Dritte Liga aktuell
Ich mag die Jenenser. Wer seinen Fußballklub Karlheinz nennt, kann so schlecht nicht sein. Dass die Mannschaft aus Thüringen möglicherweise in die vierte Liga durchrutscht, ist schade. Aber: Opfer müssen gebracht werden, und wenn es dem Aufstieg der glorreichen Fortuna nützt, dann hat auch die Niederlage des FC CZ Jena einen tieferen Sinn. So weit ist es noch nicht, denn die Tuna steht nach dem Sieg von gestern erstmal nur auf dem Relegationsplatz. Und das nach einer Partie, die nicht nur die Spieler an den Rand der Erschöpfung gebracht hat. Nach dem Schlusspfiff mischten sich in den Gesichtern der Südkurvensteher Euphorie, Entzückung, aber auch Spuren einer kaum zu ertragenden nervlichen Anspannung. Aber betrachten wir die Sache der Reihe nach. [weiterlesen...]
Natürlich war das heute ziemlich einfach für die Fortunesen. Mit der U23-Mannschaft des unsäglichen VfL Vauweburg war der Absteiger zu Gast, der nie über das Ende der Tabelle hinausgekommen ist. Und diese Truppe war ein Muster an Hilflosigkeit. Vermutlich hatten einige Düsseldorfer Spieler Mitleid, und ließen die Jungs aus Niedersachsen ab und zu mal ein bisschen kombinieren. Zumindest in der zweiten Halbzeit. In den ersten 45 Minuten kamen die Gäste zu einer Torchance. Das war’s aber auch. Die Fortuna spielte dagegen etliche Möglichkeiten heraus. Dass das erste Tor nach 47 Sekunden fiel, erleichterte die Angelegenheit natürlich enorm. Die aus Verletzungsnot heraus merkwürdig formierte F95-Abwehr stand jederzeit sicher, brachte aber zu wenig in Richtung gegnerisches Tor.
In einem ziemlich ausgeglichenen Spiel hat die Fortuna den Spitzenreiter mit 3:0 geschlagen. Das ist eine gute Nachricht. Besser noch, dass die gesamte Mannschaft sich dieses Mal – ganz im Gegensatz zum vergeigten Pokalendspiel am Dienstag in Duisburg – volle Kanne reingehängt. Besonders wertvoll war die häufige Balleroberung im Mittelfeld durch konsequentes Dazwischengehen. Dafür war die Abwehr nicht immer sattelfest, und Torwart Melka musste schon in der ersten Halbzeit einmal per Glanzparade retten. Deutlich wurde, dass die Fortuna jeden Gegner der Liga sicher schlagen kann, wenn die Herren Spieler sich mal durchgehend konzentrieren. Mann des Spiels war sicher Regisseur Marco Christ. Der kam nach langer Verletzungspause zurück, schoss das 1:0 und bereitete die meisten Aktionen vor. Das gab andererseits Lumpi Lambertz Raum, sich als hängender Stürmer wühlerisch zu betätigen. Zu Tode fummelte sich erneut Ahmed Cebe, der eine 100-Prozentige versemmelte, dann aber doch die Hütte zum 3:0 machte.
[weiterlesen...]