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	<title>Rainer&#039;sche Post &#187; LTU-Arena</title>
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	<description>Düsseldorf - RestDerWelt - Kultuur - Spocht</description>
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		<title>Mein Fortuna-Aufstiegswochenende</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 16:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich beginnt die Geschichte schon im vergangenen Oktober. Meinem Bruder habe ich zu seinem sechzigsten Geburtstag das gro&#223;e Fortuna-Aufstiegspaket geschenkt, bestehend aus Eintrittskarte f&#252;r die Support-Area beim letzten Spiel der Saison, Tickets f&#252;r die Saisonabschlussparty und der &#220;bernachtung von Samstag auf Sonntag. Nat&#252;rlich konnte ich nicht ahnen, dass genau dieser Samstag, der 23.05.2009, die Entscheidung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2009/05/f95_rathaus.jpg" alt="f95_rathaus" title="f95_rathaus" width="220" height="165" class="alignnone size-full wp-image-3296" />Eigentlich beginnt die Geschichte schon im vergangenen Oktober. Meinem Bruder habe ich zu seinem sechzigsten Geburtstag das gro&#223;e Fortuna-Aufstiegspaket geschenkt, bestehend aus Eintrittskarte f&#252;r die Support-Area beim letzten Spiel der Saison, Tickets f&#252;r die Saisonabschlussparty und der &#220;bernachtung von Samstag auf Sonntag. Nat&#252;rlich konnte ich nicht ahnen, dass genau dieser Samstag, der 23.05.2009, die Entscheidung bringen w&#252;rde, und schon gar nicht, dass wir an diesem Tag den Aufstieg feiern w&#252;rden.<span id="more-3293"></span><br />
Nach einer Woche mit wilden Gedanken, mangelnder Konzentration und schlechtem Schlaf wachte ich am Samstag gegen sieben auf. Mein Gast sollte gegen 10:00 eintreffen. Ich dachte an Fortuna und ging ne Runde mit dem Hund. Nach der R&#252;ckkehr klingelte es, und mein Bruder war da. Wir tranken noch einen Kaffee und redeten &#252;ber Fortuna. Nat&#252;rlich ist er D&#252;sseldorfer wie ich, musste aber lange Jahre in Hannover wohnen und vegetiert jetzt fernab der Zivilsation im westerw&#228;ldischen Hinterwald dahin. Schon vor drei Jahren hatte ich ihn mal zu einem Fortuna-Spiel gelotst &#8211; es ging vor um die 25.000 Leute gegen den FC St.Pauli, und mein Bruder war ganz beeindruckt. Aber nicht beeindruckt genug. Das sollte sich an diesem Tag &#228;ndern.</p>
<p><strong>Die Anreise</strong><br />
Nun sind wir ja schon alte S&#228;cke. Und ich hatte in weiser Voraussicht geplant, so fr&#252;h in der Arena zu sein, dass wir uns Pl&#228;tze an der Treppe sichern k&#246;nnten. Also im Block 41 direkt neben dem Eingang. So reisten wir mit der 701 gegen viertel nach zehn ab. An der Steinstra&#223;e wollten wir umsteigen, aber ich verfehlte den richtigen Zugang (ich dachte n&#228;mlich an Fortuna und redete dar&#252;ber). Schlie&#223;lich gelang es uns, den korrekten Bahnsteig zu erreichen. Eine knallvolle U-Bahn lief ein, aber knallgef&#252;llt war sie nicht mit F95-Fans, sondern den Teilnehmern des Europ&#228;ischen Jugendtags der Neuapostolischen Kirche. Die hatten am Vorabend einen Gottesdienst mit &#252;ber 30.000 Teilnehmern in der Arena gefeiert und wollten anden weiteren Veranstaltungen in den Messehallen teilnehmen.<br />
Wir kamen mit einer Frau mittleren Alters und einigen Jugendlichen ins Gespr&#228;ch. Ich bekannte, Atheist zu sein, aber das machte denen nichts aus. Im Gegenteil: Nachdem ich die fortunistische Situation erkl&#228;rt hatte, versprach die Neuapostolin, f&#252;r die Fortuna zu beten. Da es geholfe hat, muss ich meine unchristliche Position jetzt wohl &#252;berdenken.</p>
<p><strong>Die Ankunft</strong><br />
Wir waren nun also rund zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn auf der Terrasse vor den S&#252;deing&#228;ngen. Die Sonne schien, die wenigen Leute dort waren freudig erregt. Ich traf ein paar mir bekannte Nase, unter anderem Marcel und Volker. Ex-Aufsichratsvorsitzender Reinhold Ernst lief mit zwei Kindern auf dem Arm im Trikot umher. Langsam bildeten sich Schlangen vor den Einl&#228;ssen, und wir stellten uns dann doch an. Wie gesagt: Zwei Stunden vor dem Anpfiff.<br />
Mit jedem Zug, der ankam, mehrte sich das anstehende Volk. Dann begannen die Ges&#228;nge. &#8220;Dritte Liga war sch&#246;n &#8211; Zeit f&#252;r uns zu gehn&#8221; hie&#223; einer Hits, &#8220;Die Fortuna ist mein Verein&#8230;&#8221; der andere. Es wurde wechselhaft gesungen (&#8220;Fooortuna! &#8211; D&#252;&#252;&#252;&#252;selsdorf!&#8221;) und geh&#252;pft, dass das Plateau bebte. Dann begannen die gelben M&#228;nnchen an den Toren zu leben, Leute abzutasten und durchzulassen.</p>
<p>Wir st&#252;rmten hinein, gingen schnurstracks zum Eingang des 41er und reservierten die gew&#252;nschten Pl&#228;tze. Ein erstes Bier half die aufkommende Nervosit&#228;t zu bek&#228;mpfen.</p>
<p><strong>Das Vorspiel</strong><br />
Im 42er trafen Ultras die &#252;blichen Vorbereitungen, weitere Bekannte waren zu begr&#252;&#223;en. Man hatte rote und wei&#223;e Luftballons abgelegt, die beim Auflauf geschwenkt werden sollten. In Nullkommanix war der Unterrang der S&#252;dtrib&#252;ne voll. Das war anderthalb Stunden vor Spielbeginn. Dann wurde es eng, denn gef&#252;hlte 50 Prozent mehr Leute als reinpassen, enterten auf die eine oder andere Art die Support-Area. Das alles halbwegs diszipliniert und friedlich.<br />
Wann hat man je eine fast vollst&#228;ndig in Rot und Wei&#223; gefleckte Haupttrib&#252;ne gesehen? Oder einen vollen Oberrang auf der Nord? Mit jeder Minute ver&#228;nderte sich das Bild, und es wurde dem, was man als Arenag&#228;nger gewohnt ist, immer un&#228;hnlicher. Uns war klar: Nicht nur wegen der ausverkauften H&#252;tte w&#252;rden uns diese Bilder im Hirn stecken bleiben, nein, vermutlich w&#252;rden wir &#196;hnliches erst wieder beim Aufstieg in die Erste Bundesliga sehen &#8230; hoffentlich noch zu Lebzeiten.</p>
<p><strong>Der Einlauf</strong><br />
Schon beim Warmmachen wurden die Jungs frenetisch gefeiert. Alle wichtigen Lieder und Sprechch&#246;re erklangen. Br&#252;llte die Kurve was, h&#246;rten wir nicht nur das Echo, sondern die ebenfalls br&#252;llende Nordtrib&#252;ne, die Stadtsparkassentrib&#252;ne und gro&#223;e Teile der Haupttrib&#252;ne. Dann die Mannschaftsaufstellungen. Wie mag man sich f&#252;hlen, wenn 50.000 freundliche Menschen den eigenen Nachnamen schreien, dass sich die Sitzschalen biegen?<br />
Dann kam Schiriin Bibi mit den Herren auf den Platz. &#220;berall diverseste Choreografien: die dunkelroten F&#228;hnchen von UD, die rot-wei&#223;en Luftballons der Hypers und die 1.000 Fahnen der Difo-Aktion. Dazu Abertausende Schals, M&#252;tzen, rot-wei&#223;-karierte Topflappen, K&#252;chent&#252;cher, Papiertaschent&#252;cher, T-Shirt und Dessous. Ein Meer aus Wei&#223; und Rot, mit ein bisschen fortunistischem Schwarz getupft.</p>
<p>Mein Bruder ohne nachzudenken: &#8220;Und was wenn&#8217;s nicht klappt?&#8221; Die s&#252;&#223;e junge Frau mit dem Karottenkopp vor uns dreht sich mit aufgerissenen Augen um, starrt ihn an und meint: &#8220;Wie kann man das aussprechen?&#8221; Klaus kommt vorbei und k&#252;sst mich mit seinem kratzigen Bart. Der Mattn und Frédéric videografieren, und auch ich mache eine Aussage.</p>
<p><strong>Das Spiel</strong><br />
Ansto&#223;, Vorsto&#223; &#8230; Torchance!!! Nach wenigen Sekunden toben die Massen. Fortuna geht ab wie Z&#228;pfchen. Eine Minute sp&#228;ter: die n&#228;chste Riesengelegenheit, die erste H&#252;tte zu machen. Wenn das so weiter geht. Tut es aber nicht, denn die Ballkinder der gr&#252;n-wei&#223;en Fischk&#246;ppe haben das Kicken auch nicht bei den Nonnen gelernt. Eher im Gegenteil. Die U23 von Werder setzt sich aus ausgesprochen ballgewandten und -sicheren Kickern zu sammen, die blo&#223; immer ein bisschen zu sch&#246;n spielen. Die Teams agieren auf Augenh&#246;he.<br />
Dann kriegt Marco Christ auf rechts die Pille unter dem strahlend blauen Fr&#252;hsommerhimmel. L&#228;uft und zieht nach innen. Erreicht eine Position etwa drei Meter vom Strafraumeck entfernt und &#8230; flankt. Der Ball hebt von seinem Spann ab, bewegt sich Richtung Oberran, &#252;berlegt es sich anders, leugnet die Gesetzt der Physik und senkt sich hinter dem Fischkopp-Keeper ins Netz. Ja, das ist ein Tor. Bevor die Menge abgeht, herrscht ein paar Zehntel gespenstische Ruhe. Aber dann sind sich alle sicher: Fortuna hat das 1:0 erzielt. Und das w&#252;rde f&#252;r den direkten Aufstieg reichen &#8211; ganz gleich, was die dumpfen Paddelbirnen und die sinnlosen Vorst&#228;dter aus M&#252;nchen machen.</p>
<p>Was losbricht kann man Jubel nicht mehr nennen. Es ist Ekstase. Die Luft &#252;ber dem 41er ist voller Bier, es regnet Gl&#252;ck. Es schreit, es klatscht, es liegt sich in den Armen. Ist das der Anfang?<br />
Bis zum Halbzeitpfiff der sch&#246;nen Bibi, die das Spiel ann&#228;hernd perfekt leitet, wogt es hin und her, wobei so richtige Chancen auf beiden Seiten eher selten sind. Dann schrillt&#8217;s, und wir alten S&#228;cke lassen uns in die Sitzschalen fallen. Es ist so sch&#246;n und so anstregend.</p>
<p>Die zweite Spielh&#228;lfte ist merkw&#252;rdig. Unse Jungs sind scheinbar fix und fertig. Es gelingt zun&#228;chst wenig. Die Werderaner spielen einen gef&#228;lligen Ball und kommen dauernd in unsere H&#228;lfte. Aber schie&#223;en oder flanken tun sie selten und wenn, dann ziemlich schlecht. So geht das bis zur siebzigsten Minute. Die Fortunesen auf dem Platz geben nochmal Gas, und die 50.095 Heimfans, die auch ein bisschen nachgelassen haben, tun&#8217;s ihnen nach. Pl&#246;tzlich kommte die M&#228;nner mit dem F95-Wappen &#252;ber dem Herzen wieder an den gegnerischen Strafraum. Aber eine echte Chance entsteht nicht.<br />
Und noch einmal &#228;ndert sich das Spiel. Vermutlich haben die K&#252;stenbubis mitgekriegt, dass ihnen der Abstieg nicht mehr droht. Jedenfalls beschr&#228;nken sie sich zunehmend darauf, sch&#246;n zu spielen und niemandem wehzutun. Vielleicht, denke ich, wollen die uns einfach nicht diese bombastische Massenparty kaputt machen. Wahrscheinlich h&#228;tten sie&#8217;s gekonnt, wenn sie&#8217;s wirklich gewollt h&#228;tten.</p>
<p>Die Uhr steht bei 90. Wie lange wird die s&#252;&#223;e Bibi uns qu&#228;len. Ballgestocher an der Werder-Eckfahne. Jovanovic besch&#246;rt die Schiriin mit gefalteten H&#228;nden, sie m&#246;ge abpfeifen. Es ist 15:16. Bibi steht am Mittelkreis. Ein Bremer schl&#228;gt den Ball nach vorn. Die nieders&#228;chsische Polizistin f&#252;hrt die Pfeife an die wunderbaren Lippen und pustet hinein. Aus! Aus! Aus! Fortuna ist aufgestiegen! Halten Sie mich f&#252;r verr&#252;ckt, halten Sie mich f&#252;r &#252;bergeschnappt&#8230;</p>
<p><strong>Der Platzsturm</strong><br />
Der Sturm bricht los. Das ganze Spiel &#252;ber standen die Leute auf der Treppe. Jetzt springen die ersten &#252;ber die Br&#252;stung. Die Tore werden ge&#246;ffnet. Fortunisti st&#252;rmen auf den Platz. Von hinten dr&#228;ngen die Wilden. Neben uns kugeln die Menschen &#252;bereinander. Eine Frau f&#228;llt in unsere Sitzreihe. Mein Bruder hilft ihr hoch. Ein Bekloppter will &#252;ber die St&#252;hle zwischen uns. Der Wahnsinn hat Methode, und in Sekunden ist das Spielfeld<br />
voller Fans.<br />
Es werden sp&#228;ter wohl zwanzig-, drei&#223;igtausend sein, die den Innenraum f&#252;hlen. Kein St&#252;ck Rasen ist zu sehen, nur Leute, die mit dem Taschenmesser Grasst&#252;cke ausgraben. In der Mitte werden Bengalos gez&#252;ndet. Man schreit, man l&#228;uft durcheinander, und immer noch versuchen Fans den heiligen Grund zu erreichen.<br />
Die Spieler! Wo sind die Spieler? Die sind gefl&#252;chtet und tauchen wenig sp&#228;ter auf dem Balkon einer Loge auf. Ob das die Fans auf dem Platz &#252;berhaupt merken?</p>
<p><strong>Das Gef&#252;hl</strong><br />
Wir brechen etwa zwanzig Minuten nach dem Schlusspfiff auf. Das ist alles zuviel f&#252;r zwei alte S&#228;cke. Mit dem Taxi geht&#8217;s nach Hause zu Kaffee, Altbier und Bundesliga. Ich wei&#223; eigentlich nicht, was genau jetzt ist. Gut, &#8220;wir&#8221; sind aufgestiegen, aber was kommt jetzt? Mir ist gar nicht nach w&#252;ster Party oder Alkoholmissbrauch. Eher nach Verarbeitung &#8211; von zehn Jahren Fortuna-Gucken auf Viert- und Drittligapl&#228;tzen, von uns&#228;glichen Gurkenspielen, von unf&#228;higen Managern und Trainern, von Frust nach vergeigten Spielen und von der ewigen Hoffnung, die sich nun erf&#252;llt hat.</p>
<p>Der Fernseher sagt, dass VW-Burg Meister ist. So what. Die haben nicht mal nen Balkon. Die Schei&#223;bayern sind noch Zweiter geworden. Who cares? Cottbus hat sich in die Reli gerettet. Aach was? Die ostholl&#228;ndische Borussia ist nicht abgestiegen. Schei&#223;e! Und den Statistikvorlesern geht einer nach dem anderen ab, von wegen der Emotzjohnen. In Wolfsburg dr&#252;cken sich paar Hundert Zwangsfans auf dem Rasen, und der Reporter findet die enthusiastisch. Hey, was heute in D&#252;sseldorf in der Arena abgegangen ist, das war gro&#223;, das war echt, das w&#252;rdet ihr Syntheseclowns nie verstehen!</p>
<p><strong>Der Abend</strong><br />
Wir gehen zur Pfefferm&#252;hle und pfeifen uns Gyros ein. Leute in Rot-Wei&#223;-Klamotten kommen vorbei. Die sehen alle so m&#252;de aus. Mit dem Taxi zum Stahlwerk. Im Biergarten sitzen sie und sehen m&#252;de aus, ersch&#246;pft, zufrieden, aber fix und fertig. Langeneke und Sieger laufen auf. Zwei Dutzend Anwesende bem&#252;hen sich hin, um die Jungs zu feiern. Vielleicht t&#228;usche ich mich, aber die Luft roch nach Ratlosigkeit. Entsprechend die Gespr&#228;che an den Biertischen: Ob wir in der Zweiten Liga mithalten k&#246;nnen?</p>
<p>Dann geht nochmal ein Ruck durch die Gemeinde. Die Mannschaft ist da! Sie thront auf der Empore in der gro&#223;en Halle. Das Volks str&#252;mt rein und huldigt. Die Jungs oben stimmen Ges&#228;nge an, wir machen mit. Wieder diese Euphorie, diese Freude. Cebe will die Humba machen. &#8220;Gib mir ein&#8230;&#8221; beginnt er, aber da kommt nur noch ein Kr&#228;chzlaut. Irgendwie klappt&#8217;s, und an der Stelle &#8220;Wir hassen K&#246;ln und RWE!&#8221; bebt der Saal im Fundament. Irgendwer stimmt &#8220;Cologne, Cologne, die Schei&#223;e vom Dom&#8221; an. Auch &#8220;Schi&#223;-Wuppertal&#8221; kommt aus einem Spielermund. Dann die Hits der Saison, und der gute Stefan Sieger l&#228;sst sich mit einem selbst angestimmten &#8220;So sehn Sieger aus, scha-lala-lala&#8221; feiern.<br />
Ich falle Opa in den Arm. Der gesteht, er habe oben in der Musikkabe der Arena Tr&#228;nchen vergossen. Sigi sei schuld, die habe ihn angesteckt. Ja, nee, iss klar. Pyro kriegt einen dicken Bearhug von mir. Peter Rueben l&#228;sst sich nicht knuddeln. Der ist schon geschminkt, weil die Aktuelle Stunde gleich live berichten wird. Das tut sie auch, und wir machen den Hintergrundchor.</p>
<p>Dann sitzen mein Bruder und ich im Biergarten. In der Halle tobt die Musik. Drau&#223;en regnet es sanft, und wir suchen einen beschirmten Platz. Wir reden nicht &#252;ber Fortuna, jedenfalls kaum. Wir f&#252;hren Gespr&#228;che, die lange &#252;berf&#228;llig waren unter Br&#252;dern. Danke f&#252;r diese Gelegenheit, Fortuna.</p>
<p><strong>Der Sonntag</strong><br />
Wir fr&#252;hst&#252;cken zusammen. Langsam wird klar, was da am Vortag geschehen ist. Wir planen gemeinsame Ausw&#228;rtsfahrten. Nach Koblenz, meint mein Bruder, denn das ist sch&#246;n nah f&#252;r ihn. Nix da, kontere ich, M&#252;nchen, N&#252;rnberg, Hamburg sind dran. Wir einigen uns darauf, dass wir das alles erst in vollem Umfang verstehen und entscheiden werden, wenn der Spielplan f&#252;r die Saison 2009/10 der zweiten Liga vorliegt.</p>
<p>Dann reist er ab, und ich mache mich auf den Weg zum Rathaus. Die Informationen zu den Feierlichkeiten waren verwirrend. 13:00 solle es losghen, hie&#223; es. Auf dem Burgplatz, sagte man. Ne, ne, die Mannschaft wird so gegen halb zw&#246;lf auf dem Rathausbalkon erscheinen. Gut dass ich so fr&#252;h losgegangen bin, denn tats&#228;chlich ist gegen 11:00 der Platz schon voll. Ich treffe Bernd und Niko. Alle sehen ziemlich kaputt aus.<br />
Dann h&#246;rt man Stimmen vom Balkon. Und dann kommen die Spieler, immer zu zwei. Und wieder sind sie es, die den Gesang anstimmen. Auch hier wieder die beliebten Schm&#228;hlieder gegen den &#196;ff-Zeh (die kriegen wir in der &#252;bern&#228;chsten Saison, versprochen!), den RWE und den WSV.<br />
Dann hei&#223;t es &#8220;Hinsetzen! Hinsetzen!&#8221; Jemand singt oben vor. Es ist dieser Song, bei dem die erste Strophe (&#8220;Fortuna D&#252;sseldorf, schalalalalalaaa&#8221;) in Zimmerlautst&#228;rke gesungen wird, f&#252;r die zweite Strophe (gleicher Text) springen alle auf und geben volles Rohr. 9.000 Fortunesen auf dem Rathausplatz sitzen oder hocken, singen und springen auf.<br />
Erst da schie&#223;en mir Tr&#228;nen in die Augen. Ja, ich f&#252;hle Liebe in mir und Gl&#252;ck, die Dankbarkeit, D&#252;sseldorfer sein d&#252;rfen, in der sch&#246;nsten Stadt am Rhein leben zu d&#252;rfen und Anh&#228;nger dieses wunderbarenb Fu&#223;ballvereins mit diesem so extrem zutreffenden Namen sein zu d&#252;rfen. Ich bin ein Emotionsb&#252;ndel und schleiche mich davon.</p>
<p>Rund um den H&#228;userblock stehen Polizeitransporter, Dutzende Ninja Turtles in vollster Kriegsmontur lungern herum. Von den Vorf&#228;llen in der Nacht wei&#223; ich noch nichts. &#220;brigens: Um 13:00 wanderte die Versammlung dann r&#252;ber zum Burgplatz, wo ein Programm angeboten werden sollte. Da war ich l&#228;ngst zuhause.</p>
<p><strong>Und jetzt?</strong><br />
Inzwischen finde ich langsam den &#220;bergang in den Alltag. Aber die Bilder und die T&#246;ne dieser zwei Tage, die schwirren immer noch durch meinen sensorischen Apparat. Wird wohl ne Weile dauern&#8230;</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.191.84) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/fortuna/mein-fortuna-aufstiegswochenende.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>F95 vs John aus Reagansb&#246;rg</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 15:48:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jahn Regensburg]]></category>
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		<description><![CDATA[In Wirklichkeit steht der TSV Fortuna D&#252;sseldorf von 1895 vor einer Karriere als Mietnomade. Denn seit geraumer Zeit zahlt der Verein seine Miete f&#252;r die Nutzung der momentan noch so genannten LTU-Arena nicht und hat R&#252;ckst&#228;nde jenseits der Eine-Million-Grenze angeh&#228;uft. Jeder normale Vermieter w&#252;rde derlei Pack rausschmei&#223;en und versuchen, die Mietr&#252;ckst&#228;nde einzutreiben &#8211; zur Not [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/09/f95_jahn_gross.jpg" rel="Lightbox" title="Block 42 - wo die St&#252;mmung entsteht"><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/09/f95_jahn.jpg' alt='f95_jahn.jpg' /></a>In Wirklichkeit steht der TSV Fortuna D&#252;sseldorf von 1895 vor einer Karriere als Mietnomade. Denn seit geraumer Zeit zahlt der Verein seine Miete f&#252;r die Nutzung der momentan noch so genannten LTU-Arena nicht und hat <a href="http://www.wdr.de/themen/_config_/kurznach/index.jhtml?tid=2149166">R&#252;ckst&#228;nde</a> jenseits der Eine-Million-Grenze angeh&#228;uft. Jeder normale Vermieter w&#252;rde derlei Pack rausschmei&#223;en und versuchen, die Mietr&#252;ckst&#228;nde einzutreiben &#8211; zur Not mit der kleinen russischen Inkassotruppe. Nicht so die Arena-Betriebsgesellschaft, die der Stadt D&#252;sseldorf geh&#246;rt. Denn w&#252;rde man die Fortuna durch Zwangsbetreibung der Au&#223;enst&#228;nde killen, g&#228;be es a) einen Volksaufstand (nicht so schlimm&#8230;) und b) w&#252;rde offensichtlich, dass die Arena beinahe pleite ist. So werden die gew&#228;hlten Volksvertreter einen Schuldenerlass verabschieden und die <a href="http://www.wz-newsline.de/index.php?redid=297827">Subventionen</a> (derzeit um die 11 Millionen Euro pro Jahr) eventuell erh&#246;hen.</p>
<p>Zur&#252;ck zum Spiel: Die Fortunesen auf dem Rasen siegten in einem grottigen Spiel gegen hilflose Regensburger mit 3:1. Die Partei war gepr&#228;gt von fast durchgehender Schlamperei der Kicker, von denen keiner genau wei&#223;, wer denen am Monatsende das Gehalt bezahlt. Erfreulich war immerhin, dass olle Lawaree den einzigen sch&#246;nen Treffer des Tages machte.<span id="more-926"></span></p>
<p>Jungspund Wallbaum hatte einen gemischten Tag: Hinten seri&#246;s, nach vorne unterirdisch. Der neue St&#252;rmer Jovanovic ist nicht nur ziemlich ungelenk, sondern bei den Kollegen noch nicht so richtig im Fokus als m&#246;glicher Passempf&#228;nger. Solide wie immer die Herren Langeneke, Cakir und Sieger, wobei letzter wegen erwiesener Dummheit gegen Ende mit einer berechtigten zweiten gelben Karte zurecht vom Platz flog. Ansonsten passte sich der Schiri dem Niveau fugenlos an und verhaute sich bei jeder dritten Aktion. Das aber wenigstens gleichm&#228;&#223;ig.</p>
<p>Weniger gleichm&#228;&#223;ig verl&#228;uft dagegen einiges andere bei der Fortuna, denn ausgerechnet im Bereich &#8220;Unternehmenskommunikation&#8221; &#246;ffnet sich gerade eine neue Baugrube. Insider wissen zu berichten, dass die Verantwortlichen f&#252;r die fortunistische Au&#223;endarstellung momentan auf dem Chinatrip sind und stellenweise zur Zensur greifen. So wurde ein Interview des Fan-Magazins &#8220;Schlo&#223;turm&#8221; mit dem netten Herrn Caillas in einem entscheidenden Punkt zwangsge&#228;ndert. Der temperamentvolle Belgier hatte unter anderem gesagt, dass er Pyro &#8211; also bengalische Leuchtfackeln Im Fanblock &#8211; eigentlich ziemlich cool f&#228;nde, derartige Freudenausbr&#252;che aber leider, leider in Deutschland verboten seien. Au&#223;erdem hatte Caillas wohl die Meinung ge&#228;u&#223;ert, ein bisschen Rudelbildung um den Schiedsrichter sei manchmal gar nicht verkehrt. Die Ansicht der vereinsinternen Zensoren war nun, man m&#252;sse den Spieler Caillas vor sich selbst sch&#252;tzen, wenn er derartig aufr&#252;hrerisches Zeuch &#228;u&#223;ere. Na ja&#8230; &#196;hnlich besorgt wurden auch je ein Beitrag im Stadionheft &#8220;<a href="http://www2.fortuna-duesseldorf.de/pages/saison/fortuna-aktuell/index.htm">Fortuna Aktuell</a>&#8221; und auf der eigenen Homepage be&#228;ugt. Dazu demn&#228;chst mehr.</p>
<p>Es ist ja aus der Geschichte bekannt, dass solch vorauseilender Gehorsam immer aus Angst entsteht. Da muss aber jemand im Verein tierisch die Hosen voll haben, dass jemand beim DFB dergleichen liest und daraus den R&#252;ckschluss zieht, Caillas w&#228;re eigentlich ein Hooligan. In der Welt der freien Wirtschaft werden Leute, die derart schissig um das Image besorgt sind, meist nicht alt. Fortuna ist aber keine Firma, weder eine freie, noch eine wirtschaftliche.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.191.84) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/fortuna/f95-vs-john-aus-reagansboerg.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Bauskandale 1 bis 4 (Teil I)</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 12:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich greift es zu kurz, wenn man die Vorf&#228;lle rund um die vom ehemaligen Oberb&#252;rgermeister initiierten, durch- gepeitschten und bef&#252;rworteten Bauprojekte seiner &#196;ra als Bauskandale bezeichnet; man m&#252;sste von Planungs-, Finanzierungs- und Betriebsskandalen sprechen. Eines vorausgeschickt: Entgegen vieler Legender alter Erwinista-Gegner war es nicht Joachim Erwin, der den Abriss des alten Rheinstadions und den Neubau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/burgwaechter_castello.jpg' alt='burgwaechter_castello.jpg' />Eigentlich greift es zu kurz, wenn man die Vorf&#228;lle rund um die vom ehemaligen Oberb&#252;rgermeister initiierten, durch- gepeitschten und bef&#252;rworteten Bauprojekte seiner &#196;ra als Bauskandale bezeichnet; man m&#252;sste von Planungs-, Finanzierungs- und Betriebsskandalen sprechen. Eines vorausgeschickt: Entgegen vieler Legender alter Erwinista-Gegner war es nicht Joachim Erwin, der den Abriss des alten Rheinstadions und den Neubau der Mehrzweckarena neben dem Messegel&#228;nde forciert hat. Es handelt sich dabei um ein Projekt der hiesigen Sozialdemokraten, dem der sp&#228;tere OB vor seiner Wahl eher skeptisch gegen&#252;ber stand, weil er als alter Leichtathlet den Umbau des Rheinstadions als klassische Sportst&#228;tte mit Laufbahn und Marathontor lange bevorzugte. Erst sp&#228;ter und vermutlich getrieben durch die M&#246;glichkeit, das Unternehmen <a href="http://www.spig.com/">Sch&#252;&#223;ler-Plan</a>, mit dem er qua Heirat verschw&#228;gert war, einzubinden, schwenkte er um.<span id="more-251"></span></p>
<p><strong>LTU-Arena</strong><br />
<img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/ltu_arena_luft.jpg' alt='ltu_arena_luft.jpg' />H&#252;bsch muss man sie nicht finden, die Arena, die passend zum Umfeld aussieht wie eine &#252;berdimensionierte Messehalle. Zweckm&#228;&#223;ig ist sie, das haben die gut dreieinhalb Jahre seit der Noter&#246;ffnung am 10. September 2004 ergeben. Damals lie&#223; der OB pers&#246;nlich anordnen, dass die Halle etliche Monate vor der eigentlichen Er&#246;ffnung und im Zustand einer Baustelle mit dem Regionalligaspiel der Fortuna gegen Union Berlin dem Volke &#252;bergeben wird. Gut 38.000 Interessierte f&#252;llten die staubigen R&#228;nge, und alle Verantwortlichen sind heut noch froh, dass es keine Unf&#228;lle gab, denn das Geb&#228;ude war zu dem Zeitpunkt werder bau-, noch feuerpolizeilich abgenommen. Aber es herrschte Wahlkampf und Joachim Erwin wollte sich &#8211; ganz im Sinne seiner Brot-und-Spiele-Politik &#8211; als Erbauer der Arena feiern lassen und so seine Wiederwahl sichern.<br />
Wie gesagt: &#220;ber Geschmack kann man streiten, &#252;ber Kosten allerdings noch besser. Denn der Bau der Mehrzweckarena verschlang den unglaublichen Betrag von 218 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das M&#246;nchengladbacher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_im_Borussia-Park">Stadion im Borussen-Park</a>, das etwa gleichzeitig entstand und mit rund 54.000 Pl&#228;tzen sogar ein bisschen gr&#246;&#223;er ist, kostete kaum 90 Millionen Euro; die schnuckelige MSV-Arena in Duisburg mit rund 32.000 Pl&#228;tzen gab es gar f&#252;r nur 43 Millionen Euro. Wohlgemerkt: Bei den genannten Beispielen handelt es sich um die Spielst&#228;tten von Zweit- bzw. Erstligisten! Die D&#252;sseldorfer Fortuna spielte zur Zeit der Grundsteinlegung der Arena in der Oberliga gegen Clubs wie Borussia Freialdenhoven oder Adler Osterfeld &#8211; meist vor weniger als 6.000 Zuschauern im heimischen Paul-Janes-Stadion.</p>
<p>Kurz und ungut: Die in ihrer heutigen Form von Erwin durchgepeitschte Arena ist mit 51.500 Pl&#228;tzen und Baukosten von fast 220 Millionen Euro deutlich &#252;berdimensioniert. Gut, f&#252;r das angebaute Hotel muss man einen Abschlag rechnen, auch f&#252;r die Nebenr&#228;ume, die urspr&#252;nglich f&#252;r Spa&#223;betriebe à la Bowlingbahn genutzt werden sollten, auch. Trotzdem kann der Bau als Finanzierungsskandal bezeichnet werden, der heutzutage den D&#252;sseldorfer Steuerzahler Jahr f&#252;r Jahr und auf nicht absehbare Zeit zwischen 8,5 und 12 Millionen Euro Subventionen im Jahr kosten wird.<br />
Dabei sah zu Zeiten der SPD-Oberb&#252;rgermeisterin Markies Smeets die Finanzierung noch sehr solide aus. Immerhin rund 75 Millionen Euro hatte die Stadt f&#252;r die Sanierung oder Umbau des Rheinstadions oder einen Neubau an dessen Stelle beiseite gelegt. Ein Fu&#223;ballstadion wie in M&#246;nchengladbach oder Duisburg w&#228;re damit locker zu machen gewesen. Da es aber keine &#246;ffentliche Ausschreibung, sondern nur &#8211; dies hatte unter Erwin Methode &#8211; ein Werkstattverfahren, lie&#223;en die potenziellen Planer ihren Phantasien freien Lauf. Was der OB sehr goutierte. So stand eine Zeitlang die Idee im Raum, die Rasenfl&#228;che mit einer Hubmechanik auszustatten, sodass diese immer dann, wenn nicht Fu&#223;ball bzw. American Football gespielt w&#252;rde, als Dach dienen k&#246;nnte, was dem Rasen gut t&#228;te &#8211; &#252;brigens ein Konzept der Firma Sch&#252;&#223;ler-Plan, das allein f&#252;r einen Betrag zwischen 40 und 60 Millionen gut gewesen w&#228;re.</p>
<p>Im September und November 2002 wurde das Rheinstadion gesprengt. Der Fortuna ging es nicht gut, denn sie d&#252;mpelte nicht nur in der vierten Liga herum, sondern stand vor dem finanziellen Ruin. Weil aber eine Erst- oder wenigstens Zeitligamannschaft unverzichtbarer Baustein der Finanzierung der 218-Mio-Arena war, schaltete sich OB Erwin ein, wurde Vorsitzender des neu installierten Aufsichtsrats des TSV Fortuna D&#252;sseldorf von 1895 und lie&#223; sich gleich als Retter des Vereins feiern. Dabei machte er zun&#228;chst nur Versprechungen. Im Hintergrund versuchte er allerdings die Firma Hochtief, die damals noch an der ArGe zum Arenabau beteiligt war, zu zwingen, der Fortuna mit Sponsorgeldern auf die F&#252;&#223;e zu helfen, was das Unternehmen ablehnte und in der Folge aus dem Konsortium ausschied. Dessen Platz nahm die Augsburger Walther Bau ein, vor der es hie&#223;, sie sei finanziell in Schwierigkeiten. Mit diesem Unternehmen wurde eine bis heute ungekl&#228;rte Vereinbarung &#252;ber Gelder zum Wohle der Fortuna getroffen, in deren Folge Joachim Erwin den Weltmeister Thomas Berthold als Retter pr&#228;sentierte. Immerhin gelang so 2004 der Aufstieg in die dritte Liga &#8211; einen messbaren Anteil hatte Berthold daran nicht. Im Gegenteil: Sein Rausschmiss kostete den Verein rund 300.000 Euro. Damit war die Rolle der Fortuna als Arenabetriebsfinanzierer weiter ungewiss.<br />
Dabei hatte Erwin in einer turbulenten Ratssitzung am 25.02.2002 <a href="http://www.rainersacht.de/2005-10/erwin-hat-stadtrat-angelogen.php">vorgerechnet</a>, dass die Arena sich selbst tragen w&#252;rde, selbst wenn nicht mehr als &#8220;ein Hallenskatturbier&#8221; pro Jahr dort stattf&#228;nde. Das war nat&#252;rlich Bl&#246;dsinn, denn der Chef der Verwaltung rechnete zu jenem Zeitpunkt noch damit, das angebundene Hotel teuer verpachten zu k&#246;nnen und auch mit Bowlingbahn und Wellnesscenter sowie B&#252;romieten &#252;ber die Runden zu kommen. Tats&#228;chlich fand sich f&#252;r das vor Fehlplanungen nur so strotzende Hotel erst im Jahr 2007 nach teuren Ausbauma&#223;nahmen ein P&#228;chter, die Spa&#223;betrieben fanden nicht statt, und B&#252;ros konnten nur an st&#228;dtische Einrichtungen zwangsvermietet werden.</p>
<p>Immerhin erzielt die D&#252;sseldorfer Fortuna bei ihren Drittligaheimspielen einen Schnitt von um die 12.000 Zuschauer. Da der Verein aber zumindest in der Spielzeit 2007/08 die Stadionmiete im siebenstelligen Bereich schuldig blieb, gab es aus dieser Ecke keine Einnahmen. Zu allem Ungl&#252;ck wurde au&#223;erdem zum Ende der 07er-Saison der Spielbetrieb der NFL Europe eingestellt &#8211; zu den je f&#252;nf Spielen von Rheinfire kamen immerhin regelm&#228;&#223;ig mehr als 30.000 Leute; andere Sportereignisse gab es nur sporadisch. Die ganz dicke Kohle sollten aber Stadionkonzerte bringen. Tats&#228;chlich f&#252;llten K&#252;nstler wie Die Toten Hosen, Madonna, Police und Depeche Mode die Arena mit gut 50.000 Fans, und auch bei Herbert Gr&#246;nemeyer und den Stones waren viele Menschen anwesend. Wirklich gut unterrichtete Veranstalterkreise wissen aber zu berichten, dass mindestens zwei dieser Grossereignisse Zuschussgesch&#228;fte waren, denn die Arena-Betriebsgesellschaft soll nicht nur f&#252;r die Kosten aufgekommen sein und die Einnahmen in voller H&#246;he weitergereicht haben, sondern mindestens in einem Fall sogar noch ein Honorar gezahlt haben.<br />
Apropos Betriebsgesellschaft: Einer Farce glichen die Ereignisse rund um die Fast-Pleite dieser BG im Sommer 2005. Nachdem Walther Bau eine formidable Pleite hingelegt hatte, stellte sich heraus, dass auch die BG, an der Walther beteiligt war, so gut wie insolvent war. Mit einem feinen Trick versuchte daraufhin der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener die Gesellschaft &#8211; und damit den Betrieb der Arena &#8211; zu &#252;bernehmen. F&#252;r die Stadt w&#228;re das eigentlich eine feine Sache gewesen, h&#228;tte der Deal sie doch vollst&#228;ndig von den Subventionen entlastet. Joachim Erwin pers&#246;nlich wollte aber um jeden Preis verhindern, dass sein verhasstere Parteifreund die Herrschaft &#252;ber SEINE Arena gew&#246;nne. So zwang er den Rat unter Zurhilfenahme mehrfacher Erpressungen, die BG zu 100 Prozent zu &#252;bernehmen und Wagener mit einem netten siebenstelligen Betrag zu entsch&#228;digen. So ist heute die Stadt D&#252;sseldorf &#252;ber ihre Kongress-GmbH de facto Betreiber der Arena und damit f&#252;r den Ausgleich der Unterdeckung des Betriebs verantwortlich.</p>
<p>Eine nette Anekdote, deren Pointe in diesen Tagen zum Vorschein kam, rankt sich auch um das Namenssponsoring. Urspr&#252;nglich stand im Raum, dass der ans&#228;ssige Henkel-Konzern Namensgeber w&#252;rde. Nachdem sich aber OB Erwin mit mehreren leitenden Herren des Unternehmens &#252;berworfen hatte, schied diese M&#246;glichkeit aus. Gleichzeitig &#8211; also im Sommer 2004 &#8211; hatte die Charterfluggesellschaft LTU ein Anliegen, bei dem die Stadt ihr helfen konnte, was auch geschah. Im Gegenzug wurde die LTU, damals geleitet von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Marbach">J&#252;rgen Marbach</a>, f&#252;r sehr kleines Geld (man spricht von nur 300.000 Euro pro Jahr) Namenssponsor. Derselbe J&#252;rgen Marbach wurde flugs in den Aufsichtsrat der Fortuna gew&#228;hlt, holte seinen Kumpel Reiner Calmund dazu und regierte im Verein mit dem OB den Club. Nachdem die LTU nun Teil von Air Berlin und <a href="http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2008-02/artikel-10225737.asp">Marbach nicht mehr an Bord</a> war, bleib die Frage offen, was mit dem Namen geschehen w&#252;rde. Und nach dem Tod von Joachim Erwin wurde auch spekuliert, ob Marbach dessen Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender von F95 w&#252;rde. V&#246;llig &#252;berraschend erkl&#228;rte J&#252;rgen Marbach, der immer den Erzfan gegeben hatte, dieser Tage seinen R&#252;cktritt. Noch &#252;berraschender kam wenig sp&#228;ter die Meldung, dass er beim <a href="http://www.reviersport.de/55379---wolfsburg-marbach-uebernimmt-geschaeftsfuehrung-beim-vfl.html">VfL Wolfsburg angeheuert</a> habe. Man kann diese Entwicklung sch&#246;n interpretieren, indem man annimmt, Marbach sei nur bei Fortuna eingestiegen, um per Erwin Gef&#228;lligkeiten f&#252;r die LTU einzuholen. Die Gesch&#228;ftsgrundlagen daf&#252;r ist nun in mehrfacher Hinsicht weggefallen.</p>
<p><strong>ISS-Dome</strong><br />
<img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/07/iss_dome_innen.jpg' alt='iss_dome_innen.jpg' />Auf den ersten Blick ist bei der Veranstaltungshalle in D&#252;sseldorf-Rath alles glatt gegangen. Planung und Bau verliefen fl&#252;ssig, sodass im Januar 2006 die T&#252;ren des Schlauchboots ge&#246;ffnet werden konnten. Immerhin 70 Millionen Euro durfte die st&#228;dtische IDR unter der Leitung des Erwin-Intimus Heinrich Pr&#246;pper beim Bau von Halle und Parkhaus versenken. Damit ist das Ding etwa halb so teuer wie die um 50 Prozent gr&#246;&#223;ere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lnarena">K&#246;lnarena</a> und rund 50 Prozent teurer als die etwa gleich gro&#223;e <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arena_Oberhausen">K&#246;nig-Pilsener-Arena</a> in Oberhausen.<br />
Anstoss f&#252;r dieses Projekt war einerseits der stetige Zerfall des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisstadion_an_der_Brehmstra%C3%9Fe">Eisstadions an der Brehmstra&#223;e</a>, dem legend&#228;ren Spielort des Eishockeyteams der DEG, und andererseits die nicht mehr zeitgem&#228;&#223;e Gr&#246;&#223;e der Philipshalle als Ort f&#252;r Rock- und andere Konzerte. Man ging davon aus, dass die DEG in einer modernen Halle wieder einen Zuschauerschnitt erreichen k&#246;nnte wie zu ihren Glanzzeiten, als in der Brehmstra&#223;e bis zu 11.000 Zuschauer die Cracks feierten. Tats&#228;chlich glaubte man an einen durch Dauerkarten fast ausverkauften Dome &#8211; ganz nach amerikanischem Vorbild. Ja, man glaubte nur, denn auf irgendwelche empirischen Daten &#8211; zum Beispiel in Form einer DEG-Fan-Befragung &#8211; verzichtet man.</p>
<p>So zeigt sich seit der Saison 2006/07, dass der DEG die Zuschauer davonlaufen und zuletzt kaum mehr als 4.500 Zuschauer zu den Heimspielen kamen. Damit ist die Finanzierung des Dome-Betriebs inzwischen &#228;hnlich gef&#228;hrdet wie der Betrieb der Arena. Zumal sich die Hoffnung, man k&#246;nne Topacts der internationalen Musikszene, f&#252;r die eine LTU-Arena zu gro&#223; ist, in den ISS Dome locken, sich kaum erf&#252;llte. Tats&#228;chlich kamen nur Die &#196;rzte und Irin Maiden freiwillig. Pearl Jam landete per Umzug aus der Arena hier, und<br />
ob André Rieu seinerzeit mit Geld gelockt werden musste, ist ungewiss. Ansonsten bietet der Dome ein einfaches Men&#252; aus Abiparties, Bravo-Shows, Tanzturnieren und Blasmusik-Events. Ausgelastet ist die St&#228;tte nicht, daf&#252;r mist auch die Konkurrent durch die etablierten Arenen in K&#246;ln und Oberhausen zu gro&#223;.<br />
Zudem vergrault die Betriebsgesellschaft zunehmend Eishockeyfans. Vor allem durch die ungekl&#228;rte Verkehrs- und Parksituation. Offensichtlich hat man die Einnahmen aus dem Parkhaus als Finanzierungsbaustein eingeplant und verlangt so Geb&#252;hren zwischen 5 und 7 Euro. Leider hat man die An- und Abfahrtssituation gr&#252;ndlich verbaselt. Um nach einer Veranstaltung aus dem Parkhaus auf die Theodorstra&#223;e zu kommen, muss man je nach Andrang auch schon mal eine Stunde einkalkulieren. Viele DEG-Fans hat dies und die Kosten dazu veranlasst, in der Umgebung nach Parkpl&#228;tzen zu suchen. Auf Initiative der Betreiber wurden daraufhin mehrfach die <a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/543439/Knoellchen-Flut-am-Dome.html">Kn&#246;llchenverteiler</a> angekarrt, um die abtr&#252;nnigen Parken zu bestrafen. Ob die erheblichen Verz&#246;gerungen bei der Anbindung der Stra&#223;enbahn an den Dome Methode haben, also die Zahl der Prkhauskunden hochhalten sollen, darf vermutet werden.</p>
<p>Beliebt ist der ISS Dome bei D&#252;sseldorf B&#252;rgers nicht. Er liegt weit ab vom Schuss, ist nur per Auto leicht zu erreichen und zeichnet sich innen durch Betonk&#228;lte aus. Auch hier droht eine Subventionsruine, f&#252;r die Mitglieder der Erwinista verantwortlich zeichnen.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.191.84) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/bauskandale-1-bis-4-teil-i.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Sportstadt D&#252;sseldorf?</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jun 2008 11:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit gro&#223;en Versprechungen war Joachim Erwin 1999 angetreten: D&#252;sseldorf wolle er zur Sportstadt machen. Die Bilanz ist ern&#252;chternd. In seine Verantwortung fallen eine kl&#228;glich gescheiterte Olympiabewerbung, nicht stattgefunden habende Fu&#223;ball-WM-Spiele 2006, sowie Abstiege der D&#252;sseldorfer Spitzenmannschaften in den popul&#228;ren Sportarten. Lediglich der ewige Sieger Borussia D&#252;sseldorf (Tischtennis), die DEG, der TuS Nord (Rollhockey) und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/06/duesseldorf_olympia.thumbnail.jpg' alt='duesseldorf_olympia.jpg' />Mit gro&#223;en Versprechungen war Joachim Erwin 1999 angetreten: D&#252;sseldorf wolle er zur Sportstadt machen. Die Bilanz ist ern&#252;chternd. In seine Verantwortung fallen eine <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,300653-2,00.html">kl&#228;glich gescheiterte Olympiabewerbung</a>, nicht stattgefunden habende Fu&#223;ball-WM-Spiele 2006, sowie Abstiege der D&#252;sseldorfer Spitzenmannschaften in den popul&#228;ren Sportarten. Lediglich der ewige Sieger Borussia D&#252;sseldorf (Tischtennis), die DEG, der TuS Nord (Rollhockey) und der Boston-Club (Jazztanz) sind noch in den jeweils h&#246;chsten Ligen vertreten. Deutsche Meisterschaften konnten in den vergangenen zehn Jahren lediglich die Tischtennisherren feiern. Trotz massiven Eingreifens des Oberb&#252;rgermeisters konnten die Fu&#223;baller 2002 einen Abstieg in die Oberliga nicht verhindern und sind &#252;ber die neue dritte Liga nicht hinausgekommen. Die Profi-Basketballer der Magics wurden von Erwins B&#252;roleiterin Christina Begale systematisch aus der Stadt gemobbt, w&#228;hrend die Handballer der HSG unter den unzul&#228;nglichen Bedingungen in der Stadt zu leiden haben und erneut nicht in die erste Bundesliga aufstiegen. Speziell daran, dass der DFB D&#252;sseldorf als Austragungsort f&#252;r die Fu&#223;ball-WM ignorierte, hatte der OB mit seiner unnachahmlich arroganten Art entscheidenden Anteil.</p>
<p><span id="more-183"></span>Schlechter ging es der Stadt sportlich noch nie. Als das Ausma&#223; des Desasters nach der Bewerbung f&#252;r die Olympischen Spiele 2012 sichtbar wurde, erkl&#228;rten Erwin und Begale kurzerhand, nun sei die F&#246;rderung des Breitensports angesagt. So erw&#228;hnte der Ob in seiner <a href="http://duesseldorf.de/rat/ob/reden/etat2003/index4.shtml">Rede zum Etat 2003</a> ein Sportst&#228;ttenf&#246;rderprogramm. Die Ergebnisse des Programm erscheinen angesichts des <a href="http://www.duesseldorf.de/sportamt/geschaeftsbericht/geschaeftsbericht_2007.pdf">Rechenschaftsberichts des Sportamts</a> f&#252;r 2007 etwa mager. So wurden 2007 zwar rund 12 Millionen Euro in den &#8220;Masterplan Sport&#8221; investiert, knapp die H&#228;lfte davon fiel aber auf den Neubau einer umstrittenen Vierfach-Sporthalle in Gerresheim. Weitere 3,6 Millionen Euro wurden in Kunstrasen angelegt. Dabei muss man wissen, dass der mit gro&#223;em PR-Aufwand vom OB pers&#246;nlich als Manager der Fortuna geholte und nach kaum anderthalb Jahren (Abfindung: mindestens 300.000 Euro) geholte Fu&#223;ballpromi Thomas Berthold lange Zeit Lobbyist eines Kunstrasensherstellers war. Das mag Zufall sein&#8230;</p>
<p>In die &#196;ra Erwin fielen drei wichtige Bauvorhaben rund um den Sport: Die Mehrzweckarena (<a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;ct=res&#038;cd=3&#038;url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FLTU_arena&#038;ei=OgdRSLuMMYyM1gajxYT7Cw&#038;usg=AFQjCNFUY2edxpdZ-2D1K7P8jFYjb8CgwA&#038;sig2=2ZGqCD4jMdYAGpSe_ONyQA">LTU-Arena</a>) am Platz des ehemaligen Rheinstadions, der Dome in Rath (<a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;ct=res&#038;cd=3&#038;url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FISS-Dome&#038;ei=TwdRSLesGpDY1ga7wZn7Cw&#038;usg=AFQjCNET9yLsHgeh-GiArbH1rEtr8ym5yg&#038;sig2=YiOB1KpF-hIo7evdwyV3eQ">ISS Dome</a>) und die Mehrzwckhalle Reisholz (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Burg-W%C3%A4chter-Castello">Burg-W&#228;chter Castello</a>). Keines der Projekte kam in der Planungs-, Finanzierungs-, Bau- und Betriebsphase ohne skandaltr&#228;chtige Verwicklungen aus. &#220;ber die Arena und die Reisholzer Halle wird in Joachim Erwins Bilanz noch zu reden sein. Tats&#228;chlich erwiesen sich Arena und Dome als &#8211; vorsichtig ausgedr&#252;ckt &#8211; riskant finanziert und &#252;berdimensioniert. W&#228;hrend Drittligist Fortuna die LTU-Arena bei Spitzenspielen mit bis zu 27.000 Zuschauern f&#252;llen kann, verlieren sich im ISS Dome bei Partien der DEG meist weniger als 6.000 Menschen. Lediglich das Burg-W&#228;chter Castello (Kapazit&#228;t: rund 3.600 Zuschauer) war bei den Spielen der HSG und der Magics oft gut gef&#252;llt.</p>
<p>Wo der Stadt unter Erwin der Spitzensport teilweise verloren ging und der Breitensport keinen Boom erlebte, da setzten der OB und seine Leute ganz auf sport&#228;hnliche Veranstaltung als Touristen anlockende Events. Seit 2002 finden jedes Jahr zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember ein Weltcuprennen im Skilanglauf statt. Daf&#252;r werden jeweils Tausende Tonnen mit h&#246;chstem Energieaufwand erzeugten Kunstschnees aus der Skihalle Neuss nach D&#252;sseldorf verfrachtet und am Rheinufer zu einer Loipe aufgeschichtet, die auch schonmal im Dauerregen zerflie&#223;t. Angeblich lockt dieses Ereignis jeweils um die 300.000 Zuschauer &#8211; gez&#228;hlt hat aber noch niemand. Noch absurder zeigt sich ein weiteres Event: Im <a href="http://www.rainersacht.de/2006-03/dtm-in-dusseldorf-hauptsache-krach.php">M&#228;rz 2006</a> lie&#223;en die Piloten der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) zum ersten Mal unter gro&#223;em L&#228;rm und erheblichem Gestank sowie sinnloser Verbrennung von Treibstoff die Motoren auf der K&#246; an, um dem angereisten Provinzvolk Renn-Feeling vorzuspielen. Das reizte die Phantasie von Erwin und Begale so an, dass sie gar ein Gutachten in Auftrag gaben, das die M&#246;glichkeit eines regul&#228;ren DTM-Laufs in der Stadt zu pr&#252;fen hat. Dass auch dergleichen in der Stadt unter das Thema &#8220;Sport&#8221; f&#228;llt, sagt einiges &#252;ber das Scheitern des Konzepts &#8220;Sportstadt D&#252;sseldorf&#8221; aus.</p>
<p>Ob die Bestrebungen des OB Joachim Erwin in Sachen Sport &#252;berhaupt etwas gebracht haben, ist schwer zu beurteilen. Zum Ende des Jahres waren immerhin &#252;ber 111 Tausend D&#252;sseldorfer Mitglied in einem der 370 <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;ct=res&#038;cd=10&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.ssbduesseldorf.de%2Fkcms%2FUserFiles%2FFile%2FLeistungsspektrum_des_Duesseldorfer_Sports%252023-04-07.pdf&#038;ei=dApRSOWsJIyM1wal4-j7Cw&#038;usg=AFQjCNH0I7lVXlssKPwYSck7dR8Agfa-oQ&#038;sig2=1dRinPKHZVE2BIPzqAJTIA">Sportvereine</a> der Stadt. Das h&#246;rt sich gut an. Vergleicht man diesen Wert aber mit einer &#228;hnlich gro&#223;en Stadt wie Dortmund (rund 140.000 Mitglieder in 600 Vereinen), dann schneidet D&#252;sseldorf nicht gut ab. Trotzdem verga&#223;en wenige Trauerredner die Bem&#252;hungen von Joachim Erwin um den Sport in der Stadt zu erw&#228;hnen.</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.191.84) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/duesseldorf/sportstadt-duesseldorf.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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		<title>Police wie die Feuerwehr</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 10:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rainer Bartel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Summers]]></category>
		<category><![CDATA[LTU-Arena]]></category>
		<category><![CDATA[Police]]></category>
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		<category><![CDATA[Sting]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer gedacht hatte, die Altherrenmannschaft w&#252;rde es sich bei einem Best-of- Police-Partyhits gem&#252;tlich machen, sah sich get&#228;uscht. Vom Anpfiff an legte die Polizeitruppe los wie die Feuerwehr. Der geniale Mittelfeldspieler Andy Summers gab den Regisseur, Stewart Copeland sicherte die Abwehr, und vorne spielte Sting Mittelst&#252;rmer und wechselte h&#228;ufig auf die Flanken aus. Bereits mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://www.rainersche-post.de/wp-content/uploads/2008/06/police_konzert.thumbnail.jpg' alt='police_konzert.jpg' />Wer gedacht hatte, die Altherrenmannschaft w&#252;rde es sich bei einem Best-of- Police-Partyhits gem&#252;tlich machen, sah sich get&#228;uscht. Vom Anpfiff an legte die Polizeitruppe los wie die Feuerwehr. Der geniale Mittelfeldspieler Andy Summers gab den Regisseur, Stewart Copeland sicherte die Abwehr, und vorne spielte Sting Mittelst&#252;rmer und wechselte h&#228;ufig auf die Flanken aus. Bereits mit dem ersten Angriff &#8211; eine heftige Version von &#8220;Message In a Bottle&#8221; &#8211; erzielten die Jungs den ersten Treffer. Eine ganze Halbzeit lang st&#252;rmten die Polizisten als g&#228;b&#8217;s kein Morgen. Da nahmen altbekannte St&#252;cke an Fahrt auf, dass einem schwindelig werden konnte. Selbst die Provinzler auf den Nebenpl&#228;tzen verga&#223;en ob solcher Spielfreude, weiter am Handy die Begegnung &#214;sterreich gegen Kroatien zu verfolgen.</p>
<p><span id="more-170"></span>Die Bedingungen waren allerdings auch ideal. Das Team am Mixer gab sein Bestes, und die 50.000 angereisten Fans rissen ein ums andere Mal die insgesamt 100.000 H&#228;nde hoch. Da bedurfte es keiner zus&#228;tzlichen Anfeuerung durch den Kapit&#228;n Sting. Nat&#252;rlich konnte man davon ausgehen, dass die routinierte Truppe &#252;ber lange Jahre einge&#252;bte Spielz&#252;ge zelebrieren w&#252;rden. Aber das Team auf der B&#252;hne &#252;berraschte durch v&#246;llig neue Interpretationen. In der Kultur w&#252;rde man es wohl Dekonstruktion nennen, was die Spieler da oben mit Songs wie &#8220;Don&#8217;t Stand So Close To Me&#8221; und &#8220;Driven To Tears&#8221; veranstalteten.<br />
Sp&#228;testens zu Beginn der zweiten Halbzeit hielt es kaum noch jemand auf den kunterbunten Sitzen der LTU-Arena. Obwohl das Mittanzen angesichts jazziger Ausfl&#252;ge und abrupter Rhythmuswechsel bisweilen schwerfiel. Szenenapplaus gab es, als Schlagzeuger Stewart Copeland von der Schie&#223;bude in eine Percussion-Wand wechselte und bewies, dass The Police auch komplexeste St&#252;cke ohne viel Digital-Schnickschnack hinbekommen. &#220;berhaupt: Das Spiel der Ordnungsh&#252;ter darf mit Fug und Recht als schn&#246;rkellose bezeichnet werden. Davon kann sich manche britpoppige Nachwuchsmannschaft ein paar Scheiben abschneiden.</p>
<p>So endete ein fantastisches Spiel mit einem deutlichen Sieg f&#252;r Copeland, Summers und Sting. Dass der Frontmann ganz nebenbei auch noch das 1:0 der deutschen Elf gegen Polen durchgab &#8211; und zwar wie alle Ansagen in akzentfreiem Deutsch &#8211; bes&#228;nftigte auch die Ehem&#228;nner, die ihren sting-seligen Gattinnen zuliebe auf jegliches Public Viewing verzichtet hatten.</p>
<p>Pressestimmen:<br />
<a href="http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/das-beste-konzert-seit-25-jahren_artikel_1212758515837.html">EXPRESS.de</a>: &#8220;Das beste Konzert seit 25 Jahren&#8221;<br />
<a href="http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/576861/Endlich-Police-in-der-LTU-Arena.html">RP Online</a>: &#8220;Endlich: Police in der LTU-Arena&#8221;<br />
<a href="http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&#038;id=545001&#038;_wo=News:Topnews&#038;_g=Viel-Charisma-und-viel-Klasse:-Grandiose-Reunion-von-The-Police">AZ-web.de</a>:  &#8220;Viel Charisma und viel Klasse: Grandiose Reunion von The Police&#8221;<br />
<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/2008/6/9/news-54387827/detail.html">DerWesten.de</a>: &#8220;Versp&#228;tete Flaschenpost&#8221;<br />
<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/musik-und-konzerte/2008/6/10/news-54336775/detail.html">DerWesten.de</a>: &#8220;Frische aus der Flaschenpost&#8221;</p>
<hr /><small>Copyright &copy; by <a href="http://www.rainersche-post.de/">Rainer Bartel</a>, alle Rechte vorbehalten (ID:  078929bb8d1d7ef97a979528e34c61ff (38.107.191.84) ). Danke dass Sie meinen Feed abonniert haben! &raquo; <a href="http://www.rainersche-post.de/kultuur_popp/police-wie-die-feuerwehr.php">Ganzen Artikel lesen</a></small>]]></content:encoded>
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