Gestern trat der FC Bayern München im heimischen Schlauchboot gegen den FC Zenith St.Petersburg an. Es war das Hinspiel im Halbfinale des europäischen Wettbewerbs, den der Herr Beckenbauer einst als “Verlierer-Cup” bezeichnet hat. Zenith ist übrigens einer von inzwischen fünf europäischen Clubs, die vom Erdgas-Oligopolisten Gazprom gesponsort wird. SAT1 zeichnete für die Live-Übertragung verantwortlich. Ob die Details der Übertragung mit dem rasanten Kurssturz der ProSiebenSat1-Aktie im Zusammenhang steht, ist unwahrscheinlich. Vielleicht gehört aber auch die Anbiederung des Unterniveaussenders an den Konzern Bayern München schon zu den Maßnahmen, mit denen das Medienkonglomerat sich sanieren will. Das wäre ja die ein Beispiel für die Denke im modernen Fußball. Typen, die selten mehr vom Fußball sehen als ihr Spiegelbild im Logenfenster, nehmen an, der FC Bayern wäre beliebt. Daraus schließen sie, dass die Berichterstattung über den Club Quote bringt, was wiederum Werbeeinnahmen generiert. Die Bayern selbst, die dafür ja Geld kassieren, betrachten ihre Anwesenheit im Fernsehen aber als Imagepflege und nehmen Einfluss.