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	<title>Rainer&#039;sche Post &#187; Kleinbürger</title>
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	<description>Düsseldorf - RestDerWelt - Kultuur - Spocht</description>
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		<title>Raucherclubs &amp; Fixerstuben</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 11:32:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das von einer militanten Nichtrauchermafia durchgesetzte Rauchverbot in Einraumkneipen zeigt seine absurden Seiten. Gerade in Nordrhein-Westfalen, speziell in D&#252;sseldorf, erkl&#228;ren immer mehr Wirte ihre Lokale zu Raucherclubs. Die Kneipenbesitzer in der D&#252;sseldorfer Altstadt wollen sogar einen gemeinsamen Raucherclub gr&#252;nden, damit die rauchfreudigen G&#228;ste nicht mehr in jeder Wirtschaft eine eigene Mitgliedschaft beantragen m&#252;ssen. In den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="wp-content/uploads/2008/07/tabaks_kollegium_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Raucherclub im 18. Jahrhundert"><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/tabaks_kollegium.jpg' alt='tabaks_kollegium.jpg' /></a>Das von einer militanten Nichtrauchermafia durchgesetzte Rauchverbot in Einraumkneipen zeigt seine absurden Seiten. Gerade in Nordrhein-Westfalen, speziell in D&#252;sseldorf, erkl&#228;ren immer mehr Wirte ihre Lokale zu <a href="http://www.kneipen-f&#252;r-raucher.de/taxonomy/term/25">Raucherclubs</a>. Die <a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/590735/Wirte-wollen-zentralen-Raucherclub.html">Kneipenbesitzer in der D&#252;sseldorfer Altstadt</a> wollen sogar einen gemeinsamen Raucherclub gr&#252;nden, damit die rauchfreudigen G&#228;ste nicht mehr in jeder Wirtschaft eine eigene Mitgliedschaft beantragen m&#252;ssen. In den Vierteln hat eine Mehrheit auf Raucherclub umgestellt. Das Absurde daran: <a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/594612/Wut-statt-Toleranz.html">nichtrauchende Stammg&#228;ste werden Mitglieder</a>, damit sie weiter am Lieblingstresen ihr Alt trinken k&#246;nnen.<span id="more-400"></span></p>
<p>Militante Nichtraucher sind &#8211; wie alle Gesundheitsfreaks &#8211; engstirnige Spie&#223;er, soviel steht fest. Denn das Bestreben, m&#246;glichst lange gesund zu bleiben, ist nichts weiter als der Wunsch, den Nachbarn zu &#252;berleben und dem an dessen Grab eine lange Nase zu drehen. Das gilt f&#252;r Menschen, die permanent Spocht treiben, f&#252;r radikale Vegetarier und eben Nichtraucher. Ihnen allen gemeinsam ist es, eine Welt nach ihrem Geschmack zu formen und die Ungl&#228;ubigen umzuerziehen. Gerade militante Nichtraucher sind meistens Stalinisten, die von einer Kulturrevolution maoistischen Ausma&#223;es tr&#228;umen. Vermutlich w&#252;rden die jeden Gernraucher am liebsten zur Selbstkritik aufs Land schicken.</p>
<p>Bleiben wir sachlich. Dass Kneipen seit dem Beginn des Raucherzeitalters vor ungef&#228;hr 120 Jahren immer auch Sammelstellen der Raucher waren, lassen die Nichtraucher mit Methode au&#223;er Acht. Sie reklamieren f&#252;r sich, beim Besuch einer Wirtschaft, eines Restaurants oder eines Cafés rauchfrei genie&#223;en zu wollen. Aber schon beim Typus der Lokalit&#228;t lohnt es sich zu differenzieren. Fast jeder Raucher wird zugeben, dass es f&#252;r einen Tabakabstinenzler unzumutbar ist, sein Gourmetmahl in einer fremdgemachten Rauchwolke zu genie&#223;en. Das gilt auch f&#252;r den Kuchenverzehr im Café. Konsequent und selbst f&#252;r schlimmste Kettenraucher zu ertragen w&#228;re also das strikte Rauchverbot in geschlossenen R&#228;umen, die haupts&#228;chlich dem Verzehr von Speisen dienen. F&#252;r Lokalit&#228;ten mit mehr als einem Raum m&#252;sste das &#8211; wie heute auch &#8211; nicht gelten.<br />
Ganz anders sieht es aber der klassischen Kneipe aus, die sich dadurch auszeichnet, dass sie vorwiegend zum Zwecke des Getr&#228;nkekonsums betrieben wird. Hier macht ein Rauchverbot keinen Sinn. Ja, rufen nun die Antitabakisten, wenn ich aber in einen Kneipe will&#8230; Denen k&#246;nnte man antworten: Wenn du k&#246;rperlich unter den Nebenwirkungen von Chlor im Badewasser leidest, wirst du doch auch nicht in ein Schwimmbad gehen.</p>
<p><strong>Wahlfreiheit</strong><br />
Und so kommen wir zu dem von Antreibern des Rauchverbots oft ge&#228;u&#223;erten Vergleich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fixerstube">Fixerstuben</a>. Dieser Vergleich geht von der abwegigen These aus, dass Rauchen eine Sucht ist. Da ist die Wissenschaft deutlich weiter. Nur etwa <a href="http://www.referate10.com/referate/Sonstige/1/Referat-uber-Suchtmittel-reon.php">5 Prozent der Bev&#246;lkerung</a> sind Suchtraucher, also Menschen mit einer physischen Abh&#228;ngigkeit vom Nikotin. Diese armen Teufel erleiden deutliche Entzugserscheinungen, wenn sie freiwillig oder gezwungenerma&#223;en f&#252;r einen gewissen Zeitraum auf die Kippe verzichten m&#252;ssen. Entgegen aller Versprechungen der diversen Therapeuten und Entw&#246;hnungsmittelhersteller f&#228;llt einem Suchtraucher der Entzug kaum weniger schwer als einem Alkohol- oder Heroinabh&#228;ngigen.<br />
So wenig wie der Junkie hat der Suchtraucher die freie Wahl es weiter zu tun oder zu lassen. Mittlerweile hat die Mehrheit der Bev&#246;lkerung erkannt, dass Drogenabh&#228;ngige nicht einfach willensschwache Idioten sind, die selbst schuld sind und deshalb ihrem Schicksal &#252;berlassen werden k&#246;nnen. Ebenfalls weitgehend anerkannt ist, dass man gerade Heroins&#252;chtigen einen halbwegs lebenswerten Lebensstil erm&#246;glichen und die Entscheidung zum Entzug erleichtern kann, wenn man ihnen in Fixerstuben die M&#246;glichkeit gibt, ihrer Sucht unter ertr&#228;glichen Bedingungen nachzukommen. &#196;hnlich k&#246;nnte man mit Suchtrauchern verfahren &#8211; ihnen also bestimmte Kneipen &#246;ffnen, damit sie ihren Nikotinbedarf unter angenehmen Bedingungen decken k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Macht der Gewohnheit</strong><br />
Die Ma&#223;e der Zigarettenverbraucher sind Gewohnheitsraucher. Ihr Anteil an der Gesamtbev&#246;lkerung liegt bei 25 bis 30 Prozent. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass aus jedem Gewohnheitsraucher ein Nichtraucher werden kann &#8211; sei es durch verhaltenspsychologische Behandlung, durch Medikamente oder Placebomethoden wie Hypnose oder Nadelstechen. Komischerweise leidet dieser Rauchertypus mehr unter seiner Gewohnheit als der Suchtraucher unter seiner Abh&#228;ngigkeit. Gleichzeitig k&#228;mpfen Gewohnheitsraucher am st&#228;rksten um ihr Recht auf Qualm. Und: Diese Gruppe stellt den allergr&#246;&#223;ten Anteil an den Kneipenrauchern.<br />
Wer einem Zigarettenvernichter, dem dies eine schlechte Gewohnheit ist, verbietet, in seiner Libelingskneipe einen Glimmstengel anzuz&#252;nden, nimmt ihm ein gro&#223;es St&#252;ck Lebensqualit&#228;t. Ja, Lebensqualit&#228;t hei&#223;t nicht nur &#8220;Gesund leben&#8221;, sondern auch die Entscheidung, zu fressen, zu saufen und zu rauchen in die Tat umsetzen zu k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Minderheit Nichtraucher</strong><br />
Vermutlich sind die Nichtraucher eine Minderheit unter den Kneipenbesuchern. Vor etwa 20, 30 Jahren waren sie das gewiss, denn damals rauchten zum Beispiel in den Lokalen der D&#252;sseldorfer Altstadt praktisch alle G&#228;ste. Dern Wunsch, dass in der eigenen Lieblingswirtschaft gar nicht mehr geraucht werden darf, haben &#252;brigens vorwiegend ehemalige Gewohnheitsraucher. Diese Ex-Nikotin-Junkies zeigen sich ja ohnehin nach dem Entzug als die militantesten unter den Nichtrauchern. Sie sind in der Regel m&#228;chtig stolz darauf, &#8220;es&#8221; geschafft zu haben und erkl&#228;ren alle Immer-noch-Raucher f&#252;r willensschwach und vor allem f&#252;r intolerant gegen&#252;ber Nichtrauchern. Diese Man&#246;ver sind durchsichtig, weil strunzeigoistisch.</p>
<p>Und dann sind da noch die Gelegenheits- und Genussraucher. W&#228;hrend die erstgenannte Gruppe unregelm&#228;&#223;ig raucht, also manchmal tage- oder wochenlang gar nicht,  z&#252;nden sich die Mitglieder der zweiten Gruppe ihre Kippe immer dann an, wenn ihnen das Genuss bietet oder einen vorhandenen Genuss verst&#228;rkt. Zu letzterem geh&#246;rt f&#252;r diesen Rauchertypus auch der Kneipenbesuch. &#8220;Ich rauche eigentlich nur in der Kneipe, bei Parties und beim Fu&#223;ball&#8221; ist ein oft geh&#246;rter Satz. Auch diese Menschen werden durch das Rauchverbot in der Gastronomie bestraft.</p>
<p><strong>Was tun?</strong><br />
Wenn der Wunsch der Nichtraucher nach rauchfreien Gastst&#228;tten so gro&#223; w&#228;re und sie selbst eine nennenswerte Zielgruppe darstellten, dann h&#228;tte es l&#228;ngst einen Boom von Wirtschaften gegeben, die von sich aus ein Rauchverbot f&#252;r alle G&#228;ste aussprechen. Hat es aber nicht, weil der Nichtraucher gerade in der Kneipe in der Minderheit ist.<br />
Nicht nur deshalb muss das Rauchverbot f&#252;r Kneipen r&#252;ckstandslos weg. Es muss verschwinden, weil man den B&#252;rgern beim Konsum einer legalen Droge die Wahlfreiheit zu geben hat in einem freiheitlichen Staat. Was k&#246;nnte sonst als n&#228;chstes Kommen? Alkoholverbot in Brauereiaussch&#228;nken?</p>
<p>Ein Kompromiss w&#228;re &#8211; wie erw&#228;hnt &#8211; das Rauchverbot in Restaurants. Wobei sich auch da fragt, warum das die Inhaber nicht selbst &#252;bernehmen. Vorstellbar w&#228;re auch die F&#246;rderung rauchfreier Kneipen f&#252;r Nichtraucher durch Steuererleichterungen oder &#228;hnliches.</p>
<p>So lange aber die jetzige Regelung mit ihren Ausnahmen gilt, wird die absurde Situation von Nichtrauchern in Raucherclubs bestehen bleiben.</p>
<p><em>[Bild: Tabakskollegium beim alten Fritz - Klick macht gro&#223;]</em></p>
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