Die Stadt Köln, einst von den römischen Truppen als Großbordell für die durchziehenden Legionäre gegründet, gilt ja außerhalb des Rheinlands als Karnevalshochburg. Wer jedoch das Glück hat, Rheinländer zu sein und weder in Köln leben zu müssen, noch dort geboren zu sein, weiß: Das ist so nicht richtig. Denn der Kölner ist nicht lustig. Der gemeine Eingeborene dieses verbauten Städtchens, dass sich durch raubritterartiges Eingemeiden unschuldiger Umlanddörfer auf Nicht-mehr- ganz-Millionengröße hochgejazzt hat, muss als manisch-depressiv im klinischen Sinne bezeichnet werden. Eine mögliche Ursache ist das kollektive Versagen der dortigen Braumeister, die seit über hundert Jahren ein Getränk fabrizieren, dass sie als Bier bezeichnen, dem Trinker aber den Biergenuss vollständig vorenthält. Das frustriert und deprimiert. Der Retortenclub namens Äff-Zeh, der vor knapp 60 Jahren – zu Zeiten also als zum Beispiel die glorreiche Fortuna den fünfzehnten Jahrestag ihrer ersten Deutschen Meisterschaft feierte – durch die vom damaligen Klüngelobermeister Pünder zwangsfusionierten Dorfvereine aus Sülz etc. enstand, trägt durch seine periodischen Abstiege ebenfalls zur Grundtraurigkeit des Kölners bei.