Wie Missionare vor allem für sich selbst sorgen

Social-Media-Betrüger

Dass es ein Kreuz ist mit selbsternannten Beratern, ist ein alter Hut, der im vergangenen Jahrzehnt auf vielen Köpfen getragen wurde. Man denke an die ganzen E-Commerce-Consultants und das Platzen der New-Economy-Blase oder die Spielkinder, die ihre Vorliebe für das virtuelle Second Life gern als Know-how verkauften. Seit etwa anderthalb Jahren ist eine neue Bande Missionare aufgetaucht, die Unternehmen das Marketing-Heil in der Social-Media-Welt versprechen, wenn sie sich nur von ihnen beraten lassen. Da treten vor allem Leute auf, die von Marketing und Kommunikation keine Ahnung haben oder gar (siehe auch: Lobo, Sascha) heftige Pleiten verschuldeten. Die Business Week warnt deshalb vor den Snake-Oil-Marktschreiern der Social-Media-Szene:

The problem, according to a growing chorus of critics, is that many would-be guides are leading clients astray.
Consultants often use buzz as their dominant currency, and success is defined more often by numbers of Twitter followers, blog mentions, or YouTube hits than by traditional measures, such as return on investment. This approach could sour companies on social media and the rich opportunities it represents. “It’s a bit of a Wild West scenario,” blogs David Armano, a consultant with the Dachis Group of Austin, Tex. Without naming names, he compares some consultants to “snake oil salesmen.”
[Quelle: businessweek.com vom 03.12.09]

Freie Übersetzung: “Das Problem ist laut einer wachsenden Zahl Kritiker, dass viele Möchtegernführer ihre Kunden in die Irre führen. Berater verwenden oft Schlagworte als vorherrschende Währung, und der Erfolg wird eher definiert durch die Zahl der Twitter-Follower, Erwähnungen in Blogs oder YouTube-Aufrufe, als durch traditionelle Messwerte wie der ROI. Dieser Ansatz könnte Firmen den Bereich Social Media und die Möglichkeiten, die es bietet, verleiden. ‘Es ist ein bisschen wie im Wilden Westen’, bloggt David Armano, Berater bei der Dachis Group aus Austina, Texas. Ohne Namen zu nennen vergleicht er manche Berater mit “Snake-Oil”-Verkäufern.”

Dabei handelt es sich um Handlungsreisende, die im Wilden Westen von Ort zu Ort reisten und den gutgläubigen Bewohnern wirkungslose Wundermittel wie eben Schlangenöl verkauften, wobei sie mit Claqueren und gekauften Kunden operierten. Bevor die Kunden merkten, dass ihnen sinnnloses Zeug aufgeschwatzt wurde, waren die Marktschreier schon einen Ort weiter.
Momentan kann man diesen Effekt hierzulande sehr schön beobachten, denn einige der Hype-Evangelisten haben sich noch vor zwei, drei Jahren vor allem am Thema “Weblogs” versucht. Jetzt twittern sie, und ihre Blogs veröden.


» Hinweis von Rainer Bartel am 08.12.09 um 12:56 » in Kategorien: Wirtschaft » 659 x gelesen » 2 x kommentiert
»   

  1. [...] das haben natürlich auch die Social Media Betrüger erkannt und nutzen die Gunst der Stunde. Geld zu verdienen ist nicht verwerflich und für jeden [...]

     
  2. [...] via Social-Media-Betrüger | Rainer’sche Post. [...]

     
    Pingback von Obacht vor Experten? | Banedon's Cyber-Junk am 16.12.09 um 03:13

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