Die Fortuna ist wieder da
Eigentlich beginnt die Geschichte schon im vergangenen Oktober. Meinem Bruder habe ich zu seinem sechzigsten Geburtstag das große Fortuna-Aufstiegspaket geschenkt, bestehend aus Eintrittskarte für die Support-Area beim letzten Spiel der Saison, Tickets für die Saisonabschlussparty und der Übernachtung von Samstag auf Sonntag. Natürlich konnte ich nicht ahnen, dass genau dieser Samstag, der 23.05.2009, die Entscheidung bringen würde, und schon gar nicht, dass wir an diesem Tag den Aufstieg feiern würden. [weiterlesen...]
3. Liga: Fortuna Düsseldorf
In Wirklichkeit steht der TSV Fortuna Düsseldorf von 1895 vor einer Karriere als Mietnomade. Denn seit geraumer Zeit zahlt der Verein seine Miete für die Nutzung der momentan noch so genannten LTU-Arena nicht und hat Rückstände jenseits der Eine-Million-Grenze angehäuft. Jeder normale Vermieter würde derlei Pack rausschmeißen und versuchen, die Mietrückstände einzutreiben – zur Not mit der kleinen russischen Inkassotruppe. Nicht so die Arena-Betriebsgesellschaft, die der Stadt Düsseldorf gehört. Denn würde man die Fortuna durch Zwangsbetreibung der Außenstände killen, gäbe es a) einen Volksaufstand (nicht so schlimm…) und b) würde offensichtlich, dass die Arena beinahe pleite ist. So werden die gewählten Volksvertreter einen Schuldenerlass verabschieden und die Subventionen (derzeit um die 11 Millionen Euro pro Jahr) eventuell erhöhen.
Zurück zum Spiel: Die Fortunesen auf dem Rasen siegten in einem grottigen Spiel gegen hilflose Regensburger mit 3:1. Die Partei war geprägt von fast durchgehender Schlamperei der Kicker, von denen keiner genau weiß, wer denen am Monatsende das Gehalt bezahlt. Erfreulich war immerhin, dass olle Lawaree den einzigen schönen Treffer des Tages machte. [weiterlesen...]
Eigentlich greift es zu kurz, wenn man die Vorfälle rund um die vom ehemaligen Oberbürgermeister initiierten, durch- gepeitschten und befürworteten Bauprojekte seiner Ära als Bauskandale bezeichnet; man müsste von Planungs-, Finanzierungs- und Betriebsskandalen sprechen. Eines vorausgeschickt: Entgegen vieler Legender alter Erwinista-Gegner war es nicht Joachim Erwin, der den Abriss des alten Rheinstadions und den Neubau der Mehrzweckarena neben dem Messegelände forciert hat. Es handelt sich dabei um ein Projekt der hiesigen Sozialdemokraten, dem der spätere OB vor seiner Wahl eher skeptisch gegenüber stand, weil er als alter Leichtathlet den Umbau des Rheinstadions als klassische Sportstätte mit Laufbahn und Marathontor lange bevorzugte. Erst später und vermutlich getrieben durch die Möglichkeit, das Unternehmen Schüßler-Plan, mit dem er qua Heirat verschwägert war, einzubinden, schwenkte er um. [weiterlesen...]
Mit großen Versprechungen war Joachim Erwin 1999 angetreten: Düsseldorf wolle er zur Sportstadt machen. Die Bilanz ist ernüchternd. In seine Verantwortung fallen eine kläglich gescheiterte Olympiabewerbung, nicht stattgefunden habende Fußball-WM-Spiele 2006, sowie Abstiege der Düsseldorfer Spitzenmannschaften in den populären Sportarten. Lediglich der ewige Sieger Borussia Düsseldorf (Tischtennis), die DEG, der TuS Nord (Rollhockey) und der Boston-Club (Jazztanz) sind noch in den jeweils höchsten Ligen vertreten. Deutsche Meisterschaften konnten in den vergangenen zehn Jahren lediglich die Tischtennisherren feiern. Trotz massiven Eingreifens des Oberbürgermeisters konnten die Fußballer 2002 einen Abstieg in die Oberliga nicht verhindern und sind über die neue dritte Liga nicht hinausgekommen. Die Profi-Basketballer der Magics wurden von Erwins Büroleiterin Christina Begale systematisch aus der Stadt gemobbt, während die Handballer der HSG unter den unzulänglichen Bedingungen in der Stadt zu leiden haben und erneut nicht in die erste Bundesliga aufstiegen. Speziell daran, dass der DFB Düsseldorf als Austragungsort für die Fußball-WM ignorierte, hatte der OB mit seiner unnachahmlich arroganten Art entscheidenden Anteil.
Wer gedacht hatte, die Altherrenmannschaft würde es sich bei einem Best-of- Police-Partyhits gemütlich machen, sah sich getäuscht. Vom Anpfiff an legte die Polizeitruppe los wie die Feuerwehr. Der geniale Mittelfeldspieler Andy Summers gab den Regisseur, Stewart Copeland sicherte die Abwehr, und vorne spielte Sting Mittelstürmer und wechselte häufig auf die Flanken aus. Bereits mit dem ersten Angriff – eine heftige Version von “Message In a Bottle” – erzielten die Jungs den ersten Treffer. Eine ganze Halbzeit lang stürmten die Polizisten als gäb’s kein Morgen. Da nahmen altbekannte Stücke an Fahrt auf, dass einem schwindelig werden konnte. Selbst die Provinzler auf den Nebenplätzen vergaßen ob solcher Spielfreude, weiter am Handy die Begegnung Österreich gegen Kroatien zu verfolgen.