Und wieder eine Firma im Abmahnwahn

[Upd.] Kein Boykott gegen Jack Wolfskin!

wolfsspurenUpdate: Wir haben gewonnen! JW nimmt die Abmahnungen zurück und ändert seine Markenschutzpolitik! (dpa-Newsticker via ZEIT.de)
Wie sacht man: Die Doofen werden nicht alle. Das scheint besonders für Marketing-Fuzzeln und Juristen zu gelten. Diese Annahme hat aber nichts mit dem vorliegenden Fall zu tun. Der Klamottenhersteller Jack Wolfskin mahnt Handarbeiterinnen ab, die ihre selbstgemachten Sachen mit stilisierten Pfotenabdrücken zieren. Die Typen von dem Laden sind ernsthaft der Ansicht, dass das Anbringen von stilisierten Pfotenabdrücken auf Kleidung ihre Markenrechte beeinträchtigte – und zwar unabhängig, ob Hundetatzen oder Katzenpfötchen stilisiert wurden. Um dieser Meinung Ausdruck zu verleihen, bedienen sie sich williger Advokaten, die dann gutwilligen Menschen Abmahnungen schicken und sich von den Opfern dafür bezahlen lassen wollen. Das ist so krank, wie bescheuert.

Vieles spricht dafür, dass sich Konsumenten beim Kauf von Produkten sehr genau darüber informieren, wie die verschiedenen Anbieter sich so im allgemeinen Leben verhalten. Mal angenommen, Sie wollten sich gerade eine Superduper-Allwetterjacke anschaffen. Dann würden Sie sich beispielsweise darüber schlau machen, wie beispielsweise der Hersteller Jack Wolfskin mit Handarbeiterinnen umgeht, die Selbstgemachtes mit Pfötchen verzieren und dann online verkaufen wollen. Sie würden also Erkenntnisse über dieses Unternehmen gewinnen und würden diese in ihre Kaufentscheidung einfließen lassen.

Denken Sie daran: Wir Konsumenten verfügen über eine scharfe Waffe – unser Kaufverhalten.


» Kommentar von Rainer Bartel am 23.10.09 um 15:35 » in Kategorien: Wirtschaft » 3.322 x gelesen » 9 x kommentiert
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  1. These:
    Das Alleinstellungsmerkmal dieser Markenhersteller ist nicht das herausragende Design, die Superqualität oder der unverwechselbare Lifestyle der Güter, sondern einzig und allein die Marke und das Emblem. Das ist das was deren Laden ausmacht (Marketinggeseiere halt).

    Spekulation:
    Sie haben Angst, dass die Leute merken, dass die “Marke” für vernünftige Güter nicht gebraucht wird. Dies führt zu einem Überaktionismus. Es kann aber auch sein, dass da einer im HN1-Wahn den Panzerschreck aus der Schublade geholt hat, weil die Zusatzstoffe im Serum einige Gehirnzellen durch Eidotter ersetzt haben.

    Mal sehen ob mein Französicher Outdoorausstatter auch mal anfängt die Anwälte auf Kreuzzug zu schicken. Ich hoffe nicht, denn ich brauche neues Schuhwerk.

    Ansonsten gibt es immer noch den guten, alten Nato-Shop. Ne erprobte M65 Feldjacke ist dort günstig zu erstehen und nahezu unkaputtbar. Und wenn se kaputtgeht brauche ich mir keine Gedanken um 350€ teure Goretexlumpen zu machen.

     
    Kommentar von matze am 19.10.09 um 20:53
  2. Recht hast du mit der Annahme, dass dieses ganze Gelaber um die “Marke” nichts als selbstreferenzieller Dummfug ist, den die Marketingsfritzen FÜR SICH ist, damit sie nicht merken, dass unter ihnen nur das Grpße Nichts ist und ihre nichtswürdige Existenz von außen sichtbar wird. Ich kann das beurteilen, ich habe in entsprechenden Zusammenhängen Geld verdient – shame on me.

    Wir Konsumenten haben’s in der Hand. Du kannst Wanderstiefel von einem global agierenden Konzern mit Supermarke kaufen oder von einem Traditionshersteller wie Meindl. Wir haben es in der Hand. Dinge bei bestimmten Firmen nicht mehr zu kaufen, ist wirkungsvoller als jede Demo, denn so packen wir sie am Profit, da wo’s ihnen am meisten weh tut.

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 19.10.09 um 21:00
  3. Ich werde garantiert nie wieder ein Kleidungsstück mit einem Tatzenlogo kaufen.

     
    Kommentar von Alpha Bet am 19.10.09 um 23:49
  4. Ich hab mir glaube ich Mitte der 90er das letzte Mal was von dieser Marke geleistet, damals waren es wirklich noch Outdoor-Klamotten. Im diesjähriegn Urlaub konnte ich gut die europ. Touristen an Wolfskin-Klammoten erkennen, zu 90% waren es Deutsche (gut, die hätte man auch ohne die Taze auf dem Revers erkannt!).
    Bei Schuhen hat Rainer recht, da geht eigentl. nur Meindl.
    Außerdem sind die ja ein Großsponsor des FCs aus der Stadt mit der Bahnhofskapelle, geht für mich als Düsseldorfer ja gar nicht! :o )

     
    Kommentar von Weed am 20.10.09 um 09:35
  5. grössenwahn, geldmangel, frust über nicht zu kontrollierende kopien aus fernost.

    das ging ja schon 2002 los mit dem rechtsstreit gegen die taz und ihre tazze aus den 70ern.

    einfach nur ekelhaft.

     
    Kommentar von yallamann am 20.10.09 um 09:36
  6. Ein echter ****-Laden!

    Und man beachte mal das Geseiere des Chefs hier:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article4094853/Warum-tragen-so-viele-Staedter-Wolfskin-Klamotten.html

    Ja, ja, “wert-konservativer Grüner”.

    Sorry, aber da kommen bei mir diverse, archaische Reflexe und Bedürfnisse zum Vorschein, die ich hier nicht weiter ausführen kann (möchten schon)!

    Ich hoffe nur, diese Aktion schlägt sich deutlich im jetzigen und nächsten und übernächsten Quartalsergebniss nieder – vielleicht fertigt dann mal ein nicht ganz Halbgarer bei JW eine hübsche, bunte Powerpoint-Präsentation, damit die begreifen, worum es geht!

    Schade nur für die vietnamesischen Arbeiter/innen, die JW vermutlich ähnlich fürstlich entlohnt wie seine Rechtsanwälte…

     
    Kommentar von Tommy_99 am 20.10.09 um 17:07
  7. zum [Upd.]
    das hätt ich ja jetzt auf keinen fall gedacht.

    respekt (nich vor jw sondern vor der macht der solidarität).

     
    Kommentar von yallamann am 23.10.09 um 15:57
  8. [...] Kreise ziehen,  Schon kursieren Boykottaufrufe im Web – ein weiteres Paradebeispiel für die Macht der Konsumenten im [...]

     
  9. [...] Wolfskin hatte sich erst im letzten Jahr mit Abmahnungen bei Bloggern unbeliebt gemacht, dann aber eingelenkt. Die Marke Jack Wolfskin hatte damals Online-Händler abgemahnt, weil sie auf verschiedenen [...]

     

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