zur Bildung von ausgesprochen lustigen Fangruppen, die sich in Fanzines und durch lautstarkes Anfeuern &#8211; besonders im Block A des Paul-Janes-Stadions am Flinger Broich &#8211; artikulierten.<br />
Der Nachwuchs aber schloss sich nach und nach in eigenen Gruppierungen zusammen, sodass im Jahr 2000 die Ultrà D&#252;sseldorf (UD) entstanden, die &#8211; wie der Name schon sagt &#8211; Support im Geiste der Ultrabewegung leisten wollten. Mit zunehmend Organisationsgrad n&#228;herte sich UD immer mehr den Vorstellungen von Anfeuerung der italienischen Fans an und bildeten sp&#228;testens nach dem Zwangsumzug der Fortuna in die Multifunktinsarena die Spperspitze des Supports. Heute d&#252;rften ungef&#228;hrt 300 bis 400 Fans zu UD und dem Umfeld geh&#246;ren.</p>
<p>Leider kam es aber in den Jahren 2006 und 2007 bei Ausw&#228;rtsspielen zu unsch&#246;nen Szenen aus dem Ultra-Block. In Wuppertal wurden Leuchtkugeln in den Block der Heimfans geschossen, und in Essen warf man Bengalos aufs Spielfeld. Da dies definitiv nicht zum Aktionsrepertoir von Ultras z&#228;hlt, steht zu vermuten, dass die Werfer keine Ultras waren, sondern Jungs, die einfach mal ein bisschen Randale machen wollten. Tats&#228;chlich gelang es UD selbst, diese Typen zu identifizieren und ihnen unmissverst&#228;ndlich klarzumachen, dass sie nicht dazugeh&#246;ren. So kam es zu einer Selbstreinigung der Ultra-Szene.</p>
<p><strong>Polizei zu bl&#246;d</strong><br />
Wie gesagt: Es gibt zwei Erkl&#228;rungsmuster f&#252;r das Verhalten und die Aussagen der D&#252;sseldorfer Polizei zum Kastanien-Kessel. Entweder sie wei&#223; das alles nicht, oder sie will die &#214;ffentlichkeit bewusst t&#228;uschen, indem sie Ultras, Hooligans und gewaltbereite Gruppen in einen Topf wirft. Trifft letzteres zu, muss man kein Verschw&#246;rungstheoretiker sein, um dahinter eine &#252;bergreifende Strategie zu vermuten mit dem Ziel, Fans, die sich nicht dem Kommerz- und Eventcharakter unterordnen wollen, aus den Stadien und in die Aufl&#246;sung zu treiben.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.209) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/fussballfans-sind-keine-verbrecher.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Kastanien-Kessel: Die Wahrheit</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 12:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der soeben wiederbelebten Plattform <a href="http://www.fortuna-videos.de/">Fortuna-Videos</a> wurde ein knapp zehnmin&#252;tiges Video rund um die <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/fortuna/f85-vs-union-27375-0.php">poilzeiliche Willk&#252;rma&#223;nahme</a> am 19.04.2009 an der &#8220;Kastanie&#8221; in Stockum ver&#246;ffentlicht, dass den Polizeikessel und das Versagen der Polizei an der Arena dokumentiert:<br />
.<br />
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<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.209) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/kastanien-kessel-die-wahrheit.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>F95 vs Union 27.375 : 0</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 15:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es h&#228;tte ein so sch&#246;ner Sonntagnachmittag im St.Erwin-Tempel werden k&#246;nnen. Die H&#252;tte war voll, die Sonne schien und mit 3 Punkten h&#228;tte sich die Fortuna wieder den dritten Platz erobern k&#246;nnen. Aber es war nicht unsere Mannschaft, die das Fest verhinderte, sondern die Polizei, die willk&#252;rlich und ohne Grund unsere Ultras einkesselte. So blieb der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/04/f95_union_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Block 42 mausetot nach Polizeiwillk&#252;r"><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/04/f95_union.jpg" alt="f95_union" /></a>Es h&#228;tte ein so sch&#246;ner Sonntagnachmittag im St.Erwin-Tempel werden k&#246;nnen. Die H&#252;tte war voll, die Sonne schien und mit 3 Punkten h&#228;tte sich die Fortuna wieder den dritten Platz erobern k&#246;nnen. Aber es war nicht unsere Mannschaft, die das Fest verhinderte, sondern die Polizei, die <a href="http://www.rp-online.de/app/video/suche/2009-04-19/rpo_frymuth-zum-vorgehen-der-polizei.flv">willk&#252;rlich und ohne Grund</a> unsere Ultras einkesselte. So blieb der Block 42 zun&#228;chst halbleer. Als die Nachricht vom <a href="http://www.reviersport.de/80767---duesseldorf-fortuna-ultras-fan-kneipe-festgehalten.html">Bullenkessel</a> sich verbreitet, zog der Rest aus dem Stadion aus. Die Stimmung war angeheizt, allerdings nicht in Sachen Fu&#223;ball. <del datetime="2009-04-21T11:25:20+00:00">Offensichtlich versuchten sowohl Tuna-Anh&#228;nger als auch Union-Asis gleich im Stadion ein Match zu veranstalten, was nur durch ein massives Polizeiaufgebot verhindert werden konnte.</del> <strong>Korrektur:</strong> Der Auszug von D&#252;sseldorfer Ultras und Union-Fans stand in keinem Zusammenhang. Die Berliner kamen Kollegen zur Hilfe, die am Nordost-Eingang von der Polizei eingekesselt worden waren. So schuf sich die v&#246;llig unf&#228;hige Polizeif&#252;hrung ihr Problem selbst. F95-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Paul J&#228;ger mischte sich in die Verhandlungen ein, sodass <del datetime="2009-04-21T11:27:37+00:00">die polizeiliche Willk&#252;rma&#223;nahme </del><del datetime="2009-04-21T11:25:20+00:00">mehr als eine Viertelstunde nach dem Anpfif beendet wurde</del> zumindest ein Teil der Festgehaltenen aus dem Kessel kam. Da f&#228;llt einem nur ein: A.C.A.B. &#8211; siehe <a href="http://www.rainersche-post.de/spocht/fussballerei/youll-never-walk-alone.php">Hillsborough</a>.<span id="more-2888"></span></p>
<p>Nach dem Spiel wurde unser Fanbeauftragter Pejo, immerhin Angestellter des Vereins, gewaltsam verhaftet und erst zur Pressekonferenz wieder freigelassen. Die Polizei verbreitet in ihrer <a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/13248/1389542/polizei_duesseldorf">Pressemitteilung</a> einen unertr&#228;glichen Brei aus Vermutungen, Behauptungen und L&#252;gen. Immer wieder missachten die so genannten &#8220;Ordnungsh&#252;ter&#8221; die Rechte engagierter Fu&#223;ballfans und versuchen, diese zu kriminalisieren. Dies sicher auch als Teil der Strategie, die den modernen Kommerzfu&#223;ball weitr&#228;umig umsetzen soll. Tats&#228;chlich reagierte Otto Normal-F95-Fan auf die Nachricht vom Kessel mit Emp&#246;rung; Anekdoten aus alten Zeiten, in denen Herren, die jetzt Mitte Fuffzich sind, selbst unter Polizeiwillk&#252;r zu leiden hatten, machten die Runde. Da blieb das Spiel zun&#228;chst Nebensache.</p>
<p>Und das obwohl unse Jungs anfangs m&#228;chtig Gas gaben und dr&#252;ckend &#252;berlegen waren. In Halbzeit Eins gab&#8217;s um die sechs gute Chancen, aber die Berliner H&#252;tte blieb sauber. Tats&#228;chlich machte der sichere Zweitliga-Aufsteiger auch nicht viel und kam zu keinem gef&#228;hrlichen Torschuss. Auff&#228;llig war leider wieder die dauernde Schlamperei der Fortunesen, ablesbar an v&#246;llig bescheurten Fehlp&#228;ssen und schweren Fehlern bei der Ballannahme. Bis zum Sechzehner stimmte aber sowohl die k&#228;mperische, als auch die spielerische Linie. Warum sich die Herren mit den rot-wei&#223;en Kringeln aber dauernd bem&#252;hten, den Ball ins Tor zu spielen statt zu schie&#223;en, blieb deren Geheimnis.<br />
Das &#228;nderte sich auch nach Wiederanpfif nicht. Im Gegenteil: Nun ging mehr &#252;ber die Fl&#252;gel, aber in der Mitte waren Jovanovic und Kastrati zu selten in guter Position. Denn in den zweiten 45 Minuten hatte Fortuna mindestens sieben oder acht erhebliche Chancen, endlich einzunetzen. Wie sagen die dummfaulen Spochtrepochter an dieser Stelle? Richtig: Es kam wie es kommen musste. Ein durchschlagender Angriff der Unioner endete mit einer Flanke und einem leichten Tor in der 75. Minute. Aber auch da lie&#223;en unse Jungs nicht nach, wurden noch nicht einmal hektisch. Da half auch die Einwechslung von Axel Lawaree, der wirbelte wie wild. Nutzte alles nichts, denn auch nach gef&#252;hlten zehn Nachspielminuten blieb es beim Ergebnis.</p>
<p>Das Sch&#246;nste am ganzen Spieltag war der &#252;berragende Erfolg der Aktion 25.000+, einer Initiative von Teilnehmer am Fortuna-Fan-Forum, bei der Dutzende Helfer Tausende Flugzettel und Plakate verteilten. Tats&#228;chlich wurden es sage-und-schreibe 27.375 Zuschauer, eine absolut erstligareife Kulisse. Und weil auch Leute mit anfeuerten, von denen man das nicht erwarten musste, war die St&#252;mmung trotz der widerrechtlichen Einkesselung der Ultras einigerma&#223;en gut.</p>
<p>Eisern Union d&#252;rfte damit durch sein. Fortuna bleibt zwei Punkten R&#252;ckstand auf Unterhaching Vierter und muss um den direkten oder indirekten Aufstieg bangen.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.179.209) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/fortuna/f85-vs-union-27375-0.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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