Über 35 Jahre: Atomkraft? Nein danke.
Profiteure müssen Atomschäden zahlen!
Als wir Atomkraftgegner Ende der Siebziger Jahre die Vision von den Atompriesern beschworen, die noch in Hundertausend Jahren den radioaktiven Müll des zwanzigsten Jahrhunderts bewachen müssten, wurden wir ausgelacht. Und als Spinner diffamiert. Als wir die Lügen der Energiekonzerne anprangerten und öffentlich machten, dass es keine Lösung für die Lagerung radioaktiven Mülls geben könne, nannte man uns linke Wirrköpfe. Seit ein paar Monaten steht es fest: Die nächsten Generationen werden noch viele Probleme mit dem Dreck haben, den uns die Atomindustrie beschert hat. Denn Asse II ist kein Einzelfall. Trotzdem wird allein dessen “Sanierung” uns Steuerzahler schon mindestens 4 Milliarden Euro kosten. Ja, nicht die Profiteure der Energiewirtschaft zahlen, sondern der Staat.
So wird ein weiteres Kapitel im Roman geschrieben, der den Titel trägt: “Profite privatisieren, Verluste verstaatlichen.” Nicht genug damit, dass die Bundesrepublik seit etwa 1975 Milliarden an direkten und indirekten Subventionen in die Atomindustrie gepumpt hat, während die Aktionäre der Energieversorger vom Verkauf des Atomstroms kräftig profitierten, jetzt fallen nicht abschätzbare Folgekosten an, die erneut der Staat tragen soll. Da ann die konkrete Lösung doch nur heißen: Die 4 Milliarden für die versuchte Unschädlichmachung des maroden Salzstocks in Asse müssen auf die Aktionäre der Energieversorger umgelegt werden. Dies kann in Form einer Sondersteuer geschehen, die auf Wertpapiere von Atomanlagen betreibende Unternehmen erhoben wird.
Dazu wird es nicht kommen. Die Bundesregierung in Gestalt der Merkel und des Gabriels hat sich ja schon vor die Presse gesetzt und mit Stolz verkündet, man werde jetzt eine Lösung vorantreiben … und bezahlen. Man stelle sich vor, die möglicherweise nötigen 4 Milliarden würden zur Förderung regenerativer Energien eingesetzt, z.B. als Abwrackprämie auf umweltfeindliche Öl- und Gasheizungen.
Das Schlimme an gut 35 Jahren Atomwirtschaft in Deutschland ist, dass die Bürger fortwährend und massivst belogen wurden. Und zwar nicht nur von den Energieunternehmen selbst und deren Lobbyisten, sondern auch von einer Mehrheit der gewählten Volksvertreter. Die große Atomlüge könnte (sowie die große Kriegslüge…) der wahre Ausgangspunkt für die Politikerverdrossenheit der Wähler sein, denn alle Lügen werden nach und nach aufgedeckt.
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