Die Kultur in den Zeiten der Diktatur
Nein, Doktor Pereira ist kein Held. Der ehemalige Lokaljournalist aus Coimbra ist ein herzkranker Fettsack, setimentaler Witwer und Liebhaber der französischen Literatur, der den neuen Kulturteil der Tageszeitung “Lisboa” verantworten soll. Eigentlich hat er keine Ahnung, was er da tun soll, und sein Verleger, der dem faschistischen Regime im Portugal des Jahres 1938 opportunistisch folgt, hält sich raus. So pendelt Pereira zwischen seiner Wohnung, seinem winzigen Büro, das fern ab der eigentlichen Redaktion liegt und von einer Concierge im Sinne der Polizei überwacht wird, und seinem Stammcafé hin und her. Da findet er einen jungen Mann italienischer Abstammung, den er zum Praktikanten machen will. Monteiro Rossi, so der Name des Praktikanten, soll vorsorglich Nachrufe auf Dichter verfassen, aber die Texte, die er abliefert, sind schlecht und politisch inkorrekt. Spätestens nachdem Pereira dessen schöne und starke Freundin Marta kennen gelernt hat, unterstützt er Rossi finanziell. Aber dann eskaliert die Situation: Marta ist Funktionärin der spanischen Republikaner, die sich im Krieg mit den Faschisten befinden, und zieht Rossi mit in die Sache hinein. Der taucht unter. [weiterlesen...]